Mit Ilija Trojanow auf Reisen – egal wohin

Ilija Trojanow - Gebrauchsanweisung fürs Reisen. Aber der hässliche Spiegel-Bestseller Aufkleber muss erst mal runter vom Buch.

Was bringt mir das Reisen in Gedanken und auf den Buchseiten? Mir jede Menge. Ich war ein wenig skeptisch, ob mir Aufenthalte in fremden Ländern via Buch zu Pandemie-Zeiten gut tun.

Der Frühjahrsurlaub fiel für mich aus, die nahe Grenze zu Frankreich ist noch immer geschlossen.

Erinnern mich Berichte von fremden Ländern dann nicht zu sehr an das, was fehlt? An das Nicht-reisen-können, an das zuhause-bleiben-sollen? Macht ein Buch, das von der Lust am Reisen handelt, nicht depressiv in diesen seltsamen Tagen?

Mitnichten. Im Gegenteil. Es tut mir gut. Zum Glück ist mein Gemüt in der Lage, auch in diesen Tagen Bücher als ganz eigene Welt zu betrachten. Losgelöst von allem, was an Alltag erinnert. Oder an Realität. Bücher sind Fluchtlektüre. Schon immer gewesen. Und wenn alles gut läuft – so wie bei diesen Reisereportagen und Miniaturen, kehre ich bereichert und gestärkt zurück.

Mit Ilija Trojanow durch die Welt zu bummeln macht mir immer Spaß. Egal, ob es um die Reiselust an sich geht wie in seiner liebenswerten „Gebrauchsanweisung für das Reisen“. Oder ob er ein Land gründlich erkundet, wie in „An den inneren Ufern Indiens“. Oder auch, wenn das Reisen nur nebenbei erwähnt wird wie in „Meine Olympiade“. Sogar wenn Reisereportagen aus verschiedenen Zeiten zusammengefasst werden wie in „Der entfesselte Globus“ bleibt mein Fazit: Ich bin einfach gerne mit ihm unterwegs. So gerne, dass ich als nächstes einen Roman von ihm lesen werde. „Der Weltensammler“ liegt schon auf meinem Nachttisch bereit.

Infos zum Buch:

Ilija Trojanow

Gebrauchsanweisung füs Reisen

Piper Verlag

(aber dieser hässliche Spiegel-Bestseller-Autor-Aufkleber hätte auf dem Buch wirklich nicht sein müssen. Der musste erst mal abgeknippelt werden. Das geht alles von meiner Lesezeit ab, menno!)

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