Der Rabengott: ein philosophisches Puzzlespiel über Götter, Menschen und die Fragen des Lebens

Buch von Ann leckie: Der Rabengott

Hatten die Götter schon eine Sprache bevor es Menschen gab, mit denen sie reden konnten? Waren sie vom Anbeginn der Zeit an vollendet oder haben sie sich entwickelt? Es sind vor allem solche Fragen, die mich an Ann Leckies philosophischen Fantasy-Roman „Der Rabengott“ faszinieren. Auch dieses Mal überrascht sie mit einer unüblichen Erzählperspektive. In ihrem Roman Maschinen gab es Passagen, die aus der Sicht eines Raumschiffes erzählt wurden. Dieses Mal spricht ein Gott. Doch das müssen sich die Leser*innen selbst zusammenpuzzeln. Mit wem er spricht,…

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Eine Geschichte von Drachinnen und weiblicher Wut

Roman von Kelly Barnhill. When women were dragons. Genre: feministische Phantastik.

Frauen erleben einige Wandlungen in ihrem Leben. Erste Menstruation und Pubertät, Schwangerschaft und Mutterschaft, Wechseljahre und Menopause. Nicht immer fühlen sie sich gut darauf vorbereitet. Mal fehlt es an Infos, mal an Vorbildern oder an psychologischer Sicherheit. Die Frauen in „When women were dragons“ kennen noch eine mögliche Verwandlung mehr. Manche von ihnen verwandeln sich in Drachen. Warum? Was passiert danach? Darüber wird genauso geschwiegen wie über Monatsblutungen, weibliche Sexualität und das Talent von Wissenschaftlerinnen. Denn wir befinden uns in den fiktiven USA der 50er…

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Die Hexe und der Nerd: „Alle Vögel unter dem Himmel“ von Charlie Jane Anders

Vielleicht sollte ich ein Leseprojekt starten und Near-Future-Romane lesen, die mindestens 10 Jahre alt sind. Bei „Alle Vögel unter dem Himmel“ war ich verblüfft, was sich alles vor gut 10 Jahren schon abgezeichnet hat. Es gibt einen Tech-Investor, der an Peter Thiel erinnert.* Er investiert in Firmen, die Techniken entwickeln, ausreichend Menschen auf einen anderen Planeten zu bringen. Nur so könne man das Beste, was die Erde hervorgebracht hat, retten. Manche der Nerds teilen die Vision, andere finden es einfach nur toll, coole Maschinen zu…

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Der kleinste Schuber der progressiven Phantastik: die Schattenspiele-Trilogie

Die Bücher der Schattenspiele-Trilogie – Mutterentität, im Schatten des Leviathans und Tee-Spione – sind gerade mal so groß wie meine Hand. Ein so unübliches Buchformat passt perfekt zur progressiven Phantastik, zum Verlag Ohne Ohren und zu den Autor*innen Christian und Judith Vogt, die Weltenbau und Protagonist*innen so konsequent neu denken. Die Novellen – ich nenne es „Trilogiechen“ – weisen alle miteinander eine enorme Ideenverdichtung, ein hohes Erzähltempo und eine solche Menge an Plot-Twists auf, das jede Info zur Handlung ein Spoiler wäre, der den unvoreingenommenen…

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Mit Fantasy-Büchern durch die Blog-Flaute

Mit diesen Fantasy-Büchern durch die Lese- und Blog-Flaute

Manchmal verläuft lesen und bloggen asymmetrisch. Im Frühjahr hatte ich eine Blog-Flaute und habe kaum noch Beiträge veröffentlicht. Erst die Ermahnung der Leipziger Buchmesse hat mich wieder ins Tun gebracht: Leider erfüllt ihr Blog derzeit nicht unsere Kriterien für die Presse-Akkreditierung. Aber sie können das ändern! Liebe Messe, danke für den Tritt in den Allerwertesten! Ihr habt mir damit etwas Gutes getan. Denn bloggen ist mein Stricken, ein Hobby, das mich entspannt. Wenn ich schreibe, bin ich ausgeglichener. Es hilft mir, mich und meine Gedanken…

