Jugendstilmuseum in Nancy

Eintritsskarten Jugendstilmuseum Nancy

Die Villa an sich ist schon einen Besuch wert – das Jugendstilmuseum um so mehr. Musée de l’École de Nancy lautet der korrekte Name des Museums, denn es  geht  in der Sammlung nicht um den Jugendstil an sich, sondern ganz konkret um die Schule von Nancy. Nancy war damals eine aufstrebende Industrieregion und einige Architekten, Designer und Kunsthandwerker hatten den Ehrgeiz, Nancy und Lothringen neben Paris zu einem zweiten Zentrum des Art Nouveau zu machen. Für eine kurze Zeit ist ihnen das sehr eindrucksvoll gelungen – ihre Spuren sind heute noch in Nancy im Stadtbild deutlich erkennbar. Zum Glück überdauerte nicht nur die Jugendstil-Architektur, auch komplette Zimmereinrichtungen konnten gerettet werden. So entsteht ein Gesamteindruck; Visionen, Hoffnungen und Wünsche werden sichtbar. Eines ist das Jugendstilmuseum in Nancy jedoch nicht: ein Freilichtmuseum, das vorführt, wie man zur Zeit des Jugendstils gelebt hat. Das, was in den einzelnen Räumen gezeigt wird, entspricht nicht der ursprünglichen Nutzung des Hauses. So wurde das…

weiterlesen

Bild sucht Bild – einfach sehen lernen

Bild sucht Bild

Wann begann das eigentlich bei mir? Textmensch war ich schon immer – so sehr, dass ich nicht gerne ins Kino gehe. Mag ich nicht, diese Übermacht der Bilder. Da bleibe ich lieber bei meinen Buchstaben. Doch eines Tages gingen meine Buchstaben online. Und sie wünschten sich sichtlich Gesellschaft von Bildern. Entdecken Sie die wertvollste Bildersammlung der Welt: die in ihrem Kopf   Als Buch-Blogger kann man sich lange um diese neue Anforderung herum mogeln. Buch-Cover sind schließlich hübsch, sehenswert und versorgen den Blog mit Bildern. Dann gibt es noch Buch-Trailer und notfalls – sofern der Verlag auf diese Anfrage von Bloggern vorbereitet ist (meistens nicht) – Innenseiten. Alles fein, alles bunt. Dumm nur, wenn man sich auf anderen Blogs umschaut und dort ganz neue, stimmige Kombinationen von Text und Bild entdeckt. Da kommt sogar ein Text-Mensch wie ich ins Grübeln. Hm. Dann entdeckte ich Instagram und probierte munter rum. Hm. Und grübelte weiter. Bis zu dem…

weiterlesen

Alles so schön bunt hier: German Pop

German Pop - Ausstellung in der Schirn in Frankfurt Eingangsbereich

Alles so schön bunt hier: das erste, was der Besucher in der Ausstellung „German Pop“ zu sehen bekommt, ist eine Wand mit bunten Neon-Schriftzügen. Ein guter Start, denn diese Installation von Ferdinand Kriwet vereint beide Seiten der deutschen Variante der Pop-Art: das poppig banale mit der Gesellschaftskritik; German Pop und Kapitalistischer Realismus. Insgesamt empfand ich die Ausstellung als sehr kompakt. Sie hinterließ bei mir den Eindruck, eine 45-Minuten-Doku im Fernsehen gesehen zu haben: schöne Bilder, zu wenig Informationen, kaum Ansatzpunkte zur Vertiefung. Für mich hat sich die Museumsbesuch aus zwei Gründen dann doch gelohnt. Künstler wie Gerhard Richter, Sigmar Polke und Klaus Staeck, bei denen ich bisher ihr Lebenswerk betrachtet habe, wurden in einem bestimmten Jahrzehnt mit einer bestimmten Schaffensperiode verankert. Das erschafft Zusammenhänge, die mir vorher so nicht bekannt waren. Eine breitere Bildauswahl wäre hier jedoch wünschenswert gewesen. Der zweite Grund, warum sich der Besuch der Ausstellung „German Pop“ für mich gelohnt hat, ist, dass ich…

