Mein Leben mit Büchern. Rezensionen zu Sachbüchern, Ratgebern und Romanen. Museen, Musik, Kunst.
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Schlagwort: Rezension
Buch-Rezensionen und Buch-Begeisterung. Und nur ganz selten ein Verriss. So könnte die perfekte Überschrift für diese Blog-Kategorie lauten. Schließlich empfehle ich hier einfach nur Bücher, die mir gefallen haben und erzähle, was diese Bücher in meinem Leben ausgelöst oder verändert haben.
Aber da Menschen es anscheinend kompliziert mögen, ist es dann doch wieder nicht so einfach. In den letzten Jahren wurde begonnen, die große Gruppe der Buch-Blogger genauer zu analysieren. Auf einmal gab es Unterteilungen: Literatur-Blogger, Genre-Blogger, Lifestyle-Blogger … Wenn ich in eine solche Diskussion gerate antworte ich mit, das hier ist ein Feld-Wald-Wiesen-Buch-Blog, ein Gemischtwaren-Blog. Dann verlasse ich den Raum. Ganz ehrlich: ich habe mir doch nicht diesen Freiraum namens Internet erobert um mich dann wieder in Schubladen stecken zu lassen?
Was mache ich hier also eigentlich genau? Heute dies und morgen etwas anderes. Einzige Klammer scheint zu sein, dass ich über Bücher schreibe. Mal ist es eine richtige Rezension, mal ein flüchtiger Leseeindruck. Mal eine Empfehlung an andere Leser, mal ein Lesetagebuch für mich. Mal eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema, mal einfach nur ein naives Staunen. Mal mit Hintergrundinfos, mal voll mit persönlichen Eindrücken. Jedes Buch und jede Lesestimmung ist anders und dem will ich gerecht werden.
Ist es also eine Rezension, eine Buch-Empfehlung, ein Lesetagebuch? Egal, Hauptsache, meine Lesebegeisterung löst bei Euch etwas aus!
Alte Helden mit arthritischen Knochen. Junge Stutzer, die dem langweiligen Leben als Adlige entfliehen wollen. Hornwölfe mit äußerst komplexen Moralvorstellungen und Clan-Regeln. Dazu dann noch seltsame Religionen und eine blutjunge Päpstin, alte Götter und Teufel sowie Menschen, die vor allem dem letzten Detail zu wenig Aufmerksamkeit schenken.
Alex Marshall – wer auch immer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt – wirft seine Protagonisten mitten in das Geschehen. Wer sie sind und wie sie in dieses Lied, in diese Geschichte, geraten sind, verrät er erst so nach und nach.
Der Landschaft misst der Autor nicht all zuviel Bedeutung bei. Sie ist der Ort des Geschehens, mehr nicht, und wird vor allem durchritten. Nur das Meer, das beeindruckt ihn.
Ich mag seine Art zu erzählen, seine Halbsätze und Skizzen, lassen sie mir doch viel Raum für eigenes Kopfkino.
Choi erlebt man zum Beispiel zuerst als Kampfwächterin in Aktion. Das Beziehungsgeflecht der Personen in diesem Kapitel ist wichtiger als die einzelnen Charaktere. Dass Choi eine Hexengeborene ist, erfährt man so nebenbei; die Hinweise, was „hexengeboren“ eigentlich bedeuten könnte, werden über das ganze Buch verteilt. Chois kleine schwarzen Hörner werden erst viel später kurz erwähnt. Für alle, die diesen Hinweis verpasst haben, wird er im nächsten Kapitel noch einmal wiederholt und dabei durch die Erwähnung ihrer roten Augen ergänzt.
Doch jetzt, da der Leser ein Bild von Choi vor Augen hat, heißt es schon nicht mehr Hexengeborene, sondern Wildgeborene. Diese politisch korrektere Bezeichnung bereitet vor allem Dingen einem Helden, der ganz sicherlich kein politisch korrektes Leben geführt hat, Schwierigkeiten. Dabei ist er von allem männlichen Helden über weite Strecken der aufrichtigste. Natürlich steht ihm ein Eid im Weg, den er jedoch kreativ umgeht.
Es ist dieses Spiel mit Erwartungshaltungen und Rollenklischees, dieses feine zweite Ebene, die mir so viel Lesevergnügen bereitet hat. Da erzählt schon mal eine Generalin, wie das ist, mit Zwillingskindern in den Krieg zu ziehen und diese auf dem Pferd zu stillen. Männer heiraten Männer, um über kleine Inselkönigreiche zu herrschen. Frauen fluchen und rauchen Pfeifen mit stinkendem Kraut. Und immer, wenn man meint, die Rolle einer Figur zu kennen, kommt es anders.
Vielleicht wird zuviel über Strategie und Kriegsführung in „Blut aus Silber“ diskutiert. Doch es sind gerade diese Gespräche, die die Verhältnisse zwischen den Figuren offen legen.
Ich hatte eine gute Zeit mit Zosia, Maroto und den Hornwölfen. Doch ich sage Euch: das Ende der Welt ist nicht mehr fern und es naht aus einer ganz anderen Richtung als erwartet.
