Drachen, Daoismus und die Sache mit dem Feminismus: Erdsee

Dicker Schmöker: Der Fantasy-Zyklus Erdsee von Ursula Le Guin.

Vorkenntnisse können den Einstieg in ein Buch erschweren. Über Erdsee von Ursula Le Guin hatte ich im Vorfeld viel gelesen. Philosophisch und feministisch sollte der Fantasy-Zyklus sein.

Ich war gespannt.

Die Philosophie fand ich sofort. Den Daoismus habe ich erst später darin erkannt. Den Feminismus hingegen sah ich erst mal nicht.

Wie auch, wenn im ersten Band »Der Magier der Erdsee« quasi keine Frauen vorkommen?

Eine Fantasy-Geschichte, die sich in Ruhe entwickeln darf

Gestört hat mich das nicht, denn der Erdsee-Zyklus ist Fantasy nach meinem Geschmack. Eine Geschichte, die sich entwickeln darf. Helden, die eine Wandlung durchmachen. Eine klug ausgedachte Welt. Kämpfe nur dann, wenn sie für die Handlung nötig sind. Drachen. Spannung, Überraschungen und interessante Charaktere.

Aber die Geschichte beginnt in einer reinen Männerwelt. Erst im zweiten Band erscheinen Frauen. Doch ihre Welt ist eher noch restriktiver als die Gesellschaft der Magier. Erst das Aufeinanderprallen von Ged, dem Magier, und Tenar, der Priesterin, bringt Dynamik in die Geschlechterfrage. Doch zynisch gestimmte Leserinnen könnten in der Konstellation vor allem eines erkennen: Ein männlicher Mentor, der einer Frau hilft, veraltete Strukturen hinter sich zu lassen.

Ganz so ist es dann zum Glück nicht. Auch hier gilt: Diese Fantasy-Geschichte darf sich in Ruhe entwickeln. Im vierten Buch, »Tehanu«, das erst 1990 erschien, fliegt dem Leser dann der Feminismus geradezu um die Ohren – und bleibt trotzdem immer bestens in die Fantasy-Welt eingebunden.

Zum Glück habe ich noch was vor mir

Den fünften Band, »Rückkehr nach Erdsee«, habe ich noch nicht gelesen. Er soll die Auflösung aller Ungleichgewichte bringen. Jetzt bin ich wieder gespannt!

Infos zum Buch:

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