Flâneuse von Lauren Elkin: Frauen, Straßen und das Recht auf Stadt
Als ich das Taschenbuch „Flâneuse. Frauen erobern die Stadt“ von Lauren Elkin in meiner Handtasche hatte, lief ich an einer Straßenbahnhaltestelle entlang. Ein laut telefonierender Mann mit der Ausstrahlung eines Drahthaarterriers auf Speed kam mir entgegen. Wettergegerbt, tätowiert bis an die Ohren, Bierflasche in der Hand. Während ich noch überlegte, ob ich ausweichen soll, trat die Schwarze Frau vor mir schon zwei Schritte zurück. Der Mann merkte davon nichts und sprach in dem Moment laut „Ich habe gerade ein Geschenk für meine Mama gekauft.“ Diese Szene enthält schon so viel von dem, was Lauren Elkin in ihrem Buch erzählt und durchdenkt. Während sich Männer völlig selbstverständlich durch den städtischen Raum bewegen, verhalten sich Frauen anders. Sie lesen zuerst den Raum; überlegen, ob sie hier sicher sind, ob sie hier sein dürfen, wollen, sollen. Doch es gab schon immer Frauen, die dies bewusst durchbrochen haben, die sich ihr Recht auf Stadt genommen haben. Sie durchstreifen Straßen…