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Liebe auf den dritten Blick: die Vampirkrimis von Tanya Huff. Oder warum Trends kleinen Verlagen das Genick brechen können

Blutzoll, Blutspur – das sind Titelformulierungen, die nicht gerade meinem Beuteschema bei Büchern entsprechen. Urban Fantasy, trockener Humor, eine Privatdetektivin und Vampire hingegen schon! Trotzdem musste die Buchserie von Tanya Huff durch drei Verlage wechseln, bis ich sie endlich entdeckte. Und ich frage mich: Warum? Wie konnte ich so lange blind sein? Was mich tröstet: Ich bin nicht alleine. Auch Eva Bergschneider vom mittlerweile leider eingestellten Buchblog Phantastisch lesen erging es so. Das schreibt sie über die Serienheldin Vicki Nelson: Vicki brachte allerdings bereits Anfang…

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Kondorkinder: Eine Reise durch Peru auf der Suche nach einem magischen Buch

Roman Kondorkinder Neuausgabe Calderan Verlag

Zum Glück fängt die Geschichte mit dem Handlungsstrang an, der in der Vergangenheit in Peru spielt. Ein kleiner Junge, eine Frau mit einem Geheimnis. Berge, Götter, alte Mythen und das reale Leben der armen Bevölkerung. Zu Beginn kommt Kondorkinder als historischer Roman mit phantastischem Einschlag daher. Cut, zweites Kapitel. Berlin in der Gegenwart. Eher New Adult als Phantastik. Ganz ehrlich: hätte das Buch so begonnen, wäre ich ausgestiegen. Wer wann mit wem welchen Streit hatte und wer wann warum etwas Verletztendes gesagt hat oder missverstanden…

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Mit der Hitze kam die Werwölfin: Silver Moon

Was wäre, wenn die Energie der Hitzewallungen in den Wechseljahren etwas Unerwartetes mit sich bringen würde? Wenn die Hitze das Wilde, Ungezähmte hervorbrechen lässt? Wenn die hormonellen Veränderungen tatsächlich einen neuen Lebensabschnitt einleiten? Becca Thornton, Heldin des Fantasy-Romans „Silver Moon“ von Catherine Lundoff, erlebt genau das. Weil ihr Mann sie wegen einer Jüngeren verlassen hat und jetzt das Haus verkaufen will, muss sie sich neu im Leben orientieren. Doch als sie in einer Vollmondnacht das von einer Hitzewallung gerötete Gesicht mit kaltem Wasser kühlen will,…

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Die Abenteuer von Pina Parasol. Steampunk-Kurzgeschichten

Kurze Geschichten für den kleinen Steampunk-Hunger zwischendurch: Genau dafür sind die Abenteuer von Pina Parasol optimal geeignet! Tino Falke hat ein pralles Universum erschaffen, das locker für einen fetten Roman langen würde – oder mehrere. Doch er macht Steampunk-Kurzgeschichten daraus. Heldin aller Folgen: Pina Parasol, professionelle Verliererin, die sich um Dinge kümmert, die nie wieder gefunden werden sollen. Sie ist schlagfertig bis vorlaut, mutig bis übermütig und hat selbst in der größten Bredouille einen Plan, der vielleicht auch nur auf Improvisationstalent fußt. Sie kommt weiter…

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Zoran Drvenkars „Licht und Schatten“: Ein Genre-Sprenger der Fantasy-Literatur

Was mich an den Büchern von Zoran Drvenkar fasziniert, ist klar: sein konsequentes Ignorieren aller ungeschriebenen Genre-Regeln. Genau das ist es auch, was es für mich so schwer macht, meine Leseeindrücke zu seinem Jugendroman „Licht und Schatten“ zu notieren. Wäre das Buch ein Getränk, dann ein Chai – schwer und würzig, süß und bitter zugleich und mit einem Duft, der mich aus dem Alltag holt. Für einen Fantasy-Schmöker ist „Licht und Schatten“ zu sperrig. Immer dann, wenn dieses Gefühl von eintauchen und wohlfühlen entsteht, wehrt…

