• GeschichtenAgentin ist der Buch-Blog und das Lese-Tagebuch von Dagmar Eckhardt. Sachbücher und Ratgeber, Fantasy und Romane, Backlist und Neuerscheinungen: Ich lese immer viele Bücher gleichzeitig und erzähle hier auf meinem Buchblog, was sie mit mir machen. Keine klassischen Rezensionen, sondern persönliche, ehrliche Eindrücke aus Leserinnen-Sicht und mit einem Blick auf die Buchbranche. Denn ich war Buchhändlerin und bin es tief im Herzen geblieben. Abseits der Bücher findest du mich in Museen oder in der Pfalz und im Wald, auch darüber blogge ich. Stöber durch meine Buchtipps und Rezensionen und finde dein nächstes Lieblingsbuch!

Meine innere WG und Ich: IFS – Internal Family Systems

Jedes Mal, wenn ich bloggen möchte, bekomme ich Gesellschaft. „Sport wäre besser“ höre ich dann. Oder „So irrelevant wie Briefmarken sammeln“. Ganz selten auch ein giftiges Zischen „Bilde dir bloß nix auf das Geschreibsel ein.“ Doch je länger ich dann schreibe, umso leiser werden diese Stimmen. Bis ich den Punkt erreiche, an dem es in mir ganz ruhig wird und ich eine wohltuende Weite bei gleichzeitigem Fokus empfinde. Vielleicht ist das Flow. Auf jeden Fall ist das der Grund, warum ich sage: andere stricken, ich…

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Mein Recht auf Stadt: Platz nehmen gegen eine Architektur der Verachtung

Dass mich dieses Buch überfordern wird, hatte ich eingeplant. Architektur, Stadtplanung und Soziologie sind Fachrichtungen. Ich bin nicht vom Fach. Aber ich lebe in einer Stadt und ich frage mich schon länger, warum ich manche Viertel als lebendig und lebenswert erfahre – und andere nicht. Das ich mir damit schon Gedanken über „Mein Recht auf Stadt“ mache, wusste ich nicht. Beim Lesen galt es, zwischen all der Fachsprache und den flammenden Plädoyers gegen Konzepte, die ich nicht kannte, Anknüpfungspunkte an meine Erfahrungen zu finden. Warum…

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Jäger und Sammler: 12 Monate fernab vom Supermarkt

Wer „Mein Jahr als Jäger und Sammler“ von John Lewis-Stempel lesen möchte, sollte das Wort Jäger im Buchtitel ernst nehmen. Sehr ernst. John Lewis-Stempel beschließt, zwölf Monate lang von dem zu leben, was seine eigenen 16 Hektar hergeben. Farmland mit Hecken, Weiden, Wäldern und einem Fluss. Mit Enten, Eichhörnchen, Fasanen. Mit Löwenzahn, Gänsefuß, Bärenklau. Wildäpfeln, Brombeeren, Schlehen. Für diese Lebensweise braucht es Wissen, Geduld und die Bereitschaft, Hunger auszuhalten. Er bringt all das mit und packt noch Hartnäckigkeit obendrauf. Über allen Seiten schwebt ein Banner…

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Lesen ist Teilhabe: Anne Frank in einfacher Sprache und super lesbare Bücher

Lesen ist Teilhabe an der Welt. Romane und Biografien ermöglichen es uns, uns in andere Menschen hineinzudenken und zu fühlen. Sachbücher und Ratgeber vermitteln Wissen und helfen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Doch was ist, wenn Menschen nicht gut lesen können? Für die Leseförderung von Kindern wurden schon viele gute Ideen entwickelt. Eine der schönsten ist für mich das Konzept der Buchreihe „Super lesbar“ aus dem Beltz Verlag. Stellt euch einfach ein 10-jähriges Kind vor, das, aus welchen Gründen auch immer, mit dem Lesen hadert. Das…

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Ein Buch ohne Fehler gibt es nicht? 55 Buchmakel

