• GeschichtenAgentin ist der Buch-Blog und das Lese-Tagebuch von Dagmar Eckhardt. Sachbücher und Ratgeber, Fantasy und Romane, Backlist und Neuerscheinungen: Ich lese immer viele Bücher gleichzeitig und erzähle hier auf meinem Buchblog, was sie mit mir machen. Keine klassischen Rezensionen, sondern persönliche, ehrliche Eindrücke aus Leserinnen-Sicht und mit einem Blick auf die Buchbranche. Denn ich war Buchhändlerin und bin es tief im Herzen geblieben. Abseits der Bücher findest du mich in Museen oder in der Pfalz und im Wald, auch darüber blogge ich. Stöber durch meine Buchtipps und Rezensionen und finde dein nächstes Lieblingsbuch!

Kunstvermittlung oder Kult? Memes von Kunst + Kaviar

Kunst und Kaviar das Buch zum Meme Monday

Montagmorgen, dritter Kaffee, das Postfach quillt über – und abends taucht dann in den Instagram-Stories ein barockes Ölgemälde auf, dessen leidgeprüfte Hauptfigur genau das ausdrückt, was man selbst fühlt. Willkommen beim „Meme Monday“ von Kunst + kaviar. Wie oft habe ich abends schon auf den Insta-Account der Kunsthistorikerinnen Anjelika Spöth und Karina Chernenko geschaut, ob der Meme Monday endlich online ist? Das Format funktioniert so gut, weil es eben kein durchkonzipiertes Marketingkonzept ist, sondern eher eine Art Selbsttherapie. Ein Versuch, den ganz normalen Alltagswahnsinn, bestehend…

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Schneller, als Darwin dachte: Evolution in Echtzeit – eine Chance für bedrohte Arten?

Buch von Bernhard Kegel: Schnelle Evolution

Evolution ist, wenn aus einem Dinosaurier ein Huhn wird. Das dauert Millionen von Jahren und lässt sich an Fossilien ablesen. Schnelle Evolution ist, wenn meine Großmutter noch einen Ostsee-Kabeljau auf den Tisch bringen konnte, der eine Familie satt machte, und der Kabeljau heute so klein ist, dass er schon gar nicht mehr gefischt wird. Was passiert da? Passen sich Arten wirklich schneller an? Oder sind unsere Forschungsmethoden genauer geworden, so dass wir heute Veränderungen dokumentieren und erklären können, die uns früher gar nicht aufgefallen wären?…

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Wandernde Himmel – langsam erzählt mit viel Raum zum Nachdenken

Wandernde Himmel. Science Fiction von Hugo Award Gewinnerin Hao Jingfang, Das Buch liegt auf einem Weltraum-Foto

Wer den SF-Roman „Wandernde Himmel“ lesen möchte, sollte einen langen Atem mitbringen, denn die Geschichte entwickelt sich sehr gemächlich. So gemächlich, dass ich beim Lesen dachte: ist das wirklich ein Science Fiction oder nicht doch eine Hof-Intrige aus einem vergangenen Jahrhundert? Denn der Plot würde nicht nur mit einer Weltraumkolonie funktionieren, sondern auch zwischen verfeindeten Adelsgeschlechtern. Zwei Staaten – Erde und Mars – suchen nach einem verheerenden Krieg Wege der Annäherung, denn der eine hat die Rohstoffe, der andere begehrte hochentwickelte Technik. Als Unterpfand wird…

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Denial of Service: Aiki Mira, Hopepunk und mein Platz in dieser SF-Welt

Aiki Mira Denial of service

Super Smart City Frankfurt am Main. Polizei, Transport und Stadtverwaltung sind privatisiert. Ein künstliches neuronales Netzwerk durchdringt alles — und ist tief ins Hirn-Stadt-Interface eingeschrieben: implantierte Chips, die den Bewohnern eine intuitive Interaktion mit Gebäuden, Straßen und Transportsystemen ermöglichen. Die Stadt denkt. Die Stadt fühlt. Die Stadt kontrolliert. Und sie entwickelt ihre eigene Ethik. Menschen? Liefern Daten, sind Daten. Manche von ihnen glauben, dass sie der Human in the Loop sind. Andere wollen einfach nur ihr Business und ihr Glück bauen. Dann gibt es noch…