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Hausaufgaben fressen Hund in Norwegen: The Stranger Times

Für dieses Buch habe ich zwei Anläufe gebraucht. Beim allerersten reinlesen in den schaurigen, skurrilen Fantasy-Krimi war mir das alles zu laut, zu schrill. Erst beim zweiten Mal passten meine Lesestimmung und der erste Band der „The Stranger Times“-Reihe besser zusammen. Damit erging es mir so, wie jedem einzelnen Mitglied der Redaktion der namensgebenden Zeitschrift „The Stranger Times“, der wir so großartige Headlines wie „Hausaufgaben fressen Hund in Norwegen“ und „Hellseher-Tagung wegen vorhergesehener Umstände abgesagt“ verdanken. Vom jähzornigen Chefredakteur mit Alkoholproblem bis zur grummeligen Teenie-Praktikantin…

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Die Bücher, der Junge und – Leipzig!

Ach Leipzig. Allein die Beschreibungen des Graphischen Viertels Leipzig sind für mich ein guter Grund, Kai Meyers „Die Bücher, der Junge und die Nacht“ zu lieben. Um 1930 gab es dort über 2000 Betriebe rund ums Buch: Druckereien, Buchbinder, Antiquariate und Buchhandlungen. Darunter Manufakturen und kleine Handwerksbetriebe, aber eben auch Produzenten von Massenware und Industriebetriebe. Menschen, die von der Liebe zum Buch angetrieben werden, genauso wie solche, für die Bücher ein Werkzeug der Propaganda sind. Was mich zum zweiten Grund führt, das Buch von Kai…

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Knochenblumen und eine Liebeserklärung an kleine Verlage

Stell dir vor, du bist ein Teenie mit einem einzigartigen Talent. Nein, nicht die Sorte Talent, von der wir alle mit 16 überzeugt haben, dass wir (und nur wir) diese Begabung haben. Sondern etwas wirklich gewaltig Großes: Magie. Die aber in der Gesellschaft, in der du lebst, nicht anerkannt ist. Weswegen dich deine Eltern mit Medikamenten herunter dämpfen, so dass du nie die Chance hattest, die zu sein, die du bist. Wem jetzt der Begriff neurodivergent im Kopfkino erscheint, liegt nicht ganz falsch. Aber: Das…

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Londoner Monster-Maulwürfe und britisches Landleben: Fantasy von Mark Hayden

Wer hat den Göttern Handys gegeben und was ist im Londoner Abwasser, dass ein Riesenmaulwurf entstehen konnte? Wie bitte kommt ein ehemaliger Kampfjet-Pilot, der direkt aus einem Thriller von Tom Clancy entsprungen sein könnte, in einen Fantasy-Roman? Ist es noch Urban Fantasy, wenn zwar die Tunnel unter London ein wichtiger Schauplatz sind, die andere Hälfte der Handlung aber auf dem Land spielt? Und gibt es in dieser Geschichte irgendetwas, was einfach normal abläuft? Nein, gibt es nicht. Anders gesagt: Ich hatte nicht nur wegen des…

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Talus – Die Hexen von Edinburgh

Zu allererst: Liza Grimm kann schreiben. Dieses Buch ist einfach handwerklich gut. Das beginnt bei den abwechslungsreichen Satzlängen und hört bei den guten, realistischen Dialogen noch lange nicht auf. Dann dieser Weltenbau der Hexen, Geister und Tarot, eine Welt voller Magie und das tatsächliche Edinburgh ganz locker miteinander verknüpft. Der lässige Mix an Genre-Elementen von Horror bis hin zu diversen Fantasy-Subgenre gelingt ihr großartig. Allerdings hat sie mich mit der Prise Young Adult manchmal verloren. Mich interessiert es einfach nicht, wer wem gerade warum schöne…

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Steampunk satt: Die Abenteuer von Sarah Goldberg und Archibald Leach

