Amakuna-Saga: „Tochter des Drachenbaums“ und „Das Panama-Erbe“

Tochter des Drachenbaums – Amakuna-Saga Band 1 Eindeutig: das Wetter beeinflusst meine Auswahl an Lektüre. Schwergewichtige Sachbücher bleiben jetzt erst einmal liegen, denn Sommerzeit ist bei mir Schmökerzeit. „Tochter des Drachenbaums“ passt für mich perfekt zu diesen Temperaturen und zu meinem Urlaub im Süden. Die Insel La Palma und das alte Volk der Guanchen spielen eine wichtige Rolle in Susanne Aerneckes Schmöker. Die Ureinwohner der Kanaren kannten einen psychoaktiven, heilkräftigen Pilz, den sie aus gutem Grund geheim hielten. Die spanischen Eroberer wären für dessen Wirkung noch nicht reif gewesen, denn zu sehr bestimmte Machtstreben und Gier ihr Handeln. Doch wie würde das heute aussehen? Wer den Pilz einmal eingenommen hat, dessen Seele ist für immer mit allen verbunden, die die gleiche Erfahrung machen durften. So springt die Geschichte aus der Vergangenheit in die Gegenwart und wieder zurück und jede neue Figur ist zugleich ein alter Bekannter. Werden sich die Protagonisten diesmal…

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Der Gesang des Windes – Rezension

Gesang des Windes - spiritueller Roman

Ein kluger alter Mann und ein leidenschaftlicher Jungspund gemeinsam auf der Suche nach den verborgenen Geheimnissen des Lebens und der Liebe, angesiedelt in einer unbestimmt orientalischen Atmosphäre, vollgespickt mit schönen und schlauen Sätzen, die hängenbleiben – so könnte ich „Der Gesang des Windes“ von Jill A. Moebius umschreiben. Jill A. Moebius schreibt über das, was allen spirituellen Pfaden gemeinsam ist. Diese Stärke des Buches war für mich jedoch auch gleichzeitig seine Schwäche. Ihr Roman spielt in einer Welt, die von allen religiösen und spirituellen Traditionen Farbe und Atmosphäre erhalten hat. Der Hirte Omar gehört zu einem nomadisch lebenden Wüstenvolk, kennt aber auch Städte und Dörfer und streift durch die Berge und bewaldete Flußtäler. Die Übungen und Meditationen, die sein Meister lehrt, enthalten genauso Sufi-Elemente wie Spuren von Yoga und anderen Traditionen. Durch dieses Mosaik bekommt die Lehre zwar einen universellen Charakter, bleibt aber für mich an manchen Stellen etwas diffus. Mein…

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Buchs – es kommt darauf an, was man daraus macht: Jardin Eyrignac

Jardin Eyrignac Schattenplatz mit Sichtachse

Kann sich noch jemand an den alten Werbespruch der Zement­wirtschaft erinnern? „Beton – es kommt darauf an, was man daraus macht.“ Buchs war für mich immer so etwas wie der Beton im Garten. Ein williger Werkstoff, der genau zeigt, was der Gärtner alles nicht kann und was der Standort des Gartens alles nicht hergibt. Die Gärtner aus dem Jardin Eyrignac hingegen zeigen, was jenseits des Reihenhausgartens mit Buchs alles möglich ist: Formschnitt in Vollendung. Prachtvolle umrandete Wege, Sichtachsen, die den Blick lenken, lauschige Ecken, Umrahmungen für üppig blühende Beete, geheime Gartenzimmer, schattige Plätze und von der Sonne beschienen Plätze. Dieser Garten bietet einfach alles, was mit Buchs möglich ist und das in einer Formvollendung, wie ich sie noch nirgendswo gesehen habe. Auch in Großbritannien nicht. Im Jardin Eyrignac gibt es kein welkes Blatt, keine zerzaustes Ästchen, keinen krummen Zweig. Nur Perfektion. Und freies WLAN – zumindestens im vorderen Teil des Gartens…

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Saline Arc et Senans – Museumsbesuch

