Sänger müssen zweimal sterben

Peter Pannke - Sänger müssen zweimal sterben. Reisereportage und Erfahrungsbericht. Hintergrundwissen zur traditionellen Musik Indiens.
Das Buch liegt auf einem indischen Tablet.

Ob ganz Indien mit seinen Menschenmassen, Rikschas Motorrädern, Tempeln, Affen und was noch alles zur Geräuschkulisse beiträgt, wirklich Musik ist, wie der Klappentext behauptet? Ich wage es zu bezweifeln. Aber dass Indien einen eigenen intensiven Klang hat, bekommt sogar eine Touristin wie ich mit.

Peter Pannke hat das Land deutlich intensiver erlebt, als mir das damals in drei Wochen Urlaub gelingen konnte. Er hat lange mit der Sängerfamilie Mallik gelebt, die über 200 Jahre dem Maharadscha von Darbhanga als Hofmusiker gedient hatte. An diese Zeit und an alles, was daraus entstand, erinnert er sich, als er anlässlich einer Beerdigung versucht, in das von schweren Regenfällen überflutete Nordindien zu gelangen.

„Sänger müssen zweimal sterben“ ist ein wunderbar intensives Buch. Eines, das gar nicht erst versucht, Indien zu erklären. Stattdessen lässt uns Peter Pannke teilhaben an seinen Erfahrungen und erlaubt uns damit ein sehr direktes, sinnliches Erleben.

Entdeckt habe ich das Buch, das nicht mehr aufgelegt wird, in einem Lehrbuch zur Musikethnologie, dass ich hier besprochen habe. Gehofft hatte ich auf Erklärungen zu Ragas und zu der traditionellen indischen Musik, die ich sehr schätze, aber nicht verstehe. Bekommen habe ich sehr viel mehr: eine Indienreise, die von der Musik getragen wird und tiefe Einblicke in den Alltag der Menschen erlaubt.

Zuallererst ist Indien ein Geruch. Blitzartig findet er seinen Weg ins Stammhirn. Als nächstes ertönen Geräusche, dann flackern Bilder auf. Sehen kommt später, Denken zuletzt.

Peter Pannke – Einleitung zu seinem Buch „Sänger müssen zweimal sterben“

Weitere Angaben:

Peter Pannke
(Infos zum Autor bei Schott)

Sänger müssen zweimal sterben
Eine Reise ins unerhörte Indien

Piper Malik


Ein Buch, das gut dazu passt: Ilja Trojanow – An den inneren Ufern Indiens

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