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Acker, Baulücke, Deponie: Brachen, unterschätzte Refugien für Tiere und Pflanzen

David Bröderbauer, Judith Schalansky (Hg.) Acker, Baulücke, Deponie Ein Brachenatlas

Der Spielplatz meiner Kindheit war ein ungenutztes Baugrundstück. Kiefern, Brombeeren, eine sehr alte Eiche, unsere Trampelpfade und ein aufgelassener Hühnerstall. Zu dem Zeitpunkt lag es schon 70 Jahre brach; heute stehen dort Einfamilienhäuser mit Schuhschachtelgärten, die kaum genutzt werden. David Bröderbauers Buch „Acker, Baulücke, Deponie. Ein Brachenatlas“ trifft bei mir also auf offene Ohren. Trotzdem hat er mich überrascht. Pflasterritzen mit ihrem Bewuchs aus Steinmoos, Mastkraut und Vogelknöterich hätte ich nicht als Brache voller Wildnis erkannt. Doch es ist, wie Bröderbauer es beschreibt: „Wir leben…

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Autobiografie, Holocaust-Gedenken und Gegenwartskritik: Kanakenkind von Luigi Toscano

Buch Toscano Kanakenkind

„Ihr wollt es nicht sehen. Ich zeige es euch trotzdem.“ Auch wenn Luigi Toscano diesen Satz auf seine Wanderausstellung „Gegen das Vergessen“ bezieht, könnte er doch das Motto für sein Buch „Kanakenkind“ sein. Darin spricht er aus, was viele nicht hören möchten: wie es ist, als ältestes von sieben Kindern in einer italienischen „Gastarbeiterfamilie“ aufzuwachsen. Armut, Prügel, überforderte, trinkende Eltern, fehlende Bildungschancen, Sonderschule – an seine spätere Karriere als Fotokünstler glaubte damals niemand. Er auch nicht. Erst die Unterbringung im Heim brachte etwas Stabilität in…

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Am Meerschwein übt das Kind den Tod: der Nachrough auf Nortrud Gomringer

Buch von Nora Gomringer: Am Meerschwein übt das Kind den Tod

Am Meerschwein übt das Kind den Tod – allein dieser Satz lässt schon aufhorchen. Die meisten Mütter würden bei der Anschaffung eines Haustiers daran denken, dass füttern und saubermachen das Verantwortungsbewusstsein schult. Nora Gomringers Mutter Nortrud hingegen sah es auch als gute Gelegenheit, sich schon mal an die Sterblichkeit zu gewöhnen. Vor allem: Sie sprach es aus. So sind wir bereits mit dem Buchtitel mittendrin in einer Familie, die sehr eigen war. Doch erst gegen Ende des Buches fällt das Wort dysfunktional – und dann…

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Aus unseren Feuern – so schmerzhaft wahr, dass ich froh war, ein Mädchen zu sein

Müllensiefen aus unseren Feuern

Was für ein wilder Ritt und doch so nah am Leben! Das waren meine Gedanken, als ich etwas atem- und fassungslos Domenico Müllensiefens Debütroman „Aus unseren Feuern“ zur Seite legte. Wir begleiten Heiko, Thomas und Karsten beim Erwachsenwerden in der Nachwendezeit in Leipzig. Der eine soll den Schlachthof der Eltern übernehmen und hat nach dem Konkurs nichts außer das Gefühl, verarscht worden zu sein. Der andere wird Sprengmeister und wandert wie erhofft in die USA aus, um dort zwar Erfolg, jedoch nicht das Glück zu…

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