Am Meerschwein übt das Kind den Tod: der Nachrough auf Nortrud Gomringer
Am Meerschwein übt das Kind den Tod – allein dieser Satz lässt schon aufhorchen. Die meisten Mütter würden bei der Anschaffung eines Haustiers daran denken, dass füttern und saubermachen das Verantwortungsbewusstsein schult. Nora Gomringers Mutter Nortrud hingegen sah es auch als gute Gelegenheit, sich schon mal an die Sterblichkeit zu gewöhnen. Vor allem: Sie sprach es aus. So sind wir bereits mit dem Buchtitel mittendrin in einer Familie, die sehr eigen war. Doch erst gegen Ende des Buches fällt das Wort dysfunktional – und dann auch nur ein einziges Mal. Dafür bewundere ich Nora Gomringer: Die Herzenswärme, mit der sie auf das Leben ihrer Mutter und die Ehe ihrer Eltern blickt. Der nur „punktuell monogame“ Vater, die Mutter, die zurücksteckt und sich zurückzieht – all das hätte man auch ganz anders erzählen können. Hat sie aber nicht – und darin liegt für mich eine besondere Größe. Egal, was geschah, sie schreibt darüber schmerzhaft, skurril, lustig,…












