Feuerstimmen und meine ganz eigenen Gründe, Fantasy zu lesen

Hardebusch Feuerstimmen Fantasy RomanIm Fantasy-Roman „Feuerstimmen“ begegnen dem Leser einige bemerkenswerte Sturköpfe. Zwei davon sind weiblich.

Genau das könnte der Grund sein, warum ich so gerne Fantasy lese: Frauen können in diesem Genre wie in kaum einem anderen sein, was sie wollen. Sie müssen sich auch nicht auf nur eine Rolle beschränken.

Das gilt auch für Elena: Königin, Abenteurerin, Magierin und Kriegerin. Dazu kommt im Laufe der Handlung noch ein Talent, von dem sie selbst nichts geahnt hat. Da muss Aidan, der männliche Held, sich schon mit weniger begnügen. Immerhin wurde ihm auch die Rolle des Liebenden zugeteilt, die er ganz großartig ausfüllt.

Sein treuer Weggefährte Revus blieb jedoch ein wenig blass. Seine Motivation erschloss sich mir nicht. Überhaupt wurde einiges für mich zu wenig ausgeführt. Doch wäre das anders, hätten keine 488 Seiten genügt. Passt also alles für mich, denn ich bin dankbar, dass ich nicht aus Versehen* eine neue Trilogie begonnen habe. Ein Buch und gut: perfekt.

Aus meiner Sicht hätte man straffen können; aber meine Sicht ist auch eine sehr spezielle. Ich brauche diese ganzen Schwertkämpfe, Hinterhalte und Schlachten nicht. Mit Hilfe dieser Szenen habe ich schon als Schülerin beim Herrn der Ringe meine Fähigkeit des schnellen Querlesens und Überfliegens trainiert. Davon profitiere ich heute noch.

Was mich an Feuerstimmen wirklich beeindruckt hat ist der Schöpfungsmythos. Vier Drachen wie die vier Elemente und ein fünfter, der meint, außerhalb zu stehen und doch der ist, der die vier erst begreifbar macht. Was trägt ein Zuschauer zum Geschehen bei? Was geschieht, wenn er nicht über das Geschehene erzählen oder – wie in dieser Geschichte – singen würde? Wäre die Welt dann nur eine andere oder wäre sie gar nicht?

Zum Glück ist dieser Blog Beitrag keine Amazon Rezension, denn dann würdet ihr jetzt durchaus zu Recht auf nicht hilfreich klicken. Passt für mich. Ich mag Fantasy aus meinen ganz eigenen Beweggründen. Schlachten und Kämpfe gehören nicht dazu, Rollenspiele und die Möglichkeit, sich auszuprobieren sehr wohl.

Und warum mögt ihr Fantasy? Über einen Kommentar würde ich mich freuen.

*aus Versehen oder besser gesagt dank eines glücklichen Zufalls. Ich habe das Buch gewonnen dank eines launischen Kommentars auf Phantastisch lesen zur Blogtour.

Drachen in der Fantasy-Literatur war das Thema und das war meine Antwort auf den sehr guten Blog-Artikel:

Ich bewundere Drachen dafür, dass sie es geschafft haben, sich so im Gedächtnis der Menschen zu verankern, obwohl schon so lange keiner mehr gesichtet wurde. Und ich wundere mich, warum in den europäischen Märchen so wenig Drachen vorkommen. Man könnte meinen, dass die Gebrüder Grimm keine Drachen mochten. Schön, dass die Fantasy-Autoren das anders sehen!

Infos zum Buch:

Christoph Hardebusch

Karte illustriert von Timo Kümmel
Cover & Umschlaggestaltung Guter Punkt

Feuerstimmen

Piper Fantasy
ISBN: 978-3-492-70373-4

Hilfreichere Rezensionen:

Grimoires.de
Christian Muenzinger

 

4 Kommentare

  1. Hallo Dagmar, schön dass Du Spaß mit dem Roman „Feuerstimmen“ hattest und auch noch einen erhellenden Artikel dazu veröffentlicht hast. Ich finde Deine Sicht auf die weiblichen Figuren und auf den Schöpfungsmythos in „Feuerstimmen“ sehr interessant und unterhaltsam verfasst. DANKE dafür und liebe Grüße, Eva

  2. Hallo Dagmar,
    ich mag Fantasy aus ganz anderen Gründen 🙂 Ich liebe Schlachten, Magie und Intrigen – dafür lese ich gerne über all die kleinen Liebesabenteuer und Liebesverwirrungen hinweg. So trainiert jeder seine Querlesefähigkeiten anders 🙂

    LG
    Tina

    • Liebe Tina,
      Du ahnst es wahrscheinlich schon: mir gehen Intrigen auf den Geist 🙂 Gegen eine ordentliche, handfeste Liebesgeschichte habe ich nichts einzuwenden. Auf rumschmachten hingegen kann ich verzichten – außer, der Protagonist ist in der Pubertät. Dann darf er/sie das natürlich.
      Bei der Magie hingegen werden wir uns wieder einig.

      Aber wir sollten jetzt hier besser nicht ausführen, wieviele Seiten der durchschnittliche Vielleser nur querliest … das schont die Nerven der Autoren, die sich so viel Mühe beim detaillierten Ausarbeiten der Liebes- und Kampfszenen gegeben haben.

      Liebe Grüße
      Dagmar

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