Eintopf: Morgens, mittags und abends

Kochbuch Eintopf oder besser aus einem Topf

Dieses Kochbuch nimmt seine Mission ernst, sehr ernst: Eintopf zum Frühstück, zum Mittagessen und natürlich auch zum Abendessen. Heiß, lauwarm oder kalt; für den Esstisch und zum Mitnehmen. Suppen und Eintöpfe, aber auch backen, dämpfen und räuchern in einem Topf. Wenn ich also hier in der Überschrift von Eintopf rede, wird das dem Buch nicht wirklich gerecht. Alle Gerichte können zwar tatsächlich mit nur einem Topf zubereitet werden, aber nicht alles, was aus einem Topf kommt, ist deswegen auch ein Eintopf. Wer auch immer für den Abwasch zuständig ist – er wird sich freuen, wenn aus diesem Buch gekocht wird! Die Rezepte reichen von bodenständig und traditionell bis exotisch und überraschend. Gerade bei den ausgefalleneren Rezepten fand ich die Getränketipps sehr hilfreich. Zu jedem Rezept gibt es Variationen und Alternativen zur Würzung. Beherzt salzen und pfeffern – in diese Formulierung habe ich mich verliebt. Wann passiert einem Kochbuchleser das schon mal, das er einen Satz aus der Kochanleitung ins Herz schließt? Was ich unbedingt ausprobieren möchte ist Bulgur mit Spargel und Zitronenverbene. Schwetzinger Spargel frisch vom…

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2100 Watt und seidig glänzendes Haar: Text sells

Text sells - Txte die wirken. Fachbuch

2100 Watt  versus geschmeidiges, seidiges, glänzendes, gesundes Haar: mit welcher Kernaussage kann man einen Föhn besser an Frauen verkaufen? Nicht nur mit solchen Fragen beschäftigt sich das Buch „Text sells – wie Sie Texte schreiben, die wirken“. Auch die Besonderheiten der Sprache Udo Lindenbergs werden gewürdigt und Praxisbeispiele in Form von Originaltext – Textkritik – überarbeiteter Text kommen auch nicht zu kurz. Die Ausgangsfrage musste sich Philips stellen. Was möchten Frauen mit einem Föhn erreichen? Etwas für ihre Schönheit tun? In angemessener Zeit Haare trocknen und stylen ist die treffendere Antwort. Wer seine Kunden und ihre Lebenswelt kennt weiß das und kann die besseren, da erfolgreicheren Texten schreiben. 2100 Watt ist eine handfeste Tatsache, die prägnant die Leistungsstärke des Haartrockners berschreibt. Mit diesem Slogan wurde der Föhn deutlich besser verkauft. Natürlich braucht man, um solches herauszufinden, mindestens ein multinationales Team und eine Datenbank, die alle Elemente der Corporate Language erfasst – Textbausteine, Slogans, Bilder, Farben, einfach alles, was eine Marke ausmacht. Oder doch nicht? Dieses Knowhow ist für jeden interessant, der mit Texten überzeugen möchte…

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Nun habe ich einen Blog – was mache ich jetzt damit? Blog Boosting!

Robert Weller und Michael Firnkes, Autoren der Neuauflage von „Blog Boosting“, haben eine ganz einfache Antwort auf diese Frage: Geld verdienen, was sonst? Ein Blog ist ein nützliches Instrument, um Einnahmen zu generieren. Entweder auf ganz direkte Art durch Werbung oder indirekt, indem der Blog dazu genutzt wird, Aufträge zu bekommen oder Produkte zu verkaufen. Das ist für mich auch der Hauptunterschied zur ersten Auflage von „Blog Boosting“. Ein Blog ist nun keine Spielwiese mehr, sondern ein Business. Für mich als Buch-Bloggerin wird es an dem Punkt schwierig – doch dazu später mehr. Bevor Geld verdient werden kann, gilt es, sich Reichweite zu erarbeiten. Mindestens 100 Besucher am Tag ist das Ziel, denn dann kann man nach Aussage der Autoren mit einem gut positionierten Nischenblog bereits Umsatz machen. Content, Technik, Vernetzung und SEO sind das Werkzeug, der Rest ist harte, tägliche Arbeit und Übung. „Blog Boosting“ vermittelt das dafür notwendige Knowhow und erzählt ausführlich über geglückte Strategien der Autoren und über Erkenntnisgewinn durch Misserfolge. Das ist für mich auch die Stärke des Buches: sehr, sehr…

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Epigenetik – da sieht mein Schulwissen alt aus

