Sanspareil – ein Landschaftsgarten im Wald

Sanspareil - Weg im Felsengarten

Es gibt Orte, denen steht der Herbstnebel richtig gut. Der Felsengarten Sanspareil ist ein solcher Ort. Bei meinem letzten Besuch schien die Sonne. Das erzeugte zwar ein wunderschönes Licht zwischen den Buchen, aber diesmal, bei Herbstnebel und Laubgeraschel, verzauberte mich der eigensinnige Landschaftsgarten noch mehr. Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, die legendäre Schwester Friedrichs des Großen, ließ den Garten ab 1744 anlegen. Inspiriert wurde sie dabei von dem französischen Roman „Die Abenteuer des Telemach“, der die Grundprinzipien des vorbildlichen Herrschertums vermitteln soll. Zumindestens war das das Ziel des Autors François de Salignac de La Mothe-Fénelon, der dieses Werk für den Enkel von Ludwig XIV. schrieb. Sanspareil – Bildungsreise mit Telemach, Mentor und Kalypso So suchen wir also gemeinsam mit Telemach auf der Zauberinsel der Nymphe Kalypso seinen Vater Odysseus. Wir klettern durch Vulkanhöhlen, Sybillen- und Dianengrotten und begegnen Pan. Im Naturtheater träumen wir von weiteren Abenteuern und kehren geläutert und gebildet zum Ausgangspunkt…

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Gärtner-Museum: Leben anno 1900

Die sehenswerte und gut erhaltene Altstadt Bambergs hätte alleine wohl nicht für die Ernennung zum UNESCO Weltkulturerbe genügt. Doch Bamberg besitzt mit seinem Stadtteil Gartenstadt einen ganz besonderen Schatz: eine einmalige innerstädtische Kulturlandschaft voller Gartenflächen – Obst- und Gemüseanbau mitten in der Stadt. Das Gärtner-Museum befindet sich in einem typischen Bamberger Gärtnerhaus von 1767: ein paar kleine Zimmer, ein Stall und ein schmaler, langer Garten hinter dem Haus. Angebaut wurden dort Obst und Gemüse, Süßholz, Blumen und Kräuter; gehandelt wurde über Bamberg hinaus mit Früchten, Gemüse, Heilkräutern und Sämereien. Das Museum zeigt Original-Werkzeug und Alltagsgegenstände und macht damit das Leben der Gärtner und Häcker greifbarer. Der Garten ist Teil des Museums. Dort werden die typischen Pflanzen von damals angebaut. Für Gärtner von heute kommt das fast einer garten-archäologischen Entdeckungsreise gleich: ich glaube nur wenige hätten das Spezialwerkzeug zum Schwarzwurzel ernten auf Anhieb richtig benannt. Um 1900 kam die Gärtner-Familie, der das Haus ursprünglich gehörte,…

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Räuchern mit Kräutern und Harzen – Buch-Tipps

Der Sommer ist nass, die Schnaken sind wieder da – das ist meine aktuelle Ausrede, um wieder nach Herzenslust zu räuchern. Der Rauch von Kräutern und Harzen hilft in der Tat gegen die Stechmücken und so lange sich die Nachbarn nicht beschweren (was nicht mehr lange dauern kann) räucher ich kräftig weiter. Derzeit habe ich, je nach Stimmung, ein Faible für Kampher und für Lavendelblüten. Überhaupt experimentiere ich gerne mit allem, was der Garten hergibt: Mädesüß, Salbei, Rosmarin, Beifuß oder auch Gänseblümchen haben sich schon bewährt. Wobei ich betonen möchte, dass ich am liebsten im Freien räucher – in der Wohnung sind mir viele Düfte dann doch zu intensiv. Dort bevorzuge ich Räucherstäbchen, Räucherkegel und Duftöle. Natürlich habe ich auch in diesem Fall zu Büchern gegriffen. Diese beiden kann ich zum Einstieg empfehlen: Räuchern mit heimischen Pflanzen – meine Buch-Tipps Wer nicht so gerne experimentiert, keine geeigneten Räucherpflanzen im Garten hat und…

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Tiere in der Stadt – Von Füchsen und Parasiten

