Richard Harland – Worldshaker – Rezension

Virtuos, beeindruckend und durch und durch ein Jugendbuch:

Richard Harlands „Worldshaker“

Worldshaker ist ein Buch, dem ich wünsche, in den Kanon der Jugendbuch-Klassiker aufgenommen zu werden. Richard Harland erzählt spannend und virtuos und verwebt viele Ebenen, die alle in der Welt und den Erfahrungen Jugendlicher verwurzelt sind.

Wer bin ich? Wie will ich leben? Wie funktioniert die Welt?
Genau diese Fragen stellt sich der Held Colbert Porpentine erst einmal nicht. Er ist der Enkel des Oberbefehlshabers der Worldshaker und sein Nachfolger. Eines Tages wird Colbert der wichtigste Mann nach Königin Victoria sein. Er wird die Route des Juggernauten bestimmen, auf der dieses riesige Land-Luftschiff-Dampfer-Gefährt die Handelsstützpunkte anfährt und dabei versucht, schneller zu sein als die französische und deutsche Konkurrenz. Er wird dafür sorgen, dass die Dreckigen, die Arbeiter dieser abgeschlossenen Welt, zu Höchstleistungen angetrieben werden. Vor allen Dingen wird er stets loyal sein zum Königspaar, den Großeltern und seiner Familie – in dieser Reihenfolge.

Dann trifft er ein Mädchen, ein sehr dreckiges Mädchen: Riff. Damit  beginnt der erste Stein in seinem Weltgefüge zu wackeln. Weitere werden folgen, denn die dreckige Riff kann nicht nur kämpfen, sie kann auch Fragen stellen. Und sie kann eine Revolution organisieren.

Das sind sehr viele, sehr große Themen für ein Jugendbuch  und doch ist „Worldshaker“ vor allen Dingen erst einmal eines: ein spannendes Jugendbuch.

Doch mit Spannung und Abenteuer begnügt sich Richard Harland nicht. Sein Buch behandelt die großen Fragen, die mit dem Erwachsenwerden verknüpft sind: Wer bin ich? Wie will ich leben? Wie funktioniert die Welt?

Selbst das genügt dem Autor nicht. Er erzählt in seinem Jugendbuch auch eine Geschichte darüber, wie Gesellschaften und Revolutionen entstehen. Große Themen, für die dieses in sich abgeschlossene Steampunk-Universum des Juggernauten „Worldshakers“ als Szenario optimal geeignet ist. Steampunk ist hier ein sehr geschickt eingesetztes Stilmittel, das der Handlung genau die richtige Atmosphäre gibt.

Wie mag es wohl mit der Geschichte weitergehen? „Liberator“ heißt die Fortsetzung – ich bin gespannt!

 

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