Lebensraum Wiese – Sachbuch-Tipp

Buch von Jan Haft: "Die Wiese" fotografiert in einer Wiese mit verblühten Mohnblumen

Wenn man eine Wiese mit den Augen von Jan Haft betrachtet, gleicht sie einem Miniaturdschungel. Ein Universum mit einer Vielzahl an Gräsern und Kräutern, Insekten und Bodenlebewesen und kleinen Säugetieren. Darüber am Himmel kreist der Mäusebussard. Doch solche Wiesen sind selten geworden.

Mir war zwar bewusst, dass eine Wiese den Menschen braucht. Ohne Mahd verbuscht sie und wird zu Wald. Aber warum das so ist, was große, längst ausgestorbene Tiere damit zu tun haben und warum Dünger zu einem Verlust von Artenreichtum führt, das habe ich erst mit dem Buch so richtig verstanden.

Was wir heute kennen, sind Rasenflächen mit Gänseblümchen, Kuhweiden voller Löwenzahn oder Blühstreifen am Feldrand. Warum all das ein netter Anblick, aber kein Ersatz für eine artenreiche Wiese ist, erklärt Jan Haft mit Nachdruck und Begeisterung. Tief in ihm drin steckt immer noch der kleine Junge, der über die Wiesen am Haus gestreift ist und Tiere beobachtet hat. Diese Leidenschaft lebt er mittlerweile als Naturfilmer aus.

Schade nur, dass Jan Haft als Autor eine stilistische Eigenheit hat, die mich als Leserin auf die Palme bringt. Die häufigen Formulierungen wie „Sie haben ja bereits erfahren, dass …“ und „Wie wir später noch sehen werden…“ deute ich entweder als Misstrauen an meine Fähigkeit, konzentriert zu lesen. Oder als mangelndes Selbstvertrauen des Autors, der selbst nicht glauben kann, dass ich sein Buch aufmerksam lese. Habe ich aber – und viel dabei gelernt!


Weitere Infos zum Buch:

Jan Haft
Die Wiese

Lockruf in eine geheimnisvolle Welt

Penguin Taschenbuch

Ausführliche Rezension mit vielen Beispielen aus dem Buch auf dem Blog Elementares Lesen.


Noch mehr Buch-Tipps: Naturbücher auf meinem Blog.

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