Ilija Trojanow tut sich schwer als Indien-Versteher. Auf seiner Reise entlang des Ganges überfordert ihn das Land mit seiner unlogischen Vielfalt. Das gibt er offen zu und versucht trotzdem tapfer, Erklärungen zu finden. Mir ging es auf meiner Indien-Reise nicht anders. Gerade das macht mir sein Buch so sympathisch, obwohl es für meinen Geschmack auf weiten Strecken sehr spröde daherkommt. Es sind insbesondere die Umweltverschmutzung und der achtlose Umgang mit der Natur, die den Autor fassungslos machen. Wie kann man die heilige Mutter Ganges in so eine Kloake verwandeln? Wieso stören sich nur so wenige Menschen daran? Eine seiner Erklärungen beruht gerade auf der Göttlichkeit des Flusses. Ein Mensch kann eine Göttin nicht verschmutzen und er kann ihr auch nicht dabei helfen, sauber zu werden. Dafür müsste die heilige Ganga schon selbst sorgen. Für den allgegenwärtigen Lärm versucht er erst gar nicht, eine Erklärung zu finden – der gehört einfach zu Indien dazu. Das wichtigste Instrument der zeitgenössischen Spiritualität ist der Lautsprecher, die Gesänge werden so laut gestellt, als sei die Welt schwerhörig. … Wir … Eine Reise entlang des Ganges weiterlesen
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