Ab und an muss es einfach eine fette Ladung Steampunk sein. »Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte » von Markus Cremer hat alles, um diesen Lesehunger zu stillen. Aberwitzige Erfindungen, Magie und Okkultismus. Ein genial-verrücktes Ermittler-Pärchen, ein schurkischer Bösewicht, Geheimgesellschaften und eine eigensinnige Königin Viktoria als Nebenfigur. Einen kritischen Blick auf die viktorianische Gesellschaft, den Kolonialismus und die Sklaverei. Ein grandioses Finale, auf das James Bond garantiert neidisch wäre. Dazu jede Menge Anspielungen auf Literatur und Film, von denen ich sicherlich nur…

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Sommerwaldfunkeln

Ja, ich kann mich noch gut an die Zeit in meinem Leben erinnern, damals mit 13, 14 Jahren. Während die Erwachsenen sich große Mühe gaben, Zuversicht und Kompetenz auszustrahlen und mir zu zeigen, dass alles ganz einfach sei, wollte ich sie am liebsten anfauchen: Seht ihr denn nicht, dass die Welt wunderbar komplex und vielschichtig ist, ein Labyrinth voller Abenteuer, die es zu erleben gilt? »Sommerwaldfunkeln« von Antonia Katt nimmt diesen jugendlichen Blick auf das Leben ernst. Es ist zauberhaft und realistisch, spannend und einfühlsam,…

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Was ich gerne schon mit 20 gelesen hätte: Anarchie Deco.

Viele Jahre meines Leserinnen-Lebens habe ich mit Macho-Figuren wie dem Dunkelelfen verbracht. Abends, vor dem Einschlafen, hatte ich dann das dringende Bedürfnis, diese Geschichten umzudichten. Die Fantasy-Welten habe ich mit gescheiten, authentischen Frauen gefüllt und den Männern habe ich differenziertere Eigenschaften zugestanden, als deren Schöpfer das taten. Nur so konnte ich mich mit den Büchern wirklich wohl fühlen. Wäre ich heute noch mal 20, ich müsste das nicht mehr machen. Ich könnte einfach in Fantasy-Welten eintauchen wie jene, die Judith und Christian Vogt erschaffen –…

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Dystopische Fantasy: Zerrissene Erde

Wenn es auf einem Kontinent alle paar Jahrhunderte die Erde zerreißt – Erdbeben und Vulkanausbrüchen, auf die Hungersnöte und Massenfluchten folgen – wie würde sich dort die Gesellschaft entwickeln? Welche Charaktereigenschaften braucht man, um Katastrophen zu überleben? Wie muss die Siedlungsstruktur sein, wie Landwirtschaft und Vorratshaltung? Und wenn es dort, auf dieser zerrissenen Erde, Menschen geben würde, die mit mentalen Kräften Magma und Gestein beeinflussen können und so Naturkatastrophen abschwächen oder verhindern, aber auch auslösen können – welchen Staus hätten sie in dieser Gesellschaft? Spoiler:…

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Geheimrezept für Fantasy-Romane: Die Spiegelreisende

Man nehme 500 Gramm gemischte Regency-Romane, einen soliden Brocken Fantasy-Weltenbau, eine Dosis High-Fantasy und eine geheime Familienzutat nach Wahl. All das jage man gründlich durch den Fleischwolf. Die Masse würzt man mit einer Prise Hermine-Massala und etwas Georgette -Heyer-Pulver und forme daraus äußerst schmackhafte, nicht zu schwere Schmöker-Buletten. Kurz: „Die Spiegelreisende – Die Verlobten des Winters“ von Christelle Dabos ist herrlich! Aber das haben schon viele Buch-Bloggerinnen vor mir festgestellt. Hier eine Auswahl an Rezensionen: Infos zur Fantasy-Serie Die Spiegelreisende: Insel Verlag Hier findet ihr…

