Manchmal ist mein Mudra ein Mittelfinger: Handbuch der urbanen Spiritualität

Handbuch urbane SpiritualitätUrbane Spiritualität zählt nicht gerade zu meinen Lieblingsbegriffen. Ich frage mich dann gleich: ist Mannheim urban genug dafür? Und wenn ja – wo? Nur in der Innenstadt in den Quadraten oder auch bei mir hier draußen im Vorort?

Trotzdem ist urbane Spiritualität ein Begriff, mit dem ich gut arbeiten kann: eine Spiritualität für Menschen von heute, die im Leben von heute praktiziert werden kann.

Urbane Spiritualität kann also vieles umfassen: die Kurz-Meditation in der U-Bahn, die Spende für den Bettler, das Räuchern in der Wohnung in Anlehnung an alte Bräuche, das Beachten der Mondphasen und der Jahreszeiten, die Yoga- und Achtsamkeits-Praxis, gemeinsames Singen, die Götterfiguren mit Kerze davor, das Segenssymbol an der Haustür bis hin zum rituellen Verbrennen erledigter To-do-Listen.

So viele Möglichkeiten. Wo anfangen?

Genau hier setzt das Handbuch urbane Spiritualität von Emma Mildon an, das dem Leser einen Überblick verschaffen will.

Ich war und blieb erstaunt über die vielen Möglichkeiten, wie wir unsere Spiritualität ausleben können. … Deswegen habe ich ein spirituelles Nachschlagewerk geschrieben, das die etwas kleineren Fragen beantwortet, damit du dich mit den größeren Fragen selbst beschäftigen kannst.
Handbuch urbane Spiritualität, S 8/9

Es gibt vieles, was bei der Sinnsuche helfen könnte: Kristalle und Edelsteine, Aromatherapie, Chakrenlehre, Feng-Shui, Träume, Numerologie, Astrologie und das Erkunden der universellen Gesetze. Emma Mildon hat das und noch viel mehr ausprobiert und berichtet, wie es sich anfühlt und was es einem bringen könnte. Das schildert sie erfrischend ehrlich, fast flapsig und verschweigt peinliche Momente und Irrtümer nicht.

Selbst wenn man nur wenig mit dem Thema zu tun hätte lohnt es sich, mindestens das Vorwort zu lesen. Es macht Spaß.

Manchmal trinke ich halt Kaffee statt Kräutertee, und meine Mudras werden zu Mittelfingern.
Handbuch urbane Spiritualität S. 11

Oder wie #spiritjunkie Gabby Bernstein letzt zitierte: I’m a believer in peace and love. (But i say fuck a lot).

Für mich kommt das Buch jedoch knapp 25 Jahre zu spät. Ich bin Jahrgang 68. Fast alles habe ich schon mal ausprobiert – incl. der Stolperer wie peinliches Pupsen beim Yoga, dezente Hinweise von Freunden „hier riecht es aber seltsam“ wenn ich es mit dem Räuchern übertrieben habe und dem strengen Blick des Chefs ob des Kristalls an meinem Arbeitsplatz.

Damals hätte ich das Buch noch mehr geliebt. So bleibt für mich heute der Spaß beim Durchblättern und Lesen, lautes Lachen und Schmunzeln und ab und an ein „Oh, das könntest Du eigentlich auch mal wieder machen.“

Angaben zum Buch:

Emma Mildon

Handbuch urbane Spiritualität
Alles, was bei der Sinnsuche hilft

Im Buchhandel erhältlich

LEO Verlag
ISBN 978-3-95736-072-4

Ich glaube an Freundlichkeit und Karma, ich könnte also Buddhistin sein. Ich glaube an mystische Heilung und die Kraft von Kristallen, ich könnte also Hexe sein. Ich glaube an Wahrheit, Ehre und Vergebung, ich könnte also Christin sein. Ich glaube sogar an frühere Leben und dass über jeden von uns ein spiritueller Führer aus einer anderen Welt wacht, ich könnte also – für einige Menschen zumindest – auch einfach völlig durchgeknallt sein.
Emma Mildon, Handbuch urbane Spiritualität, S. 13.

 


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