Epigenetik - Sachbuch Rezension

Das, was ich in der Schule über die DNA und Vererbung gelernt habe, stimmt nicht mehr. Es ist aber auch nicht richtig falsch. Das Wunder des Lebens ist schlicht und einfacher wesentlich komplexer und flexibler als uns das damals beigebracht wurde. So ließ mich das Buch „Epigenetik. Wie unsere Erfahrungen vererbt werden“ vor allen Dingen mit einer Frage zurück: Was von all dem Schulwissen, das ich mir in den Jahren von 1974 bis 1987 angeeignet habe, stimmt noch und was ist überaltert? Cholesterin aus Eiern ist nicht ungesund, die DDR gibt es nicht mehr, die DNA ist nicht Alleinherrscherin über meinen Phänotyp und Mutationen sind nicht der einzige Weg, auf dem Veränderungen im Leben erscheinen können. Das ist mehr als faszinierend. Auch dieses Buch von Bernhard Kegel ist wieder gut zu lesen – vorausgesetzt, man muss es nicht mitten im Kapitel zur Seite legen, weil die Eltern anrufen, deren Gene vielleicht gar nicht so viel Bedeutung für mich haben. Was mein Großvater in einer bestimmten Lebensphase gegessen hat, könnte genauso wichtig gewesen sein. Viel gelernt, viel…

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Neophyten – unternehmungslustige Pflanzen erobern die Welt

Neophyten Sachbuch

“Wandernde Pflanzen – Neophyten, die stillen Eroberer” von Wolf-Dieter Storl hat mich gleich auf den ersten Seiten fasziniert. Neophyten, das sind, vereinfacht gesagt, Pflanzen, die eigentlich nicht hier her gehören. So wie der Riesenbärenklau, die kanadsiche Goldrute und das indische Springkraut. Als agressiv und gemeingefährlich gelten sie. Mindestens unter Beobachtung stellen muss man diese Pflanzen, noch besser bekämpfen und ausrotten. Oder? Wolf Dieter Storl, Weltreisender und Ethnobotaniker, lässt sein Buch in Südafrika beginnen. Mit zwei sehr sympathischen Biologen erkundet er die Umgebung der Hauptstadt. Dort findet er lauter alte Bekannte aus allen Teilen der Welt, auch aus Europa: den Portulak, die Akazie, das Wandelröschen, die Seekiefer … Mit Erstaunen hört er die Biologen voller Enthusiasmus und mit Herzblut davon reden, dass all das ausgerottet werden müsse. Weil es nicht nach Südafrika gehöre. Weil es agressiv sei. Weil es die einheimischen Pflanzen verdrängen würde. Zugegeben: ein Buch so beginnen zu lassen hat etwas von einem erzählerischen Taschenspieler-Trick. Macht nichts. Storl ist ein begnadeter Erzähler, der sein Handwerk versteht. Und ich lasse mich immer wieder gerne von…

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Weihnachten und der Fliegenpilz. Vielleicht eine wahre Geschichte.

Weihnachten Schamane Fliegenpilz Sachbuch

Eigentlich ist der Weihnachtsmann ein Fliegenpilz. Rote Jacke und die Schneeflocken als weiße Punkte – eindeutig ein Fliegenpilz. Oder? Fliegenpilze wiederum sind eng mit den Schamanen verbunden. Also ist Weihnachten ein altes heidnisches Fest. Eindeutig. „Abgründige Weihnachten – Die wahre Geschichte eines ganz und gar unheiligen Festes“ von Christian Rätsch wirkt ein wenig, als hätte das Buch eigentlich viel länger sein sollen. Manche der logischen Herführungen muten arg verkürzt an und es wäre ein leichtes, sich in dieser Rezension über diese Lücken auszulassen. Mache ich aber nicht, denn ich schätze das kreuz und quer denken von Christian Rätsch sehr. Wahrscheinlich sind die logischen Verkürzungen hauptsächlich der Art und Weise geschuldet, wie heute Bücher entstehen. Der Weihnachtsbaum als Ygdrasil, die Weltenesche, ist ein durch und durch schamanischer Baum. Die Kerzen beschwören die Rückkehr der Sonne. Der Duft aus dem Räuchermännchen segnet und weiht den Baum. Äpfel, Nüsse und Lebkuchen sind Opfergaben und Fruchtbarkeitssymbole. Hinter der Maske des Weihnachtsmann schaut Wotan hervor. Die wilde Jagd in den Rauhnächten war ursprünglich segensreich, nicht furchteinflößend, und brachte Geschenke mit – genau wie…

