Housewives Tarot – Karten legen im Stil der 50er Jahre

Karten-Set: Housewives Tarot

Man muss keinen Martini trinken, um Spaß mit dem Retro-Tarot-Set „Housewives Tarot“ zu haben. Ein schöner Aperol Sprizz tut es auch. Die Test mit einem Gin Tonic stehen noch aus. Überhaupt sollte man bei diesem Orakel nicht alles so ernst nehmen, obwohl man das „Housewives Tarot“ durchaus auch als reguläres Tarot-Deck verwenden könnte. Alle Karten der großen und kleinen Arkana wurden liebevoll und mit viel Sachverstand in eine fiktive Welt der 50er Jahre übertragen. Auch die Legungen wurden neu interpretiert. Aus der klassischen Dreier-Legung wurde ein Eiskrem-Sandwich und das keltische Kreuz wird – ein wenig anders platziert – zum Martini-Glas. Pro-Tipp zu dieser speziellen Legung aus dem Beiheft: Anschließend kippen Sie den übrigen Martini hinunter und interpretieren die Karten nochmals mit neugewonnener Kreativität. Die Kelche wurden zu Cocktail-Gläsern, die Stäbe zu allerlei Putz-Utensilien und die Schwerter zu Küchenmessern und Cocktail-Spießchen. Das ist so konsequent und in sich verdreht, dass es einfach großartig ist! Housewives Tarot –…

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Weltreisen mit Wipperfürth: Freitags in der faulen Kobra

Fette Hecht Band 2: Freitags in der faulen Kobra

Was ist an Fernreisen eigentlich so großartig? Es gibt dort in der Ferne Moskitos, Stechmücken, lästige Insekten. Das Essen ist zu scharf. Um die Ferne zu erreichen, ist man zu lange unterwegs. Und trotzdem lockt das Fernweh … Siebeneisen, der Held aus „Donnerstags im fetten Hecht“, ist wieder unterwegs. Halb zog man ihn, halb lief er freiwillig los. Die Einzelteile einer Ganesha-Statue, die James Cook überall auf der Welt verteilt hat, müssen gefunden werden. Falls dies nicht gelingen sollte, geht mindestens ein kleineres indisches Königreich unter. Ganz sicher aber wird dann Wipperfürth, der begnadete Logistiker, Reise-Coach und gute Freund Siebeneisens, nicht die indische Prinzessin heiraten können. Wie gut Wipperfürth Reisen organisieren kann, kann man prima auf seinem Tumblr-Blog verfolgen. Denn Wipperfürth existiert auch außerhalb der Bücher und kümmert sich hingebungsvoll um die Lesereisen des Autors Stefan Nink. Ob ÖPNV, Flugreisen oder Containerschiffe – Wipperfürth findet immer den günstigsten Weg für andere. An manchen Stellen ist…

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Der böse Ort – Magische Architektur in London

Aaronovitch Band 4: Der böse Ort - Urban Fantasy

Moderne Architektur ist böse. Sie dient nur dazu, dem Menschen seine Energie zu rauben, um sie anschließend für magische Zwecke nutzen zu können. Mit dieser Theorie könnte man so einiges an menschlichem Fehlverhalten erklären und vielleicht würde der Einsatz von Magiern in manchen Brennpunkten eine Wende zum Guten herbeiführen. Vielleicht wären ja wirklich lokale Götter und Naturwesen bereit, ein solches Vorhaben zu unterstützen und böse Orte zu heilen? Ben Aaronovitch präsentiert auch im vierten Band um den Londoner Detective und Nachwuchs-Zauberer Peter Grant interessante Erklärungsansätze für den Zustand unserer Städte. Der Plot ist diesmal nicht ganz ausbalanciert; insbesondere die Kapitel über das Frühjahrsfest der Flussgötter sind zu lang geraten. Die Persönlichkeitsentwicklung der Hauptdarsteller nimmt ordentlich an Fahrt auf. Das stimmt mich optimistisch für die nächsten Folgen der Serie. Leider führt das dazu, dass ein paar der logischen Erklärungen für den eigentlichen Kriminalfall etwas knapp geraten. Selbst Urban Fantasy funktioniert mit einem Mindestmaß an logischen Erklärungen besser 😉 Aber der…

