Bilderbücher für Erwachsene oder vom Vorteil, zwei Blogs zu betreiben

Bilderbuch FrühlingManchmal begegnen mir, wenn ich in meiner Blog-Identität als Buchkind unterwegs bin, Bilderbücher, die nicht so recht auf den Kinderbuch-Blog wollen. Das sind meist sehr schön illustrierte Bücher, bei denen mir aber die Geschichte zu wenig im kindlichen Erleben verwurzelt ist.

Doch manche dieser Bilderbuch-Schätzchen gehen mir trotzdem nicht aus dem Kopf, denn sie besitzen einen Zauber, eine magische Verbindung von Illustration und Geschichte. Wenn diese Bücher für mich nicht so richtig zu meinem Kinderbuch-Blog passen, könnte eine Rubrik „Bilderbücher für Erwachsene“ vielleicht eine Lösung sein.

Grundsätzlich ist mein Vertrauen in die Fähigkeit von Kindern, sich auf Geschichten einzulassen und sie für sich passend zu adaptieren, sehr groß. Es liegt also nicht an den Kindern – denn es liegt nie an den Kindern – das ich bei diesen Bilderbüchern unsicher bin, wie ich sie besprechen soll. Ich kann mir bei diesen Bilderbuch-Schätzchen nicht so recht vorstellen, auf welchen Wegen sich Kinder dem Buch nähern. Ich kann es nur aus Erwachsenen-Sicht beurteilen.

„Ich, Kater Robinson“ ist für mich solch ein Bilderbuch für Erwachsene; „Wie der König seinen Feind verlor“ von Jorge Bucay ebenfalls.

„Und dann ist Frühling“ von Julie Fogliano und Erin E. Stead passt auch in diese Reihe. Mir spricht das Bilderbuch zutiefst aus meiner Gärtnerseele. Der Schnee ist weg, die Welt ist braun. Es gibt viele Variationen von Braun im Frühjahr, wenn die Welt noch nicht grün ist. Der kleine Junge hat Samenkörner in diese braune Erde gelegt. Woche für Woche vergeht, doch alles bleibt braun-braun, nirgendswo auch nur eine zarte Andeutung von Grün. Er macht sich Sorgen um die Samenkörner – ob ihnen etwas passiert ist? Doch eines Tages legt er sein Ohr an die Erde und

… und das Braun,
das immer noch braun ist,
hat ein grünliches Summen.

Dann braucht es noch einen sonnigen Tag nach einem Regentag und alles ist Grün. Ja, so ergeht es mir jedes Frühjahr aufs Neue. Doch für ein Kind dürfte sich der Wechsel der Jahreszeiten anders anfühlen, da es das pralle Grün des Frühlings noch nicht so verinnerlicht hat und daher noch nicht so sehnsüchtig darauf wartet.

Bilderbuch für Erwachsene: eine mondlose NachtMit dem wunderschön illustrierten Bilderbuch „Eine mondlose Nacht“ ergeht es mir ähnlich. Diese Bilder besitzen einen blassen Schimmer, der gleichzeitig strahlt – genauso wie das Mondlicht in schönen Vollmondnächten.

Doch die Geschichte um den glatzköpfigen Mann, der so alleine ist, dass er sich den Mond zur Gesellschaft vom Himmel holt, und um das Mädchen Zohar, dass ohne Mond nicht schlafen kann und sich deswegen mutig auf die Suche begibt, erscheint mir doch sehr erwachsen konstruiert.

Bilderbücher für Erwachsene – wie sind Eure Erfahrungen damit? Sind das für Euch bibliophile Schmuckstücke, die Ihr in besonderen Momenten hervorholt? Oder kommen Sie doch im Kinderzimmer zum Einsatz?

Angaben zu den Bilderbüchern:

Geffen – Keret – Polonsky
Eine mondlose Nacht

Fogliano – Stead
Und dann ist Frühling!

Aber es müssen ja nicht unbedingt Bilderbücher für Erwachsene sein – es gibt jede Menge Gründe, gute Gründe, auch als Erwachsener zu Bilderbüchern und Kinderbüchern zu greifen: 7 gute Gründe, als Erwachsener Kinderbücher zu lesen

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