Verlagswesen – wie Comics wirklich entstehen

Cover des Comics Verlagswesen von Annette Köhn.

Ich arbeite seit 1987 in der Buchbranche und bemerke erst jetzt die Doppeldeutigkeit von Verlagswesen!

Schon allein dafür hat es sich gelohnt, den Comic zu lesen, den sich Annette Köhn zum zehnjährigen Jubiläum ihres JaJa-Verlags gegönnt hat. Ihre Verlagswesen sind imaginäre Figuren, die ein wenig wie Strichmännchen-Marshmallows auf zwei Beinen aussehen. Sie begleiten uns durch den ganz normalen Verlagsalltag: Bestellungen abarbeiten, Rechnungen ablegen, Versandtaschen bestellen und Kaffeepausen machen.

Klingt wenig glamourös, oder? Kann das funktionieren – ein Comic, der über weite Strecken nur Routinearbeiten aus dem Büroalltag zeigt? In dem das Top-Ereignis das Eintreffen des Paketboten ist und in dem wir die Verlegerin auf die Toilette begleiten?

Es funktioniert wirklich!

Und das liegt eben an den Verlagswesen, die die Abläufe im Verlag ganz genau verstanden haben. Sie wissen, wie die Bürogemeinschaft, die in den Räumen des Comic-Verlags lebt und arbeitet, tickt. Zudem kennen sie ihre Chefin genau und lassen ihr das beruhigende, erdende Gefühl, das von Routinetätigkeiten ausgeht und sie direkt in Tagträumereien führt, aus denen dann wiederum neue Projekte entstehen.

Der Blick der Verlagswesen auf das Geschehen prägt den Comic, der kreative Prozesse sichtbar werden lässt und dabei spektakulär unspektakulär ist. Das macht Lust, sich tiefer mit dem Programm des JaJa-Verlags zu beschäftigen!


Infos zum Comic:

Annette Köhn

Verlagswesen

Jaja Verlag

Besprechungen im tip Berlin und bei Deutschlandfunk Kultur


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