Buchblogs und Leser offline vernetzen

Literaturcamp Heidelberg Blogger Aktionen offline

„Buchblogs und Leser offline vernetzen“ war das Thema einer Veranstaltung auf dem Literaturcamp in Heidelberg #litcamp16. Alexandra hat die Session sehr spontan ausgerufen. Gedacht war sie als offene Diskussionsrunde, als Ideen-Sammlung. Der Raum war voll, trotz vieler anderer spannender Sessions, die zur gleichen Zeit statt fanden.

Für mich war es ein AHA-Effekt auf dem #litcamp16: Viele Buchblogger denken zur Zeit auf den gleichen Themen herum.

  • Wie kann ich und in wie weit will ich überhaupt meinen Blog professionalisieren?
  • Wie gehe ich damit um, dass mich andere in ihre Marketing-Aktivitäten einbauen wollen?
  • Wie kann ich meinen Leserstamm erweitern und verhindern, dass ich nur von anderen Bloggern gelesen werde?

Die letzte Frage wollten wir in der Session diskutieren. Alexandra vom Blog Bücherkaffee bringt selbst sehr viel Erfahrung beim Thema Offline-Aktionen von Blogs mit: monatlicher Bücherstammtisch „Meet & Read“ und Wohnzimmer-Lesungen sind nur zwei Beispiele ihrer Aktivitäten.

Vorneweg: der ultimative Lösungsansatz wurde nicht gefunden. Aber es wurden viele kleine unaufwendige Ideen zusammengetragen und auch ein paar größere Konzepte skizziert.

Sessionplanung #litcamp16 Offline Aktionen für Buchblogs

Hier mein – sicherlich lückenhaftes – Gedächtnisprotokoll: So können Buch-Blogs offline sichtbar werden

  • Bücherstammtische, Lesekreise, Offline-Leserunden
  • Bücherschränke ins Leben rufen. Am Literaturschock-Wohnort wurde gerade ein Bücherschrank eröffnet, den auch ich am Welttag des Buches ein wenig mit befüllt habe.
  • Büchern, die man weggibt oder spendet, einen Hinweis auf den Blog beilegen: Lesezeichen oder Visitenkarten.
  • Oder auch den Büchern kleine Rätsel beilegen – Schnitzeljagd
  • Wanderbuch-Aktionen
  • Blogparade Lieblingsbuch und aus allen Beiträgen ein eBook machen.
  • Aktionen mit Buchhändlern, wie sie auch in der Facebook-Gruppe Blogger & Buchhandel entstehen
  • Vorlese-Aktionen
  • Buch-Tipps für Zeitungen und Zeitschriften schreiben
  • Aktionen mit Bibliotheken
  • Auch mal über Nicht-Buchthemen schreiben und so neue Leser heranlocken, woraus dann wieder neue Offline-Kontakte entstehen können
  • Blogger-Veranstaltungen von Kulturinstitutionen nutzen (Beispiel: #tweetups in Museen)

Bemerkenswert fand ich, wieviel Hoffnung auf dem Buchhandel ruht: Blogger-Schaufenster, Buchvorstellungen mit Bloggern, Lesezeichen und Flyer im Laden auslegen … Buchhändler hätten das, was Buchblogger suchen: direkten Kontakt zum Leser.

Mein Eindruck ist ja eher, dass die meisten Buchhändler in der Angst leben, genau das zu verlieren! Dazu kommt, dass der Buchhandel keine Branche ist, die sich sofort und spontan auf Innovationen stürzt. Dieser Eindruck wurde auch von den meisten Buchbloggern, die schon Kontakt gesucht haben, bestätigt. Überzeugungsarbeit ist angesagt, aber einige schöne Aktionen sind auf diesem Weg schon entstanden.

Und was passiert jetzt? Die Idee zur Blogparade „Mein Lieblingsbuch“ wurde am nächsten Tag gleich von Bloggern aufgegriffen. Lilienlicht hat dazu spontan eine Session ausgerufen.

Und auf meinem Blog? Ich werde auf jeden Fall den Bücherschrank weiter füllen und vielleicht auch endlich mal das Projekt Werbemittel für meine Blogs in Angriff nehmen. Vor allem für den Kinderbuch-Blog könnte das interessant sein. Allerdings investiere ich meine Zeit einfach lieber in neue Beiträge als in andere Aktionen, deswegen stehen Offline-Aktionen wie sie hier zusammengetragen wurden für mich hintenan.

Hier findet Ihr Protokolle und Blogbeiträge zu allen Sessions und Diskussionen des Literaturcamp Heidelberg und hier mein Protokoll zu meiner Session Der Buchblogger, das unbekannte Wesen.

#litcamp16: das erste Barcamp für Literatur in Heidelberg und meine erste Session

Die Vorbereitung meiner Session für das #litcamp16 knapp zusammengefasst

Freitag Abend dachte ich mir, dass ich auf meinem zweiten Barcamp meine erste Session halten könnte. Samstag fühlte sich die Idee immer noch gut an. Also schnappte ich mir die Postkarte von „Fairer BuchmarktEvery time you steal an e-book, a unicorn dies und einen Kuli von Jokers, einem der Sponsoren des #litcamp16, und schrieb mein Session-Konzept auf.

Die Buchblogger, die unbekannten Wesen war von mir angedacht als Informationssession für Autoren, Verlage und Pressemenschen mit anschließender Diskussion mit Bloggern. Spontan unterstützt hat mich Alexandra vom Blog Bücherkaffee – Danke!

Ich hoffe natürlich, dass jemand diese Session protokolliert und drücke demjenigen fest die Daumen, dass er damit auch den Tolino Reader gewinnt – womit ich einen weiteren Sponsor im Text unterbekommen habe 🙂

Das war mein Einstieg in die Session:

Vorneweg: Blogger sind ein freies und wildes Völkchen. Wenn ich Verallgemeinerungen treffe habe ich immer ein wenig ein schlechtes Gewissen. Aber irgendwie muss ich ja Struktur in das Ganze bringen.

Wieviele aktive Buchblogs gibt es in Deutschland?

Schaut auf der Topliste von Tobi – er listet derzeit über 1200 aktive Buchblogs auf. Beachtet dabei, dass sein Ranking den Grad der Vernetzung angibt und kein Reichweiten-Ranking darstellt.

Warum bloggen Buchblogger?

Ein Buchblog ist immer auch ein persönliches Lesetagebuch; ein Erinnerungsmedium.

Mit einem Buchblog hofft man, Gleichgesinnte zu treffen. Ich habe oft gehört „In meinem Freundeskreis bin ich die einzige, die liest“. Nun, spätestens nach einem Jahr Buchbloggerei hat sich das geändert!

Natürlich haben Buchblogger auch eine Mission: Lesen ist cool; Leute, lest mehr Bücher.

Kreativität ausleben, Neues lernen, den technischen Horizont erweitern – all das lebt man mit seinem Buchblog aus.

Der 5. Punkt, der vorher gar nicht auf meinem Plan stand und spontan in die Rede hüpfte, bringt eine Meta-Ebene dazu: mit seinem Blog gestaltet man das Internet mit und überlässt es nicht den großen Marken. Ein Internet von Menschen für Menschen, ein Raum der Begegnung und der Kommunikation – dazu tragen Buchblogger bei.

