Nnedi Okorafors „Tod der Autorin“: Als weiße Lesende zu Gast in einer mir fremden Welt
Die Bücher von Nnedi Okorafor fordern mich – nicht zuletzt, weil ich sie als weiße Frau lese. Ihre Position als Schwarze Autorin kann ich nachvollziehen, aber nie aus eigenem Erleben verstehen. Hinzu kommt eine zweite Fremdheit: die kulturelle. Ich bin die, die kurz nachdenken muss, wie Waxprints Stoffmuster aussehen. Die nicht weiß, wie die nigerianischen Gerichte schmecken, die in der Familie gekocht werden. Die sicher sein kann, dass sie nicht jede kulturelle Anspielung versteht. Auch die Protagonistin Zelu fordert mich, denn sie ist nicht gerade eine Sympathieträgerin. Als kleines, wildes Mädchen genügte es ihr nicht, sich hinter dem Baum zu verstecken wie die anderen Kinder. Sie kletterte hinauf. Doch der Baum war morsch und der Sturz führte zu einer Querschnittslähmung. Diese Mischung aus Hybris und unbändigem Freiheitsdrang prägt auch weiter ihr Auftreten. Ihren Job als Dozentin verliert sie auf Grund ihres arrogant-aggressiven Verhaltens gegenüber den Studierenden. Ihr erster Roman findet keinen Verlag, denn er ist…