Museum Saline Arc et Senans

Pragmatisches Prestigeobjekt, gebaut von einem Architekten, der viel lieber Visionen als Paläste und Industrieanlagen verwirklicht hätte – das ist mein Eindruck von der Saline Arc et Senans, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Es heißt, dass die französische Aristokratie sich damals, 1774, über die Architektur echauffierte. 140 Säulen für eine Produktionsstätte? Unerhört, denn Säulen gehören nur an Kirchen und Paläste. Der Architekt Claude-Nicolas Ledoux musste Paläste bauen, denn dafür bekam er Aufträge. Seine nicht verwirklichten Entwürfe in dem kleinen Museum innerhalb der Saline Arc et Senans zeigen wohl das, was er am liebsten gebaut hätte: die perfekte Stadt. Die Saline liegt irgendwo zwischen diesen Polen. Vielleicht habe ich das aber auch alles ganz falsch verstanden, denn das Museum macht es einem nicht wirklich einfach. Es ist kein technisches Museum zur Salzgewinnung, kein Freilichtmuseum, das zeigt, wie damals gelebt und gearbeitet wurde. Es ist auch kein Architekturmuseum und kein Wirtschaftsmuseum. Es ist von…

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Neophyten – unternehmungslustige Pflanzen erobern die Welt

Neophyten Sachbuch

“Wandernde Pflanzen – Neophyten, die stillen Eroberer” von Wolf-Dieter Storl hat mich gleich auf den ersten Seiten fasziniert. Neophyten, das sind, vereinfacht gesagt, Pflanzen, die eigentlich nicht hier her gehören. So wie der Riesenbärenklau, die kanadsiche Goldrute und das indische Springkraut. Als agressiv und gemeingefährlich gelten sie. Mindestens unter Beobachtung stellen muss man diese Pflanzen, noch besser bekämpfen und ausrotten. Oder? Wolf Dieter Storl, Weltreisender und Ethnobotaniker, lässt sein Buch in Südafrika beginnen. Mit zwei sehr sympathischen Biologen erkundet er die Umgebung der Hauptstadt. Dort findet er lauter alte Bekannte aus allen Teilen der Welt, auch aus Europa: den Portulak, die Akazie, das Wandelröschen, die Seekiefer … Mit Erstaunen hört er die Biologen voller Enthusiasmus und mit Herzblut davon reden, dass all das ausgerottet werden müsse. Weil es nicht nach Südafrika gehöre. Weil es agressiv sei. Weil es die einheimischen Pflanzen verdrängen würde. Zugegeben: ein Buch so beginnen zu lassen…

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Weihnachten und der Fliegenpilz. Vielleicht eine wahre Geschichte.

Weihnachten Schamane Fliegenpilz Sachbuch

Eigentlich ist der Weihnachtsmann ein Fliegenpilz. Rote Jacke und die Schneeflocken als weiße Punkte – eindeutig ein Fliegenpilz. Oder? Fliegenpilze wiederum sind eng mit den Schamanen verbunden. Also ist Weihnachten ein altes heidnisches Fest. Eindeutig. „Abgründige Weihnachten – Die wahre Geschichte eines ganz und gar unheiligen Festes“ von Christian Rätsch wirkt ein wenig, als hätte das Buch eigentlich viel länger sein sollen. Manche der logischen Herführungen muten arg verkürzt an und es wäre ein leichtes, sich in dieser Rezension über diese Lücken auszulassen. Mache ich aber nicht, denn ich schätze das kreuz und quer denken von Christian Rätsch sehr. Wahrscheinlich sind die logischen Verkürzungen hauptsächlich der Art und Weise geschuldet, wie heute Bücher entstehen. Der Weihnachtsbaum als Ygdrasil, die Weltenesche, ist ein durch und durch schamanischer Baum. Die Kerzen beschwören die Rückkehr der Sonne. Der Duft aus dem Räuchermännchen segnet und weiht den Baum. Äpfel, Nüsse und Lebkuchen sind Opfergaben und Fruchtbarkeitssymbole. Hinter…