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Das Licht hinter den Wolken

Viel Spaß hatte ich in diesem Sommer mit Oliver Plaschkas „Das Licht hinter den Wolken“, ein High-Fantasy-Roman, der schon 2013 erschienen ist. Wie mir überhaupt in diesem Jahr mal wieder richtig bewusst wurde, dass ich bei Romanen bis an mein Lebensende lesen könnte, was jetzt schon lieferbar ist. Wir sitzen auf einem Buchschatz. Kaum angefangen, schon schweife ich ab. Den Eindruck erweckt Oliver Plaschka manchmal auch. Aber ihr wisst ja: traue niemals einem Rollenspieler. Es gibt keine unnötigen Details, keine unnützen Charakterzüge und natürlich auch…

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Plötzlich Kaiser: Macht und Intrigen am Hof

Ich habe ihn gefunden, den einen Fantasy-Roman, der (fast) ohne Brutalität, Gewalt und ganz ohne Schlachtengetümmel daher kommt: „Der Winterkaiser“ von Katherine Addison ähnelt einem Kammerspiel. Als bei einem Unglück der Kaiser und seine Thronfolger ums Leben kommen, findet sich Maia, der ungeliebte Sohn des Kaisers, auf einmal auf dem Thron wieder. Allerdings wuchs er in der Verbannung auf und hat weder Ahnung vom Leben am Hof noch von Politik und den Aufgaben eines Kaisers. Aus diesem Setting entwickelt Katherine Addison einen hinterlistigen, stellenweise vergnüglichen…

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Die Insel der besonderen Kinder. Oder: was ist ein leicht zu lesendes Buch?

Wenn ich Rezensionen zu Fantasy-Büchern lese, wundere ich mich manchmal, was Leserinnen und Leser als „schwer zu lesen“ bezeichnen. Mal sind die Namen zu kompliziert, mal die Kapitel zu lang, mal gibt es zu viele Rückblenden oder Zeitsprünge. Diese Kritikpunkte können handwerkliche Mängel benennen. Doch fast immer sind es einfach nur stilistische Besonderheiten, die mich beim Lesen nicht ausbremsen würden. Daran musste ich denken, als ich „Die Insel der besonderen Kinder“ las. Dieses Buch macht nämlich im Sinne dieser Rezensenten alles richtig. Es lässt sich…

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BUNG – Bund zum Schutz der Unterweltbewohner, Nachtwesen und Geister

Die meisten Bücher, die ich auf meinen Blogs bespreche, sind in mittelgroßen oder kleinen Verlagen erschienen. Bei dem Jugendbuch BUNG, dass ich als Überraschungspost in meinem Briefkasten fand, verhält es sich anders. Dieses Buch gibt es als kostenlosen Download auf der Website der Herausgeber UND als Kauf-Version bei epubli. Ja, so habe ich auch geguckt. Doch sobald ich jemanden entdecke, der den Vertrieb von Büchern anders denkt, schaue ich genauer hin. Bei BUNG fand ich einen überraschend konstruierten Fantasy-Roman für Jugendliche, ein interessantes Kollektiv statt…

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Die Schattenkönigin

Überhaupt mag ich mehr Fantasy lesen. Vor allem wenn sie so daher kommt wie „Der Onyxpalast – Die Schattenkönigin“ von Marie Brennan: ein intelligenter Plot, den zumindest ich noch nicht einhundertmal gelesen habe. Und fast noch wichtiger: Es wird zwar auch hier gekämpft und gestorben, aber die Handlung schreitet ohne Gewaltorgien und Blutbäder voran. In diesem Fantasy-Roman stehen Intrigen und Ränkespiele im Mittelpunkt. Wir befinden uns am Hof von Königin Elisabeth, der letzten Monarchin der Tudors. Doch wir befinden uns auch unter ihrem Hof, im…

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Der Wächter der Winde raunt Verse von Shakespeare

Es ist eine faszinierende Welt, die Oliver Plaschka entworfen hat. Ein fantastischer Ort jenseits unserer Realität, verborgen von schweren Sturmwolken, zusammengehalten nur von der Phantasie, bevölkert von Träumen. Weit und eng zugleich. In dieser Welt entwickelt sich ein klassisches Drama um einen alten König, einen jugendlichen Helden mit reinem Herzen und einem Mädchen, das seinen Platz in einer Welt der Männer sucht. Hätte der Klappentext nicht erwähnt, dass Oliver Plaschka für diese Fantasy-Geschichte Motive aus „Der Sturm“ von Shakespeare aufgreift, wäre mir diese Besonderheit gar…