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Patrick Wirbeleit – Was zur Hölle?! Comic-Roman

Was zur Hölle soll man tun, wenn man meint, seine Angebetete nur mit einer Vespa beeindrucken zu können, aber absolut kein Geld hat? Ein Job muss her und sei es Asche fegen in der Hölle. Das ist die Ausgangssituation für den Comic-Roman „Was zur Hölle?!“ von Patrick Wirbeleit. Ab da wird es turbulent. In den Hauptrollen zwei dumme Hilfsteufel, ein Marmeladenglas voll Asche und Gott als Huhn. Vielleicht ist der Himmel langweiliger als erwartet – vor allen Dingen, wenn man im Chor landet – und in der Hölle menschelt es. Wer einen Rat annimmt, sollte sich vielleicht erst einmal erkundigen, woraus die Erfahrung des Beraters besteht. Und wenn Mama ihre Lieblings-Fernseh-Serie verfolgt, muss der Sohn nicht allzu viel Aufwand mit der Notlüge betreiben. Für mich ist der Comic-Roman ein wunderbar schräges Geschenk, das sich ganz prima auf dem Gabentisch zur Konfirmation machen würde. Aber was zur Hölle brachte den Verlag dazu, auf dem Buchrücken zwei…

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Terry Pratchett – Dunkle Halunken – Rezension

Dickens, Königin Victoria und die Kanalisation Terry Pratchett hat mit „Dunkle Halunken“ seine literarischen Schulden beglichen. Im Laufe der Jahrzehnte hat er für seine fast 40 Scheibenwelt-Romane sehr vieles aus der Londoner Stadtgeschichte entliehen, entlehnt und stibitzt. Der Fluss Ankh und die Themse, der Stadtteil Schatten und Seven Dial, die Wache und die Metropolitan Polizei von Robert Peel haben viel miteinander gemeinsam. Ankh Morpork und London sind mindestens seelenverwandt. Mir kommt es so vor, als hätte Sir Terry Pratchett nun als Dank für diese unerschöpfliche Inspirationsquelle London ein Denkmal in Buchform gesetzt. „Dunkle Halunken“ ist vor allen Dingen ein London-Roman, der ein wenig an Charles Dickens erinnern soll. Konzipiert wurde er als All-Ager, ein Nicht-Genre, mit dem ich nicht so wirklich warm werde. Es macht die Bücher meist nicht besser, wenn sie ein für ein sowohl-als-auch Publikum geschrieben werden. Genau das ist für mich der Wermutstropfen an „Dunkle Halunken“. Für ein Jugendbuch bietet der Roman…

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Hari Crunchy – Yoga-Müsli und andere Dinge

Alles, was ich brauche Das Yoga-Müsli, die Klangschale und noch ein paar Dinge Eigentlich ist Yoga ein sehr preiswertes Hobby, denn man braucht dazu außer Körper, Atem und Geist nur noch etwas Raum. Sonst braucht man fast nichts. Eine Unterlage wäre vielleicht noch nicht schlecht … und damit begann die nahezu eigenständige Vermehrung meiner Besitztümer, die mit Yoga zu tun haben. Die Matte kam zuerst. Da ich mit Yoga begonnen habe, um mir und meinem Rücken etwas Gutes zu tun, wollte ich mir mit der Matte noch mehr Gutes tun. So wurde es die Matte aus Schurwolle. Diese ist leider jedoch für Yoga im Garten, wenn der Rasen noch feucht ist, völlig ungeeignet. Daher war die Anschaffung einer zweiten Yogamatte zwingend notwendig. Diese hat allerdings den Nachteil, dass ich an heißen Tagen zu sehr darauf rutsche. Ein spezielles Yoga Towel schafft hier Abhilfe. Anscheinend wollten die Matten nicht alleine sein. Drei Meditationskissen, Klangschalen und Räucherstäbchen…

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Philip Ardagh – Familie Grunz – Rezension