Was ist ein guter Blog?

Wenn er Dir gefällt, wenn Du dort immer wieder gerne liest, ist er gut. Ganz einfach.

OK, stellen wir die Frage anders: was ist ein relevanter Blog?

Ab hier ist es schwieriger. Ein Ansatz, die Relevanz zu ermitteln, sind Tools wie Sistrix: Sichtbarkeitsanalyse und Keyword-Struktur. Kostet Zeit. Für Menschen, die es eiliger haben, empfehle ich diesen Ansatz: rechtsgültiges Impressum, mindestens 1 Jahr alt, mehr als 100 Beiträge, bloggt regelmäßig (ab 3 bis 4x im Monat).

Was für eine Reichweite hat ein Blog? Wie häufig wird ein Blog-Beitrag gelesen?

Ich gehe davon aus, dass sich mein Blog hier eher im unteren Mittelfeld bewegt. Das sind meine Zahlen:

Wenn ein Blogbeitrag schlecht läuft, findet er 20 Leser; wenn er gut läuft auch mal 150. Das sind die Zahlen für die ersten 10 Tage, also für den Zeitraum, in dem der Blogbeitrag noch frisch und neu ist. Zu diesen Zahlen muss man noch die Leser zählen, die meinen Hinweis auf den Beitrag zumindest auf Facebook, Twitter & Co. gesehen haben und so wissen, dass es eine Rezension zu diesem Buch gibt. Diese Impressionen machen geschätzt noch einmal 100 bis 300 Menschen aus.

Nicht viel, oder?

Danach beginnt Phase 2 im Leben eines Blog-Beitrags. 60 bis 70% meiner Leser kommen über die Google-Suche. Wenn das Buch gesucht wird, dann stehen die Chancen gut, dass der suchende Mensch meinen Beitrag findet. Aber eben nur wenn es gesucht wird!

Damit liegt der Spielball wieder im Feld der Autoren und Verlage: macht was mit den Blog-Beiträgen! Teilt sie, verbreitet sie, baut sie auf Euren Webseiten ein, sprecht darüber.

Ungefähr hier endete der vorbereitete Teil meiner Session und die Diskussion und der Erfahrungsaustausch begannen. Alexandra vom Bücherkaffee erzählte sehr frei und offen, was sie alles macht, um ihren Blogbeiträgen zu mehr Reichweite zu verhelfen: von bezahlten Facebook-Posts über gut ausgesteuerte Verbreitung via Socialmedia bis zu Google+ war da alles dabei.

Doch wie finden Autoren und Blogger zusammen?

Dieser Tweet fasst eigentlich alles zusammen:

Natürlich hatten alle Blogger Schauergeschichten parat von Mails, die besser nie geschrieben worden wären und die auch nie zu einer Rezension führten. Eigentlich würden wir uns alle gerne über Rezensionsanfragen freuen, doch derzeit sind es schlichtweg zu viele. 5 bis 10 Anfragen die Woche sind keine Seltenheit, selbst dann, wenn man explizit auf der „Über mich Seite“ stehen hat, dass man keine Rezensionsexemplare annimmt. Mein Kinderbuch-Blog scheint eine Besonderheit aufzuweisen: ich war die einzige Bloggerin im Raum, bei der auch Autoren anrufen. Übrigens auch keine gute Idee, genauso wie Unverlangt-Sendungen, eBook als Mail-Anhang, Nachhaken nach 14 Tagen oder Bücher in Rechnung stellen.

Auch wenn die anwesenden Blogger schätzten, dass nur 20% der Anfragenden sich vorher mit dem Blog auseinandergesetzt haben, gab es doch den Konsens: #ishaltso, da muss man drüber stehen.

Mails, die alle wichtigen Infos enthalten (Link zum Buch oder zur Leseprobe nicht vergessen!) und nett geschrieben sind, werden auch wirklich noch gelesen, trotz der Masse.

Was kann man sonst noch tun? Mein Tipp für Autoren: Netzwerk aufbauen, bevor man es braucht. So, wie ich es bei einer Bilderbuch-Autorin mal erleben durfte. Sie hatte munter auf allen Kinderbuch-Blogs kommentiert und mitdiskutiert OHNE darauf hinzuweisen, dass es ja bald eine neues Bilderbuch …

Als sie mich dann Monate später anschrieb, ob ich denn Interesse an einem Rezensionsexemplar hätte, konnte ich antworten: zu spät, ich habe es schon gelesen, finde es toll und schreibe gerade am Blog-Beitrag.

In diesem Fall kann ich nur sagen: alles richtig gemacht.

Ich hoffe, dass ich mit meiner Session zumindest genug richtig gemacht habe, dass alle Anwesenden Inspiration und Tipps für sich mitnehmen konnten. Dieses Protokoll ist sicherlich nicht vollständig. Schreibt mir in die Kommentare, was fehlt, und ich ergänze den Beitrag! Oder schickt mir Eure Links zu Eurem Fazit, dann verlinke ich darauf.

Und hier findet Ihr alle Infos zum Literaturcamp Heidelberg! Es war eine großartige Veranstaltung, geprägt von Respekt, Herzlichkeit, Offenheit und echtem Austausch ohne Akquise-Absichten.


 

Mein erstes E-Book – was? warum!

eBook Nachteile beim Zeilenumbruch
Schrift größer stellen beim eBook ist toll. Meistens.

Mein erstes E-Book. Also das war doch … keine Ahnung. Aber ich weiß genau, warum ich es gelesen habe. Es war eine Vereinfachung, schlicht und einfach.

Das Tolle am Beruf der Buchhändlerin ist, dass man ständig neue Bücher in der Hand hat. Das Schlimme am Beruf der Buchhändlerin ist, dass man ständig neue Bücher zu Hause hat. Die Regale werden aber nicht größer. Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem sich selbst meine Freunde keine Bücher bei mir ausleihen wollte, weil ich immer gleich dazu sagte: ich will es aber nicht zurück. Anscheinend sind auch die Regale meiner Freunde nicht mitgewachsen.

Als der erste Verlag begann, Leseexemplare als E-Book anzubieten, war ich gleich dabei. Was für eine Erleichterung im wahrsten Sinne des Wortes! Weniger Ballast für meine Wohnung. Keine Frage, wohin mit dem Buch nach der Lektüre. Notfalls kann man ein E-Book auch löschen, aber Festplatten sind geduldiger und belastbarer als Bücherregale.

Bald begannen die ersten Verlage, alle Leseexemplare als E-Book anzubieten. Nicht einmal pro Buchhandlung, sondern für jede Buchhändlerin. Nicht mehr warten müssen, bis die Chefin (und deren Mutter und Schwester) das Buch gelesen haben und das Leseexemplar endlich weitergeben! Eine Revolution, die die Hierarchiestruktur in einigen Buchhandlungen gewaltig durcheinandergewirbelt haben soll. Der Macht- und Wissensvorsprung manch einer Filialleiterin schmolz damals dahin. Gut so. Leseexemplare als E-Book sorgten für eine Demokratisierung, für mehr Titelkenntnisse und für eine bessere Beratungsqualität.