… dass Großvater mit seiner Behauptung, alle Geschichten würden zu gleichen Teilen Weisheit, Wahrheit und Schwachsinn enthalten, vermutlich recht hatte.
Blut aus Silber – S. 308
Weitere Angaben zum Buch:
Alex Marshall
Blut aus Silber
A Crown for Cold Silver Übersetzt von: Andreas Decker
Vater Arthur Scott, so stellte er sich dem Museum vor. Der Mäzen im Habit eines Jesuitenpriesters hatte im Kofferraum seines Autos ein wertvolles Gemälde aus dem Nachlass seiner Mutter, dass er dem Museum schenken wollte. Er übergab dem Museum das Bild und fuhr davon.
Bereits die erste Überprüfung ergab, dass es sich um eine Fälschung handelte.
Vater Arthur Scott besuchte unter anderem Namen auch noch weitere amerikanische Museen. Die Bilder, die er verschenkte, waren gerade mal so gut gefälscht, dass sie einem ersten prüfenden Blick stand hielten – aber nicht länger.
Warum tat er das? Was war sein Beweggrund?
Ruhm, Geld, Rache und Genugtuung sind die häufigsten Motivationen für Kunstfälscher.
Geld, so nehmen die meisten an, ist die eigentliche Triebfeder hinter jeder Kunstfälschung. Fakt ist, dass es selten das primäre Ziel ist, auch wenn es später, nach einem ersten großen Erfolg, der Hauptgrund für den Fälscher ist, mit dem, was er tut, weiterzumachen. Den Grad der eigenen Genialität auszureizen, sein Können zu demonstrieren, sich am Establishment, von dem man gekränkt wurde, zu rächen, Ruhm und Bewunderung – das sind viel eher die Kriterien, die einen Künstler zum Fälscher werden lassen.
S. 189
Vater Arthur Scott passt nicht so recht in dieses Schema und genau deswegen blieb er in meinem Lesergedächtnis.
Ebenfalls im Gedächtnis bleiben werden einige Worte: Krakelüre. Lukrieren. Provenienz. Für Worte-Sammler ist das Buch ein einziges Vergnügen.
Ich bin zwar leidenschaftliche Museumsbesucherin, doch mit dem Kunstmarkt oder der Restauration von Kunstwerken habe ich mich bisher kaum befasst. Daher waren mir diese Begriffe neu. Krakelüre oder Krakelee sind die feinen Risse auf der Oberfläche eines Gemäldes, die im Laufe der Jahrzehnte entstehen. Lukrieren bezeichnet den wirtschaftlichen Erfolg auf einer Auktion und die Provenienz ist die Biographie eines Sammlerobjektes – wer hat es wann besessen und wo wurde das Kunstwerk erwähnt. Die Lektüre erweitert nicht nur den Wortschatz, sie ist auch äußerst vergnüglich.
Doch besitzt nun ein Original diese gewisse Aura, die es zu etwas ganz Besonderem macht? Kann man ein Original wirklich „erspüren“? Anscheinend nicht. Das lassen zumindest die vielen Irrtümer und Fehlbewertungen von Experten, über die in diesem Buch berichtet wird, vermuten.
Wann also kann man sicher sein, dass ein Original keine Fälschung ist? Dann, wenn es die richtigen Papiere hat. Aber diese Papiere kann man auch fälschen. Genauso wie Weinflaschen.
„Original Meisterfälscher“ – Vergnügliche Lektüre, sofern man kein Sammler ist!
Bibliographische Angaben:
Noah Charney
Original Meisterfälscher Ego, Geld & Größenwahn
Psychogramme und Motive der berühmtesten Fälscher Einblicke in den Kunstbetrieb – spannend wie ein Krimi Fakes in Kunst, Archäologie und Literatur
Brandstätter Verlag
ISBN 978-3-85033-921-6
Leider nicht mehr lieferbar.
Ob Original oder Fälschung: Kunst macht das Leben schöner! Hier findet ihr meine Rezensionen und Buch-Tipps
Meine ganz persönliche Kopftuchgeschichte spielt in den 70er Jahren. Für meine Oma war ein Kopftuch ein ganz normales, ungemein praktisches Kleidungsstück. Es hielt bei Wind die Haare aus dem Gesicht, schützte im Sommer vor der Sonne, bei der Gartenarbeit vor dem Dreck und fing an den Schläfen und im Nacken den Schweiß auf. Bei schlechtem Wetter hielt es warm, ein leichter Regen machte dem Kopftuch nichts aus. Damit verhinderte das Kopftuch Ohrenschmerzen und, wenn man es in die Stirn zog, Stirnhöhlenentzündungen. Sehr praktisch und angenehmer zu tragen als eine Mütze.
Ich war mit dem Fahrrad unterwegs und trug ein Kopftuch. Wahrscheinlich war ich, Jahrgang 68, gerade eben noch Grundschülerin. Meine langen, dunklen Haare schauten unter dem Kopftuch heraus, das ich mir bestimmt in die Stirn gezogen hatte, denn es wehte ein frischer Wind. Meine dunklen Augen blitzten darunter hervor. Da hörte ich es: „Scheiß Türkin!“
Laut und deutlich wurde mir das von zwei Jungs hinterhergerufen.
