Kunstvermittlung oder Kult? Memes von Kunst + Kaviar
Montagmorgen, dritter Kaffee, das Postfach quillt über – und abends taucht dann in den Instagram-Stories ein barockes Ölgemälde auf, dessen leidgeprüfte Hauptfigur genau das ausdrückt, was man selbst fühlt. Willkommen beim „Meme Monday“ von Kunst + kaviar. Wie oft habe ich abends schon auf den Insta-Account der Kunsthistorikerinnen Anjelika Spöth und Karina Chernenko geschaut, ob der Meme Monday endlich online ist? Das Format funktioniert so gut, weil es eben kein durchkonzipiertes Marketingkonzept ist, sondern eher eine Art Selbsttherapie. Ein Versuch, den ganz normalen Alltagswahnsinn, bestehend aus Büro, Familie, Frausein und Weltpolitik, zu verarbeiten. Dafür werden klassische Kunstwerke mit hochaktuellen, alltagsnahen Texten unterlegt. Der genervte Blick einer Porträtierten wird zum Sinnbild für ein Meeting, das eine E-Mail hätte sein können. Ein gequälter Gesichtsausdruck steht für die Enttäuschung über eine einsilbige Chef-Antwort auf eine Präsentation, in der viel Arbeit steckte. Plötzlich sind die Figuren auf den Werken der alten Meister nicht mehr fern, ehrwürdig und verstaubt, sondern…














