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Acker, Baulücke, Deponie: Brachen, unterschätzte Refugien für Tiere und Pflanzen

David Bröderbauer, Judith Schalansky (Hg.) Acker, Baulücke, Deponie Ein Brachenatlas

Der Spielplatz meiner Kindheit war ein ungenutztes Baugrundstück. Kiefern, Brombeeren, eine sehr alte Eiche, unsere Trampelpfade und ein aufgelassener Hühnerstall. Zu dem Zeitpunkt lag es schon 70 Jahre brach; heute stehen dort Einfamilienhäuser mit Schuhschachtelgärten, die kaum genutzt werden. David Bröderbauers Buch „Acker, Baulücke, Deponie. Ein Brachenatlas“ trifft bei mir also auf offene Ohren. Trotzdem hat er mich überrascht. Pflasterritzen mit ihrem Bewuchs aus Steinmoos, Mastkraut und Vogelknöterich hätte ich nicht als Brache voller Wildnis erkannt. Doch es ist, wie Bröderbauer es beschreibt: „Wir leben…

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Stadtwildpflanzen. 52 Ausflüge in die urbane Pflanzenwelt

Knöterich, Berufkraut, Platane. Was haben diese drei Pflanzen gemeinsam? Sie sind alle drei recht zuverlässig in europäischen Städten anzutreffen. Sie sind Stadtwildpflanzen und Autor Jonas Frei bringt sie uns in 52 Ausflügen nahe. Damit schickt er uns vor unsere Haustür und lädt uns ein, dort genau hinzuschauen. Nur das Buch können wir nicht mitnehmen, denn der wunderschön gestaltete, gut 300 Seiten starke Bildband hat zwar mit 14.8 cm x 21 cm ein kompaktes Format, wiegt jedoch fast ein Kilo. Aber wer die Hände frei hat,…

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Die verborgene Tierwelt unserer Städte

Der Anfang täuscht. Was mit einer toten Kakerlaken beginnt, wird schnell sehr lebendig. Ein Jahr lang muss es der Biologe Marco Granata aus beruflichen Gründen in der Großstadt aushalten. Häusermeere, Beton, viele Menschen, wenig Grün – für ihn, der sonst in der Nähe der Berge lebt, eine lebensfeindliche Umgebung. Doch es kommt anders. Ein bisschen zumindest.Ausgehend von der toten Kakerlake beginnt er, Insekten in der Wohnung zu erforschen. Von dort geht es auf den Balkon zu den Schmetterlingen und weiter zu den Vögeln. Seine Kreise…

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Absurd, charmant, ironisch: Die Kartenmacherin

Wenn eine Kleinstadt immer größer wird, was braucht sie dann? Mehr Infrastruktur! Ein Kongresszentrum, ein Parkhaus und und und … Als die Eilenburger ihren zweiten Südbahnhof eröffnen, merken sie, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes keinen Plan haben. Nach langer Sitzung und vielen Gutachten fasst der Stadtrat einen Beschluss. Eine Kartographin soll es richten und erst einmal ermitteln, was es in der Stadt schon alles gibt. Als auf ihrer Karte ein See erscheint, eröffnet ein Bootsbauer ein Geschäft. Die ersten Touristen kommen zu Besuch,…

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Jäger und Sammler: 12 Monate fernab vom Supermarkt

Wer „Mein Jahr als Jäger und Sammler“ von John Lewis-Stempel lesen möchte, sollte das Wort Jäger im Buchtitel ernst nehmen. Sehr ernst. John Lewis-Stempel beschließt, zwölf Monate lang von dem zu leben, was seine eigenen 16 Hektar hergeben. Farmland mit Hecken, Weiden, Wäldern und einem Fluss. Mit Enten, Eichhörnchen, Fasanen. Mit Löwenzahn, Gänsefuß, Bärenklau. Wildäpfeln, Brombeeren, Schlehen. Für diese Lebensweise braucht es Wissen, Geduld und die Bereitschaft, Hunger auszuhalten. Er bringt all das mit und packt noch Hartnäckigkeit obendrauf. Über allen Seiten schwebt ein Banner…

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Wie wird Landschaft sichtbar? Durch Spaziergangswissenschaft!

Es gibt Bücher, die würde ich mir im Leben nicht kaufen. Ganz einfach, weil ich von ihrer Existenz gar nichts weiß. Wer mir und meinen Lese-Vorlieben schon länger folgt, ahnt, wie perplex ich ob dieser Aussage bin. Ich bin eine Kreuz-und-quer-Leserin und ich schätze die Arbeit kleinerer Verlage sehr. Aber das Buch „Warum ist Landschaft schön? Die Spaziergangswissenschaft“ von Lucius Burckhardt, erschienen im Martin Schmitz Verlag, war mir noch nie begegnet. Zum Glück habe ich einen sehr guten Freund, der dieses Buch in der Karl…

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Immer schön langsam. Unterwegs in der Stadt.

Stadtwandern. Durch die City, die Vororte, die Parks und die Industriegebiete. Mir eine Stadt erlaufen ist etwas, was ich mir nicht für die Urlaube aufhebe. Auch meine Heimatstadt Mannheim erkunde ich so, wie Barbara Weitzel ihr Berlin. Immer schön langsam. Zu Fuß unterwegs in der Stadt. Das ist etwas anderes, als von A nach B zu laufen oder auf den stets gleichen Wegen die Besorgungen zu erledigen. Spazieren? Flanieren? Ich kenne kein Wort für das, was Barbara Weitzel macht. Sie erläuft sich ihren Alltag genauso…

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Alte Wege. Einfach losgehen? Von wegen.

Wir kamen nicht zusammen, dieses Buch und ich. Dabei ist es in einer schönen klaren, exakten und zugleich poetischen Sprache geschrieben. Zudem handelt es vom Draußen sein, vom Wandern und Gehen. Auch davon, dass alles zusammenhängt – das Gestern mit dem Heute, jeder Mensch mit jedem anderen, die Sprache mit der Welt und einfach alles mit der Natur. Es hätte exakt mein neues Lieblingsbuch aus dem Genre Nature Writing sein können. Doch ich wollte den Erzähler mehr als einmal schütteln. Hätte er nicht wenigstens ein…

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