Thomas Grüter – Magisches Denken – Rezension

Eines gleich vorneweg: Ich habe das Buch „Magisches Denken – Wie es entsteht und wie es uns beeinflusst“ mit großem Interesse und viel Freude gelesen, weil der Autor und ich einen sehr unterschiedlichen Blick auf die Welt haben. Thomas Grüter hat eine Mission, die er gründlich und gewissenhaft verfolgt: „Auf Dauer werden das magische Denken und die Unvernunft nachlassen müssen, wenn Menschen überleben wollen.“ (S. 286) Die Rettung der Menschheit betrifft auch mich und ich möchte dann doch gerne wissen, warum ich gerettet werden muss und wie das geschehen soll. Was bedeutet Magisches Denken? Die Kennzeichen magischen Denkens leitet er sehr schön ab. Dazu gehören zum Beispiel die Beeinflussung der Außenwelt durch Worte, Rituale oder Gedanken; der Glaube, das die Zukunft vorhersehbar ist und eine Verbindung zwischen Symbol und Wirklichkeit. (S. 32) In den anschließenden Kapiteln sucht er eine psychologische und/oder neurobiologische Erläuterung für das magische Denken. Unser Gehirn sucht ständig nach Erklärungen und Verbindungen…

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Christian Rätsch – Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen – Rezension

Wie schmeckt eigentlich gegrillter Papagei? Die Frage geht mir seit der Lektüre von Christian Rätschs Autobiographie „Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen“ nicht mehr aus dem Kopf. Bevor sich jetzt wütende Veganer auf mich stürzen, möchte ich betonen, dass ich nicht vorhabe, den Papagei in der Nachbarschaft mit Pfeil und Bogen zu erschießen, um ihn am offenen Feuer zu grillen. In „Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen“ beschreibt Christian Rätsch, wie er mit den Lakandonen, bei denen er ein Jahr lebt, auf Papageienjagd geht. Die Aufregung der Jagd und seine Vorfreude auf das leckere Papageienfleisch sind greifbar, regelrecht spürbar. All das Fremde des Lebens mit einem Maya-Volk wurde für mich in dieser Passage in einem magischen Lesemoment zusammengefasst. Die zweite Schlüsselszene verbindet für mich die fast nicht mehr greifbare europäische magische Tradition mit der, zumindestens damals noch, lebendigen, magischen Maya-Tradition.Ein Lakandone, der sich den Fuß verknackst hat, fragt Rätsch, ob er…

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Georg Schweisfurth – Bewusst anders – Rezension

In seinen schlechten Momenten ist „Bewusst anders – Erfahrungen eines Öko-Pioniers“ von Georg Schweisfurth ein erweiterter beruflicher Lebenslauf. Da muss der Leser durch. Belohnung für dieses klein bisschen Lese-Ausdauer gibt es reichlich, denn in seinen guten Momenten ist „Bewusst anders – Erfahrungen eines Öko-Pioniers“ inspirierend, bereichernd, motivierend. Und die guten Momente überwiegen! Autobiografien funktionieren für mich dann am besten, wenn ich als Leserin eine persönliche Beziehung zum Autoren aufstellen kann. Über Georg Schweisfurth wusste ich vor meiner Lektüre nichts. Der Familienname Schweisfurth sagte mir etwas, genauso wie die Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Welche Projekte noch alles im Umfeld der Familie Schweisfurth entstanden waren und das Georg Schweisfurth einer der Gründer der Bio-Supermarktkette Basic ist, bei der ich selbst gelegentlich einkaufe, war mir nicht bewusst. Warum habe ich eigentlich zu dem Buch gegriffen? Das lag wohl an dem Titel: „Bewusst anders“ – ein sehr schönes Lebensmotto. Mich hat die Lebensgeschichte von Georg Schweisfurth immer dann besonders fasziniert, wenn er…

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Kurzbesprechung – Die digitale Gesellschaft – und was Goodreads damit zu tun hat