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Ich will den Plot-Plan sehen! Die Glocke von Whitechapel

Es ist wohl eine Folge des Literaturcamp Heidelbergs, dass mich bei einem Roman immer häufiger nicht nur die Geschichte, sondern auch das Handwerk dahinter interessiert. In einigen Sessions dort haben Autoren von ihrer Arbeit erzählt. Das nächste Mal muss ich mir unbedingt einen Vortrag zum Thema plotten anhören. Wie behalten Autoren eigentlich den Überblick über die Handlungsstränge? Daran, dass ich darüber mehr wissen will, ist wiederum Ben Aaronovitch schuld. Seine Serie um Peter Grant, Zauberlehrling und Detective Constable in London, begann fulminant, ging pfiffig weiter…

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Erzähl mir eine Schauergeschichte: Der magische Wald – Bildkarten

Schauergeschichten erzählen mit Bildkarten: der magische Wald. Diese 20 Bildkarten lassen sich beinahe unendlich miteinander kombinieren. Wie auch immer du sie hinlegst, sie passen wie durch Zauberei stets zueinander, sodass sie zusammenhängende Szenen ergeben und dir unzählige Möglichkeiten bieten, Geschichten zu erfinden. Durchquere eine verzauberte Landschaft, die von feuerspeienden Drachen, magischen Einhörnern und finsteren Gestalten bewohnt wird, und lass deiner Fantasie freien Lauf! Wohin wird dich deine Geschichte führen? Insgesamt gibt es über 2 Trillionen Möglichkeiten, mit den Bildkarten Geschichten zu erzählen. Wenn alle Teile verwendet werden, wird deine Geschichte 1,70 m lang.

Trillionen ist ein Begriff, den ich eher selten verwende. Doch 20 Bildkarten ergeben über 2,4 Trillionen Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen – und wenn wir dafür das Karten-Set »der magische Wald« verwenden, wird jede davon schaurig sein. Wer sich von der Fülle an Möglichkeiten überfordert fühlt, greift zur Spielanleitung. Alle anderen fabulieren von den Karten geführt frei darauf los: Führt der Weg tiefer in den Wald oder heraus? Gehört das Pferd einem Vagabunden, einem Ritter oder einer Kräuterhändlerin? Verwandelt sich der Mann in einen Werwolf…

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Kick-Ass-Woman neu definiert

Ein Fantasy-Roman, in dem Hacker und Dschinn vorkommen – wie soll das funktionieren? Die Frage, die mich vor der Lektüre beschäftigte, hätte ich mir sparen können. G. Willow Wilson führt die Dschinn nicht groß ein. Sie lässt auch nicht zwei Welten aufeinander prallen. Es passiert einfach. Wenn Dschinn im Koran eine Rolle spielen, dann spielen sie auch in einer Gegenwart, die vom Koran geprägt wird, eine Rolle. Genauso wie Computer, soziales Ungleichgewicht, Hacker, Schriftgelehrte, das Freitagsgebet, Sittlichkeit, staatliche Überwachung, Verliebtheit und die Frage, in was…

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Drachen, Daoismus und die Sache mit dem Feminismus: Erdsee

Vorkenntnisse können den Einstieg in ein Buch erschweren. Über Erdsee von Ursula Le Guin hatte ich im Vorfeld viel gelesen. Philosophisch und feministisch sollte der Fantasy-Zyklus sein. Ich war gespannt. Die Philosophie fand ich sofort. Den Daoismus habe ich erst später darin erkannt. Den Feminismus hingegen sah ich erst mal nicht. Wie auch, wenn im ersten Band »Der Magier der Erdsee« quasi keine Frauen vorkommen? Eine Fantasy-Geschichte, die sich in Ruhe entwickeln darf Gestört hat mich das nicht, denn der Erdsee-Zyklus ist Fantasy nach meinem…

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