Mein erster eReader war ein Bookeen Cybook. Klein war er, passte in meine Jackeninnentasche. Dafür habe ich ihn geliebt. Kein Ballast, immer dabei. Heute lese ich auf einem Pocketbook Touch.

Dem E-Book bin ich also auch nach meiner Zeit im Laden treu geblieben. Urlaube und Zugfahrten sind E-Book-Zeit. Zu Hause lese ich das, was kommt, in der Form, in der es kommt. Hauptsache, das Buch ist gut!

Und was war Euer erstes E-Book – oder warum? Vielleicht habt Ihr ja auch Lust, an der Blogparade der Electric Book Fair teilzunehmen.


Ein Buch, viele Bücher. Noch mehr Bücher und immer zu wenig Platz im Buchregal. Lest hier auf meinem Buch-Blog GeschichtenAgentin mehr über mein Leben als Buchmensch.


Ich arbeite seit 1987 in der Buchbranche und habe erst mit diesem Comic die Doppeldeutigkeit von Verlagswesen bemerkt! Hier meine Rezension:

Anarchistische Entdeckungen, die nur auf der Leipziger Buchmesse möglich sind

Sach-Comic Kleine Geschichte des Anarchismus

Bei diesem Beitrag muss ich aufpassen. Er könnte mir zu sentimental geraten. Verlag Graswurzelrevolution – dieser Name lockt bei mir viele Sätze hervor, die mit „damals“ beginnen. Liegt daran, dass ich den Verlag als Abiturientin entdeckt habe.

Hinterfragen, genau wissen wollen, überprüfen, ob es nicht noch ganz andere Alternativen gibt, als die im Lehrplan vorgeschlagenen – das war für mich wichtig.

Nicht, dass meine Lehrer mich auf den Pfad gebracht hätten, aber die zufällige Anwesenheit von Werbematerialien anarchistischer Verlage und des Schwarzen Fadens neben meinem Geschichts-Lehrbuch auf dem Schreibtisch wurde doch wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Oder verkläre ich das im Nachhinein?

Eines verkläre ich ganz sicher nicht: Früher konnte man solche Verlage auch auf der Frankfurter Buchmesse antreffen. Ich fand das toll und habe begeistert in Programmen gestöbert, von denen ich sonst mit viel Glück einige Titel in Mannheim in der Xanthippe oder im Anderen Buchladen finden konnte. Vielfalt, Freiheit, Gegenentwürfe – mir ging es nie ums Recht haben, sondern darum, zu erfahren, was noch möglich sein könnte.

Heute finde ich diese Verlage nicht mehr auf der Frankfurter Buchmesse. Dafür muss man nach Leipzig fahren. Den Schwarzen Faden gibt es nicht mehr. Aber ja, Graswurzelrevolution gibt es immer noch. Über den kleinen Stand auf der Leipziger Buchmesse habe ich mich sehr gefreut.

Dieses Jahr habe ich ihnen sogar eine Broschüre abgekauft: Kleine Geschichte des Anarchismus – Ein schwarz-roter Leitfaden. Beeindruckt hat mich die Leichtigkeit und Exaktheit, mit der die Strömungen des Anarchismus erklärt werden: Individualanarchismus, mutualistischer Anarchismus, Anarcha-Feminismus, libertäre Erziehung …

Den Kampf der anarchistischen Strömungen untereinander konnte ich nie so richtig nachvollziehen. In diesem Sach-Comic werden zumindest die Unterschiede prägnant und leicht nachvollziehbar auf den Punkt gebracht. Respekt! Das erspart durchaus die Lektüre vieler dicker Wälzer.

Wer es genauer wissen will, der kann immer noch zu Stowasser greifen. Nein, ich meine nicht das Latein-Wörterbuch, sondern den großartigen Autor und Aktivisten Horst Stowasser. Ausgerechnet das beschauliche Neustadt an er Weinstraße hatte er sich als Wirkungsstätte rausgesucht. Das, was dort funktioniert, könnte wohl überall funktionieren – so lautete der Plan A. Leider ist Horst Stowasser viel zu früh verstorben. Zum Plan C kam es so nie.

Sein Buch „Freiheit pur!“ erschien damals im Eichborn Verlag, dem Verlag mit der Fliege, der durchaus mal anarchistischen Humor hatte – bevor daraus ein Konzern-Verlag wurde. Aber das ist eine andere Geschichte und auch wieder ein Grund, warum ich mich über die Anwesenheit des Verlags Graswurzelrevolution auf der Leipziger Buchmesse so gefreut habe.

Bibliographische Angaben:

Kleine Geschichte des Anarchismus
Ein schwarz-roter Leitfaden – Comic
Verlag Graswurzelrevolution
ISBN 9783939045144

Horst Stowasser
Anarchie!
Idee – Geschichte – Perspektive
Edition Nautilus
ISBN 978-3-89401-537-4 


Die Geschichte von dem anarchistischen Jugendbuch, das auch in den Veröffentlichungswegen anders ist: BUNG

Von Reichweite, Zahlenmagie und Buch-Blogs – was ist eine Rezension wert?

Wert einer Rezension auf einem Buch-Blog

Ein Ruck soll durch die Buch-Bloggosphäre gehen, das Selbstbewusstsein soll erstarken. Im Brennpunkt der Diskussion steht die Frage: was sind unsere Rezensionen und Artikel wert?

Spitzer formuliert: warum ist es (derzeit) mehr wert, über einen Lippenstift zu bloggen als über ein Buch? Warum werden reichweitenstarke Beauty-Blogger bezahlt, Buch-Blogger aber nicht?

Nun, man merkt es meiner Einleitung an, dass ich skeptisch bin. Ich sehe die Buch-Bloglandschaft in ihrer bunten Vielfalt, wie sie heute ist, und ich sehe die Blogs aus anderen Branchen, die mit Sponsored Posts, Anzeigen und durch Auftritte der Blogger als Speaker Geld verdienen.

Der Abstand in der Professionalisierung ist gewaltig. Zwei Beispiele für den Stand der Professionalisierung der Buch-Blogs habe ich rausgesucht.

Ich lese und rezensiere, da bleibt mir keine Zeit für Technik?

Knapp die Hälfte meiner Besucher kommen über die Suche, also Google & Co, auf meinem Blog. Wenn ich möchte, dass meine Beiträge lange gelesen werden und auffindbar bleiben, muss ich also Zeit in Technik und SEO investieren. Das ist alles kein Hexenwerk, man kann das lernen. Aber es kostet Zeit, die von der heiligen Lesezeit abgeht.

Wie sieht es nun aus in der Buch-Bloggosphäre? Schaut einfach mal, wie die Rezensionen der Blogs in der Google-Suche angezeigt werden. Welcher Blogger kümmert sich um HTML-Title und Meta-Description? Wer schreibt seine Snippets so, dass man Lust bekommt darauf zu klicken?

Macht ja nix, News sind doch wichtiger als alte Artikel könnte man meinen. Nein, auf einem Buch-Blog ist es anders. Ein Blick in meinen Zahlen: ein neu erschienener Beitrag auf diesem Blog wird in der ersten Woche 20 bis 30x aufgerufen, wenn es gut läuft auch 50x. Mehr nicht!

