
Natürlich war Mannheim in den 80er Jahren für mich langweilig. Die Stadt war unschuldig. Ich war ein Teenager und wusste es nicht besser. Die Tatsache, dass ich heute immer noch in Mannheim lebe, zeigt, dass sich meine Haltung zu meiner Heimatstadt geändert hat. Ich kann auch genau den Abend benennen, an dem sich mein Mannheim-Bild zu verändern begann.
Wie so vieles, was für mich wirklich wichtig war und blieb, fand auch dieses Ereignis im Cafe Old Vienna statt. Das Lokal ist Geschichte. Seine Reinkarnation nach dem Abriss des Gebäudes, das New Vienna, habe ich deswegen nie betreten.
Wahrscheinlich hatte ich mir dieses Konzert im Old Vienna, das mein Mannheim-Bild änderte, nicht bewusst rausgesucht. Entweder war ich sowieso schon seit dem Nachmittag dort und blieb einfach. Oder ein guter Freund empfahl mir die Band eindringlichst*.
An dem Abend, irgendwann in den 80er Jahren, trat im Old Vienna die Band Schwefel auf. Musik aus Mannheim, auf der Höhe der Zeit und trotzdem völlig eigenständig. Da musste auch mein Teenager-Hirn zugeben: wenn solche Musik aus Mannheim kommt, dann kann die Stadt gar nicht so langweilig sein.
In diesen Tagen werden seine Vinyl-Platten wieder hervorgeholt. Norbert Schwefel verstarb im Juli 2015. Da bleibt mir nur eines: DANKE! sagen – Deine Musik hat mir viel Energie gegeben und mich durch wichtige Lebensphasen getragen.
Eine Playlist samt wunderbaren Nachruf findet Ihr auf Alles Mannheim – Die Stadt auf meiner Seite.
Nachruf auf Norbert Schwefel im Ox-Fanzine.
Film von Dieter Wöhrle über Norbert Schwefel.
*Genau das macht der gute Freund heute immer noch: eindringlich neue Musik empfehlen. RRRsoundz
Noch ein Nachruf, den ich nie schreiben wollte:






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