Verlagswesen – wie Comics wirklich entstehen

Ich arbeite seit 1987 in der Buchbranche und bemerke erst jetzt die Doppeldeutigkeit von Verlagswesen! Schon allein dafür hat es sich gelohnt, den Comic zu lesen, den sich Annette Köhn zum zehnjährigen Jubiläum ihres JaJa-Verlags gegönnt hat. Ihre Verlagswesen sind imaginäre Figuren, die ein wenig wie Strichmännchen-Marshmallows auf zwei Beinen aussehen. Sie begleiten uns durch den ganz normalen Verlagsalltag: Bestellungen abarbeiten, Rechnungen ablegen, Versandtaschen bestellen und Kaffeepausen machen. Klingt wenig…

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Mehr Lyrik lesen? Vielleicht sogar mehr Frauen | Lyrik?

Gute Vorsätze, was das Lesen angeht? Da bin ich zurückhaltend. Aber zwei blitzen dann doch immer wieder auf. Mehr Kinderbuch-Klassiker lesen. Mehr Lyrik lesen. Dem bin ich letztes Jahr so nahegekommen, wie schon lange nicht mehr. Nur der Tagesabreiss-Kalender mit Gedichten war erfolgreicher. Aber der wird nicht mehr aufgelegt. Stattdessen liegt nun „Frauen | Lyrik“ aus dem Reclam Verlag auf meinem Nachttisch. Manchmal sogar ganz oben auf dem Bücherstapel. Der…

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Zarter Schmelz – Ralf Königs Hommage an Lucky Luke

Du weißt, du bist in Frankreich, wenn eine Stadt in der Provinz mehr Comic-Läden hat als die gesamte Metropolregion Rhein-Neckar. Gerade im letzten Herbst in Arles erlebt. Und du weißt, dass ein deutscher Comiczeichner etwas ganz, ganz Besonderes ist, wenn sein neues Werk im Stapel in der FNAC ausliegt, direkt neben Isnogud. Und der absolute Ritterschlag ist es wohl, wenn ein deutscher Zeichner eine Folge eines Comic-Klassikers übertragen bekommt –…

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Radikale Selbstfürsorge

Manchmal bedeutet radikale Selbstfürsorge, sich ins Bett zurückzuziehen und ein Buch zu lesen, das einem einfach nur gut tut. Einen Ratgeber, der nicht zur Selbstoptimierung, sondern zu Nachsicht rät. Der uns daran erinnert, viel häufiger nett zu uns zu sein. Nicht, weil wir es verdient haben, sondern weil es egal ist, ob wir es verdient haben. (Nebenbei bemerkt: Wer sich gut um sich selbst kümmert, kann sich auch besser um…

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Die Insel der besonderen Kinder. Oder: was ist ein leicht zu lesendes Buch?

Wenn ich Rezensionen zu Fantasy-Büchern lese, wundere ich mich manchmal, was Leserinnen und Leser als „schwer zu lesen“ bezeichnen. Mal sind die Namen zu kompliziert, mal die Kapitel zu lang, mal gibt es zu viele Rückblenden oder Zeitsprünge. Diese Kritikpunkte können handwerkliche Mängel benennen. Doch fast immer sind es einfach nur stilistische Besonderheiten, die mich beim Lesen nicht ausbremsen würden. Daran musste ich denken, als ich „Die Insel der besonderen…

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