Mind Detox – ungesunde Überzeugungen auflösen

Mind Detox: Detox für den Geist. Sachbuch

Nicht neu, aber frisch – das war mein Eindruck von der Mind Detox Methode, die Sandy C. Newbigging in „Detox für den Geist“ vorstellt. Schreibe das Drehbuch Deines Lebens neu: Finde zuerst den Auslöser, die Geschichte in Deiner Vergangenheit, die zu den heutigen ungesunden Überzeugungen geführt hat – und deute sie mit dem, was Du heute weißt, neu. So weit, so bekannt – aber Sandy C. Newbigging hat eine im positiven Sinne unbekümmerte und dabei gleichzeitig schon fast hartnäckig gründliche Art, dem Leser die Mind Detox Methode nahe zu bringen. Da kann man als Leser gar nicht anders – da macht man mit. Genau das ist es, was mich an dem Buch fasziniert hat: die Art und Weise, wie Sandy C. Newbigging den Leser überzeugt, eine offene Haltung einzunehmen und einfach mal auszuprobieren, was passieren würde wenn … und schon ist man mitten im Verwandlungsprozess. Ist der erste Schritt gemacht folgt der Teil des Prozesses, der…

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100 psychologische Denkfallen, häppchenweise serviert

100 psychologische Denkfallen - Sachbuch

„100 psychologische Denkfallen“ – für den kleinen Lektüre-Hunger zwischendurch. Diese Umschreibung stammt natürlich nicht vom äußerst seriösen Beltz-Verlag. Rumgealbert wird dort nur bei den Kinderbüchern. Passen würde diese Umschreibung zu diesem höchst amüsanten und trotzdem seriösen Büchlein auf jeden Fall. Gerade mal zwei Seiten brauchen die Autoren, um ein psychologisches Experiment und die daraus gewonnen Erkenntnisse vorzustellen. Das ist, da die Experimente zum Teil recht komplex aufgebaut sind, durchaus eine texterische Herausforderung. Respekt – das liest sich durch die Bank weg sehr kurzweilig! Dabei hatte ich immer den Eindruck, alle wichtigen Informationen erhalten zu haben. Da wäre zum Beispiel das Experiment mit dem Hinweisschild, das sich wohl in jedem deutschen Hotel befindet und das dafür sorgen soll, dass die Handtücher nicht täglich gewechselt werden müssen. Bereits kleine Änderungen an der Wortwahl sorgen hier für eine deutlich höhere Erfolgsquote. Die Formulierung „Machen Sie es wie die anderen Gäste und helfen Sie, die Umwelt zu schützen“ war schon…

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Die Organuhr – kompakter Einstieg in die TCM

TCM Organuhr Sachbuch

Wochenlang nachts schweißgebadet immer zur gleichen Uhrzeit aufwachen – kennt ihr das? Die Traditionelle Chinesische Medizin hat dafür eine Erklärung parat. Das finde ich spannend und schon bin ich mittendrin in der Welt von Yin und Yang, im Universum der Fünf-Elemente-Lehre und in der Lektüre. Organuhr heißt das Konzept, dass jeder Uhrzeit einen Höchst- und Tiefpunkt eines … nein, eben nicht eines Organs zuordnet. Das, was in der TCM als Organ bezeichnet wird und das, was wir unter Organ verstehen, hat nur bedingt etwas miteinander zu tun. Vielleicht könnte man Organ als Wirkungskreis bezeichnen – und jetzt steige ich ganz bewusst aus meinen Erklärungsbemühungen aus. Ich habe schon viele Versuche unternommen, das Konzept der Meridiane und die Lehre der Fünf Elemente zu verstehen. Es hat schon seine Gründe, warum dieses Studium in China so lange dauert. So weit wie unter der Führung von Li Wu, Prof. TCM (Univ. Yunnan), bin ich bei meinen Exkursionen noch nie…

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Reise in den Alltag – Ein Jahr an der Côte d’Azur