Ich wollte nur mal kurz dieses Buch besprechen Netzpolitik, Bürgerrechte, die Machtfrage und GoodReads „Die digitale Gesellschaft – Netzpolitik, Bürgerrechte und die Machtfrage“ von Markus Beckedahl und Falk Lüke ist eine grundsolide, sehr gut lesbare Zusammenfassung der aktuellen Diskussionen um Internet und Gesellschaft. Urheberrecht, Online-Petitionen, freier Netz-Zugang, Blogs und Online-Journalismus, LKW-Maut und Gesundheitskarte – es gibt so viele Bereiche in Demokratie und Gesellschaft, die durch das Internet und seine Möglichkeiten berührt und verändert werden. Wer sich selbst zutraut, stets auf dem neuesten Stand der Diskussionen zu sein, braucht dieses Buch nicht. Ich habe es gebraucht. Damit wollte ich die Kurzbesprechung eigentlich beenden. Die Meldung, dass Amazon Goodreads kauft, kam mir dazwischen.  Diese Übernahme bedeutet Marktführerschaft auf einem höheren Level; auf einem Level, das in der Vor-Internet-Zeit nicht möglich war. Jahrelang war koffeinhaltige Brause gleichbedeutend mit Cola. Damit konnte ich leben (und werde heute abend eine Afri-Cola trinken, da die Kneipe keine Fritz-Cola hat). Aber dass Amazon jetzt…

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Martin Boroson – One Moment Meditation – Buch-Tipp

Das einzige, was „One Moment Meditation“ von Martin Boroson erschienen im Kamphausen Verlag mit anderen Meditationsbüchern gemeinsam hat, ist, das auch dieses Buch sich nicht von alleine meditiert. Jammern nützt nichts – selbst hinsetzen und üben ist angesagt. Aber damit hören auch schon alle Gemeinsamkeiten auf. Martin Boroson hat eine ganz eigene Meditationstechnik entwickelt, die ich als Achtsamkeitskonzentrat bezeichnen würde. Ob das nun noch echte Meditation ist oder nicht – darüber mögen sich bitte die Gelehrten streiten. Mich interessiert nur, ob es wirkt. Und es wirkt! Eine Minute genügt. Eine Minute ist nicht viel; eine Minute kann jeder erübrigen. Damit hebelt Martin Boroson schon mal eine der Lieblingsausreden aus: „Ich habe keine Zeit“ gilt nicht. Auch den anderen typischen Ausreden rückt er mit Charme, Sturheit und buddhistischer Gelassenheit auf den Leib. In meinem Fall blieb erst einmal nur eine Ausrede übrig: ich hatte keinen Wecker. Um die Basisminute der „One Moment Meditation“ umzusetzen benötigt man zwingend…

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Donna Hay – Simple Dinners. Kochbuch-Tipp

Die meisten Kochbuch- Modewellen sind an mir vorübergegangen. Doch diesmal hat es mich und meine Küche voll erwischt: Donna Hay begeistert mich mit ihrer frischen, schnellen und spannend gewürzten Küche und hat meinen Speiseplan seit einigen Monaten fest im Griff. Vor 25 Jahren gab es in meiner Küche mal eine Paul-Bocuse-Phase. Das alte Heyne-Taschenbuch „Paul Bocuse: Die neue Küche. Die Rezepte des Königs der Köche“ haben wir immer noch. Mittlerweile sieht es richtig übel aus – schuld war eine Küche ohne Dunstabzug. Wirklich alltagstauglich war Bocuse nicht, Susi Piroués „Die echte französische Küche“ war da schon besser zum Nachkochen geeignet. Auf die Haute-Cuisine-Phase folgte die Länderküchen-Phase. Die indische Küche begeisterte uns am meisten. Eine Woche ohne Kardamom, Kurkuma und Curry ist eine schlechte Woche. Während dann Starköche in Mode kamen griffen wir zu den Standard-Werken. „Kochen, die große Schule“ aus dem Zabert-Sandmann Verlag und die beiden großen Teubner-Handbücher „Küchenpraxis“ und „Kochschule“ waren in der Phase unsere Lieblingskochbücher. Seit…

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Günter Faltin – Kopf schlägt Kapital – Rezension

„Kopf schlägt Kapital“ motiviert mich sofort loszulegen und mein eigenes Handelsprojekt zu starten – das kann der Autor Günter Faltin richtig, richtig gut.Einen Ratgeber in Buchform zu verfassen, kann er allerdings nicht so gut. Eine Aneinanderreihung von Kurzvorträgen ergibt leider kein schlüssiges Buchkonzept. So ist redundant noch ein nette Umschreibung. Oder ist es Absicht, weil der Autor davon ausgeht, dass angehende Manager nicht die Zeit haben, ein Buch komplett zu lesen? Für alle eiligen und oder unwilligen Leser mag es eine gute Nachricht sein, dass bei „Kopf schlägt Kapital“ drei beliebige Kapitel genügen, um die Kernaussagen zu erfassen. Ich fand die Wiederholungen und die Beschränkung auf die Kernaussage „Unternehmensgründung aus Komponenten lässt Raum für die richtig gute Idee und allein die ist entscheidend“ ermüdend. Warum habe ich den Ratgeber zur Unternehmensgründung dann doch ganz gelesen? Weil Günter Faltin hervorragend motivieren kann. Frisch, direkt und schwungvoll lenkt er den Blick weg von den Problemen hin zu den Möglichkeiten. Weg von „In Buchhaltung bin ich…