Bloggen gleicht einem Mittelstreckenlauf. Artikel, die am Anfang schwach liefen, können Monate später zu Erfolgen werden. Von 20 Leser zum Start des Artikels auf über 1000 Leser ein Jahr später – das ist durchaus möglich, wenn man Zeit in SEO investiert. Doch wieviele Blogger kümmern sich darum bzw. wollen sich überhaupt darum kümmern?

Die Nische rockt, eine klare Ausrichtung hilft

Jetzt bediene ich hier sehr spezielle Nischen: Sachbücher, Ratgeber, Yoga und bewusstes Leben, Museen. Eine klare Ausrichtung sieht definitiv anders aus. Diese Vielfalt führt dazu, dass ich nur relativ wenig Stammleser habe. Um so wichtiger ist für mich eine gute Auffindbarkeit in der Suche.

Mein Kinderbuch-Blog hingegen besitzt eine klare Ausrichtung. Die Kinderbuch-Nische ist zudem deutlich größer. Das führt dazu, dass der Blog dreimal so erfolgreich ist.

Wenn also eine Rezension eine große Wirkung entfalten soll, muss sie auch Online am richtigen Ort erscheinen. Das kann ein Buch-Blog sein, muss aber nicht.

Doch was bedeutet das konkret in Aufrufzahlen oder in Lesern? Hier habe ich immer noch den Eindruck, dass die wenigsten Buch-Blogger ehrliche Zahlen angeben. Da werden schon gerne mal Impressionen und Besucher verwechselt.

Meine Top 3 sieht derzeit so aus:

  1. Den ersten Platz hat Blackbox Gardening und die Akelei einem sehr gut platzierten Backlink des Ulmer Verlags zu verdanken. Das macht dann 1309 Aufrufe seit Juni 2014.
  2. Den zweiten Platz verdankt dieser Beitrag der Tatsache, dass das Buch seit ewigen Zeiten auf der Spiegel-Bestsellerliste ist und ich nicht verstehe, warum. Die Kuh, die weinte kommt auf 857 Aufrufe seit September 2014.
  3. Platz 3 geht an die Nische innerhalb der Nische: Das Sonnengruß-Mantra interessiert nur Yogis und Yoginis. 669 Aufrufe seit Juli 2013
  4. Am unteren Ende bewegen sich zum Beispiel die Elfen von New York: 19 Aufrufe seit Dezember 2015

Zum Vergleich sei wieder mein Kinderbuch-Blog herangezogen: 3963 Aufrufe für Muffelfurz und die Olchis seit September 2013 machen diesen Blog-Beitrag zum Spitzenreiter.

Ich vermute, dass ein gut eingeführter Literatur-Blog, der zudem das große und verdiente Glück hat, Backlinks von der Zeit und anderen wichtigen Online-Publikationen zu erhalten, deutlich bessere Zahlen als mein Kinderbuch-Blog aufweisen kann.

Aber über wieviele Buch-Blogs reden wir hier, die eine solche Reichweite aufweisen können? Und wieviele der jetzigen Buch-Blogs könnten diese Reichweite überhaupt erreichen, wenn sie sich mehr um SEO und andere Aspekte der Professionalisierung kümmern würden?

Ich bin dann mal offline – Pech für Euer Buch und Eure Backlinks

Mein zweites Beispiel ist eher ein anekdotisches: Blog-Pausen. Es gibt da dieses Ding namens Leben, das einem ganz hinterhältig vom Bloggen abhalten kann. Kommt vor, aber wie geht man damit um?

Es gab in letzter Zeit Buch-Blogs, die waren dann einfach für unbestimmte Zeit offline. Das kann natürlich jeder Blogger halten, wie er will. Aber für die Verlage und Autoren bedeutet das: futsch, aus, weg ist die schöne Rezension und der wichtige Backlink auf das eigene Produkt.

Kein Blog ist für die Ewigkeit gebaut und manch eine Rezension ist schneller offline oder unsichtbar geworden als ein Verlag das Wort Ladenpreisaufhebung buchstabieren kann.

Ist ein kostenloses Rezensionsexemplar wirklich eine Bezahlung unter Wert?

Dazu hat sich Tobi von den Lesestunden in seinem Beitrag Was ich mir als Buchblogger von den Verlagen wünsche schon seine Gedanken gemacht.

Bei einem Produkt wie einem Buch, wo ja die wenigsten Autoren vom Schreiben leben können, ist es absurd zu erwarten, dass da vom Kuchen genug abfällt, um hier ein ordentliches Einkommen zu erzielen.

Auch seine weiteren Ausführungen erhalten eine unbedingte Leseempfehlung von mir!

Ich kann den Wunsch mit Bloggen über Bücher Geld zu verdienen durchaus verstehen, aber sehe das in einer anderen Liga als das, was ich oder der durchschnittliche Buchblogger macht. Wer das möchte, muss sich aus meiner Sicht mit der Frage beschäftigen, wie er um seinen Blog ein Netzwerk aufbaut, dass es ihm erlaubt wirklich spürbare Umsätze und Mehrwerte für seine Kunden zu erzeugen. Wer eine Rezension zu einem 15 Euro teuren Buch schreibt, die von 1000 Besuchern gelesen wird und dann von 20 Lesern gekauft wird (eine Conversion Rate von 2% ist im Online Bereich schon ziemlich gut), dann wird damit ein Umsatz von 300 Euro generiert. Das entspricht dem, was die Fashionbloggerin ungefähr mit zwei verkauften Handtaschen an Umsatz erzeugt.

Quelle: http://www.lesestunden.de/2016/03/was-ich-mir-als-buchblogger-von-verlagen-wuensche/

Doch eine Rezension auf einem Buch-Blog ist ja nicht alles, was ein Buch-Blogger liefern kann. Bei Schwerpunkt-Artikeln, Werkschauen und anderen tiefergehenden Texten kann ich mir sehr wohl den oben beschriebenen Mehrwert vorstellen.

Auf Verlagsseite kann ich mir gut vorstellen, dass Buch-Blog-Aktionen von vornherein im Marketing-Etat verankert werden – mit einer Bezahlung für die ausgewählten Blogs.

Aber bei einem bin ich mir sicher: wer mit seinem Buch-Blog Geld verdienen will, muss noch mehr Zeit investieren. Lesen und rezensieren sind dann lediglich die Basis-Arbeit.


Ich blogge seit 2012 auf GeschichtenAgentin.de – da sind etliche Beiträge über das bloggen an sich zusammengekommen.


Ist das etwa Unkraut? Mein erster Frühling mit Garten, ein Buch und die Folgen

Gartenbuch Unkraut kein ProblemAls ich den ersten Frühling in „meinem“ Garten kommen sah, wurde ich ein wenig nervös. Toll, was alles wächst und knospt – aber was ist das eigentlich? War an dieser Stelle denn letztes Jahr auch schon eine Pflanze? Habe ich das gesät? Oder ist dieser zarte Trieb etwa ein Unkraut und muss raus?

