Wer ist nur diese Alice? 101 Fragen der Popmusik

101 Fragen der Popmusik Who is AliceGuter Grund für mich, das Büchlein „Who the fuck is Alice?“ zu lieben, ist, dass ein Song meiner Lieblingsband enthalten ist. Can i get in your pants? verleitet die Autoren Evelyn Peternel und Andreas R. Peternell zu einem kleinen Exkurs über die Geschichte der Damenunterhose. Das geht erstens genau haarscharf am Thema des Songs der Cramps vorbei und zeigt zweitens prima, wie das Buch funktioniert. Die Frage des Songs wird nur als Ausgangspunkt für eigene Querdenkereien genommen. Und wie das bei Querdenkereien so ist, kann der Leser dem mal ganz großartig folgen und manchmal überhaupt nicht.

So hat sich mir der Gedankensprung von Alles klar Herr Kommissar? zur Entstehungsgeschichte des SOS nicht wirklich erschlossen. Genau mein Humor war hingegen die Frage Das soll ich sein?, die Blumfeld stellen, mit dem Bilderbuch „Das kleine Ich bin Ich“ von Mira Lobe zu beantworten. Großes Musical ist es auch Was hat Dich nur so ruiniert? mit wahren Geschichten von Lotto-Gewinnern zu beantworten, die durch ihren Riesengewinn alles verloren haben.

Insgesamt ist das Buch wie ein Abend in einer Disco: es gibt Herzenssongs und halbwegs tanzbares und manches, bei dem man fluchtartig die Tanzfläche verlässt. Doch wer ist denn nun diese Alice, jene mysteriöse Nachbarin, die so unnahbar erscheint, dass der Sänger von Smokie sie über 20 Jahre lang nicht ansprach? In diesem Buch heißt Alice eigentlich A.L.I.C.E. und ist ein Sprachcomputer, programmiert, um menschliche Gespräche nachzuahmen. Passt, denn der Dialog ist genauso ein Nicht-Gespräch wie das verpasste Gespräch mit der mysteriösen Nachbarin.

Sollten die Autoren eine Fortsetzung ihres Buches planen würde ich gerne ihre Antwort auf eine Frage aus einem anderen Song der Cramps hören: How far can to far go?

Bibliographische Angaben:

Evelyn Peternel
Andreas R. Peternell

Who the fuck ist Alice?
101 Antworten auf die drängendsten Fragen der Popmusik

Rogner & Bernhard
ISBN 9783954030804

Ich danke dem Buchhändler des Grooveblog, der mir „Who the fuck is Alice?“ für diese Rezension ausgeliehen hat.


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