Nach meinen Empfinden gab es damals noch nicht viele Türkinnen oder Muslima mit Kopftuch in Mannheim. Wenn, dann trugen sie dieses einfache Bauernkopftuch – so, wie es viele Frauen in Deutschland auf dem Feld und bei der Arbeit getragen haben, so, wie ich es von meiner Oma übernommen hatte. Kopftuch = Türkin? Dieser Gedanke war mir neu.
Für mich war das Kopftuch seit diesem Tag kein normales Kleidungsstück mehr. Ich trug es nur noch selten.
Heute trage ich es nur noch beim Wandern oder bei der Gartenarbeit und dann in einer Variante, die mehr an die 50er Jahre erinnert. Ein kleines Stück Stoff in knalligen Farben, weit entfernt von jeder Kopftuch-Variante, die eine Muslima heute trägt.
Vor lauter Symbol sieht man die Menschen nicht
Sineb El Masrar eröffent ihr Buch „Muslim Girls. Wer sie sind, wie sie leben“ mit ihren Gedanken zum Kopftuch. Was bleibt ihr auch anders übrig? Zu sehr ist dieses Stück Stoff zu einem Symbol geworden. Vor lauter Symbol sieht man die Menschen dahinter nicht mehr. Wir reden nicht mehr über die Frauen und schon gar nicht mit ihnen, wir reden über das Kopftuch in allen seinen Variationen. Dagegen – und nicht nur dagegen – schreibt sie an.
Wie die europäischen Geschlechtsgenossen werden auch unsere Väter, Brüder und Ehemänner über kurz oder lang zu frauenbewegten Erkenntnissen kommen. Dafür werden wir schon sorgen. Bis dahin hätten wir allerdings, statt Verboten und Diskriminierung, lieber ein bisschen Unterstützung. Oder sollte ich sagen: Respekt?
S. 40
Für mich sind die Kapitel über Schule und Berufswahl die stärksten des ganzen Buches, denn hier springt die Autorin virtuos zwischen Forschung und Fakten und persönlichem Erleben hin und her. Das passt zur Lebenswelt der deutschen Muslim Girls, die gelernt haben, in verschiedenen Welten zuhause zu sein.
Schon die Schullaufbahn der Muslim Girls verläuft anders als die ihrer Klassenkameradinnen. Wie es dazu kommt und was wer dagegen tun könnte oder auch schon tut – dies beschreibt die Autorin ausführlich und leidenschaftlich. Dabei geht sie genauso auf die Rolle der Eltern, der älteren Geschwister, der Nachbarn als auch auf die Rolle der Lehrer ein. Nach dem Staat ruft sie nur selten.
Vor allem im ersten Kapitel pendelt ihr Schreibstil zwischen Wortwitz und Wissenschaft, zwischen persönlicher Betroffenheit und nüchterner Aufklärung. Sineb El Masrar hat viel zu sagen und packt es in geradezu atemlose Sätze, fast so, als wäre sie es nicht gewohnt, dass ihr jemand lange genug zuhört. Ich habe ihr gerne zugehört.
Laut Wikipedia ist der Herder Verlag übrigens ein Verlag mit traditionell katholischer Ausrichtung. Die lexikalische Knappheit wird der Wirklichkeit nicht gerecht. Als traditionell-katholisch würde ich mich sicherlich nicht bezeichnen, doch ich schätze die Arbeit des Verlags sehr, da bei Herder viele Titel erscheinen, die den Dialog zwischen den Kulturen fördern.
Das Thema ist immer noch aktuell, das Buch aber leider nicht mehr lieferbar. Aber stöbert doch mal in meinen feministischen Buch-Tipps!
Was gut zu den Muslim Girls passt ist dieser Fantasy-Roman, in dem auch der Koran und eine muslimische Kick-Ass-Woman eine Rolle spielen: Alif der Unsichtbare
Süffig, sehr süffig liest sich das neue Buch von Ben Aaronovitch „Fingerhutsommer“. Bei den letzten Büchern der Serie hatte ich, obwohl sie mir alle ausnehmend gut gefallen haben, immer etwas zum Mäkeln. Mal verzettelte sich der Autor mit zu vielen Figuren, mal erschloss sich mir der Sinn eines ganzen Kapitels für die gesamte Handlung nicht so recht.
Aber diesmal passt alles: Tempo, Witz, Rhythmus, Timing, Figuren, Logik – einfach alles fein, alles hervorragend ausgearbeitet!
Der Humor ist vielfältiger geworden und zum Glück werden die Witze über gute und schlechte Architektur, die in Band 4 „Der böse Ort“ begannen, fortgesetzt.
Es könnte sein, dass der junge, magisch begabte Polizist Peter Grant auf dem besten Weg ist, erwachsen zu werden – aber allzu eilig hat er es Göttin sei Dank dabei nicht. Solange Beverly, die Flussgöttin, in seiner Nähe ist, bleibt genug Raum für Unvernunft und Unverhofftes.
