Blackbox Gardening und die Akelei

Gartenbuch: Blackbox Gardening und meine Geschichte mit der AkeleiMehr oder weniger freiwillig hat schon jeder Gärtner Erfahrungen mit sich selbst versamenden Pflanzen gesammelt.

Schachbrettblumen in ein ganz frisch angelegtes Beet zu setzen, weil ein kurzer Artikel in einer dieser nett anzusehenden Gartenzeitschriften schnellen Erfolg mit dieser Pflanze versprach, kann im nächsten Jahr zu einem überraschend monotonen Beet und vielen Zupfarbeiten führen.

Meine Blackbox-Gardening Geschichte beginnt mit der Akelei, die ich unbedingt im Garten haben wollte.

Meine Versuche, die Akelei anzusiedeln

Mein erster Versuch, die Akelei in meinem Garten anzusiedeln, begann mit einer wunderschönen Zuchtform und einem neu angelegten Beet. Sie blühte sehr schön und kam nie wieder. Natürlich griff ich zu Gartenbüchern und wunderte mich sehr über dieses Verhalten, denn überall stand, dass die Akelei sich stark aussamt und so beginnt, durch den ganzen Garten zu wandern, bis sie den passenden Platz für sich findet. Mein Exemplar war wohl fußlahm.

Neuer Versuch, neuer Standort – diesmal inspiriert von einer Akelei-Wiese, die ich auf einem Waldspaziergang entdeckt hatte. Doch auch in der Nähe unserer Ahornbäume fühlte sich die Blume nicht wohl und kam nie wieder.

Ich kann hartnäckig sein, doch nach 6 Jahren gab ich auf. Diese angeblich so unkomplizierte Pflanze namens Akelei wollte bei mir nicht einziehen. Das hatte ich anscheinend zu akzeptieren.

Es gab kooperativere Pflanzen

Andere sich selbst versamenden Pflanzen waren williger. Die Glockenblume wanderte die Fugen entlang um das Haus herum und wurde nur von der Südseite in der prallen Sonne gebremst. Wilder Fenchel versuchte dem Schatten der Blautanne zu entkommen und mäanderte durchs Beet. Der Fingerhut war eine Diva, die uns nicht jedes Jahr besuchte. Nachdem das Regenrohr abgedichtet war, zog das Mauerzimbelkraut aus der ehemals feuchten Wandspalte aus und siedelte in die Kübelpflanzen um.

Blackbox-Gardening sorgt für ein System

„Blackbox-Gardening“ bringt System und Sachverstand in das, was jeder Gärtner mit sich selbst versamenden Pflanzen erlebt. Man kann – vorausgesetzt, man hat das Know-How – auf diese Art auch ganze höhengestaffelte Beete gestalten! Leicht und natürlich sieht das aus, doch es steckt viel Arbeit und Fachwissen darin. Was kann ich stehen lassen, was muss zurückgeschnitten oder entfernt werden? Wie sorge ich für ausreichend Platz für zweijährige Pflanzen? Wie gelingt es mir, die Rote Spornblume und das Spanische Gänseblümchen in den Gehwegfugen anzusiedeln? Wie bereite ich die Erde für ein Kiesbeet vor?

Obwohl ich dieses Gärtner-Niveau wohl nicht mehr erreichen werde, bietet das großartig bebilderte Gartenbuch auch für einen neugierigen Laien wie mich viel Inspiration. Das eine oder andere ist für mich umsetzbar, wie zum Beispiel der Trick, Initialpflanzen in Kübel zu setzen und diesen an den Gehwegfugen zu platzieren. So fällt der Samen dorthin, wo er erwünscht ist. Und alles, was ich nicht umsetzen kann, erfreut einfach mein Gärtnerherz!

Und auf einmal war sie da und blieb

Zwei Jahre, nachdem ich demütig meine Niederlage eingestanden hatte, war die Akelei da. An einer Stelle, an der ich sie nie gesät oder gesetzt hatte. Und sie blieb!

Infos zum Gartenbuch:

Jonas Reif, Christian Kreß
Fotografie von Jürgen Becker

Blackbox-Gardening
Mit versamenden Pflanzen Gärten gestalten

Ulmer Verlag
ISBN 978-3-8001-7538-3

Hier könnt ihr im Buch blättern:

Noch ein Gartenbuchtipp: Wer sich so wie ich nicht an den Gartenfotos von Jürgen Becker satt sehen kann, dem sei noch der Prachtband „Meine Vision wird Garten“ empfohlen.

Noch mehr außergewöhnliche Bücher zu Garten und Natur könnt ihr hier auf meinem Blog entdecken – viel Spaß beim Stöbern!


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