Aus unseren Feuern – so schmerzhaft wahr, dass ich froh war, ein Mädchen zu sein
Was für ein wilder Ritt und doch so nah am Leben! Das waren meine Gedanken, als ich etwas atem- und fassungslos Domenico Müllensiefens Debütroman „Aus unseren Feuern“ zur Seite legte. Wir begleiten Heiko, Thomas und Karsten beim Erwachsenwerden in der Nachwendezeit in Leipzig. Der eine soll den Schlachthof der Eltern übernehmen und hat nach dem Konkurs nichts außer das Gefühl, verarscht worden zu sein. Der andere wird Sprengmeister und wandert wie erhofft in die USA aus, um dort zwar Erfolg, jedoch nicht das Glück zu finden. Der dritte macht eine Ausbildung, denn irgendjemand muss ja im Osten bleiben, lernt dabei saufen und hofft auf Sex, sucht aber eigentlich Liebe. Einer von ihnen endet als Leiche und einer wird versuchen, alles doch noch zu einem ordentlichen, würdevollen Ende zu führen – als Bestatter, aber vor allem als Freund. Atemlos fühlte ich mich beim Lesen, weil der Roman extreme Schnitte, ein irres Erzähltempo, harte Alltagsszenen und unerwartete…












