Vertraue dem Meister in Dir – Praxisbuch

Remo Rittiner Vertraue dem Meister in Dir

Remo Rittiner hatte mich schon mit seinem Yoga-Therapiebuch begeistert. Deswegen war es klar, dass ich sein neues Buch „Vertraue dem Meister in Dir“ unbedingt lesen wollte. Doch wie es manchmal so ist – das Buch und ich, wir fanden erst einmal nicht zusammen. Ich habe es sogar ungelesen aus dem Urlaub zurück gebracht. Es ist definitv eines dieser Bücher, für das man den genau passenden Zeitpunkt abpassen muss, sonst rauscht es einfach so an einem vorbei. Jetzt war der Zeitpunkt da. Achtsame Lebensführung, nachhaltige Ernährung, spirituelle Praktiken sind wichtige Bausteine in seinem Konzept. Doch vor allen Dingen führt der Weg zum inneren Meister durch Jetzt, Stille und Klarheit: Zunächst kommt es darauf an, überhaupt anwesend und wach zu sein für das, was um uns herum und in uns vor sich geht. Um sich der Fülle unseres Leben bewusst zu werden, gibt es drei wertvolle Schlüssel – das Jetzt, die Stille und…

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Warum Du (k)ein Buddhist bist – ich übrigens auch nicht

Weshalb sie (k)ein Buddhist sind - Buch-Tipp

Eine räucherstäbchen-freie Einführung in die Philosophie des Buddhismus – genau das bietet das Taschenbuch „Weshalb Sie (k)ein Buddhist sind“ des jungen Lamas Dzongsar Jamyang Khyentse. Keine Mantras, keine Meditationsübungen – der Autor klärt kurz, warum der Buddhismus keine Religion ist und dringt dann gleich zum Kern der buddhistischen Philosophie vor. Sein Thema sind die Vier Siegel; die vier Lehrsätze des historischen Buddhas, auf denen alles weitere aufbaut. Wer diese vier Sätze nicht verstanden und verinnerlicht hat, kann für den Autor kein Buddhist sein – auch dann nicht, wenn er meditiert und Achtsamkeit praktiziert und dadurch zum friedlicheren Menschen wird. In der Übersetzung von Staphan Schuhmacher lauten diese Kernthesen des Buddhismus wie folgt: Danach folgt noch die Empfehlung des Buddhas „Glaube nichts, hinterfrage alles“ und die philosophische Achterbahnfahrt kann beginnen. Spätestens beim Konzept der Leere wurde mir persönlich schwindelig. Zum Glück ist Dzongsar Jamyang Khyentse ein aufmerksamer Lehrer, der genau weiß, was er…

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Einführung in die buddhistische Psychotherapie

Buddhistische PSychotherapie Windpferd

Die „Einführung in die Buddhistische Psychotherapie“ von Dr. Matthias Ennenbach hat gerade mal 140 kleine Seiten. Die könnte man bei normalen Lesetempo doch mal schnell eben an einen Nachmittag wegschmökern, oder? Ich konnte es nicht. Bei den 140 Seiten handelt es sich um ein hochdosiertes Buch-Konzentrat, das einen 600-Seiten-Wälzer ersetzt. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich nicht mehr als ein Kapitel am Tag geschafft habe … Das Leben ist, wie es ist „Probleme sind normal, sie treten immer wieder auf. Aber wir dürfen sie nicht noch selbst verstärken und zu mehr machen, als sie bereits sind.“ S. 30 Das Leben ist, wie es ist. Wir träumen von ruhigeren, glücklicheren, gesünderen Zeiten und leiden daran, das es anders kommt als erhofft. Darum setzt die buddhistische Psychotherapie nicht bei den Problemen an, denn ein Leben ohne Probleme gibt es nicht. Sie setzt beim Menschen selbst an – und beginnt dabei…

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Angst als Chance – Brücken zur Selbstheilung

Sachbuch Angst als Chance

Kristina Brodes „Angst als Chance – Diagnose Krebs“ wünsche ich viele Leser. Vor allen Dingen wünsche ich diesem Buch Leser, die sich NICHT in der Notsituation namens Krebs befinden- und hoffentlich auch niemals befinden werden. Die Techniken zur Selbstheilung auf emotionaler und körperlicher Ebene, die Kristina Brode entwickelt und zusammengetragen hat, funktionieren in jeder dramatischen Lebenssituation und bei jeder schweren Krankheit. Ich finde es ratsam, sich solche Techniken anzueignen, bevor sie überlebens-notwendig werden. Doch Kristina Brode geht es nicht um einfaches Überleben. Überleben ist ihr zu wenig, denn hier fehlt die Idee, die Vison, wie das eigene Leben nach der Krankheit aussehen könnte. Und ohne diese Vision mangelt es häufig an Mut. Ohne Mut überwiegt die Angst und Angst lähmt das Immunsystem und damit die Selbstheilungs-Kräfte. Eine der ersten Fragen, die die Autorin ihren Patienten stellt, lautet daher: Wofür lohnt es sich für mich, zu leben? Ab hier beginnt die…

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Catharina Roland – Awake – Ein Reiseführer ins Erwachen – Rezension