Tiere in der Stadt Sachbuch von Bernhard Kegel

Der Fuchs, der Euch auf dem Buchcover entgegen läuft, begegnet dem Leser erst gegen Ende des Buches. Bernhard Kegel weiß, wie man eine gute Geschichte aufbaut. Er weiß, dass auch ein Sachbuch über Tiere in der Stadt einen Spannungsbogen braucht und deswegen zögert er die Begegnung mit Fuchs, Waschbär & Co bis zum Schluss hinaus. Vorher berichtet er über kleinere und ungeliebtere Tiere, die sich den Lebensraum mit den Menschen teilen. Parasiten zum Beispiel. Noch früher erzählt er von Tierkolonien. Viele Individuen auf engem Raum, Stress, Lärm, schlechte hygienische Verhältnisse – Tierkolonien und menschliche Städte haben vieles gemeinsam. Parasiten zum Beispiel. Tiere in der Stadt – ein heilloses Durcheinander? Stadtnatur ist vielseitig. Sie besteht aus mehr Individuen als nur aus Spatzen und Amseln, aber auch aus mehr als nur Ratten und Bettwanzen. Zur Stadtnatur gehören die Brennesseln auf den Brachen, sich schnell verbreitende Götterbäume, Graureiher und Störche im Stadtpark und sehr…

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Die Ameise als Tramp

Die Ameise als Tramp - Sachbuch

Der Fall schien eindeutig. Hunderte von toten Hummeln unter der Silberlinde konnten nur eines bedeuten: der Baum war schuld! Als Beweis genügte, dass der Baum nicht einheimisch war. Er kam vom Balkan. Die Silberlinde ist ein Neophyt, eine ursprünglich nicht einheimische Art, und damit ein Mitglied der gleichen üblen Gang wie der Riesen-Bärenklau. Offensichtlich war die Silberlinde ein großer Feind der einheimischen Hummeln – so, wie der Riesenbärenklau ein großer Feind der Allergiker ist. 1993 meldete die Stadt Bielefeld, dass alle Silberlinden gefällt wurden. Die Ameise als Tramp – der Bärenklau als Wegelagerer Neophyten und Neozoen bereichern unsere direkte Umwelt. So ziemlich jeder, der aus seiner Stadtwohnung ins Grüne schaut, wird mindestens eine ursprünglich nicht einheimische Art sehen: Rosskastanie, Robinie, Forsythie und vielleicht auch einen Halsbandsittich. Hübsch und bereichernd, oder? Schwierig wird die Lage dann, wenn die Arten invasiv werden und einheimische Arten verdrängen. Vielleicht verjagt der Halsbandsittich andere Höhlenbrüter, die…

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Wald ganzheitlich betrachtet: Der Geist der Bäume

Geist der Bäume - Sachbuch

Als ich das Buch zum ersten Mal in die Hand nahm, blätterte ich gleich zu dem Kapitel vor, in dem die Eiche vorgestellt wird. Damit habe ich dem Standardwerk „Der Geist der Bäume“ unrecht getan, denn gerade das Einführungskapitel hat es in sich. „Wildnis Wald – Aufbau und Zusammenarbeit“ lautet eine der Kapitelüberschriften. Solche Themen hatte ich erwartet. Aber „Bäume, Elektrizität und Magnetismus“? Das klang nach einer spannenden, aufschlussreichen Lektüre. Was passiert, wenn ein Mensch einen Baum umarmt? Interessant fand ich die Forschungen zum Thema elektrische Ströme bei Pflanzen. Jeder Baum hat ein ganz eigenes, charakteristisches Strömungsmuster, das sich wiederkehrend mit den Mondphasen und Jahreszeiten verändert. Die Elektrizität ist auch auf der Rinde nachweisbar. Mir gefällt die Vorstellung, dass wir, wenn wir einen Baum berühren, tatsächlich Kontakt zu seiner Energie aufnehmen! Neu war mir auch die Theorie, dass Wälder das Magnetfeld der Erde stabilisieren helfen. So liegt der Punkt mit der höchsten Intensität…

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Blackbox Gardening und die Akelei

Gartenbuch: Blackbox Gardening

Mehr oder weniger freiwillig hat schon jeder Gärtner Erfahrungen mit sich selbst versamenden Pflanzen gesammelt. Schachbrettblumen in ein ganz frisch angelegtes Beet zu setzen, weil ein kurzer Artikel in einer dieser nett anzusehenden Gartenzeitschriften schnellen Erfolg mit dieser Pflanze versprach, kann im nächsten Jahr zu einem überraschend monotonen Beet und vielen Zupfarbeiten führen. Meine Blackbox-Gardening Geschichte beginnt jedoch mit der Akelei, die ich unbedingt im Garten haben wollte. Meine Versuche, die Akelei anzusiedeln Mein erster Versuch, die Akelei in meinem Garten anzusiedeln, begann mit einer wunderschönen Zuchtform und einem neu angelegten Beet. Sie blühte sehr schön und kam nie wieder. Natürlich griff ich zu Gartenbüchern und wunderte mich sehr über dieses Verhalten, denn überall stand, dass die Akelei sich stark aussamt und so beginnt, durch den ganzen Garten zu wandern, bis sie den passenden Platz für sich findet. Mein Exemplar war wohl fußlahm. Neuer Versuch, neuer Standort – diesmal inspiriert von…