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Somatische Intelligenz: Mein Körper weiß, warum ich keine Tomaten mag

Somatische Intelligenz - Sachbuch Rezension

Ich mag keine Tomaten. Schon immer*. Wobei die pauschale Aussage, dass ich keine Tomaten mag, so nicht richtig ist. Tomatensuppe und Tomatensauce, die lange gekocht wurde, mag ich. Doch je roher die Tomate desto größer meine Abneigung. Thomas Frankenbach rät mir mit seinem Buch „Somatische Intelligenz“ dazu, das zu akzeptieren. Tomaten enthalten fantastische Nährstoffe und sind gesund – aber eben nicht für jeden. Wie alle Pflanzen enthalten Tomaten auch Stoffe, mit denen sie sich vor Fraßfeinden und Pilzkrankheiten schützen. Diese Inhaltsstoffe werden von Menschen vor allen Dingen roh unterschiedlich gut vertragen. Mir wird von Tomate schlecht. Abscheu vor Tomaten – bei mir ein Warnsignal Abscheu ist also nichts, was man überwinden soll. Viel klüger ist es, auf dieses Körpersignal zu hören und seiner somatischen Intelligenz zu vertrauen. Doch häufig geht das zarte Stimmchen der somatischen Intelligenz im Alltagstrubel unter oder kann sich gegen lautstark geäußerte Ernährungsweisheiten nicht durchsetzen. Rohkost, Vollkorn, selbst das berühmte „mindestens ein Apfel am Tag“: das kann, muss aber nicht gesund sein – zumindest nicht für jeden. Widerwillen vor eine Speise ist…

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Meine Mikroben und ich – ein Holobiont

Die Herrscher der Welt: Mikroben - Sachbuch

Holobiont. Wichtiges Wort. Vor der Lektüre von Bernhard Kegels neuem Buch „Die Herrscher der Welt. Wie Mikroben unser Leben bestimmen.“ kannte ich das Wort Holobiont (Definition folgt am Ende der Buch-Rezension) noch nicht. Jetzt werde ich es sicherlich nicht mehr vergessen. Holobiont – ich bin viele und nur miteinander können wir überleben. Was wäre ich ohne meine Darm-Mikroben? Unterernährt ist eine durchaus zutreffende Antwort, denn die Mikroben spalten für sich und für mich Nahrungsmittel auf. Ich könnte diese speziellen Nährstoffe sonst nur schlecht verwerten. Und was wären meine Darm-Mikroben ohne mich? Auf jeden Fall heimatlos und hektisch darum bemüht, irgendwo anders für sich diese Nährstoffe zu finden, die es in meinen Eingeweiden im Überfluss gibt. Wir profitieren voneinander – zumindest so lange, wie sich alles im Gleichgewicht befindet. So viel sei schon mal verraten: weder einseitige Ernährung noch Antibiotika fördern das Gleichgewicht. Er fragte sie (die Forscher), was sie selbst in ihrem Leben verändert hätten, seitdem sie an diesen Themen arbeiteten. Ihre Antwort: Zurückhaltung mit Antibiotika, besonders bei den Kindern, daheim keine übertriebene Sauberkeit und die…

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Ich mach was mit Kreativität – Psychologie für Designer

Mit „Kreativität aushalten – Psychologie für Designer“ ist Frank Berzbach ein sehr kompaktes Handbuch gelungen, das den kompletten Arbeitsalltag einer Werbeagentur oder eines Freelancers abdeckt. Welche Rahmenbedingungen braucht Kreativität? Wie funktioniert die Kommunikation mit den Kollegen am besten und wie die mit den Kunden? Wie organisiere ich mich selbst? Auf all diese Fragen gibt Frank Berzbach kurze, prägnante Antworten und ergänzt diese mit Denkanstößen. Mit dieser Kombination erhält er dem Leser die Freiheit, seinen ganz persönlichen Weg zu kreativen Höchstleistungen zu gestalten, ohne dabei über die Steine zu stolpern, die schon seine Kollegen und Vorgänger zum Straucheln brachten. „Kreativität aushalten – Psychologie für Designer“ ist ein Mentor in Buchform, der den jungen Kollegen an die Hand nimmt und den erfahrenen Kollegen an die Basics erinnert, die er im Arbeitsalltag vielleicht schon wieder aus den Augen verloren hat. Ja, aber – das ist doch gar nicht meine Welt Ich bin Quereinsteigerin. Was will ich also mit diesem Buch, das sich so ganz und gar auf die Werbebranche bezieht? Das Buch bietet mir die Möglichkeit, die ganz normalen…

