Beruf: Sherpa für Gamer. 88 Namen von Matt Ruff

Matt Ruff 88 Namen

Ich könnte selbst so einen Sherpa wie John Chu gebrauchen. Allerdings müsste er mir nicht durch Boss-Level helfen, sondern mir erst einmal die Steuerung aktueller Spiele erklären.

Ich mochte und mag Games wie das ruhige Taucherspiel »Endless Ocean« und die endlosen Murmelbahnen von »Kororinpa» für die WII, habe aber auch schon viele Spiele gleich am Anfang abgebrochen, weil ich gar nicht wusste, was ich tun soll.

Für John Chu wäre das leicht verdientes Geld und die Gefahr, dass er mich für Kim Jong-un hält, ist gering. Ich bevorzuge es, im Internet mit Realnamen unterwegs zu sein.

Womit die Eckpfeiler des Cyber-Punk-Gamer-Spaß genannt wären. Matt Ruff liefert mit »88 Namen« eine gute Show. Hätte er nicht den Status des Kultautors, hätte ich das Buch mit einem amüsierten Lächeln zur Seite gelegt. Doch so fehlte mir was. Aber was?

Sicherlich hätte dem Buch etwas weniger Gamer-Fäkal-Humor gut getan. Aber wirklich tragisch fand ich die Episoden nicht, denn es gibt noch genug anderes zu lachen. Die Action-Szenen, die in den Games stattfanden, hätten straffer erzählt sein können. Aber auch das führte bei mir nicht zum Abbruch. Wahrscheinlich hätte mich der Roman mit weniger Personal und besserer Verzahnung von online und offline mehr gepackt.

Im Gedächtnis bleiben wird mir die coolste Mutterfigur aller Zeiten. Für Mama Chu, die Spezialagentin in einem Cyber-Kommando der US Army ist und elementar zur Lösung des verzwickten Falls beiträgt, werde ich Matt Ruff ewig dankbar sein. Doch sie hat es noch nicht mal auf den Klappentext des Buches geschafft …


Infos zum Buch:

Matt Ruff

88 Namen

Lässig und treffsicher übersetzt von Alexandra Jordan

Fischer Tor Verlag


Schon alles von Matt Ruff ausgelesen? Lust auf Science Fiction? Wie wäre es hiermit:

2 Kommentare

  1. Ich war positiv überrascht darüber, dass jemand mit wenig Gamer-Erfahrung, so wie ich, sowohl an der Spielehistorie, als auch an zahlreichen Reminiszenzen an die Popkultur im Allgemeinen und der Gamer-Szene im Besonderen Spaß haben konnte. Mama Chu fand ich auch klasse. Was mir an dem Roman nicht gefiel, war die großartig angesetzte, dann aber doch in den gängigen Mustern ablaufende Thrillerhandlung mit banalem Ende. Insgesamt hatte ich trotzdem meinen Spaß mit dem Buch. Liebe Grüße, Eva

    • Ja, genau das ist auch mein Leseeindruck. Das Buch hat Witz und starke Ideen, aber insgesamt bleibt das Gefühl, dass da noch mehr gegangen wäre.

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