Bisher spielten alle Bücher der Serie in London und liefen unter dem Label Urban Fantasy. Fingerhutsommer hingegen spielt komplett auf dem Land. Ob sich da ein neuer Trend abzeichnet – Landlust-Fantasy?
„Das geheime Leben der Dinge. Warum Computer und Autos ein Eigenleben führen“ hat mich überrascht. Mit einer Kulturgeschichte der Dinge und der Beziehungen, die Menschen zu ihren Dingen haben, hatte ich nicht gerechnet.
Lyall Watson beginnt seine Reise durch die Zeiten und durch Welt bei den Steinen. Viele Kinder haben eine kleine Steinsammlung aus Kiesel, Quarz und Glimmer. An sich wertlose Steine, die aber für das Kind einen besonderen Wert besitzen. Die Form, das Glitzern, die Haptik und auch die Tatsache, dass man sie selbst gefunden hat, machen aus diesen Allerwelts-Steinen einen Schatz.
Was wäre, wenn diese Bedeutung, die das Kind den Steinen gibt, dieser Schatz-Charakter, die Steine selbst verändert?
Solche Sammlungen von Steinen mit ungewöhnlichen Formen und Farben hat man schon in den Höhlen der Steinzeit gefunden. Menschen geben den Steinen, dem Metall, dem Wasser, dem Holz und der Erde und den Dingen, die daraus gemacht wurden, schon seit Jahrtausenden eine Bedeutung. Da ist im Laufe der Zeit einiges an Sinngehalt zusammengekommen.
Dieser angesammelte Sinngehalt prägt laut Lyall Watson nicht nur unser Verhältnis zu den Dingen, er prägt auch die Dinge an sich. Unter bestimmten Umständen ermächtigt er sie, ein Eigenleben zu führen. Beispiele dafür hat er reichlich in den Archiven der Fortean Times gefunden.
Doch die Reise, auf die der Autor uns mitnimmt geht noch weiter. Er führt uns durch die Geschichte, besucht mit uns andere Kontinente und lässt uns teilhaben an einer ganz besonderen Freundschaft. Nicht die Wissenschaft steht im Vordergrund, sondern das erkunden, begreifen und vernetzen.
Wer sich des Symbolgehalts der Dinge, die ihn umgeben, bewusst werden möchte und wer bereit ist, während der Lektüre der naturwissenschaftlichen Art, die Welt zu erklären, eine Auszeit zu gönnen, dem lege ich dieses Buch ans Herz.
Ein Buch ans Herz legen ist ein Ausdruck, an dem der Autor sicherlich seine Freude hätte. Unserem Verhältnis zu Büchern widmet er einige Seite und setzt die Bücher in eine Reihe mit weiteren symbolträchtigen Dingen wie Glocke und Kerze. Auch der Bibliotheksengel von Arthur Koestler wird erwähnt. Dieser Autor war der Meinung, dass, wenn man nur ausreichend Zeit in Bibliotheken verbringen würde, sich der Bibliotheksengel um einen kümmern würde. Dieser hilfreiche Geist sorgt dafür, dass man beim entlangstreifen an den Regalen am richtigen Buch hängen bleibt und dass dieses sich wie von Zauberhand an einer besonders nützlichen Stelle aufschlägt.
Mein Bibliotheksengel ist noch aktiver und hilfreicher, er kommt direkt zu mir nach Hause!
Manchmal hilft ein Buch, etwas zu benennen, was man selbst tut; etwas zu verstehen, was einem selbst wichtig ist, ohne das man hätte beschreiben können, warum. So ging es mir mit dem 53. Kapitel aus „Achtsam durch den Tag – 53 federleichte Übungen zur Schulung der Achtsamkeit.“
Im Wald den Müll anderer Leute aufzusammeln ist etwas, das ich schon länger tue. Ich habe das nie groß hinterfragt. Respekt vor der Natur, Achtung vor dem Leben, Schutz des Waldes, der für mich ein wichtiger Rückzugsort ist: es gibt viele gute Gründe dafür. Es ist einfach ein inneres Bedürfnis und nichts, worüber ich groß nachgedacht habe. Mit so einem großen Satz wie „Die Dinge besser hinterlassen, als ich sie vorgefunden habe“ hätte ich es nie umschrieben.
Mehr Gedanken hatte ich mir um eine andere Angewohnheit von mir gemacht, etwas, dass ich eher als Marotte bezeichnet hätte.
Irgendwann habe ich mir angewöhnt, auf öffentlichen Toiletten aufzuräumen. Nichts großes – Papier nachlegen, das Waschbecken trocken wischen. Auch das war mir ein Bedürfnis, ohne das ich hätte sagen können, was und warum ich da eigentlich tue.
Genau diese, mir seltsam vorkommende Angewohnheit, wird von Jan Chozen Bays als gute Möglichkeit bezeichnet, mehr Achtsamkeit in das eigene Leben zu bringen.
Das soll eine Achtsamkeitsübung sein? Wirklich?