Reisebericht - Ein jahr an der Côte d'Azur

„Beinahe wäre ich beim Joggen auf den Oliven auf der Straße ausgerutscht.“ S. 164 Ist so ein Satz nicht einfach dreist und gemein? Überhaupt erfordert die Lektüre von „Ein Jahr an der Côte d’Azur“ einiges an Charakterstärke und Gelassenheit. Andernfalls muss der Leser vor Neid in sein Lesezeichen beißen. Oder sich damit trösten, dass die Aussicht vom Balkon der Wohnung in Nizza, in der Annika Joeres ein Jahr lang mit ihrem Freund lebt, zwar wunderschön, dafür jedoch die Wohnung selbst eine Bruchbude ist. Das war den beiden bei der Besichtigung vor lauter Meerblick gar nicht aufgefallen. Annika Joeres schwankt zwischen Leben-im-Süden-Verzauberung und nüchternen Blick auf den Alltag als Expat – genau das macht das Buch für mich so authentisch. Sie schwärmt von Spaziergängen an der Strandpromenade und von Wanderungen im Hinterland und flucht über die unzuverlässige Internet-Verbindung, die ihre Arbeit als Journalistin behindert. Auch sie wartet – wie anscheinend alle Schriftsteller in Südfrankreich – auf Handwerker und…

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Alles fühlt – Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften

Weber Alles fühlt Lebenswissenschaft

Eine Neu-Interpretation der Biologie, die zu einem veränderten Welt- und Menschenbild führt – das ist die Mission des Biologen und Philosophen Andreas Weber. Im Mittelpunkt steht bei ihm der fühlende Körper, die fühlende Zelle, die leben will und ihr ganzes Dasein danach gestaltet. Dieses Grundprinzip des Leben-wollens – weg von dem, was sich schlecht anfühlt und hin zu dem, was sich gut anfühlt – wohnt jedem Stück Natur inne. Deswegen kann man Mensch und Natur nicht getrennt voneinander betrachten. Wir sind Natur und nur mit der Natur sind wir ganz. Wissenschaftsgeschichte, Biologie, Philosophie, persönliche Betrachtungen und – ja, auch – Poesie: all das ist in dem Buch „Alles fühlt – Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften“ von Andreas Weber enthalten. Ich konnte dem Lauf seiner Gedanken nicht immer folgen, aber es gab auf jeder Seite für mich etwas zum Entdecken; etwas, das mich zum Staunen brachte oder etwas, das ich einfach genießen konnte: Infos zum…

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Think Content! – und schon ist die Beer geschält

Think Content! Fachbuch

Eigentlich könnte ich es mir mit der Rezension zu „Think Content!“ einfach machen: Pflichtlektüre. Punkt. Aus. Eventuell könnte ich noch so, wie es Buch-Blogger gerne tun, schreiben, dass es sich um ein Must-Read handelt; also ein Buch, das jeder, der in dieses Internet hineinschreibt und dort auch gefunden werden will, gelesen haben muss. Dann noch ein wenig den Klappentext des Buches umformulieren um auf eine Textlänge von mindestens 300 Wörtern zu kommen und schon „wär die Beer geschält“ wie der Pfälzer sagt. Anschließend noch den Link zur Rezension automatisiert auf allen sozialen Kanälen posten, sowie einen Beleglink an den Verlag schicken und hoffen, dass dieser aus meiner Rezension zitiert und mir vielleicht sogar einen Backlink spendiert. Allerdings wird er das bei einer Buchbesprechung, die auf Basis des Klappentextes entstanden ist, sicherlich nicht tun. Ja nun … Think Content! geht anders So hätte ich dann zwar einiges mit meinem Content, meiner Rezension, veranstaltet – aber von einer Content-Strategie und vom…

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Praxistipps für Corporate Blogs