2012, 2013, 2014 – Awake Bücher müssen sich ganz schön anstrengen. Sie müssen nicht nur gut sein, sie müssen auch noch zum richtigen Zeitpunkt im Leben des Lesers erscheinen. „Awake – Ein Reiseführer ins Erwachen“ stammt aus dem Jahr 2012. In dem Jahr habe ich das Buch schlicht und einfach ignoriert, weil ich mit anderen Dingen beschäftigt war. Probleme lösen, Gedanken machen, Wege suchen, Tunnelblick bekommen. Was man halt so tut, wenn man meint, unbedingt eine Lösung finden zu müssen. 2013 war ich dann mit den Ergebnissen dieser Herangehensweise vollauf beschäftigt. Jetzt schreiben wir das Jahr 2014. Auf sehr interessanten, verschlungen Pfaden erschien „Awake“ wieder in meinem Blickfeld. Genau zum richtigen Zeitpunkt – diesmal passt es perfekt. „Awake – Ein Reiseführer ins Erwachen“ ist ein charmanter Werkzeugkasten. Die Autorin Catharina Roland ist kein Guru, keine Lehrerin. Sie ist einfach nur ein Mensch, der sich Fragen stellt und Antworten sucht. Dafür…

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Lorenz Marti – "Eine Handvoll Sternenstaub" und "Übrigens, das Leben ist schön" – Rezension

Eine Reise zu den Sternen: Wissenschaft und Mystik durch Poesie vereint Mir den Sternenhimmel erklären zu wollen, ist keine gute Idee. Selbst dann nicht, wenn das Ziel nicht wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn, sondern Romantik sein soll. Das liegt nicht daran, das mich die Pracht der Sterne kalt lässt. Ich finde die Sterne schön, beeindruckend schön. Doch die Namen und die Entfernungen interessieren mich einfach nicht. Wozu auch? Ich werde nicht zu den Sternen reisen und noch schöner werden die Sterne durch die technischen Daten auch nicht. Wesentlich interessanter wird das Thema für mich dann, wenn man mir anbietet, mit Hilfe der Poesie und der Mythen zu den Sternen zu reisen. „Die Wissenschaft braucht die Mystik nicht und die Mystik nicht die Wissenschaft, aber der Mensch braucht beides.“ Fritjof Capra Lorenz Marti ist es mit seinem Buch „Eine Handvoll Sternenstaub – Was das Universum über das Glück des Daseins erzählt“ tatsächlich gelungen, mich…

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Isabel Arés – Das Orakel der indischen Götter – Kartenset

Orakel Karten indische Götter

Alles so schön bunt hier: Das Orakel der indischen Götter Bunt ist es und ein wenig kitschig. Authentisch wirkt es auf mich deswegen trotzdem nicht, denn wäre es ein indisches Orakel-Set, wäre es bestimmt noch bunter*. Wahrscheinlich würde es auch glitzern und blinken. Möglicherweise wären die Karten auch aus Plastik und beim Öffnen der Schachtel würde ein Geräusch ertönen. Aber egal, denn wenn eine Europäerin die indischen Götter zu Rate zieht, kann das in meinen Augen eh nur eine Annäherung auf verschlungenen Pfaden sein. Einer meiner Pfade heißt Yoga. Ich übe Asanas, die nach indischen Göttern und Legenden benannt sind. Grund genug, neugierig zu sein, warum diese Yoga-Übungen nach Hanuman, Garuda und Nataraja benannt sind. Der andere Pfad heißt Tarot. Was passiert, wenn ich klassisches europäisches Kartenlegen mit indischen Götter-Karten verbinde? In meinem Fall nicht viel. Das liegt daran, das es den Karten im Gegensatz zum Tarot an innerem Zusammenhang mangelt.…

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Thomas Grüter – Magisches Denken – Rezension

Eines gleich vorneweg: Ich habe das Buch „Magisches Denken – Wie es entsteht und wie es uns beeinflusst“ mit großem Interesse und viel Freude gelesen, weil der Autor und ich einen sehr unterschiedlichen Blick auf die Welt haben. Thomas Grüter hat eine Mission, die er gründlich und gewissenhaft verfolgt: „Auf Dauer werden das magische Denken und die Unvernunft nachlassen müssen, wenn Menschen überleben wollen.“ (S. 286) Die Rettung der Menschheit betrifft auch mich und ich möchte dann doch gerne wissen, warum ich gerettet werden muss und wie das geschehen soll. Was bedeutet Magisches Denken? Die Kennzeichen magischen Denkens leitet er sehr schön ab. Dazu gehören zum Beispiel die Beeinflussung der Außenwelt durch Worte, Rituale oder Gedanken; der Glaube, das die Zukunft vorhersehbar ist und eine Verbindung zwischen Symbol und Wirklichkeit. (S. 32) In den anschließenden Kapiteln sucht er eine psychologische und/oder neurobiologische Erläuterung für das magische Denken. Unser Gehirn sucht…

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Christian Rätsch – Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen – Rezension