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Somatische Intelligenz: Mein Körper weiß, warum ich keine Tomaten mag

Somatische Intelligenz - Sachbuch Rezension

Ich mag keine Tomaten. Schon immer*. Wobei die pauschale Aussage, dass ich keine Tomaten mag, so nicht richtig ist. Tomatensuppe und Tomatensauce, die lange gekocht wurde, mag ich. Doch je roher die Tomate desto größer meine Abneigung. Thomas Frankenbach rät mir mit seinem Buch „Somatische Intelligenz“ dazu, das zu akzeptieren. Tomaten enthalten fantastische Nährstoffe und sind gesund – aber eben nicht für jeden. Wie alle Pflanzen enthalten Tomaten auch Stoffe, mit denen sie sich vor Fraßfeinden und Pilzkrankheiten schützen. Diese Inhaltsstoffe werden von Menschen vor allen Dingen roh unterschiedlich gut vertragen. Mir wird von Tomate schlecht. Abscheu vor Tomaten – bei mir ein Warnsignal Abscheu ist also nichts, was man überwinden soll. Viel klüger ist es, auf dieses Körpersignal zu hören und seiner somatischen Intelligenz zu vertrauen. Doch häufig geht das zarte Stimmchen der somatischen Intelligenz im Alltagstrubel unter oder kann sich gegen lautstark geäußerte Ernährungsweisheiten nicht durchsetzen. Rohkost, Vollkorn,…

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Zum Glück kein Heimatroman: Die letze Nacht des Matze Blitz

Matze Blitz

Eigentlich befinde ich mich seit ein paar Jahren in einer Roman-lese-Flaute, die mich allerdings nicht sonderlich stört. Meine Neugier treibt mich zu Sachbüchern und wenn ich mal Lust auf eine gute Geschichte habe, greife ich zum Kinderbuch. „Die letzte Nacht des Matze Blitz“ hat sich ganz hinterhältig auf der Regional-Schiene angeschlichen und bevor meine innere Bücherhüter-Stimme „nur Sachbücher“ aussprechen konnte, hatte ich schon ja zu diesem Buch gesagt. Zum Glück – mir wäre sonst viel Spaß entgangen! Matze wächst in den 90er Jahren in Schwetzingen auf. Schwetzingen schätze ich aus zwei Gründen sehr: für den Schlossgarten und für seine schönen Biergärten, die sich für mich in nicht-sportlicher Fahrradnähe befinden. Aber ich bin mit Matze völlig einer Meinung: aufwachsen möchte ich dort nicht. Schwetzingen ist für Jugendliche nicht das passende Biotop. Zu viel Barock, zu viel Idylle und die nächsten echten Städte – Mannheim und Heidelberg – gerade eben ein Stück…

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Laienkritiker und die Nonne mit dem Judo-Buch. Oder warum es Zeit ist, die Diskussion Literaturkritik vs. Buch-Blogs zu beenden

Laienkritiker - was ist das?

Laienkritiker. Schon wieder ein Begriff, mit denen Buch-Blogger in eine Schublade gesteckt werden. Eine Schublade, die sich sehr weit unten im Gebäude der Literatur befindet. Laienkritiker ist ein Wort, das bei mir mindestens Pickel auslöst. Selbst dann, wenn er nicht abwertend gemeint sein sollte. Doch so, wie Caterina vom Blog Schöne Seiten im Börsenblatt den Begriff Laienkritik verwendet, passt er auf einmal. Sie erklärt, warum der Versuch, Buch-Blogger*innen und Literaturkritiker*innen aneinander zu messen oder gar gegeneinander auszuspielen, nichts bringt. Damit beendet sie die unnötige Branchendiskussion Literaturkritik vs. Buchblogs. Die Chancen der sogenannten Laienkritik liegen genau in dieser Vielfalt. Sie will die professionelle Literaturkritik nicht verdrängen, sie erweitert sie, indem sie neue Wirkungsfelder eröffnet. Genau. Buch-Blogs demokratisieren das Sprechen und Schreiben über Bücher. Durch Blogs wird sichtbar, wer welche Bücher liest, warum er sie liest und wie genau dieser Leser dieses Buch findet. Eigentlich eine wunderbare Sache, oder? Warum also hat…