Ich hatte nie geplant, einen Garten zu haben. Der Garten und ich, wir hatten auch keine lange Vorlaufzeit. Auf einmal war er da und ich stand mittendrin.

Die Vorbesitzerin hatte ihn vernachlässigt. Das ist halt so, wenn man schon weiß, dass man wegziehen wird. Der Garten hatte darauf mit wilder Wucherei reagiert. Die ersten Monate war ich mit zurückschneiden beschäftigt. Das Brombeeren ein Unkraut sind, hatte ich auch schon begriffen. Aber was war all das andere? Und muss ich dagegen etwas unternehmen?

Ich wusste es nicht. Also griff ich zu Büchern. Das mache ich immer so.

Das habe ich nicht gepflanzt, muss das deswegen weg?

Die ersten Gartenbücher, die ich las, gingen das Thema klassisch an: weg mit dem Unkraut. Ich begann also zu rupfen. Und hörte wieder damit auf, als ich „Unkraut? Kein Problem“ von Siegfried Schmid las. Der Autor hat sich drei Jahrzehnte lang um einen sehr großen und anspruchsvollen Garten gekümmert: den Botanischen Garten der Stadt Linz.

Erkennen – integrieren – verhindern ist sein Motto im Umgang mit Unkräutern, die er lieber als Plagekräuter bezeichnet, weil sie andere Pflanze verdrängen können. Meist die, die man viel lieber im Garten hätte.

Doch es kann auch ein Miteinander geben. Ein Plagekraut lässt sich eindämmen und nicht alles, was nicht gepflanzt wurde, muss entfernt werden. Vorausgesetzt, man weiß, welche Pflanzen zur Plage werden können und warum.

Für mich, als damalige Neu-Gärtnerin, war das ein hoch willkommenes AHA-Erlebnis. Danach begann ich, mich mit Themen wie Naturgärten und Permakultur auseinanderzusetzen.

Nicht, dass der Garten heute einem Konzept folgen würde. Ihm soll es gut gehen und uns darin auch. Igel und Fledermäuse bestätigen das und halten sich gerne bei uns auf. Das genügt als Konzept, finde ich.

Mit dem Gartenbuch „Unkraut? Kein Problem“ begann für mich damals ein Umdenken. Deswegen ist dies mein Beitrag für die Blogparade „Bücher, die bewegen“.

Banner bücher die bewegen

Bücher, die bewegen – Infos zur Blogparade

Eigentlich schreibe ich nicht so gerne über Bücher, die nicht mehr lieferbar sind. Für die Blogparade „Bücher, die bewegen“, die von Mehr als Grünzeug ins Leben gerufen wurde, mache ich eine Ausnahme.

Das war die Aufgabenstellung:

Bücher, die sich um den grünen Lifestyle, um vegane Ernährung oder einfach auch um Achtsamkeit, eine bewusstere Lebensführung und philosophische Reflexion drehen …
Sucht wirklich ein Buch aus, von dem ihr 100% überzeugt seid. Eines, dass euch ein bisschen aus der Bahn geworfen, euer Weltbild verändert, euch zum Nachdenken und/oder Handeln gebracht hat.

Bücher, die das eigene Weltbild verändert haben, sind häufig schon etwas älter – zumindest, wenn man wie ich 47 Jahre alt ist. Da kann es passieren, dass ein solches Buch nicht mehr lieferbar ist.

Auch wenn die vegane Ernährung und ich sicherlich keine Freunde mehr werden bin ich trotzdem gerne bei der Blog-Parade von Mehr als Grünzeug dabei und hoffe auf weitere Buch-Tipps aus dem Bereich Nachhaltigkeit, bewusste Lebensführung und Achtsamkeit.

Wer solche Themen mag, kann ja ein wenig hier auf meinem Blog stöbern:

 

Die Karte wollte lieber auf Mallorca bleiben

Mallorca Handbuch für den Urlaub

Ein guter Freund tröstete uns: Urlaub auf Mallorca kommt in den besten Familien vor.

Recht hat er.

Ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet, einmal mit schwäbischen Rentnern im Flieger nach Malle zu sitzen. Anfang Dezember letzten Jahres war es dann soweit. Um mich herum sonnengegerbte Blondinen, Sport-Aktivisten und Senioren in praktischen Outdoor-Klamotten. Ehrlich – das war wirklich so!

Ich habe die Reise nach Mallorca nicht bereut und das habe ich einmal (weiteren) guten Freunden zu verdanken, die vor Ort waren – und einem sehr guten Reiseführer.

Das Mallorca-Handbuch aus dem Reise Know-How bringt Struktur in das Urlaubsland, das so vielen unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden will: Sonnenanbeter, Party-People, Familien, Senioren, Radfahrer, Naturliebhaber und Menschen, die es sich einfach gut gehen lassen wollen (das beinhaltet gutes Essen). Das sind zum Teil gegensätzliche Interessen. Der Reiseführer aus dem Reise-Know-how Verlag ist jedoch so aufgebaut, dass ich locker alles, was mich nicht interessiert, ignorieren konnte.

Wichtig für mich sind Wanderungen, Spaziergänge, Naturschönheiten, Landschaften, kulinarische Highlights. Dazu bot mir der Reiseführer mehr als genug Anregungen.

Nur die empfohlenen Lokale konnten wir nicht testen. Anfang Dezember haben auf Mallorca 80% der Läden und Lokale geschlossen. Da mich aber 90% davon eh nicht interessiert hätten, hat mich das nicht gestört. Offen haben die Natur und das Licht, die Entspannung und der Himmel, die Ruhe und die Landschaft.

Ich glaube, ich komme wieder. Das richtige Reisehandbuch habe ich ja. Sogar wieder mit Karte. Zurück in Deutschland musste ich nämlich feststellen, dass die Karte aus dem Reiseführer es vorgezogen hatte, auf Mallorca zu bleiben. Kann ich ihr nicht verdenken.

Aber die netten Menschen aus dem Reise Know-How-Verlag konnten mir weiterhelfen. Sie hatten zwar keine PDF-Datei der Karte, wie ich als Online-Nerd gehofft hatte. Aber gegen die Zusendung von Briefmarken haben sie mir die Karte geschickt und der Reiseführer ist nun wieder komplett. Danke dafür – toller Service!


So sah es aus im Dezember auf Mallorca:


Angaben zum Reiseführer:

Hans R. Grundmann

Mallorca
Handbuch für den optimalen Urlaub

Reise Know-How Verlag


GeschichtenAgentin auf Reisen – meine Blogbeiträge und Buchrezensionen


War der erste Pauschlatourist nicht der schwäbische Rentner im Flieger nach Malle, sondern ein Pilger? Solche Fragen beantwortet dieses Buch: TraumZeitReise. Eine Geschichte des Tourismus


Joy Division: alle Songtexte und viel Raum für Legendenbildung

Buch Songtexte Joy Division Ian Curtis

Zwei Essays, alle Songtexte und Fragmente und sehr viel Raum zur Legendenbildung: das enthält der edel ausgestattete Band So This Is Permanence – Joy Division. Songtexte und Notizen.