Wenn Sie diese Übung praktizieren, sind Sie vielleicht anfangs verwirrt, wenn Sie sehen, wieviel verbessert werden könnte. Soll ich etwa allen Abfall auf dem Gehsteig aufheben? Und was ist mit der Straße oder dem Park? Wo höre ich auf?
Die beste Arena für diese Übung ist ganz alltäglich und eng begrenzt und betrifft all die kleinen Dinge, die wir tun können …
S. 205
Jede ihrer Übungen beginnt ganz einfach und erfährt dann eine Vertiefung, die diese alltägliche Handlung in einem ganz neuen Kontext präsentiert. Dieses Aufräumen ist nichts weiter als das Lächeln, mit dem ich eh schon immer versuche durch die Welt zu gehen, in Taten umzusetzen.
Ich hätte es für mich nie in Zusammenhang mit dem Konzept der Achtsamkeit gesetzt!
„Achtsam durch den Tag – 53 federleichte Übungen zur Schulung der Achtsamkeit.“ ist wirklich ein bemerkenswertes Buch, dass so ganz anders daher kommt als alle anderen Achtsamkeitsratgeber, die ich bisher gelesen habe. Deswegen ist es auch das erste Buch, zu dem ich gleich zwei Beiträge veröffentliche. Meine erste Rezension findet ihr hier.
Weitere Angaben zum Ratgeber:
Jan Chozen Bays
Übersetzt von Stephan Schuhmacher
Achtsam durch den Tag 53 federleichte Übungen zur Schulung der Achtsamkeit
Was gab es in den Kochbüchern und Ernährungsratgebern dieses Jahr nicht schon alles zu lesen: Panik vor der Weizenwampe auf der einen Seite, die Wiederentdeckung der Stulle auf der anderen.
Und ich? Ich befinde mich irgendwo zwischen diesen beiden Extremen und habe mit viel Freude in dem Kochbuch „Aufs Brot“ von Maik Schacht gestöbert.
Meinen Brotkonsum habe ich eingeschränkt und lebe gut damit. Getroffen hat es bei mir vor allen Dingen das mittägliche Pausenbrot, dass ich durch Sahnequark mit Obst ersetzt habe – die LOGI-Methode lässt grüßen. Dafür genieße ich mein Abendbrot um so bewusster. Wenn ich denn gutes Brot bekomme …
Brot bekomme ich eigentlich überall, sogar an der Tankstelle. Ich suche aber handwerklich gut gemachtes Brot, das nicht nur schmeckt, sondern auch verträglich ist. Wenn man dann so wie ich in einem ganz normalen, nicht-hippen Vorort wohnt, gestaltet sich der Einkauf gar nicht so einfach. Was für ein Glück, dass Abels Marktbäckerei auch den Rheinauer Wochenmarkt besucht!
Brot könnte ich natürlich auch selbst backen, aber daran habe ich mich bisher noch nicht gewagt. „Aufs Brot“ enthält im letzten Kapitel auch einige Brotrezepte, doch das ist nicht der Schwerpunkt des Kochbuchs. Selbstgemachte Brotaufstriche spielen eine wichtige Rolle, aber das Highlight sind Belegte aller Art – als Abendbrot, zum Mitnehmen oder für die Party. Vietnamesische Banh Mi mit Garnelen, Schüttelbrot-Pizza mit Blauschimmelkäse, Frischkäse und Birnen oder Pressbrot alias Tramezzini mit Hüttenkäse, Avocado, Surimi und Eiern – alles lecker und abwechslungsreich.
Die besondere Überraschung war für mich jedoch die Brezel-Terrine mit Lauch und Fleischwurst; kulinarische Kindheitserinnerungen im neuen Gewand.
Ein wenig irritiert es mich ja schon, dass nahezu zwanghaft in jedem Kochbuch – egal zu welchem Thema – auch Süßspeisen enthalten sein müssen. Vielleicht kann ich das auch einfach nicht genug würdigen, da der Süßspeisentiger in mir eher ein kleines Hauskätzchen ist. Aber ich muss schon zugeben, dass das Rezept für Dicke Ritter – arm kann man sie wahrlich nicht nennen – sehr bemerkenswert ist. Ich verstehe, dass dieses Rezept seiner Oma im Gedächtnis des Kochbuch-Autors kleben blieb!
Dieses Kochbuch nimmt seine Mission ernst, sehr ernst: Eintopf zum Frühstück, zum Mittagessen und natürlich auch zum Abendessen.
Heiß, lauwarm oder kalt; für den Esstisch und zum Mitnehmen. Suppen und Eintöpfe, aber auch backen, dämpfen und räuchern in einem Topf.
Wenn ich also hier in der Überschrift von Eintopf rede, wird das dem Buch nicht wirklich gerecht. Alle Gerichte können zwar tatsächlich mit nur einem Topf zubereitet werden, aber nicht alles, was aus einem Topf kommt, ist deswegen auch ein Eintopf.
Wer auch immer für den Abwasch zuständig ist – er wird sich freuen, wenn aus diesem Buch gekocht wird!