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Fan war ich eigentlich nicht: Kim Gordon und Sonic Youth

Kim Gordon Girl in a band Autobiographie Sonic Youth

Rock’n’Roll war das nicht: Sonic Youth waren mir damals zu künstlerisch wertvoll. Zu wenig Unterleib. Anerkannt gute Songs, aber insgesamt zu kopflastig. Aber da stand Kim Gordon. Sie blieb mir im Gedächtnis. Ohne, das ich allzu viel über sie wusste, war sie für mich ein Role Model – eine Frau, wie ich mir Frauen vorstellte. Dafür brauchte es keinen feministischen Diskurs, dafür brauchte es eine Frau, die tat, was sie tat, inmitten von Männern und dabei sehr zufrieden aussah. Sie war für mich ein Vorbild – einfach dadurch, dass sie so auf der Bühne stand, wie sie da stand und einfach dadurch, dass sie ihre Version von Musik machte. Cool war sie für mich – aber wie ich jetzt nach der Lektüre von „Girl in a band“ weiß, sah sie das anders. Coolness war für sie ein weiteres künstlerisches Konzept. Den feministischen Diskurs würde ich heute nach der Lektüre liebend…

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Meine Mikroben und ich – ein Holobiont

Die Herrscher der Welt: Mikroben - Sachbuch

Holobiont. Wichtiges Wort. Vor der Lektüre von Bernhard Kegels neuem Buch „Die Herrscher der Welt. Wie Mikroben unser Leben bestimmen.“ kannte ich das Wort Holobiont (Definition folgt am Ende der Buch-Rezension) noch nicht. Jetzt werde ich es sicherlich nicht mehr vergessen. Holobiont – ich bin viele und nur miteinander können wir überleben. Was wäre ich ohne meine Darm-Mikroben? Unterernährt ist eine durchaus zutreffende Antwort, denn die Mikroben spalten für sich und für mich Nahrungsmittel auf. Ich könnte diese speziellen Nährstoffe sonst nur schlecht verwerten. Und was wären meine Darm-Mikroben ohne mich? Auf jeden Fall heimatlos und hektisch darum bemüht, irgendwo anders für sich diese Nährstoffe zu finden, die es in meinen Eingeweiden im Überfluss gibt. Wir profitieren voneinander – zumindest so lange, wie sich alles im Gleichgewicht befindet. So viel sei schon mal verraten: weder einseitige Ernährung noch Antibiotika fördern das Gleichgewicht. Er fragte sie (die Forscher), was sie selbst in…

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Yoga XL – wenn ich das kann, kannst Du das auch

Yoga XL

Yoga XL – Yoga für Menschen mit Kleidergröße XL und mehr. Nein, eigenes Übergewicht ist nicht der Grund für mich gewesen, das Buch von Birgit Feliz Carrasco zu lesen. Ich war auf einen ganz bestimmten Aspekt neugierig. Das Wort Yoga löst Bilder aus. Yoga – das ist doch nur etwas für flexible, dünne Menschen, die aus dem Stand mit den Händen auf den Boden kommen und die sich mit dem großen Zeh hinter dem Ohr kratzen können. Oder etwas in der Art, meistens gefolgt von einem: das kann ich nicht und daher ist Yoga nichts für mich. Ich weiß nicht, wie häufig mir diese Haltung schon in Gesprächen begegnet ist, insbesondere – aber nicht nur – bei Menschen, die eine gewisse Bewegungssparsamkeit kultivieren. Wie will nun Birgit Feliz Carrasco genau solche Menschen motivieren, die zudem meist mit den Themen Sport und Bewegung schlechte Erfahrungen gemacht haben? Ihr wichtigstes Argument ist sie selbst. Sie lebt…

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