Die Kräuter in meinem Garten

Die Kräuter in meinem Garten - 800 Seiten Buch aus dem Freya Verlag

Ich gestehe: Die meisten Kräuter in meinem Garten wurden aus kulinarischen Gründen gepflanzt – Salbei, Lorbeer, Thymian.

Manche auch, weil ich statt Vorgarten einen Sandstreifen habe, der sich in der prallen Mittagssonne stark aufheizt.

Hier wuchert Rosmarin, der sich offensichtlich wie zuhause fühlt und froh ist, dass er nicht von wilden Ziegen zurück gebissen wird.

Ich bin mir der Heilwirkung der Kräuter wohl bewusst. Nichts hilft bei mir so gut gegen Wetterfühligkeits-Kopfschmerz wie ein Mädesüß-Tee. Doch die Blüten in meinem Garten überlasse ich lieber den Hummeln und Bienen und hole mir den Tee in der Apotheke.

Ein paar mal habe ich Heilkräuter gesammelt – Lindenblüten zum Beispiel. Wisst ihr, wie klebrig die sind? Das Trocknen wollte nicht so recht klappen und im Endeffekt sind sie dann doch wieder im Garten gelandet, auf dem Kompost. Die einzige Heilpflanze, von der ich immer einen großen Vorrat habe, ist Salbei. Kein Wunder: Wenn ich den nicht zweimal im Jahr kräftig zurückschneide, überwuchert er mir das ganze Kräuterbeet.

Doch so alle paar Jahre denke ich mir: Du solltest mehr mit Kräutern machen als nur Tee und Inhaliersalz.

Die Kräuter in meinem Garten – was für ein Wälzer!

800 Seiten Buch geben mir das sichere Gefühl: Es ist viel mehr möglich. 500 Heilpflanzen, 2000 Anwendungen, 1000 Rezepte. Ich fühle mich ein wenig erschlagen.

Wie nähert man sich einem so umfassenden Standardwerk? In meinem Fall blätternd. Bilder betrachtend. Pflanzen ratend. Ich bin überrascht, wie viele ich kenne.

An denen bleibe ich hängen. Lese. Freue mich, dass neben den informativen Texten und botanischen Fakten auch der Kurzweil seinen Platz findet. Unter »Magisches« wird vom Volksglauben erzählt und alte Geschichten weitergetragen. Ich mag das. In kleinen Infokästen wird auf Hildegard-Medizin, TCM und Homöopathie eingegangen. Ab und an gibt es einen Garten-Tipp. Den meisten Platz nehmen natürlich die Anwendungen und Rezepte ein. Vieles davon klingt machbar – selbst für mich.

Das Buch und ich, wir sind uns also sympathisch. Einen Haken hat die Sache natürlich doch: Ich muss 5 cm Platz in meinem Regal mit den Gartenbüchern schaffen. Erst dann kann »Die Kräuter in meinem Garten« von Siegrid Hirsch und Felix Grünberger so richtig bei mir einziehen. Dann schauen wir, ob aus der Sympathie eine innige Freundschaft wird und ich tatsächlich Rezepte und Anwendungen umsetzen werde!

Wobei, der Rosmarin müsste eh mal wieder zurückgeschnitten werden – lass mal schauen: Rosmarin-Tee, Rosmarinwein, Massageöl, Tinktur, Salbe, Räuchern …

Infos zum Buch:

Sigrid Hirsch & Felix Grünberger

Die Kräuter in meinem Garten
500 Heilpflanzen, 2000 Anwendungen, 1000 Rezepte, Botanik, Anbau, Magisches, Homöopathie, Hildegardmedizin, TCM, Volksheilkunde

Freya Verlag

Noch mehr Buch-Tipps:

Zuerst wollte ich ja in der Zwischenüberschrift statt „Wälzer“ das schöne pfälzische Wort „Wescher“ verwenden, denn dann hätte der Beitrag gut zu dieser Empfehlung für ein weiteres Buch aus dem Freya Verlag gepasst:

Waldbaden – warum das für Pälzer Krischer eine gute Idee wäre

Hier findet ihr noch mehr Bücher und Beiträge zum Thema Natur und hier die schönste Rezension, die ich je geschrieben habe: Black Box Gardening und die Geschichte mit der Akelei.


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