Die Rezepte reichen von bodenständig und traditionell bis exotisch und überraschend. Gerade bei den ausgefalleneren Rezepten fand ich die Getränketipps sehr hilfreich. Zu jedem Rezept gibt es Variationen und Alternativen zur Würzung. Beherzt salzen und pfeffern – in diese Formulierung habe ich mich verliebt. Wann passiert einem Kochbuchleser das schon mal, das er einen Satz aus der Kochanleitung ins Herz schließt?
Was ich unbedingt ausprobieren möchte ist Bulgur mit Spargel und Zitronenverbene. Schwetzinger Spargel frisch vom Feld kann ich nämlich mal eben in der Mittagspause mit dem Fahrrad holen und das auch noch mit einem Besuch in der Buchhandlung verbinden. Zitronenverbene wuchert bei mir in großen Kübeln im Garten. So viel Verveine-Tee und Aromawasser kann ich gar nicht trinken wie diese beiden Sträucher Blätter haben! Die Vorfreude auf die nächste Spargelsaison wächst.
2100 Watt versus geschmeidiges, seidiges, glänzendes, gesundes Haar: mit welcher Kernaussage kann man einen Föhn besser an Frauen verkaufen? Nicht nur mit solchen Fragen beschäftigt sich das Buch „Text sells – wie Sie Texte schreiben, die wirken“. Auch die Besonderheiten der Sprache Udo Lindenbergs werden gewürdigt und Praxisbeispiele in Form von Originaltext – Textkritik – überarbeiteter Text kommen auch nicht zu kurz.
Die Ausgangsfrage musste sich Philips stellen. Was möchten Frauen mit einem Föhn erreichen? Etwas für ihre Schönheit tun? In angemessener Zeit Haare trocknen und stylen ist die treffendere Antwort. Wer seine Kunden und ihre Lebenswelt kennt weiß das und kann die besseren, da erfolgreicheren Texten schreiben. 2100 Watt ist eine handfeste Tatsache, die prägnant die Leistungsstärke des Haartrockners berschreibt. Mit diesem Slogan wurde der Föhn deutlich besser verkauft.
Natürlich braucht man, um solches herauszufinden, mindestens ein multinationales Team und eine Datenbank, die alle Elemente der Corporate Language erfasst – Textbausteine, Slogans, Bilder, Farben, einfach alles, was eine Marke ausmacht. Oder doch nicht?
Dieses Knowhow ist für jeden interessant, der mit Texten überzeugen möchte – egal ob Einzelkämpfer, Mittelständler oder kleines Rädchen in einer sehr großen Firma. Dabei ist es auch ganz egal, ob er mit seinen Texten Umsatz generieren möchte, seine Reichweite steigern möchte oder einfach nur seine Leser begeistern will. Die Prinzipien bleiben die gleichen: wissen, wo der Leser umgeht, einfach und emotional stimmig formulieren und immer den Nutzen des Lesers im Kopf haben. Doch diese Grundsätze werden nur selten mit einer solchen Begeisterung und Freude vermittelt wie in „Text sells“.
Deswegen bekommt „Text sells“ von mir den Ehrentitel „Dieses Buch darf bleiben“ und wandert in meine Basis-Bibliothek. Ich werde es sicherlich noch häufig zur Hand nehmen!
Informationen zum Buch:
Armin Reins Veronika Classen Géza Czopf
Text sells Wie Sie Texte schreiben, die wirken. Wie sie Unternehmen und Marken durch Sprache Profil geben
Verlag Hermann Schmidt ISBN: 9783874398084
Update 2026: Ich wundere mich sehr, aber dieses Buch ist nicht mehr lieferbar. Für mich hat es das Zeug zum Standardwerk. Vielleicht kann ich euch mit diesen Beiträgen und Rezensionen rund um das Thema „bessere Texte“ trösten:
Robert Weller und Michael Firnkes, Autoren der Neuauflage von „Blog Boosting“, haben eine ganz einfache Antwort auf diese Frage: Geld verdienen, was sonst? Ein Blog ist ein nützliches Instrument, um Einnahmen zu generieren. Entweder auf ganz direkte Art durch Werbung oder indirekt, indem der Blog dazu genutzt wird, Aufträge zu bekommen oder Produkte zu verkaufen.
Das ist für mich auch der Hauptunterschied zur ersten Auflage von „Blog Boosting“. Ein Blog ist nun keine Spielwiese mehr, sondern ein Business. Für mich als Buch-Bloggerin wird es an dem Punkt schwierig – doch dazu später mehr.
Bevor Geld verdient werden kann, gilt es, sich Reichweite zu erarbeiten. Mindestens 100 Besucher am Tag ist das Ziel, denn dann kann man nach Aussage der Autoren mit einem gut positionierten Nischenblog bereits Umsatz machen. Content, Technik, Vernetzung und SEO sind das Werkzeug, der Rest ist harte, tägliche Arbeit und Übung. „Blog Boosting“ vermittelt das dafür notwendige Knowhow und erzählt ausführlich über geglückte Strategien der Autoren und über Erkenntnisgewinn durch Misserfolge. Das ist für mich auch die Stärke des Buches: sehr, sehr viel Praxiswissen auf Augenhöhe vermittelt.