weiterlesen

Manet Cézanne Van Gogh – aus aller Welt zu Gast in der Kunsthalle Mannheim

Zum Glück habe ich es doch noch in die Ausstellung „Manet Cézanne Van Gogh – aus aller Welt zu Gast“ in der Kunsthalle in Mannheim geschafft, die nur noch bis zum 18. Januar 2015 gezeigt wird. Ich hätte sonst wirklich etwas verpasst! Es ist eine kleine, feine Ausstellung, die Bilder aus dem Bestand der Mannheimer Kunsthalle Leihgaben aus großen Museen gegenüber stellt. Das klingt jetzt erst einmal sperrig, ist aber eine hochspannende Schule des Sehens. Mittelpunkt der Ausstellung ist natürlich „Die Erschießung des Kaisers Maximilian von Mexiko“ von Édouard Manet. Auch diesmal habe ich mir das Recht des Laien herausgenommen und dieses Juwel der Mannheimer Sammlung weitesgehend ignoriert. Umso länger habe ich mich in den letzten beiden Räumen aufgehalten, was aber auch daran lag, dass man vor lauter Besuchern am Dreikönigstag kaum einen Blick auf die Pfingstrosen von Renoir und die Blumen von Van Gogh, die dem rein gelben „Yellow Painting“ gegenüber gestellt wurden, erhaschen konnte. Das kam…

weiterlesen

Kunsthalle Schweinfurt – Expressiver Realismus im Hallenbad

Eintrittskarte Kunsthalle Schweinfurt expressiver Realismus

Schweinfurt ist eine Stadt, die nicht gerade auf meinen üblichen Reiserouten liegt. Daher war klar: wenn ich mal halbwegs dort in der Nähe vorbeikomme, werde ich anhalten und ins Museum gehen. Doch nicht das bekannte „Museum Georg Schäfer“ war mein Ziel und schon gar nicht die Spitzweg-Ausstellung, die zu diesem Zeitpunkt lief. Mein Ziel waren die knatschgelben Türen der Kunsthalle Schweinfurt, hinter denen ich eine für mich neue Kunstrichtung entdeckte: Expressiver Realismus. Expressionismus ist klar, Realismus auch. Aber was bitte ist Expressiver Realismus und wieso hatte ich bis dahin nichts davon gehört? Die Maler des Expressiven Realismus sind eine „Lost Generation“. Noch bevor sie Erfolg haben konnten wurden sie als „entartet“ bezeichnet. Ihre Künstlerkarriere wurde unterbrochen, wenn nicht sogar beendet, bevor sie richtig begonnen hatte. Nach dem Krieg wendete sich die Öffentlichkeit anderen Kunstströmungen zu. Erst in den 1980er Jahren wurden die Maler des Expressiven Realismus wiederentdeckt. Museumsmitarbeiter und Kunsthistoriker mögen mir bitte diese saloppe Formulierung verzeihen…

weiterlesen

ZKM – Museumsbesuch auf der Baustelle

Museumsbesuch ZKM 2014

Ganz Karlsruhe ist eine Baustelle. Das ZKM – Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe – macht da keine Ausnahme. Ich war trotzdem dort. Zum Glück. Nur das Erdgeschoss ist derzeit zugänglich – wobei die Zugänglichkeit auch in spannenden Umwegen bestehen kann. Macht nichts, denn die Mitarbeiter des Museums sind auskunftsfreudig und helfen auch verirrten Besuchern zurück auf den richtigen Weg – also auf den Weg, für den die Eintrittskarte gilt. Derzeit laufen zwei große Ausstellungen. „Jean-Jacques Lebel: Die höchste Kunst ist der Aufstand“ ist vom ersten bis zum letzten Objekt beeindruckend. Einen Eindruck vermittelt ein Artikel bei Kultur-Online.net – aber die Wucht und Energie der Kunstwerke vermitteln die Fotos nicht. Eine ganz eigene Entdeckung innerhalb der Lebel-Ausstellung waren für mich die Bilder von Erró – diesen Maler werde ich weiterverfolgen. Die zweite Ausstellung „Beuys Brock Vostell“ war für mich ein erneuter Versuch, mich dem Phänomen Beuys anzunähern. Großartig aufgebaut, klasse erklärt, wunderbar in den Kontext…

weiterlesen

Museumsbesuch – Fit fürs Museum – Rezension

Lust auf einen Ausflug mit der Kultursportgruppe? Fit fürs Museum – wie Museen Spaß machen „Fit fürs Museum“ von Andreas Blühm aus dem Hatje Cantz Verlag ist ein glücklicher Bibliotheksfund. So ganz werde ich die Systematik, nach der Bibliotheken ihre Bücher präsentieren, nie verstehen. Das macht aber nichts, denn es bereitet mir viel Vergnügen, planlos an den Regalen entlangzustreifen und zu warten, welches Buch mich anspringt. „Fit fürs Museum“ ist genau so ein Buch, das sich mir vorlaut in den Weg gestellt hat und „Lies mich!“ rief. So kam ich zu einer vergnüglichen Lesestunde. Kurzweilig, launig und amüsant ermutigt Andreas Blühm seine Leser, sich das Museum zu erobern. „Kommen Sie mit Familie oder in einer Gruppe, dann können Sie auch ausschwärmen und sich nach einer halben Stunde wiedertreffen un besprechen, welche Abteilung Sie sich in Ruhe vornehmen wollen. Aber dies sind nur Möglichkeiten. Es ist nämlich nicht verboten, bei Saal 1 zu beginnen und sich…