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Rudi Beiser – Kraft und Magie der Heilpflanzen – Rezension

Der Dezember hielt einige Leseüberraschungen für mich bereit. So begegnete mir in diesen Tagen das für mich schönste Buch 2013: „Kraft und Magie der Heilpflanzen“ Das beginnt schon beim Textil-Einband, der wunderbar in der Hand liegt und eine Buch-Kuschlerin wie mich sofort begeistert. Auch das Layout und die Illustrationen sind ein Genuss! Ganz mutig wurde weitesgehend auf Bestimmungsfotos verzichtet und den Tusch-Aquarellen von Stephanie Böhm viel Platz eingeräumt. So wirkt das Buch wie ein altes, magisches Hausbuch. Anhand von 9 Pflanzen erklärt Rudi Beiser die traditionelle Sicht auf Heilpflanzen: Holunder, Wegerich, Dost, Wegwarte, Eisenkraut, Gundermann, Johanniskraut, Beifuß und Brennnessel. Dabei geht er ausführlich auf Brauchtum und Symbolik ein. Neuere Erkenntnisse der Pharmazie erwähnt er eher nur nebenbei und Rezepte für Tees, Räucherungen und Tinkturen bietet er nur sparsam an. Vor allen Dingen ist sein Buch „Kraft und Magie der Heilpflanzen“ eine Einladung zu einer genussvollen Reise durch die Welt und…

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Permakultur für alle – Das Gartenbuch, das dazu führte, dass ich keine Gartenbücher mehr kaufe

Das Buch „Permakultur für alle“von Sepp und Margit Brunner kam 2007 zu mir.2007 hatte ich den Garten, den ich nie gesucht habe und der mich gefunden hat, seit 5 Jahren. So vieles war dort schon geschehen – Bäume gefällt, Beete verändert, Terrasse gebaut. Vieles hatte ich schon gelernt, vor allen Dingen Gärtner-Demut und Gärtner-Fachwissen.Meine Bibliothek an Gartenbücher war schon recht umfangreich, aber noch ein Buch mehr kann nicht schaden, oder?Als Naturgarten-Fan wollte ich mehr über Permakultur wissen, auch wenn die Hauptzielrichtung der Permakultur der Nutzgarten ist. An einem Nutzgarten war und bin ich nicht interessiert, denn dazu muss der Gärtner mit viel größerer Regelmäßigkeit, als ich sie aufbringen kann, sich um seinen Garten kümmern. Wenn wir etwas ernten können, freuen wir uns und wenn nicht – nun, Mangold ist auch eine wunderschöne Zierpflanze. Und die Vögel brauchen die Kirschen dringender als wir. Aber was für den Gemüseanbau gilt, gilt auch…

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Adopt a Blogger zu Gast im Krimigarten

„Ist das etwa Giersch???“ Ein Garten kann ein Krimi sein Davon ist Simone Ehrhardt, Krimi-Autorin, Garten-Besitzerin und Betreiberin des Blogs Krimigarten, überzeugt. Dort bin ich zu Gast mit meinem zweiten Beitrag aus „Adopt a Blogger“. Eigentlich ist es ja der dritte Beitrag – aber Simone hat so schnell und beherzt zugegriffen, dass sie die Folge 2 von Adopt a Blogger „Krickel-Krakel“ überholt hat. Was für einen Eindruck philosophierende, gärtnernde Männer auf mich gemacht haben; warum ich Akeleien liebe, der Autor jedoch nicht; ob man grundsätzliche philosophische Probleme mit dem Prinzip des Nutzgartens haben kann; warum der Mörder eben doch nicht der Gärtner ist oder vielleicht doch und welche logistischen Probleme zu lösen sind, wenn man eine Leiche im Garten verscharren möchte – all das lest ihr hier in meiner Rezension zu „Die Tages des Gärtners“ von Jakob Augstein. Viel Spaß bei der Lektüre wünschen Simone, Penelope Plank und ich! * Wenn durch…

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