Praxistipps für Corporate Blogs

Jede Menge Praxistipps für Corporate Blogs liefert das Buch von Meike Leopold. Ich muss diesmal auch nur ein ganz klein wenig und auch nur ganz kurz nörgeln und erledige das gleich hier am Anfang: Warum eigentlich geht auch dieses Buch wieder davon aus, dass Corporate Blogs nur in großen Konzernen entstehen? Dass dafür eine große Redaktion zur Verfügung steht und das unendlich viel Diplomatie für eine reibungslose Kommunikation zwischen Marketing-, Vertrieb- und sonstigen Abteilungen von Nöten sei? Meine Welt ist das nicht, ABER (hier endet das Nörgeln und die Begeisterung beginnt) fast alles lässt sich problemlos auch auf andere Arbeitssituationen übertragen. Damit bietet das Buch üppig Praxistipps für jeden Nicht-Hobby-Blogger: was spricht für einen Blog und warum sollte ich meine existierende Webseite um einen Blog ergänzen? Wo finde ich Themen und warum brauche ich sowohl einen Themen-Plan als auch einen Redaktionsplan? Wie schreibe ich gute Blogbeiträge? Was mache ich, wenn keine Kommentare kommen und was,…

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Dan Roam – Wenn Du ein Wort sagst, zeichne ein Bild

„Bla Bla Bla“ ist ein Buch, dass mich noch eine Weile beschäftigen wird. Dan Roam erklärt, wie allereinfachste Zeichnungen helfen können, komplexe Sachverhalte zu erklären. Seine Kernaussage „Wenn Du ein Wort sagst, zeichne ein Bild“ meint er sehr ernst und die Ausrede „Ich kann aber nicht zeichnen“ lässt er nicht gelten. Zu Recht, denn notfalls hilft statt einer Skizze auch ein Kreis mit einem Wort darin weiter. Was hilft gegen Bla-Bla-Bla? Dan Roam weiß Rat Doch was soll dieses Rumgekritzel bringen? Unser Hirn hat nach seiner Aussage zwei Arten zu denken: verbal und visuell. Nur wenn beide Arten zu denken aktiviert werden, entsteht echtes Verständnis und Begeisterung. Doch das kommt nur selten vor. „Bla Bla Bla“ steht für diese wortreichen, gut klingenden Texte, bei denen keiner am Ende die Kernaussage in drei Sätzen zusammenfassen kann. Politiker-Sprech und Marketing-Blubb sind zwei gute Beispiele für Texte, die nur die verbale Art zu denken ansprechen. Solche Texte braucht…

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Deftig vegetarisch oder: Rezepte, die nicht so grün schmecken

deftig vegetarisch - Rezepte

Eines vorneweg, bevor ich Euch über meine Erfahrungen mit „Deftig vegetarisch“ berichte: aus mir wird wahrscheinlich keine Vegetarierin mehr. Das meiste schmeckt mir einfach … nun … zu grün, zu gedünstet, zu salatig. So, jetzt ist es raus. Karma-Bonuspunkte verspielt. A propos Karma: eine Ausnahme gibt es. Für ein geschmacksexplosiv gewürztes indisches vegetarisches Menü lasse ich jedes deutsche Schnitzel stehen. Beim echten Wiener Schnitzel hingegen läuft es nur auf ein Unentschieden hinaus. Doch zurück zum grünen Geschmack, der mir zu rohköstlerisch-salatig ist. „Deftig vegetarisch“ zeigt, dass es auch anders geht. Zum Beispiel mit Röstaromen. DAS klingt doch gleich viel besser für mich! Herzhaft-bodenständige Gerichte. Ja – gerne doch! Das Kochbuch ist nach den Zubereitungsarten unterteilt: Braten, schmoren, rösten (lecker), panieren, gratinieren, frittieren (oh ja!), grillen, marinieren und karamellisieren (happy!). Kein dünsten, keine Rohkost – dieses Buch ist mein Freund. Ein Pommes-Rezept ist auch drin. Und Spinatnocken. Gebackener Camembert mit Tomaten-Ingwer-Konfitüre. Den Ritterschlag bekam „Deftig vegetarisch“…