Deborah Curtis, die Witwe des Sängers, Dichters und Perfomance-Künstlers – anders kann man seine Bühnenauftritte kaum bezeichnen – erzählt im ersten Text des Buches von ihrer Liebe zu Ian Curtis, den sie als sensiblen, von seiner Arbeit besessenen Künstler wahrnimmt.

Das ist sehr persönlich und verankert den Ausnahmekünstler im normalen Leben. Aber bei mir kam bei der Lektüre der Eindruck auf, dass hier doch viel ausgeblendet wird. Das kann aber auch an der Kürze des Textes liegen.

Belesen und dystopisch

Joy Division waren eine Band, die Ian Curtis nach seiner Vorstellung geformt hatte, und die war von Belesenheit geprägt und zutiefst dystopisch.
S. 19

Spannender finde ich den zweiten Essay und die Verbindungen zur Literatur, die Jon Savage darin aufzählt. Wahrscheinlich gab es schon Semesterarbeiten und literaturwissenschaftliche Studien über die Texte, Gedichte und Fragmente von Ian Curtis: Burroughs, Ballard und Pulp Fiction spielen in seinen Lyrics genauso eine Rolle wie die Klassiker der Literatur.

Sehr wichtig waren bei der musikalischen Entwicklung der Außenseiter die Orte, an denen man Literatur begegnet: Buchhandlungen.

Die interessierten sich für alles Ausgefallene und Unkonventionelle, und im Laden fand man es. Nicht nur durch die Verkäufer, sondern auch durch die Stammkunden. Wahrscheinlich betrachteten die beiden den Laden als einsame Rettungsboje in dem ansonsten trostlosen Manchester der frühen Siebziger.
Butterworth über Stephen Morris und Ian Curtis; S. 21

Schon allein für die Betrachtungen zum Thema Buchhandlungen und der Literaturmarkt der Siebziger Jahre muss ich dieses Buch mögen!

Joy Division – mein Eindruck damals

Joy Division waren damals einzigartig, beeindruckend und fremd. Die dichte Atmosphäre und die ungewohnten Klänge faszinierten mich, aber es gelang mir nur selten, die ganze LP durchzuhören. Die Texte sprachen mich an, verstanden habe ich sie aber nicht. Ich mochte das hören, aber definitiv nicht so leben. Heute darüber zu lesen verstärkt diesen Eindruck. Ausnahmekünstler.

Zum Abschluss mein Lieblingssong: nicht Love will tear us apart sondern She’s lost control


Angaben zum Buch:

Ian Curtis

So This Is Permanence
Joy Division. Songtexte und Notizen.

Rezension im Signaturen Magazin

Rowohlt Verlag


Und hier noch der Amazon-Algorithmus-Fail des Tages. Kunden, die die Texte von Joy Division kauften griffen auch zum Gute-Laune-Block:

Fail Joy Division und gute Laune


Ist wer Joy Division hört, ein Schwarzer Romantiker? Gedanken zur Blogparade des Staedelmuseums


Damals, als wir alle Joy Division entdeckten: Punk und New Wave in Deutschland. Wie alles begann.

Botanik für Gärtner oder warum Kräuter nicht unbedingt ein Kraut sind

Sachbuch in wunderschöner Ausstattung: Botanik für Gärtner

Was macht der Hobby-Gärtner im Winter?

Gartenbücher lesen. Vom Frühjahr träumen. Hoffen, endlich zu verstehen, wie diese lateinischen Namen aufgebaut sind und was es mit den Handelsnamen auf sich hat.

Bei allen drei Tätigkeiten hilft „Botanik für Gärtner“ doch sehr und ein wunderbarer Zeitvertreib ist es noch obendrein.

Eigentlich könnten mir als Gärtnerin die lateinischen Namen recht egal sein. Ich probiere aus, welche Pflanzen meine Einladung, sich in meinem Garten anzusiedeln, annehmen. Was funktioniert, bleibt. Zumindest so lange, bis es überhand nimmt … aber das ist eine andere Geschichte. Wie das, was bleibt und das, was geht, nun von den Botanikern bezeichnet wird, ist erst einmal nicht wichtig.

Wichtig wird es dann, wenn ich das Gehen und Bleiben genauer verstehen will. Dann greife ich zu Fachbüchern und beginne, die abtrünnige oder aufmüpfige Pflanze zu suchen. Ist es ein Gärtner-Gartenbuch, zu dem ich greife, finde ich sie meist recht schnell. Handelt es sich jedoch um ein Botaniker-Biologen-Gartenbuch beginnt die Verwirrung:

Nicht verwirren lassen sollte man sich auch von der unterschiedlichen Verwendung der Worte Kraut und Kräuter. Botanisch bedeutet Kraut, dass eine Pflanze nicht verholzt und eher weich und grün ist. Gärtner jedoch bezeichnen alle Küchenkräuter und Heilpflanzen als Kräuter, selbst wenn es sich um leicht verholzte Gewächse wie Rosmarin und Lavendel handelt.
S. 47

„Botanik für Gärtner“ hilft jedoch nicht nur bei der Begriffs-Entwirrung, sondern gibt wirklich einen kompakten, auf Gärtner zugeschnittenen Überblick über alles, was sich die Botaniker in ihren Universitätsgebäuden überlegt haben.

Wie funktioniert zum Beispiel das Wachstum bei Pflanzen? Auch das ist keine rein theoretische Frage, denn dieses Kapitel erklärt, warum ein Baum erst einmal nicht mehr in die Höhe wächst, wenn ich seinen Leittrieb kappe, und warum Gras so schnell nachwächst, wenn man es mäht.

Interkalarmeristeme findet man nur bei Monokotylen (siehe S. 28), wie zB. Gräsern (inklusive Bambus).
S. 45

Das sind Sätze für lange Winterabende. Sie sind aber gar nicht so anstrengend, wie das hier wirken mag. Der Zaubertrick für mehr Leichtigkeit sind die Illustrationen des Buches.

Seite aus Botanik für Gärtner, Dumont Verlag

Büchern, die so reichhaltig und liebevoll ausgestattet sind wie „Botanik für Gärtner“, verzeiht man solche Sätze.

Nachdem also lateinische Begriffe verstehen von mir in Angriff genommen wurde bleiben die Tätigkeiten Gartenbücher lesen und vom Frühjahr träumen. Ersteres ist unproblematisch und letzteres im Dezember 2016, dem Monat, in dem die Rosen ein letztes Mal blühen, keine große Herausforderung!


Weitere Angaben zum Buch:

Geoff Hodge

Botanik für Gärtner
Von Achselknospe bis Zwiebelpflanze. Die Wissenschaft der Pflanzen.

Übersetzt von Susanne Warmuth und Coralie Wink

Dumont Verlag

Ebenfalls in dieser Reihe erschienen und genauso wunderschön ausgestattet: Latein für Gärtner


Latein konnten sie, Botanik haben sie sich angeeignet: die Nonnen aus Fulda, die den Biogartenbau prägten

Pubertäre Punk-Elfen – Die Elfen von New York wiedergelesen

Elfen von New York - Urban Fantasy
Heutiges Taschenbuch-Cover

Damit ich einen Roman aufhebe, muss er mich schon sehr beeindruckt haben oder mich an eine besondere Phase meines Lebens erinnern. Der Platz für Bücher in meiner Wohnung ist strikt begrenzt. Wenn die Bücher nicht mehr in das Regal passen, sortiere ich aus. Da ich mich meist auch noch nach 10 Jahren sehr gut an die Handlung eines Romans erinnern kann, hebe ich eher Sachbücher als Romane auf.