Kinderbuch Familie Grunz hat Ärger Band 1

„Wenn Du so schlau werden willst wie Vati, denk nicht so viel!” Familie Grunz hat Ärger und wir haben den Spaß Schubladen vereinfachen das Leben. Nicht schön, aber wahr. Aber in welche Schublade würde dieses Kinderbuch passen? Kurze Antwort: das ist nicht so einfach. Vielleicht trägt die passende Schublade für das Buch „Familie Grunz“ die Beschriftung „Olchis auf Speed“. Das mag zwar passend sein, aber eine Vereinfachung ist das nicht. Was könnte noch passen? Ich stelle mir folgende Lesesituation vor: Ein Vater mit einem dibbel-schisserischen Vorgesetzten. Voll mit Bürofrust. Sein Sohn. Seinem Englisch-Lehrer ist die Handschrift wichtiger als der kreative Umgang mit dem Vokabular. Beide sitzen in einer Wohnung ohne Gardinen in einem Haus voller Nachbarn, denen die Kehrwoche heilig ist. Sie lesen. Gemeinsam (man wird ja noch träumen dürfen …) Und lachen, lachen, lachen – bis das Lachen in glucksendes Grunzen übergeht. Ich versuche es jetzt noch einmal mit einer Schublade für „Familie Grunz…

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Ben Aaronovitch – Ein Wispern unter Baker Street – Rezension

Die Kult-Serie von Ben Aaronovitch. Diesmal kann ich sagen:  Ich war von Anfang an dabei. Bis ich Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romane* entdeckte, waren schon die ersten Bücher auf Deutsch bei Heyne erschienen. Ich kann mich also nicht als Discworld-Fan der ersten Stunde bezeichnen. Mein Fan-Karma verbesserte ich dann dadurch, das ich alles, was noch nicht übersetzt war, auf Englisch las und so ziemlich jedem die Scheibenwelt-Romane empfahl. Bei Jasper Ffordes Thursday-Next-Serie entwickelte sich mein Fan-Karma auch nicht optimal – ich setzte zwischendurch aus. Warum ist mir bis heute ein Rätsel**, bietet doch die Serie mit ihrem schrägen Humor, ihrem Unwahrscheinlichkeits-Drive und ihren literarischen Anspielungen alles, was mein Serien-Junkie-Herz begehrt. Diesmal, bei Ben Aaronovitchs Urban-Fantasy-Serie, kann ich sagen, dass ich von Anfang an dabei war. Schon der erste Band „Die Flüsse von London“ begeisterte mich trotz kleinerer Mängel in der Konstruktion. Wie erwartet wurden die fehlenden Erklärungen im zweiten Band „Schwarzer Mond über Soho“ nachgeliefert, der außerdem noch mit ein…

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Das dicke Urmel Buch oder: fröhlich scheitern beim Vorlesen

Meine derzeitige Lektüre (und damit der Start meines Buch-Blogs) ist ein Kinderbuch-Klassiker: Das Urmel von Max Kruse.Nicht wirklich verwunderlich, da ich ja jetzt für „Urmel – Richtig gutes Spielzeug“ arbeite. Natürlich wollte ich genau wissen, wo ich eigentlich gelandet bin – und dabei eine Bildungslücke schließen! Ich kann mich an das Urmel nicht erinnern. Augsburger Puppenkiste habe ich nie geschaut (war ein fernseh-armer Haushalt), aber dass das Buch an mir vorbei gegangen ist, finde ich verwunderlich. Gefühlt habe ich schließlich damals die ganze Bücherei leergelesen! Ähnlich wie Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt war Urmel für die Buchhandels-Kunden nicht so wirklich ein Must-Have-Kinderbuch-Klassiker. Bücher wie „Die kleine Hexe“ und „Lukas, der Lokomotivführer“ spielen da in einer ganz anderen Liga. Urmel war immer das Buch für die Fans, das besondere Kinderbuch. Darüber hatte ich mir nie Gedanken gemacht. Aber jetzt, da ich es lese, erschließt sich mir die Kunden-Logik. Urmel vorlesen ist eine Herausforderung!  Dirk Bach hat…

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