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Räuchern mit Kräutern und Harzen – Buch-Tipps

Der Sommer ist nass, die Schnaken sind wieder da – das ist meine aktuelle Ausrede, um wieder nach Herzenslust zu räuchern. Der Rauch von Kräutern und Harzen hilft in der Tat gegen die Stechmücken und so lange sich die Nachbarn nicht beschweren (was nicht mehr lange dauern kann) räucher ich kräftig weiter. Derzeit habe ich, je nach Stimmung, ein Faible für Kampher und für Lavendelblüten. Überhaupt experimentiere ich gerne mit allem, was der Garten hergibt: Mädesüß, Salbei, Rosmarin, Beifuß oder auch Gänseblümchen haben sich schon bewährt. Wobei ich betonen möchte, dass ich am liebsten im Freien räucher – in der Wohnung sind mir viele Düfte dann doch zu intensiv. Dort bevorzuge ich Räucherstäbchen, Räucherkegel und Duftöle. Natürlich habe ich auch in diesem Fall zu Büchern gegriffen. Diese beiden kann ich zum Einstieg empfehlen: Räuchern mit heimischen Pflanzen – meine Buch-Tipps Wer nicht so gerne experimentiert, keine geeigneten Räucherpflanzen im Garten hat und lieber etwas strukturierter an das…

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Eine Reise entlang des Ganges

Eine Reise entlang des Ganges - Reisebericht von Ilija Trojanow

Ilija Trojanow tut sich schwer als Indien-Versteher. Auf seiner Reise entlang des Ganges überfordert ihn das Land mit seiner unlogischen Vielfalt. Das gibt er offen zu und versucht trotzdem tapfer, Erklärungen zu finden. Mir ging es auf meiner Indien-Reise nicht anders. Gerade das macht mir sein Buch so sympathisch, obwohl es für meinen Geschmack auf weiten Strecken sehr spröde daherkommt. Es sind insbesondere die Umweltverschmutzung und der achtlose Umgang mit der Natur, die den Autor fassungslos machen. Wie kann man die heilige Mutter Ganges in so eine Kloake verwandeln? Wieso stören sich nur so wenige Menschen daran? Eine seiner Erklärungen beruht gerade auf der Göttlichkeit des Flusses. Ein Mensch kann eine Göttin nicht verschmutzen und er kann ihr auch nicht dabei helfen, sauber zu werden. Dafür müsste die heilige Ganga schon selbst sorgen. Für den allgegenwärtigen Lärm versucht er erst gar nicht, eine Erklärung zu finden – der gehört einfach zu Indien dazu. Das wichtigste…

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Tiere in der Stadt – Von Füchsen und Parasiten

Tiere in der Stadt Sachbuch von Bernhard Kegel

Der Fuchs, der Euch auf dem Buchcover entgegen läuft, begegnet dem Leser erst gegen Ende des Buches. Bernhard Kegel weiß, wie man eine gute Geschichte aufbaut. Er weiß, dass auch ein Sachbuch über Tiere in der Stadt einen Spannungsbogen braucht und deswegen zögert er die Begegnung mit Fuchs, Waschbär & Co bis zum Schluss hinaus. Vorher berichtet er über kleinere und ungeliebtere Tiere, die sich den Lebensraum mit den Menschen teilen. Parasiten zum Beispiel. Noch früher erzählt er von Tierkolonien. Viele Individuen auf engem Raum, Stress, Lärm, schlechte hygienische Verhältnisse – Tierkolonien und menschliche Städte haben vieles gemeinsam. Parasiten zum Beispiel. Tiere in der Stadt – ein heilloses Durcheinander? Stadtnatur ist vielseitig. Sie besteht aus mehr Individuen als nur aus Spatzen und Amseln, aber auch aus mehr als nur Ratten und Bettwanzen. Zur Stadtnatur gehören die Brennesseln auf den Brachen, sich schnell verbreitende Götterbäume, Graureiher und Störche im Stadtpark und sehr sehr viele Insekten. Sie werden…

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