Mein Exemplar von „Buchmakel“ ist makellos. Dabei gibt es, wie ich jetzt nach der Lektüre weiß, unendliche viele Möglichkeiten für Herstellungsfehler in der Buchproduktion. Sei es beim Satz (Löchriger Satz, Bleiwüste, Augenpulver), bei der Druckvorstufe (Moiré, Punktzuwachs), beim Umgang mit Papier (Wolkigkeit, Tellerbildung), beim Druck (Durchscheinen, Passerungenauigkeit, Abliegen) oder beim letzten Arbeitsschritt, der Bindung (Rückenbruch, Schnabeln). All diese Begriffe werden in „Buchmakel. 55 typische Fehler in der Buchproduktion und wie man sie vermeidet“ von Monika Wintjes wunderbar leichtfüßig und doch auf den Punkt erklärt. Geballtes…

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Versuchen Sie’s mal mit Schreiben! Oder mit bloggen

Es hat seine eigene Ironie, dass ich dieses Buch exakt dann ausgelesen hatte, als meine Blog-Flaute begann. In „Versuchen Sie’s mal mit Schreiben!“ geht es um genau das, was ich in der Phase gebraucht hätte: Schreiben als Weg, als Tool, um Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten, als nahezu therapeutisches Werkzeug – ohne dabei die Kreativität und den Spaß am Tun aus den Augen zu verlieren. Aber ich kam nicht mehr zum Schreiben. Selbst wenn ich ein Zeitfenster gefunden hätte, ich hätte es nicht gekonnt. Doch weil ich…

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Geteilte Nächte: Erotiken des Surrealismus

Es hat immer seinen ganz eigenen Reiz, Männer zu beobachten, die um ihre Schwanzspitze kreisen. Damit könnte ich meinen Blog-Beitrag zu „Geteilte Nächte – Erotiken des Surrealismus“, diesem eigenwilligen Lesevergnügen, bereits beenden. Auch wenn Quickies reizvoll sein können wäre das selbst für mich zu kurz. Da geht es also schon los. Obwohl Frauen in den erotischen Fantasien der surrealistischen Männer erstaunlich wenig präsent sind – häufig nur als einzelne Körperteile, Erfüllungsgehilfinnen oder ferne Sehnsucht – wecken die Miniaturen auch bei einer Leserin Assoziationen. Manche davon…

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Solidarisch Bücher kaufen: Aber ich kann sie doch nicht alle retten!

Heute kam meine Buchbestellung vom Nautilus Verlag, der vor ein paar Wochen einen Aufruf gestartet hatte. Bitte bestellt Bücher oder wir kommen nicht über den Sommer. Kurz vorher hatte ich E-Books beim Hirnkost Verlag geordert. Auch dort hatte sich die Schieflage unerwartet verschlimmert. Außerdem braucht das Missy Magazin Abos. Eine Blogger-Freundin hat ein Kinderbuch-Website mit Online-Shop gestartet. Und die Buchhandlung meiner Ex-Kollegin in der Nachbarstadt freut sich auch über Einkäufe von mir. Genau wie yourbook.shop – alles wird Buch. Oder der Shop der Autorenwelt, die…

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Sommer, Frauen und das Leben: die Geschichte zur Playlist

Damals, als Schülerin, habe ich jeden Sommer ein Mixtape zusammengestellt. Dabei ging es mir nie um die besten Songs des Jahres, sondern um die, die meine Stimmung in diesem speziellen Sommer perfekt ausdrückten. Weswegen das Mixtape auch „Dr. Sommer“ hieß. Die Herausforderung war dabei immer, die musikalische Bandbreite in eine halbwegs vernünftige Reihenfolge zu bringen: Violent Femmes mit Les Negresses Vertes, The Cure mit Siouxsie, Metallica mit Spermbirds und zwischendrin Dance und Pop – aber das bitte alles auf einer 90er-Musikkassette. Mangels Kassettendeck und auf…

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Ace in Space: Wenn das Buch eine Playlist braucht

Ich tue es schon wieder und beginne diesen Blog-Beitrag mit einem großen „Ich“. Tun wir Buch-Bloggerinnen angeblich so gerne. Ich lese auch meist mit dem Smartphone griffbereit in der Nähe. Noch so ein Klischee. Aber bei diesem Buch war es zwingend nötig, denn es verlangte nach Musik. Schmutziger Rock für die Szenen, die im Lager der Weltraumpiloten-Gang spielten. Trotz des Buchtitels „Ace in Space“ habe ich mich nicht für Motörhead, sondern für Nashville Pussy entschieden. Ich brauchte was mit Frauenpower, das gut zu der Queen…

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Die Bücher, der Junge und – Leipzig!

Ach Leipzig. Allein die Beschreibungen des Graphischen Viertels Leipzig sind für mich ein guter Grund, Kai Meyers „Die Bücher, der Junge und die Nacht“ zu lieben. Um 1930 gab es dort über 2000 Betriebe rund ums Buch: Druckereien, Buchbinder, Antiquariate und Buchhandlungen. Darunter Manufakturen und kleine Handwerksbetriebe, aber eben auch Produzenten von Massenware und Industriebetriebe. Menschen, die von der Liebe zum Buch angetrieben werden, genauso wie solche, für die Bücher ein Werkzeug der Propaganda sind. Was mich zum zweiten Grund führt, das Buch von Kai…

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Knochenblumen und eine Liebeserklärung an kleine Verlage

Stell dir vor, du bist ein Teenie mit einem einzigartigen Talent. Nein, nicht die Sorte Talent, von der wir alle mit 16 überzeugt haben, dass wir (und nur wir) diese Begabung haben. Sondern etwas wirklich gewaltig Großes: Magie. Die aber in der Gesellschaft, in der du lebst, nicht anerkannt ist. Weswegen dich deine Eltern mit Medikamenten herunter dämpfen, so dass du nie die Chance hattest, die zu sein, die du bist. Wem jetzt der Begriff neurodivergent im Kopfkino erscheint, liegt nicht ganz falsch. Aber: Das…

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Wie wird Landschaft sichtbar? Durch Spaziergangswissenschaft!

Es gibt Bücher, die würde ich mir im Leben nicht kaufen. Ganz einfach, weil ich von ihrer Existenz gar nichts weiß. Wer mir und meinen Lese-Vorlieben schon länger folgt, ahnt, wie perplex ich ob dieser Aussage bin. Ich bin eine Kreuz-und-quer-Leserin und ich schätze die Arbeit kleinerer Verlage sehr. Aber das Buch „Warum ist Landschaft schön? Die Spaziergangswissenschaft“ von Lucius Burckhardt, erschienen im Martin Schmitz Verlag, war mir noch nie begegnet. Zum Glück habe ich einen sehr guten Freund, der dieses Buch in der Karl…

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Londoner Monster-Maulwürfe und britisches Landleben: Fantasy von Mark Hayden

Wer hat den Göttern Handys gegeben und was ist im Londoner Abwasser, dass ein Riesenmaulwurf entstehen konnte? Wie bitte kommt ein ehemaliger Kampfjet-Pilot, der direkt aus einem Thriller von Tom Clancy entsprungen sein könnte, in einen Fantasy-Roman? Ist es noch Urban Fantasy, wenn zwar die Tunnel unter London ein wichtiger Schauplatz sind, die andere Hälfte der Handlung aber auf dem Land spielt? Und gibt es in dieser Geschichte irgendetwas, was einfach normal abläuft? Nein, gibt es nicht. Anders gesagt: Ich hatte nicht nur wegen des…

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Einer der Pfauen war verrückt geworden

„Ich hätte gerne „Der Pfau“ von Isabel Bogdan. Aber bitte im englischen Original.“. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich diese kleine Szene schon längst in einer deutschen Buchhandlung zugetragen hat. Die Krimi-Komödie „Der Pfau“ wirkt so durch und durch britisch, dass es doch gar nicht sein kann, dass es sich hier um ein deutsches Buch handelt. Ein heruntergekommener Landsitz, der mit mehr Liebe als Geld halbwegs in Schuss gehalten wird. Der Zusammenhalt in einem Dorf in den schottischen Highlands. Alte Damen, die sich zum…

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Wandern bei Nacht. Was wir in der Dunkelheit erleben können

Das Leuchten schneeweiß blühender Obstbäume in der Nacht, das unverschämt laute Schmatzen eines Igels: Nachts verändert sich jeder Garten. Doch ich erlebe das meist nur vom Fenster. Ganz anders der Autor John Lewis-Stempel. Er nutzt Anfälle von Schlaflosigkeit, zieht nachts mit seinem Hund los und lässt uns in „Wandern bei Nacht. Was wir in der Dunkelheit erleben können“ mit nahezu poetischen Miniaturen daran teilhaben. Mehr als einmal vergaß ich, weiter zu lesen, denn sein wunderbarer Schreibstil verführte mich, in eigenen Erinnerungen spazieren gehe. Ich sah…

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Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist Kunst – Jakob Schwerdtfeger

Ohne Museen, ohne mich ist ein Satz, den ich häufiger sage. Klar, dass ich damit exakt zur Zielgruppe des Buches gehöre. Ich plane ja sogar meine Urlaube um Museumsbesuche drumherum. Ich hatte viel Spaß mit „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist Kunst“. Das Buch des Kunst-Comedians Jakob Schwerdtfeger gleicht einem wilden Ritt durch die Kunstwelt, der nichts auslässt: schreckliche Nicht-Erklärungstexte in Ausstellungen, seltsame Rituale auf Aktionen, eigene unbeholfene Kunstversuche, geheime Tresorräume von Sammlern, Skulpturen auf Verkehrskreiseln und Dates im Museum. Also…

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Sieben verlorene Perlen. Rayyans Reise zu den Schätzen des Islams – Mouhanad Khorchide

Im Islam ist es normal, dass … – bei solchen Formulierungen zucke ich zusammen. Was weiß der Sprechende über den Islam und seine Bandbreite? Ist ihm bewusst, dass es „den Islam“ genauso wenig gibt wie „das Christentum“? Zwischen den Vorstellungen der Christen des Bible Belts in den USA und dem, was mir der evangelische Pfarrer im Konfirmanden-Unterricht vermittelt hat, liegen Welten. Auch wenn ich nur einen geringen Einblick in die Glaubenswelt der Muslime habe, weiß ich doch, dass es bei ihnen ebenfalls so ist. Was…

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Was tun mit solchen Büchern? „Hypatia“ von Arnulf Zitelmann

Was mache ich jetzt mit diesem Buch? An dem Tag, an dem ich erfuhr, dass Arnulf Zitelmann ein Täter war, stand es wie immer bei mir im Regal. Ich habe nur wenige Bücher aus meiner Kindheit und Jugend aufgehoben. Mit jedem einzelnen verbinde ich eine Geschichte. »Hypatia« von Arnulf Zitelmann war ein Geschenk. Wir waren eine »Bücher holt man in der Bücherei«-Familie. Ein Buch geschenkt zu bekommen war daher immer etwas Besonderes. Doch das alleine wäre kein Grund, dieses Jugendbuch viele Umzüge später noch im…

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Talus – Die Hexen von Edinburgh

Zu allererst: Liza Grimm kann schreiben. Dieses Buch ist einfach handwerklich gut. Das beginnt bei den abwechslungsreichen Satzlängen und hört bei den guten, realistischen Dialogen noch lange nicht auf. Dann dieser Weltenbau der Hexen, Geister und Tarot, eine Welt voller Magie und das tatsächliche Edinburgh ganz locker miteinander verknüpft. Der lässige Mix an Genre-Elementen von Horror bis hin zu diversen Fantasy-Subgenre gelingt ihr großartig. Allerdings hat sie mich mit der Prise Young Adult manchmal verloren. Mich interessiert es einfach nicht, wer wem gerade warum schöne…

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Neongrau, Neurobiest und Proxi – 3 Romane von Aiki Mira

Neongrau – in dieser Wortschöpfung steckt schon alles, was den SF-Roman von Aiki Mira auszeichnet. Kühle Technik, poetische Sehnsucht und das Ausloten von Zwischentönen. Aber auch der starke Wille, etwas Neues zu erschaffen – zum Beispiel ein besseres Leben. Für sich, für nahestehende Menschen, für alle. Das halb abgesoffene Hamburg im Jahr 2112 ist eine unschöne, aber logische Weiterentwicklung der Welt von heute. Doch das Leben geht weiter. Die Wohnungen haben Fluttüren, es gibt ein paar Fähren mehr. Ratten mutieren. Die Kommentare auf Social Media…

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Feministische Musikgeschichte: Die Rache der She-Punks – Buch und Playlist

Habe ich das Buch nun ausgelesen oder ausgehört? Wie zuletzt beim Punk-Roman von Tijan Sila habe ich auch »Die Rache der She-Punks« gleich mit einer Spotify-Playlist genossen. Vivien Goldman stellt jedem Kapitel eine thematisch passende Auswahl an Songs vorneweg: Girly Identity, Geld, Love/Unlove und Protest. Nette Menschen habe daraus Playlists kuratiert, was das Lesevergnügen enorm erhöht. Ja, dieses Buch macht Spaß. Vivien Goldman erzählt lebendig, geradezu quirlig. Sie weiß genau, wann eine Anekdote das beste Mittel ist, eine Aussage zu unterstreichen. Sie vermittelt immer im…

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Unter Bäumen ist mir wohl

Ein Wald, der zum Urwald wurde, weil er im Niemandsland zwischen BRD und DDR lag. Etwas, was Wald genannt wird, aber eine Forst-Plantage ist. Ein Waldstück, das ein fürstliches Jagdgebiet war. Bäume, die auf Dünen wachsen. Die Wälder, die Helmut Schreier für sein Buch ausgewählt hat, sind klug zusammengestellt. So unterschiedlich, wie sie sind, haben sie doch eines gemeinsam: An ihnen lässt sich gut ablesen, dass das, was wir Wald nennen, stets von Menschen gemacht wurde. Forstwirtschaft, Jagdgebiet, Waldweide – es sind die Maßnahmen der…

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Zurück ins Wasteland: Laylayland von Judith und Christian Vogt

Bei Buchserien kann ich gnadenlos sein: Ich lese sie fast nie weiter. Selbst dann nicht, wenn mich beim ersten Band Sprache und Weltenbau überzeugt haben. Warum soll ich mich an diese eine Buchwelt fesseln? Es gibt doch noch so viele andere! Ich bin Poly-Leserin, immer bereit für eine neue Buchliebe. Dass ich also Laylayland, die Fortsetzung zu Wasteland, unbedingt lesen wollte, sagt schon alles. Dabei bescherte mir der erste Band Albträume. Zu beklemmend waren die Bunkerszenen für mich. Auch das apokalyptische Szenario machte mir, die…

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Climate Fiction mit Wow-Effekt: Exit this city

„Exit this city“ stellt die Welt, wie wir sie kennen, auf den Kopf – und entwickelt doch das, was wir erleben, konsequent weiter. Indien ist dank seiner Hightech-Firmen der Sieger des Globalisierungsrennens. Tagestemperaturen weit über 40 Grad sind dort normal geworden. Überleben ist nur mit Hitzeanzügen möglich. Deutschland ist hingegen nur noch ein Agrarstaat und versinkt im fruchtbaren Schlamm. Starkregen im Frühjahr, kurze heiße Sommer, die gerade eben das Getreide reifen lassen. Die Gewinne streichen Agrar-Konzerne aus Indien ein. Genmanipulierte Bienen sollen die Erträge steigern.…

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Maria Borrély – Mistral. Eine Wiederentdeckung.

Natürlich habe ich zu „Mistral“ gegriffen, weil die Provence für mich ein Sehnsuchtsort ist. Wenn ich dort Urlaub mache, zieht es mich nicht an die Küste, sondern ins Hinterland. Dorthin, wo die Gegend rauer und die Naturerlebnisse intensiver sind. Der schmale Roman von Maria Borrély spielt in der Haute-Provence. Ich kann mich an beeindruckende Wanderungen erinnern und an Wege, bei denen wir nicht wussten, ob das der Wanderweg oder ein Ziegenpfad ist. An den Duft von Thymian und Lavendel. An dornige Sträucher und an Schmetterlinge.…

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Bloß nicht verirren und schon gar nicht auf Zeitreisen!

Nehmen wir einmal an, Zeitreisen wären möglich. Der Aufwand für eine Reise wäre zudem vergleichbar mit dem einer heutigen Fernreise. Wahrscheinlich würde sich sehr schnell eine spezialisierte Tourismusbranche entwickeln. Abenteuerreisen, Individualtourismus, Gruppenreisen, Bildungsreisen, einfach-so-Reisen – nur eben in die Vergangenheit. Für solche touristischen Zeitreisen bräuchte es einen objektiven Reiseführer. Kathrin Passig und Aleks Scholz haben ihn bereits geschrieben. Und ich habe ihn jetzt, in der Gegenwart, mit viel Spaß gelesen. Sehen, staunen, entdecken: mach mehr aus deiner Zeitreise! »Handbuch für Zeitreisende. Von den Dinosauriern bis…

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Monarchie und Alltag – der Fehlfarben-Songcomic

Als ich begann, Musik zu entdecken und nicht einfach nur zu hören, war »Monarchie und Alltag« von den Fehlfarben schon da. Allerdings dürfte es noch Jahre gedauert haben, bis ich die Platte zum ersten Mal am Stück gehört habe. Songs und Musikwissen kamen damals in Fragmenten zu mir. Deswegen war mir auch lange unklar, dass die NDW-Hymne »Ein Jahr (Es geht voran)« und das bewegende »Paul ist tot« von der gleichen Band sind. Jahrzehnte später war der Song »Kebabträume«, der bei ihnen »Militürk« heißt, für…

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Die Wächterinnen von New York: Was wäre, wenn die Stadt eine Seele hätte?

Wenn eine Stadt vom ersten Moment an ein ganz eigenes Gefühl in uns auslöst, unterstellen wir ihr gerne einen Charakter. Aber was wäre, wenn Städte wirklich ein Eigenleben, eine Seele hätten? Einen Wesenskern, der sich Menschen sucht, um mit ihnen zu kommunizieren? Der diese Menschen dann dazu bringen möchte, bestimmte Dinge zu tun, die für den Fortbestand der Stadt entscheiden sind – auch wenn sie unlogisch und surreal wirken? Jetzt transportieren wir diesen Ansatz nach New York City und durchdenken ihn noch einmal. New York…

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Museum Wagenschwend: Reise in die Odenwälder Vergangenheit

gerät aus dem alten friseur-salon im museum wagenschwend: eine Trockenhaube

Die Anreise zu den Urlaubsorten meiner Kindheit dauerte keine Stunde. Der Odenwald war das Ziel. In Hammelbach oder Kröckelbach wurde Quartier bezogen. Gewandert wurde auf der Tromm und im Café-Bauer-Tal. Nebenbei haben wir im Sommer Nibelungen-Brunnen gezählt und im Herbst Walnüsse gesammelt. Wer sich etwas gönnen wollte, fuhr bis zum Katzenbuckel, der damals ein touristisches Zentrum war. Das dürfte der Grund sein, warum Touren durch den Odenwald bei mir zuverlässig nostalgische Gefühle auslösen. Mein Besuch im Dorfmuseum in Wagenschwend am Katzenbuckel hat das jetzt noch…

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