Mehr, als ich jemals über Ernährung wissen wollte: How not to diet

Buch-Cover: How not to diet von Michael Greger. Michael Greger geht es ganzheitlich an: Er schlüsselt das komplexe Thema Ernährung bis ins kleinste Detail auf. Und zieht seine Erkenntnisse nur aus evidenzbasierten Fakten.
Vom Aufbau eines gesunden Mikrobioms, über einen verbesserten Stoffwechsel mittels Chronobiologie, bis hin zum Einfluss von Gewürzen liefert Greger Tipps und wissenschaftlich belegte Techniken wie jeder mühelos sein Idealgewicht halten kann.

„How not to diet“ ist ein Mammutwerk mit 751 Seiten über gesunde Ernährung, die dazu beiträgt, nicht übergewichtig zu werden. Gefühlt kommen in dem Buch auf jede Aussage drei wissenschaftliche Studien, wovon eine gleich widerlegt, eine kritisch hinterfragt und die dritte anerkennend zitiert wird. Die Fülle an Fakten und ihre Einordnung hilft, Lobby-Arbeit von echter Forschung zu unterscheiden.

Doch das ist zugleich die Stärke und die Schwäche des Buches. Auf der einen Seite gibt es allen Lesern das Rüstzeug an die Hand, sich zukünftig alleine im Dschungel der Ernährungsempfehlungen zu orientieren. Das ist großartig. Aber ob es dafür wirklich ein Bootcamp von fast 800 Seiten gebraucht hätte?

So lässt mich der Ratgeber etwas ratlos zurück. Weniger Fleisch, mehr Gemüse und nach Möglichkeit keine industriell verarbeiteten Lebensmittel – das war mir auch schon vorher bekannt. Jetzt weiß ich bis uns kleinste Detail, warum diese Empfehlungen richtig sind. Auch schön.

Ich hätte das Buch recht bald wieder zur Seite gelegt, wenn der Autor nicht immer wieder wunderbare Wissensperlen eingestreut hätte. Zum Beispiel weiß ich jetzt, dass es den „Dessert-Magen“ wirklich gibt!

Süßes geht immer: das Phänomen des Dessert-Magens

Nachtisch gefällig? Diese Frage wird von erstaunlich vielen Menschen enthusiastisch bejaht, selbst wenn sie vorher Suppe, Salat, Schweinebraten, Knödel und viel Sauce verputzt haben. Wie kann das sein?

Schuld sind unsere Vorfahren. In der Steinzeit waren reife Früchte eine der wenigen Quellen für Süßes und damit eine gute, aber seltene Möglichkeit, den Energiespeicher zu füllen. Wenn wir damals an einem Strauch mit reifen Beeren vorbeikamen, haben wir den leer gegessen – selbst dann, wenn wir vorher ein halbes Mammut verspeist hatten. Das half beim Überleben. Die Mammuts sind ausgestorben, unser Reflex, Süßes immer gleich zu essen, ist geblieben.

Solche Wissenschaftsgeschichten machen den Ratgeber dann doch zu einem Lesevergnügen – aber eben auch zu einem Buch, das ich nicht komplett gelesen habe!

Angaben zum Buch:

Michael Greger

How not to diet
Gesund abnehmen und dauerhaft schlank bleiben dank neuester wissenschaftlich bewiesener Erkenntnisse

Lübbe life

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