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Mach es Dir nicht zu bequem: Sitzen gefährdet die Gesundheit

Sitzen gefährdet die Gesundheit - Sachbuch

Sitzen gefährdet ihre Gesundheit! Da zuckt doch gleich das schlechte Gewissen – aber nein, der nächste Satz lautet nicht: treibt mehr Sport. Ganz im Gegenteil. Sport bezeichnet die Autorin Joan Vernikos zwar als recht nützlich, aber nur, wenn die Basis stimmt. Die Basis, das sind für sie alltägliche Bewegungen wie aufstehen, in die Hocke gehen, sich strecken, um in das oberste Regal zu kommen sowie Bauchmuskeln und Arme einsetzen, um den Wäschekorb zu tragen. Bewegungsabläufe, die wir uns immer häufiger ersparen. Wir bleiben lieber sitzen. Joan Vernikos ist angetreten, diese Basis an alltäglichen Bewegungen zu fördern und bringt als Verstärkung die NASA mit. Weil Joan Vernikos aus der Weltraumforschung kommt und Astronauten betreut hat, findet sie für ihre Aussagen zum Teil sehr erstaunliche wissenschaftliche Herleitungen. Die Schwerkraft mache den Unterschied: für die menschliche Gesundheit sind die Bewegungen am wichtigsten, die der Schwerkraft entgegenwirken und die Muskelgruppe der Stabilisatoren trainieren. Noch ein paar Forschungen, Seiten und Statistiken weiter wird es dann klar, dass wir alle mindestens 32 mal am Tag aufstehen müssten. Und nur einmal die Woche müssten wir…

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Die Überschrift – Journalistische Praxis – Kurzbesprechung

Die Überschrift Journalistische Praxis

166 Seiten für 24,99 € – das ließ mich zögern. Wirklich angemessen finde ich den Preis auch nach der Lektüre nicht. Doch die Überschrift ist für mich beim Bloggen immer noch eine Herausforderung und ich habe bisher nicht viel brauchbare Anleitungen und Fachtexte dazu gefunden. Also habe ich mir das Buch dann doch bestellt. Anhand vieler schlechter Beispiele wird vor allen Dingen vermittelt, was beim Überschriften texten alles schief gehen kann – und warum. Das bietet Orientierung. Einen magischen Zaubertrick für die perfekte Überschrift verraten die Autoren natürlich nicht. Es wird zwar auch auf die besonderen Anforderungen an Überschriften für Online-Medien eingegangen – doch besonders ergiebig fand ich das nicht. Überschriften im Sinne von HTML-Title und Meta-Descriptions kommen zum Beispiel gar nicht vor. „Professionelle Webtexte“ von Michael Firnkes liefert da wesentlich mehr Input und Knowhow. Meine Erwartungshaltung an das Buch war sicherlich nicht die passende, gelohnt hat sich die Lektüre für mich trotzdem. Nicht nur, weil die schlechten Beispiele oftmals so herrlich unfreiwillig komisch sind. Oder weil mir die Autoren bestätigt haben, dass die Marotte mancher Wirtschaftsjournalisten ständig…

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Mind Detox – ungesunde Überzeugungen auflösen

Mind Detox: Detox für den Geist. Sachbuch

Nicht neu, aber frisch – das war mein Eindruck von der Mind Detox Methode, die Sandy C. Newbigging in „Detox für den Geist“ vorstellt. Schreibe das Drehbuch Deines Lebens neu: Finde zuerst den Auslöser, die Geschichte in Deiner Vergangenheit, die zu den heutigen ungesunden Überzeugungen geführt hat – und deute sie mit dem, was Du heute weißt, neu. So weit, so bekannt – aber Sandy C. Newbigging hat eine im positiven Sinne unbekümmerte und dabei gleichzeitig schon fast hartnäckig gründliche Art, dem Leser die Mind Detox Methode nahe zu bringen. Da kann man als Leser gar nicht anders – da macht man mit. Genau das ist es, was mich an dem Buch fasziniert hat: die Art und Weise, wie Sandy C. Newbigging den Leser überzeugt, eine offene Haltung einzunehmen und einfach mal auszuprobieren, was passieren würde wenn … und schon ist man mitten im Verwandlungsprozess. Ist der erste Schritt gemacht folgt der Teil des Prozesses, der richtig Arbeit macht. Und weh tun kann. Das verschweigt der Autor nicht, sondern begegnet möglichen Problemen mit gründlicher Methodik. Sollte…

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