weiterlesen

Museumsbesuch: Nur Skulptur! – Kunsthalle Mannheim

Erst Nutella, dann Bagger: Nur Skulptur! Mein Abschiedsbesuch in der Kunsthalle Mannheim Respekt! Wie sich die Mannheimer Kunsthalle in ihrer letzten Ausstellung vor dem Abriss vom Mitzlaff-Anbau verabschiedet, das hat Stil. Da werden wie in Vorwegnahme der Abriss-Bagger Wände durchbrochen, Geländer abgeflext, der Lagerbestand zum Abtransport vorbereitet und der Teppichboden so mit Nutella versaut, das er Sondermüll ist. Es werden die Möglichkeiten, die ein so radikaler Neustart bietet, konsequent genutzt für eine einzigartige Skulpturen-Ausstellung, die es in dieser Form kein zweites Mal geben wird. Unbedingt anschauen! Die Mannheimer Kunsthalle besitzt mit 840 Exemplaren eine sehr umfangreiche Skulpturensammlung von hoher Qualität. Vieles davon war in den letzten Jahren nicht zu sehen, da Platz für Ausstellungen gebraucht wurde. Auch einige meiner Lieblingsstücke schlummerten im Archiv. Etwa die Hälfte der Sammlung wird in der Abschieds-Ausstellung gezeigt und alle meine Lieblingstücke sind dabei. Ich liebe die Ausstellung schon allein deswegen, weil sie mir ein Wiedersehen mit alten Bekannten ermöglicht. Diese alten Bekannten setzen…

weiterlesen

Museumsbesuch – Der Hohenhof in Hagen

Das altmodische Wort Wohnsitz ist für mich der einzige Begriff, der zur Villa Hohenhof in Hagen passt. Der Hohenhof war der Familienwohnsitz des Gründers des Folkwang-Museums Karl Ernst Osthaus und wurde 1906 bis 1908 vom Architekten Henry van de Velde konzipiert und erbaut. Dieses Gesamtkunstwerk des Jugendstils ist bis heute unverändert erhalten geblieben. Sogar die Ausstattung der repräsentativen Räume wie Möbel, Wanddekorationen, Lampen und Stoffe bis hin zu Heizkörperverkleidungen sind unverändert erhalten geblieben! Dies macht das Museum „Villa Hohenhof“, eine Außenstelle des Osthaus-Museums in Hagen, zu etwas ganz besonderem. Auf lichtbild.org findet ihr großartige Fotos, die das Besondere dieses Hauses aufzeigen. Dort erkennt ihr auch, das diese Form des Jugendstils so gar nichts mit floraler Leichtigkeit zu tun hat, wie es zum Beispiel beim Wiener Jugendstil der Fall ist. Hier zeigt sich der Jugendstil von seiner eher sachlichen Seite und weist den Weg zum Bauhaus-Stil. Von der Straßenseite zeigt sich der Hohenhof grau, wuchtig und assymetrisch, denn…

weiterlesen

Blogparade des Staedelmuseum

Ankündigung GeschichtenAgentin Blog

Hm, ich glaube, ich lege jetzt ein paar alte Platten auf … Joy Division vielleicht … oder The Cure … suche mir ein Märchenbuch … lese ein paar Gedichte … wasche eine Ladung schwarze Klamotten … … und überlege mir dabei, warum ich ein Schwarzer Romantiker sein könnte … Grund für diese schwerwiegenden Überlegungen ist die Blogparade zur Ausstellung „Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst“ im Frankfurter Staedelmuseum. Der Trailer, den ich in den Artikel eingebunden habe, hat mich sehr neugierig gemacht. Hier ging es zur Blogparade des Staedelmuseums in Frankfurt – leider offline Aber würden Schwarze Romantiker überhaupt an einer BlogPARADE teilnehmen? Im Gleichschritt gerade aus laufen?? Sollte es nicht wenigstens ein Blog-Menuett sein? Oder noch besser ein mitternächtliches Treffen?? Service-Nachtrag mit Infos zur Blogparade und dem Museum: Mein Beitrag zur Blogparade ist leider offline Den wirklich bemerkenswerten und lesenswerten Blog des Frankfurter Staedelmuseums findet ihr hier Die GeschichtenAgentin ist häufiger in Museen zu…

weiterlesen