Autobiografie, Holocaust-Gedenken und Gegenwartskritik: Kanakenkind von Luigi Toscano

Buch Toscano Kanakenkind

„Ihr wollt es nicht sehen. Ich zeige es euch trotzdem.“ Auch wenn Luigi Toscano diesen Satz auf seine Wanderausstellung „Gegen das Vergessen“ bezieht, könnte er doch das Motto für sein Buch „Kanakenkind“ sein. Darin spricht er aus, was viele nicht hören möchten: wie es ist, als ältestes von sieben Kindern in einer italienischen „Gastarbeiterfamilie“ aufzuwachsen. Armut, Prügel, überforderte, trinkende Eltern, fehlende Bildungschancen, Sonderschule – an seine spätere Karriere als Fotokünstler glaubte damals niemand. Er auch nicht. Erst die Unterbringung im Heim brachte etwas Stabilität in…

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Wie wird aus einem Ein-Raum-Museum ein lebendiger Ort? Das Literaturmuseum Augusta Bender in Schefflenz macht es vor

Damit ein Museum ein lebendiger Ort ist, braucht es Ideen. Das gilt für alle Museen der Welt. Aber für eines, das sich in Schefflenz, einem kleinen Dorf mit knapp 4000 Einwohnern im Odenwald, befindet, um so mehr. Wenn das Hauptthema des Museums dann noch Augusta Bender ist, eine Schriftstellerin, von der kaum jemand etwas gehört hat, erst recht. Das Literaturmuseum Augusta Bender ist so ein lebendiger Ort. Wie konnte das gelingen? Es erzählt das Leben der Augusta Bender packend nach und bietet dabei viele Anknüpfungspunkte.…

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Demokratie beginnt vor Ort: Gute Politik – was wir dafür brauchen.

Ich habe lange gezögert, ob ich das Buch „Gute Politik. Was wir dafür brauchen.“ von Peter Kurz wirklich lesen möchte. Meine Befürchtung war, dass es zu theoretisch sein könnte und eher für Verwaltungsfachleute geschrieben wurde. Doch der Ex-Oberbürgermeister meiner Heimatstadt Mannheim richtet sich einfach an alle engagierten Bürger*innen. An Menschen, für die ihre Stadt mehr ist als der Ort, an dem sie arbeiten, einkaufen und schlafen. Vor allem schreibt er für Menschen, die eine Ahnung haben, dass die Orte, an denen wir uns im Alltag…

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Öffentliche Bücherschränke: Buchparadies oder Altpapier-Sammelstelle?

Sie dienen der Demokratisierung des Lesens und versprechen kostenlosen Lesestoff für alle. Doch öffentliche Bücherschränke haben ihre Tücken: Altpapier stapelt sich, manche Bestseller altern schlecht und ohne soziale Kontrolle und Ehrenamt geht gar nichts. Warum eine der schönsten Idee der Buchwelt regelmäßig an der Realität scheitert – und trotzdem funktioniert: Mein ehrlicher Blick hinter die Kulissen des Büchertauschs plus Tipps, was es braucht, damit ein öffentlicher Bücherschrank ein lebendiger Ort des Austauschs wird! Size matters Die besten Bücherschränke sind entweder sehr klein (Modell My little…

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Absurd, charmant, ironisch: Die Kartenmacherin

Wenn eine Kleinstadt immer größer wird, was braucht sie dann? Mehr Infrastruktur! Ein Kongresszentrum, ein Parkhaus und und und … Als die Eilenburger ihren zweiten Südbahnhof eröffnen, merken sie, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes keinen Plan haben. Nach langer Sitzung und vielen Gutachten fasst der Stadtrat einen Beschluss. Eine Kartographin soll es richten und erst einmal ermitteln, was es in der Stadt schon alles gibt. Als auf ihrer Karte ein See erscheint, eröffnet ein Bootsbauer ein Geschäft. Die ersten Touristen kommen zu Besuch,…

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Künstlerinnen in New York

Eine Autorin begleiten, wie sie Kunst von Frauen in New York entdeckt. Skulpturen, Ausstellungen, Bilder die eines gemeinsam haben: Ich kann sie nicht dort erleben, wo Stephanie Hanel sie erlebt hat. Was sie sah, werde ich so nie zu sehen bekommen. Warum fand ich dann die Lektüre so faszinierend, wohltuend und bereichernd? Wer mir auf Instagram folgt weiß, dass Museen mein zweites Wohnzimmer sind. Das begann in meinen Teenie-Jahren und zieht sich bis heute durch. Warum das so ist, habe ich immer noch nicht wirklich…

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Mein Recht auf Stadt: Platz nehmen gegen eine Architektur der Verachtung

Dass mich dieses Buch überfordern wird, hatte ich eingeplant. Architektur, Stadtplanung und Soziologie sind Fachrichtungen. Ich bin nicht vom Fach. Aber ich lebe in einer Stadt und ich frage mich schon länger, warum ich manche Viertel als lebendig und lebenswert erfahre – und andere nicht. Das ich mir damit schon Gedanken über „Mein Recht auf Stadt“ mache, wusste ich nicht. Beim Lesen galt es, zwischen all der Fachsprache und den flammenden Plädoyers gegen Konzepte, die ich nicht kannte, Anknüpfungspunkte an meine Erfahrungen zu finden. Warum…

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Ein Buch ohne Fehler gibt es nicht? 55 Buchmakel

Mein Exemplar von „Buchmakel“ ist makellos. Dabei gibt es, wie ich jetzt nach der Lektüre weiß, unendliche viele Möglichkeiten für Herstellungsfehler in der Buchproduktion. Sei es beim Satz (Löchriger Satz, Bleiwüste, Augenpulver), bei der Druckvorstufe (Moiré, Punktzuwachs), beim Umgang mit Papier (Wolkigkeit, Tellerbildung), beim Druck (Durchscheinen, Passerungenauigkeit, Abliegen) oder beim letzten Arbeitsschritt, der Bindung (Rückenbruch, Schnabeln). All diese Begriffe werden in „Buchmakel. 55 typische Fehler in der Buchproduktion und wie man sie vermeidet“ von Monika Wintjes wunderbar leichtfüßig und doch auf den Punkt erklärt. Geballtes…

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