Die zweite Auflage von „Blog Boosting“ ist nicht einfach eine überarbeitete Neuauflage, es ist ein komplett neues Buch. Der zweite Autor Robert Weller macht den Unterschied. Das bedeutet noch mehr Praxisbeispiele aus anderen Themenbereichen, die weitere Aspekte des Bloggens beleuchten. Es bedeutet aber auch eine andere Art des Schreibens. Letzteres bedauer ich ein wenig, da ich in manchen Kapiteln den abwechslungsreichen, wortgewandten Schreibstil von Michael Firnkes vermisse.
Cirka zwei Drittel des Buches widmen sich dem Handwerkszeug, das man benötigt, um eine ordentliche Reichweite zu erzielen. Doch auch hier wird schon immer auf die Monetarisierung als Endziel verwiesen. Trotzdem ist auch dieser Teil des Buches für Blogger*innen interessant, bei denen nicht gleich das Dollarzeichen in den Augen aufblinkt – also für Bloggerinnen wie mich.
Die Buch-Blogger und das liebe Geld – zwei Welten?
Ich kenne kaum (keine?) Buch-Blogger, die Ihren Blog konsequent zur direkten Monetarisierung nutzen. Manchmal versucht einer, das Zählpixel der VG-Wort einzubinden und flucht; manchmal sehe ich Adsense Werbung oder das Partnerprogramm von Amazon. Anders sieht das schon bei den Produkttest-Blogs aus, die unter anderem auch Bücher besprechen.
Es ist jetzt gut zwei Jahre her, dass ich die erste Auflage von „Blog Boosting“ gelesen habe. Die Lektüre hatte sichtbare Folgen in Form meines Kinderbuch und Bilderbuch Blog, der deutlich mehr Reichweite als dieser Blog aufweist. Das wundert mich nicht, denn die Kinderbuch-Nische ist größer und klarer definiert als das Sammelsurium an Themen, über das ich hier schreibe. Hier habe ich ohne Konzept begonnen und einfach drauf los geschrieben. Ich befürchte, der Google Algorithmus weiß bis heute noch nicht so recht, wofür dieser Blog steht.
Bücher, Museen, Kunst, Yoga – das ist nur eine kleine Auswahl meiner Blog-Themen. Doch das alleine scheint schon viel zu bunt und vielfältig für das strukturierte Vorgehen einer Suchmaschine zu sein. Wenn ich dann wenigstens immer nur Bücher aus einem Genre besprechen würde, aber nein, das wäre mir ja zu langweilig. Bei den Rezensionen geht es genauso bunt weiter: Sachbuch, Fachbuch, Fantasy, Kochbuch und ab und an ein Roman. Ich könnte das zum Beispiel ändern, indem ich zu jedem dieser Themen einen eigenen Blog mache. Will ich aber nicht, denn die GeschichtenAgentin ist meine Spielwiese und darf so bleiben, wie sie ist: im Sinne von Blog-Boosting inhaltlich un-optimiert und damit kaum für Einnahmen geeignet.
Das ist der Grund, warum ich mich diesmal in „Blog Boosting“ nicht so recht wiedergefunden habe. Ja, Gewinnoptimierung kann auch ein Blog-Ziel sein – aber eben nicht meines, zumindest nicht für den Hauptblog. Doch das handwerkliche Knowhow, das sehr fundiert vermittelt wird, ist für jeden Blogger nützlich und relevant. Was man damit hinterher anstellt bleibt jedem selbst überlassen.
Und was passiert bei mir diesmal nach der Lektüre? Mal sehen, ob ich nicht doch ausprobiere, ob man mit einem Buch-Blog Geld verdienen kann. Ich muss zugeben, dass es mich in den Fingern juckt und mein Kinderbuch-Blog wäre dafür geeignet. Jetzt brauche ich nur noch eine Alternative zum Partnerprogramm von Amazon, denn das kommt für mich als Ex-Buchhändlerin und Liebhaberin funktionierender Innenstädte nicht in Frage.
Barbara Rias-Bucher ist eine Autorin, die mich wirklich schon lange begleitet. „Natürlich kochen – köstlich wie noch nie“ und „Vollwert Kochvergnügen“ waren nicht nur mit die ersten Kochbücher, die ich als Buchhändlerin im Stapel verkauft habe, es waren auch die ersten Kochbücher, die mich motiviert haben, über meine Ernährung nachzudenken.
Meine Vollwert-Experimente waren jedoch nur von kurzer Dauer, denn mein Darm war bei weitem nicht so experimentierfreudig wie ich. Deswegen habe ich das Vorwort zu ihrem neuen Buch „Heimische Superfoods“ mit großem Vergnügen gelesen. Barbara Rias-Bucher lädt uns ganz entspannt zu einer „kulinarischen, volksmedizinischen“ Superfood-Entdeckungsreise ein. Von Dogma oder Ausnutzung eines schlechten Gewissens keine Spur.
