Über Lieblingsautoren zu bloggen ist nicht einfach: Wolf-Dieter Storl

Bücher von Storl die ich gelesen habeEigentlich erstaunlich, dass ich seit 2012 – so lange blogge ich hier schon – nur einen einzigen Beitrag zu Wolf-Dieter Storl und seinen Büchern veröffentlicht habe. Er zählt zu meinen Lieblingsautoren, einfach weil er ein begnadeter Erzähler und ein lustvoller Kreuz-und-Querdenker ist. Das macht Spaß zu lesen, erweitert meinen Horizont und sorgt für Aha- Momente.

Andererseits erstaunt mich das auch wiederum nicht, denn ich kenne das von mir: je besser mir ein Buch gefällt desto schwerer fällt es mir, darüber zu reden.

Das ging mir schon als Buchhändlerin so. Es erschien mir als fast unmöglich, die Fülle an Gedanken zu einem Lieblingsbuch in zwei, drei knackige Sätze für das Verkaufsgespräch zu packen.

Damals habe ich begonnen, mir vor dem Weihnachtsgeschäft Knacksätze zu Büchern zu notieren, so dass ich sie bei Beratungen besser im Hirn verankert hatte. Es hat funktioniert und vielleicht war das ja die Keimzelle für mein heutiges Bloggen?

Zurück zu Storl, von dem ich längst noch nicht alles gelesen habe. „Wanderung zur Quelle. Geschichten von Shiva und Parvati“ fehlt mir zum Beispiel noch. Warum eigentlich? Wahrscheinlich nur, weil Storl schon so viel Interessantes veröffentlicht hat. Wie soll ich das in einem einzigen Leserleben schaffen?

Würde ich noch einmal von vorne beginnen, seine Bücher zu lesen, dann würde ich unbedingt mit seiner Autobiographie beginnen: Ich bin ein Teil des Waldes. Den Untertitel Der Schamane aus dem Allgäu erzählt ignoriert man am besten. Er wird ihm und seinem enormen Wissen genauso wenig gerecht wie den vielen kleinen und großen Abenteuer, über die er ihm Buch erzählt. Das beginnt bei den Mutproben, die er als Junge in den amerikanischen Wäldern bestanden hat, führt nach Indien und in die Schweiz, an die Universität und zu den Indianern. Storl ist vielseitig – ein Untertitel kann ihm nicht genügen.

Doch was könnte das zweite Buch von Storl sein, das man liest? Das wiederum hängt von den eigenen Interessen ab. Vielleicht Bekannte und vergessene Gemüse oder auch Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor. Beide sind im AT Verlag erschienen, einen Verlag, den ich sehr schätze. Schön gemachte Bücher zu interessanten Themen in feinster Ausstattung – da schlägt mein Bücherherz schneller!

Danach könnte sich ein Ausflug in die Geschichte lohnen – vielleicht mit Pflanzen der Kelten
Heilkunde, Pflanzenzauber, Baumkalender ? Oder bei den Pflanzen bleiben: Mit Pflanzen verbunden
Meine Erlebnisse mit Heilkräutern und Zauberpflanzen.

Ganz ehrlich: mich hat noch kein Buch von Storl enttäuscht. Auch wenn ich nicht immer mit ihm einer Meinung bin. Insbesondere bei den Herleitungen von Wortbedeutungen würde ich gerne die zweite Meinung eines Sprachwissenschaftlers hören. Aber das macht nichts, denn Storls Bücher sind prall von Geschichten und Inspirationen. Sie verführen dazu, Wald, Garten und Feld mit anderen Augen zu betrachten und versorgen den Lesern mit Fakten zur Kulturgeschichte, zur Botanik und zur Heilkunde. Und die Götter kommen auch nicht zu kurz.

Mehr Infos über Storl findet Ihr auf seiner (etwas in die Jahre gekommenen) Webseite. Einen guten Eindruck von seiner Art zu erzählen bekommt Ihr auch in den Videos von Mystica.tv. Meine Rezension zu “Wandernde Pflanzen – Neophyten, die stillen Eroberer” findet Ihr hier auf meinem Blog. Viel Spaß beim Entdecken!

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.