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Wie Erwachsene entdecken können, wie Kinder die Welt entdecken – Weltwissen der Siebenjährigen – Rezension

„Wie Kinder die Welt entdecken können“ – so lautet der Untertitel von Donata Elschenbroichs Buch „Weltwissen der Siebenjährigen“. Mir ging es bei der Lektüre vor vielen Jahren jedoch darum, wie ich als Erwachsene die Sicht der Kinder auf die Welt entdecken könnte. Und da hat mir dieses Buch wirklich die Augen geöffnet … Doch der Reihe nach. Damals wollte ich mal wieder etwas ganz genau wissen. Wie sehen Kinder die Kinderbuchabteilung, in der ich arbeite? Wie sehen sie die Bücher? Was interessiert sie? Und warum? Wie treffen sie ihre (Kauf)Entscheidungen? Und wie kann ich als Buchhändlerin ein Kind beraten? Auslöser war damals, dass ein paar mal zu oft ein Beratungsgespräch damit endete, dass das Kind die Klappentexte las und dann nach dem Cover auswählte … das ging gegen meine Berufs-Ehre. „Weltwissen der Siebenjährigen“ war für mich eines der wichtigsten Bücher – vorsicht, Pathos – es hat meinen Blick auf meine Kinderbuchabteilung geändert. Donata Elschenbroich hat es…

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Permakultur für alle – Das Gartenbuch, das dazu führte, dass ich keine Gartenbücher mehr kaufe

Das Buch „Permakultur für alle“von Sepp und Margit Brunner kam 2007 zu mir.2007 hatte ich den Garten, den ich nie gesucht habe und der mich gefunden hat, seit 5 Jahren. So vieles war dort schon geschehen – Bäume gefällt, Beete verändert, Terrasse gebaut. Vieles hatte ich schon gelernt, vor allen Dingen Gärtner-Demut und Gärtner-Fachwissen.Meine Bibliothek an Gartenbücher war schon recht umfangreich, aber noch ein Buch mehr kann nicht schaden, oder?Als Naturgarten-Fan wollte ich mehr über Permakultur wissen, auch wenn die Hauptzielrichtung der Permakultur der Nutzgarten ist. An einem Nutzgarten war und bin ich nicht interessiert, denn dazu muss der Gärtner mit viel größerer Regelmäßigkeit, als ich sie aufbringen kann, sich um seinen Garten kümmern. Wenn wir etwas ernten können, freuen wir uns und wenn nicht – nun, Mangold ist auch eine wunderschöne Zierpflanze. Und die Vögel brauchen die Kirschen dringender als wir. Aber was für den Gemüseanbau gilt, gilt auch für Stauden. Permakultur bedeutet, mit…

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Adopt a Blogger zu Gast im Krimigarten

„Ist das etwa Giersch???“ Ein Garten kann ein Krimi sein Davon ist Simone Ehrhardt, Krimi-Autorin, Garten-Besitzerin und Betreiberin des Blogs Krimigarten, überzeugt. Dort bin ich zu Gast mit meinem zweiten Beitrag aus „Adopt a Blogger“. Eigentlich ist es ja der dritte Beitrag – aber Simone hat so schnell und beherzt zugegriffen, dass sie die Folge 2 von Adopt a Blogger „Krickel-Krakel“ überholt hat. Was für einen Eindruck philosophierende, gärtnernde Männer auf mich gemacht haben; warum ich Akeleien liebe, der Autor jedoch nicht; ob man grundsätzliche philosophische Probleme mit dem Prinzip des Nutzgartens haben kann; warum der Mörder eben doch nicht der Gärtner ist oder vielleicht doch und welche logistischen Probleme zu lösen sind, wenn man eine Leiche im Garten verscharren möchte – all das lest ihr hier in meiner Rezension zu „Die Tages des Gärtners“ von Jakob Augstein. Viel Spaß bei der Lektüre wünschen Simone, Penelope Plank und ich! * Wenn durch diesen Beitrag jetzt eine Gartenbuch-Sehnsucht…

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