Das Kult-Buch, das bei mir drei Umzüge überstand

Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit habe ich nun einen aufgehobenen Roman wieder zur Hand genommen. „Die Elfen von New York“ von Martin Millar erschien 1994 bei Eichborn und kam 1996 als Taschenbuch bei DTV heraus. Wahrscheinlich habe ich es damals direkt nach Erscheinen des Taschenbuchs gelesen. Also sind jetzt 19 Jahre seit der Lektüre vergangen (hier ein HILFE-ich-werde-alt-Geräusch vorstellen).

Mich hat es damals mit seiner rotzfrechen Art beeindruckt und ich habe es drei Umzüge lang aufgehoben. Das will was heißen.

Der Ramones-Effekt: Ja, das war mal frisch.

Jetzt habe ich „Die Elfen von New York“ wieder gelesen. Ein bisschen ist es mir bei der Lektüre wie mit den Songs der Ramones ergangen. Das, was damals, wild, frisch und spaßig war, ist heute vertraut. Vergnüglich, aber nicht mehr revolutionär. Dumm, dass die Erwartungshaltung, die mein Leserhirn zu dem Buch gespeichert hatte, eine andere war.

Doch auch heute kann ich mich noch dieser Rezension anschließen:

Kurz gesagt: Ein irgendwie abgedrehtes Buch, das sich auf jeden Fall lohnt!
Fantasybuch.de

Zum Glück hat die Neuauflage ein neues Cover

Cover Elfen New York 1996
1996 – Cover der Taschenbuchausgabe

Das alte Cover verstehe ich allerdings auch heute noch nicht. Die beiden pubertären Punk-Elfen sind in zerfetzten Kilts unterwegs, die anderen New Yorker Elfen tragen jeweils Kleidung, die an ihre Heimatländer erinnert. Diese theatralische Figur auf dem Cover passt für mich nicht.

Heute hat das Buch, das man vielleicht als Vorläufer der Urban Fantasy bezeichnen könnte, ein Vorwort von Neil Gaiman. Ich hoffe, dass sich noch mehr geändert hat. ZUm Beispiel, dass der Übersetzungsfehler ausgebügelt wurde und aus dem Malz Whisky, dem die schottischen und irischen Elfen hinterher trauern, ein ordentlicher Malt Whisky wurde. In diesem Sinne: Slainte!


 Angaben zum Buch:

Martin Millar

Die Elfen von New York

Originaltitel:
The good fairies of New York

DTV Verlag


Auf dem Stapel der Bücher, die ich mal wieder lesen könnte, liegt mit „Ein Bär will nach oben“ von William Kotzwinkle noch ein weiterer Titel aus dem Eichborn Verlag. Damals hatte der Verlag mit der Fliege eine ganz eigene verlegerische Stimme, die leider im Laufe der Jahre unter die Konzern-Räder gekommen ist. Wie mir das Buch, das heute bei Rowohlt vertrieben wird, wohl jetzt gefallen würde?

Will ich es wirklich wissen?

Wie sind denn Eure Erfahrungen mit Büchern, die ihr nach langer Zeit ein zweites Mal lest?


 Auch in diesem Roman passieren Dinge, die nur in dieser Stadt möglich sind: Die Wächterinnen von New York

 

 

 

Enzensberger, die Nagelfeile und die Bibliothek in meinem Vorort

bookupDE Stadtbibliothek Mannheim

Bücher lesen und ausleihen: da lächelt die Bibliothekarin von heute milde, wenn der Leser damit die Aufgaben einer Bücherei umschreibt.

Dass Vorlesenachmittage und ein Recherche-Portal angeboten werden ist noch vorstellbar, doch wie ich bei der tollen Führung durch die Stadtbibliothek Mannheim beim #bookupDE gelernt habe, hört der Service damit noch lange nicht auf.

Das Veranstaltungsangebot und die Vielzahl an Dienstleistungen sind beeindruckend, doch wie sieht es mit dem Buchbestand aus?

Auf den ersten Blick sehr, sehr gut. Eine große Auswahl an Fach- und Sachbüchern in der Zentrale im Stadthaus Mannheim erfreut mein Leserherz; über den Bestseller-Service freuen sich andere.

Doch ich lebe nicht in der Innenstadt, meine Bibliothek ist die im Mannheimer Vorort Rheinau.

Buchstützen sind wichtig geworden in meiner Stadtteilbibliothek

Damals, als ich noch Schülerin war, war meine Vorort-Bibliothek prall gefüllt. Angeschafft wurde, was wichtig war. Der Bildungsauftrag stand im Vordergrund. Ausleihzahlen waren nicht ganz so wichtig.

Das hat sich geändert.

Heute kann man in meiner Stadtbibliothek durch die Regale hindurch in den nächsten Gang schauen. Und den übernächsten Gang sieht man auch. Die Lücken sind groß, Buchstützen sind wichtig geworden.

Damals, als ich noch Schülerin war, gab es noch Lyrik in meiner Stadtteilbibliothek. Hans Magnus Enzensberger „Gesammelte Gedichte“ hatte ich mir ausgeliehen, verlängert und noch einmal verlängert. Als ich mir das Buch ein halbes Jahr später wieder auslieh fand ich meine Nagelfeile darin. Ich hatte sie als Lesezeichen verwendet. Niemand hatte sich in der Zwischenzeit für das Buch interessiert; die Nagelfeile hatte zwischen den Seiten auf mich gewartet.

Transportkisten statt Regalbestand

Bücher für meine Stadtteilbibliothek
Nur noch zwei Kisten mit Büchern warten auf den Transport in den Stadtteil. Früher standen hier 4 bis 5.

Heute gibt es keine Lyrik-Abteilung mehr in meiner Stadtteilbibliothek. Auch keine Fachbücher. Es gibt Kinder- und Jugendbücher, Krimis und Schmöker und veraltete Reiseführer. Ausleihzahlen waren in der Zwischenzeit wichtig geworden; der Bibliotheksbestand in den Vororten wurde dementsprechend angepasst.

Bücher für Leser wie mich wurden nur noch für die Hauptstelle in der Mannheimer Innenstadt angeschafft. Wer – so wie ich – nicht so häufig in der Innenstadt war, konnte sich diese Bücher online bestellen und in die Stadtteilbibliothek liefern lassen. Das war spitze!

Damit waren die Bücher genau in der richtigen Menge vorrätig – einmal Enzensbergers Gesammelte Gedichte für ganz Mannheim reicht wohl – und kamen trotzdem zum Leser in den Vorort.

Ich habe davon regen Gebrauch gemacht. Nicht mehr mit Gedichten, sondern mit Fachbüchern.

Seit diesem Jahr kostet der Bestsellservice Geld. Die Vorbestellungen hätten überhand genommen, seien vom Personal nicht mehr abzudecken gewesen und von den vorbestellten Büchern seien zu wenig tatsächlich abgeholt worden. So wurde die Sachlage bei der wunderbar informativen #bookupDE-Führung dargestellt.