Wie schmeckt eigentlich gegrillter Papagei? Die Frage geht mir seit der Lektüre von Christian Rätschs Autobiographie „Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen“ nicht mehr aus dem Kopf. Bevor sich jetzt wütende Veganer auf mich stürzen, möchte ich betonen, dass ich nicht vorhabe, den Papagei in der Nachbarschaft mit Pfeil und Bogen zu erschießen, um ihn am offenen Feuer zu grillen. In „Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen“ beschreibt Christian Rätsch, wie er mit den Lakandonen, bei denen er ein Jahr lebt, auf Papageienjagd geht. Die Aufregung der Jagd und seine Vorfreude auf das leckere Papageienfleisch sind greifbar, regelrecht spürbar. All das Fremde des Lebens mit einem Maya-Volk wurde für mich in dieser Passage in einem magischen Lesemoment zusammengefasst. Die zweite Schlüsselszene verbindet für mich die fast nicht mehr greifbare europäische magische Tradition mit der, zumindestens damals noch, lebendigen, magischen Maya-Tradition.Ein Lakandone, der sich den Fuß verknackst…

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Georg Schweisfurth – Bewusst anders – Rezension

In seinen schlechten Momenten ist „Bewusst anders – Erfahrungen eines Öko-Pioniers“ von Georg Schweisfurth ein erweiterter beruflicher Lebenslauf. Da muss der Leser durch. Belohnung für dieses klein bisschen Lese-Ausdauer gibt es reichlich, denn in seinen guten Momenten ist „Bewusst anders – Erfahrungen eines Öko-Pioniers“ inspirierend, bereichernd, motivierend. Und die guten Momente überwiegen! Autobiografien funktionieren für mich dann am besten, wenn ich als Leserin eine persönliche Beziehung zum Autoren aufstellen kann. Über Georg Schweisfurth wusste ich vor meiner Lektüre nichts. Der Familienname Schweisfurth sagte mir etwas, genauso wie die Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Welche Projekte noch alles im Umfeld der Familie Schweisfurth entstanden waren und das Georg Schweisfurth einer der Gründer der Bio-Supermarktkette Basic ist, bei der ich selbst gelegentlich einkaufe, war mir nicht bewusst. Warum habe ich eigentlich zu dem Buch gegriffen? Das lag wohl an dem Titel: „Bewusst anders“ – ein sehr schönes Lebensmotto. Mich hat die Lebensgeschichte von Georg Schweisfurth immer…

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Martin Boroson – One Moment Meditation – Buch-Tipp

Das einzige, was „One Moment Meditation“ von Martin Boroson erschienen im Kamphausen Verlag mit anderen Meditationsbüchern gemeinsam hat, ist, das auch dieses Buch sich nicht von alleine meditiert. Jammern nützt nichts – selbst hinsetzen und üben ist angesagt. Aber damit hören auch schon alle Gemeinsamkeiten auf. Martin Boroson hat eine ganz eigene Meditationstechnik entwickelt, die ich als Achtsamkeitskonzentrat bezeichnen würde. Ob das nun noch echte Meditation ist oder nicht – darüber mögen sich bitte die Gelehrten streiten. Mich interessiert nur, ob es wirkt. Und es wirkt! Eine Minute genügt. Eine Minute ist nicht viel; eine Minute kann jeder erübrigen. Damit hebelt Martin Boroson schon mal eine der Lieblingsausreden aus: „Ich habe keine Zeit“ gilt nicht. Auch den anderen typischen Ausreden rückt er mit Charme, Sturheit und buddhistischer Gelassenheit auf den Leib. In meinem Fall blieb erst einmal nur eine Ausrede übrig: ich hatte keinen Wecker. Um die Basisminute der „One Moment…

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Das Achtsamkeits-Übungsbuch für Beruf und Alltag – Rezension

Wenn ich gehe, gehe ich.  Wenn ich esse, esse ich.  Wenn ich blogge, blogge ich. Schön wärs.  Ausatmen, Salzstangen zur Seite schieben, Social Media schließen, To-Do-Liste für morgen aus dem Blickfeld räumen, denn „Das Achtsamkeits-Übungsbuch für Beruf und Alltag“ hat meine volle Aufmerksamkeit verdient.Mehr Lebensqualität durch Entschleunigung verspricht der Ratgeber von Halko Weiss, Michael E. Harrer und Thomas Dietz aus dem Hause Klett-Cotta. Dies ist kein Wellness-Buch, kein Seelenstreichler, kein Buddha-leicht-gemacht für den Westler. „Das Achtsamkeits-Übungsbuch“ ist ein fundierter psychologischer Ratgeber. Die geballte Therapeuten-Erfahrung hilft, Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren. Die Übungen sind machbar. Zwei (!) CDs helfen beim Training.Ja, ich meine wirklich Training – dieses Buch macht Arbeit. Erst einmal. Und dann bringt es Leichtigkeit im Alltag und damit mehr Raum für mehr Training. Achtsamkeit üben bedeutet lebenslanges Üben. Klingt schlimmer als es ist, denn Achtsamkeit üben bedeutet auch lebenslange Erfolgserlebnisse.Allerdings erfordert das Buch eine gewisse Bereitschaft, sich auf…

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