Darüber, dass mich der Begriff Superfood nicht wirklich glücklich macht, hatte ich schon in meiner Rezension zu „Das große Buch der Superfoods“ geschrieben. Für Barbara Rias-Bucher ist der Modebegriff Superfood auch nur ein Startpunkt, um auf einer kulinarischen Entdeckungsreise zu zeigen, was in unseren Lebensmittel alles an Bioaktivstoffen steckt. Ihr Ernährungsprinzip ist ganz einfach: esst bunt und abwechslungsreich, verwendet frische Lebensmittel aus der Region.
Bunt essen ist wörtlich zu nehmen: sie gruppiert die Lebensmittel nach Farben. Wenn alle Farben auf einem Teller vertreten sind, kann man davon ausgehen, dass das Essen ausgewogen ist. Dieses Prinzip kenne ich auch noch aus meiner Kindheit, wo manch ein fertig angerichteter Teller noch mit den Worten „Da fehlt noch was Grünes!“ zurückgehalten wurde. Meist wurde dann reichlich Petersilie darüber gestreut. Barbara Rias-Bucher würde das gut finden.
Leinsamen statt Chia: Superfood „vunn do“
Exoten wie Chia sind für sie etwas, was den Speiseplan bereichern kann. Wirklich notwendig für eine ausgewogenen, abwechslungsreiche Ernährung sind sie nicht. Für jedes exotische Superfood kann sie eine einheimische Alternative nennen. Dafür gilt ihr mein ganz besonderer Leserdank.
Für meinen Geschmack hätten es etwas weniger Rezepte sein dürfen und dafür etwas mehr lexikalisch aufbereitete Warenkunde. Es sind zwar alle Informationen zur gesundheitlichen Wirkung der heimischen Superfoods vorhanden, aber diese stecken im ganz normalen Text. Dafür liest sich der Text richtig locker, sozusagen ein Gesundheits-Schmöker. Und zuviel Rezepte kann man eigentlich nie haben – genauso wenig wie zuviel Bücher.
Informationen zum Buch:
Dr. Barbara Rias-Bucher
Heimische Superfoods Natürliche Lebensmittel und ihre positive Wirkung
Guter Grund für mich, das Büchlein „Who the fuck is Alice?“ zu lieben, ist, dass ein Song meiner Lieblingsband enthalten ist. Can i get in your pants? verleitet die Autoren Evelyn Peternel und Andreas R. Peternell zu einem kleinen Exkurs über die Geschichte der Damenunterhose. Das geht erstens genau haarscharf am Thema des Songs der Cramps vorbei und zeigt zweitens prima, wie das Buch funktioniert. Die Frage des Songs wird nur als Ausgangspunkt für eigene Querdenkereien genommen. Und wie das bei Querdenkereien so ist, kann der Leser dem mal ganz großartig folgen und manchmal überhaupt nicht.
So hat sich mir der Gedankensprung von Alles klar Herr Kommissar? zur Entstehungsgeschichte des SOS nicht wirklich erschlossen. Genau mein Humor war hingegen die Frage Das soll ich sein?, die Blumfeld stellen, mit dem Bilderbuch „Das kleine Ich bin Ich“ von Mira Lobe zu beantworten. Großes Musical ist es auch Was hat Dich nur so ruiniert? mit wahren Geschichten von Lotto-Gewinnern zu beantworten, die durch ihren Riesengewinn alles verloren haben.
Insgesamt ist das Buch wie ein Abend in einer Disco: es gibt Herzenssongs und halbwegs tanzbares und manches, bei dem man fluchtartig die Tanzfläche verlässt. Doch wer ist denn nun diese Alice, jene mysteriöse Nachbarin, die so unnahbar erscheint, dass der Sänger von Smokie sie über 20 Jahre lang nicht ansprach? In diesem Buch heißt Alice eigentlich A.L.I.C.E. und ist ein Sprachcomputer, programmiert, um menschliche Gespräche nachzuahmen. Passt, denn der Dialog ist genauso ein Nicht-Gespräch wie das verpasste Gespräch mit der mysteriösen Nachbarin.
Sollten die Autoren eine Fortsetzung ihres Buches planen würde ich gerne ihre Antwort auf eine Frage aus einem anderen Song der Cramps hören: How far can to far go?
Bibliographische Angaben:
Evelyn Peternel Andreas R. Peternell
Who the fuck ist Alice? 101 Antworten auf die drängendsten Fragen der Popmusik
Rogner & Bernhard ISBN 9783954030804
Ich danke dem Buchhändler des Grooveblog, der mir „Who the fuck is Alice?“ für diese Rezension ausgeliehen hat.
GeschichtenAgentin, der Buch-Blog für Leser*innen, die nach ehrlichen Buchempfehlungen und persönlichen Rezensionen suchen! Seit 2012 schreibe ich hier über Bücher, die bewegen – hauptsächlich Sachbuch-Rezensionen, aber auch Fantasy-Buchtipps, ausgewählte Romane und Biografien. Doch Bücher sind nicht alles – ich blogge auch zu Themen wie der Buchbranche, Museen & Kunst, Mannheim & Pfalz. Viel Spaß beim Stöbern in meinen Rezensionen und Blog-Beiträgen!
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