50 Cent kostet jetzt eine Vorbestellung. Das ist zwar nicht viel, stellt aber in meinen Augen für die Bibliotheken in den Stadtteilen eine enorme Verschlechterung der Situation dar. Die Ausleihzahlen werden dort zurückgehen, was eine weitere Budgetkürzung zur Folge haben dürfte. Für mich ist das keine schöne Entwicklung.

Stadtbibliothek Mannheim Fahrrad

Noch mehr über die vielen Angebote der Stadtbibliothek Mannheim und über meine Erlebnisse bei der gutgelaunten Führung durch das Bibliotheksuniversum erfahrt Ihr auf meinem Kinderbuchblog: 
Raus aus dem Novitätenzirkus! Ein #bookupDE und die Folgen


Bücher machen, Bücher verkaufen, über Bücher nachdenken – hier findet ihr mehr Blog-Beiträge zu diesen Themen.


Büchereien sind das Biotop, in dem ihr Booknerds wie in den Cartoons von Tom Gauld treffen könnt: Kochen mit Kafka

Nun habe ich einen Blog – was mache ich jetzt damit? Blog Boosting!

Blog Boosting Buchcover

Robert Weller und Michael Firnkes, Autoren der Neuauflage von „Blog Boosting“, haben eine ganz einfache Antwort auf diese Frage: Geld verdienen, was sonst? Ein Blog ist ein nützliches Instrument, um Einnahmen zu generieren. Entweder auf ganz direkte Art durch Werbung oder indirekt, indem der Blog dazu genutzt wird, Aufträge zu bekommen oder Produkte zu verkaufen.

Das ist für mich auch der Hauptunterschied zur ersten Auflage von „Blog Boosting“. Ein Blog ist nun keine Spielwiese mehr, sondern ein Business. Für mich als Buch-Bloggerin wird es an dem Punkt schwierig – doch dazu später mehr.

Bevor Geld verdient werden kann, gilt es, sich Reichweite zu erarbeiten. Mindestens 100 Besucher am Tag ist das Ziel, denn dann kann man nach Aussage der Autoren mit einem gut positionierten Nischenblog bereits Umsatz machen. Content, Technik, Vernetzung und SEO sind das Werkzeug, der Rest ist harte, tägliche Arbeit und Übung. „Blog Boosting“ vermittelt das dafür notwendige Knowhow und erzählt ausführlich über geglückte Strategien der Autoren und über Erkenntnisgewinn durch Misserfolge. Das ist für mich auch die Stärke des Buches: sehr, sehr viel Praxiswissen auf Augenhöhe vermittelt.

Die zweite Auflage von „Blog Boosting“ ist nicht einfach eine überarbeitete Neuauflage, es ist ein komplett neues Buch. Der zweite Autor Robert Weller macht den Unterschied. Das bedeutet noch mehr Praxisbeispiele aus anderen Themenbereichen, die weitere Aspekte des Bloggens beleuchten. Es bedeutet aber auch eine andere Art des Schreibens. Letzteres bedauer ich ein wenig, da ich in manchen Kapiteln den abwechslungsreichen, wortgewandten Schreibstil von Michael Firnkes vermisse.

Cirka zwei Drittel des Buches widmen sich dem Handwerkszeug, das man benötigt, um eine ordentliche Reichweite zu erzielen. Doch auch hier wird schon immer auf die Monetarisierung als Endziel verwiesen. Trotzdem ist auch dieser Teil des Buches für Blogger*innen interessant, bei denen nicht gleich das Dollarzeichen in den Augen aufblinkt – also für Bloggerinnen wie mich.

Die Buch-Blogger und das liebe Geld – zwei Welten?

Ich kenne kaum (keine?) Buch-Blogger, die Ihren Blog konsequent zur direkten Monetarisierung nutzen. Manchmal versucht einer, das Zählpixel der VG-Wort einzubinden und flucht; manchmal sehe ich Adsense Werbung oder das Partnerprogramm von Amazon. Anders sieht das schon bei den Produkttest-Blogs aus, die unter anderem auch Bücher besprechen.

Es ist jetzt gut zwei Jahre her, dass ich die erste Auflage von „Blog Boosting“ gelesen habe. Die Lektüre hatte sichtbare Folgen in Form meines Kinderbuch und Bilderbuch Blog, der deutlich mehr Reichweite als dieser Blog aufweist. Das wundert mich nicht, denn die Kinderbuch-Nische ist größer und klarer definiert als das Sammelsurium an Themen, über das ich hier schreibe. Hier habe ich ohne Konzept begonnen und einfach drauf los geschrieben. Ich befürchte, der Google Algorithmus weiß bis heute noch nicht so recht, wofür dieser Blog steht.

Bücher, Museen, Kunst, Yoga – das ist nur eine kleine Auswahl meiner Blog-Themen. Doch das alleine scheint schon viel zu bunt und vielfältig für das strukturierte Vorgehen einer Suchmaschine zu sein. Wenn ich dann wenigstens immer nur Bücher aus einem Genre besprechen würde, aber nein, das wäre mir ja zu langweilig. Bei den Rezensionen geht es genauso bunt weiter: Sachbuch, Fachbuch, Fantasy, Kochbuch und ab und an ein Roman. Ich könnte das zum Beispiel ändern, indem ich zu jedem dieser Themen einen eigenen Blog mache. Will ich aber nicht, denn die GeschichtenAgentin ist meine Spielwiese und darf so bleiben, wie sie ist: im Sinne von Blog-Boosting inhaltlich un-optimiert und damit kaum für Einnahmen geeignet.

Das ist der Grund, warum ich mich diesmal in „Blog Boosting“ nicht so recht wiedergefunden habe. Ja, Gewinnoptimierung kann auch ein Blog-Ziel sein – aber eben nicht meines, zumindest nicht für den Hauptblog. Doch das handwerkliche Knowhow, das sehr fundiert vermittelt wird, ist für jeden Blogger nützlich und relevant. Was man damit hinterher anstellt bleibt jedem selbst überlassen.

Und was passiert bei mir diesmal nach der Lektüre? Mal sehen, ob ich nicht doch ausprobiere, ob man mit einem Buch-Blog Geld verdienen kann. Ich muss zugeben, dass es mich in den Fingern juckt und mein Kinderbuch-Blog wäre dafür geeignet. Jetzt brauche ich nur noch eine Alternative zum Partnerprogramm von Amazon, denn das kommt für mich als Ex-Buchhändlerin und Liebhaberin funktionierender Innenstädte nicht in Frage.


Weitere Informationen zum Fachbuch:

Robert Weller
Michael Firnkes

Blog Boosting
Content – Marketing – Design – SEO

Zweite aktualisierte Auflage

MITP

ISBN  9783958450226


 Was ist eine Rezension auf einem Buch-Blog wert? Darüber habe ich mir hier Gedanken gemacht: Reichweite, Zahlenmagie und Buch-Blogs

Rund 8 Jahre nach diesem Beitrag habe ich eine Blog-Bestandsaufnahme gemacht: