Wenn heilige Kühe ins Gras beißen

Wenn heilige Kühe ins Gras beißen - Sachbuch

Zwei Dinge haben mich auf das Buch „Wenn heilige Kühe ins Gras beißen“ neugierig gemacht: Das Cover mit dem Sternbild der heiligen Kühe und die Vorgeschichte der Autorin. Betsy Chasse war die Produzentin des Films „What the Bleep do we know“, der in meinem esoterisch-spirituell interessierten Umfeld durchaus den Status einer Heiligen Kuh hat. Ich selbst habe den Film zwar nicht gesehen, wurde aber doch ständig von Buchhandelskunden darauf angesprochen und kenne daher viele Zusammenfassung des Inhalts. Vor allen Dingen konnte ich beobachten, wie der Film beim Zuschauer Interesse für ganz neue, andere Themen weckte. Wie geht das Leben nach so einem spirituellen Erfolg weiter? Betsy Chasse genehmigt dem Leser einen Panoramablick durch das Schlüsselloch auf ihr Leben nach „What the Bleep do we know“. Manchmal dachte ich mir, dass ich es so genau gar nicht wissen möchte. Nach dem Film ging also ihre Ehe in die Brüche, sie ist…

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Räuchern mit Kräutern und Harzen – Buch-Tipps

Der Sommer ist nass, die Schnaken sind wieder da – das ist meine aktuelle Ausrede, um wieder nach Herzenslust zu räuchern. Der Rauch von Kräutern und Harzen hilft in der Tat gegen die Stechmücken und so lange sich die Nachbarn nicht beschweren (was nicht mehr lange dauern kann) räucher ich kräftig weiter. Derzeit habe ich, je nach Stimmung, ein Faible für Kampher und für Lavendelblüten. Überhaupt experimentiere ich gerne mit allem, was der Garten hergibt: Mädesüß, Salbei, Rosmarin, Beifuß oder auch Gänseblümchen haben sich schon bewährt. Wobei ich betonen möchte, dass ich am liebsten im Freien räucher – in der Wohnung sind mir viele Düfte dann doch zu intensiv. Dort bevorzuge ich Räucherstäbchen, Räucherkegel und Duftöle. Natürlich habe ich auch in diesem Fall zu Büchern gegriffen. Diese beiden kann ich zum Einstieg empfehlen: Räuchern mit heimischen Pflanzen – meine Buch-Tipps Wer nicht so gerne experimentiert, keine geeigneten Räucherpflanzen im Garten hat und…

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Eine Reise entlang des Ganges

Eine Reise entlang des Ganges - Reisebericht von Ilija Trojanow

Ilija Trojanow tut sich schwer als Indien-Versteher. Auf seiner Reise entlang des Ganges überfordert ihn das Land mit seiner unlogischen Vielfalt. Das gibt er offen zu und versucht trotzdem tapfer, Erklärungen zu finden. Mir ging es auf meiner Indien-Reise nicht anders. Gerade das macht mir sein Buch so sympathisch, obwohl es für meinen Geschmack auf weiten Strecken sehr spröde daherkommt. Es sind insbesondere die Umweltverschmutzung und der achtlose Umgang mit der Natur, die den Autor fassungslos machen. Wie kann man die heilige Mutter Ganges in so eine Kloake verwandeln? Wieso stören sich nur so wenige Menschen daran? Eine seiner Erklärungen beruht gerade auf der Göttlichkeit des Flusses. Ein Mensch kann eine Göttin nicht verschmutzen und er kann ihr auch nicht dabei helfen, sauber zu werden. Dafür müsste die heilige Ganga schon selbst sorgen. Für den allgegenwärtigen Lärm versucht er erst gar nicht, eine Erklärung zu finden – der gehört einfach…

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Einfach genial – Handbuch der Inspiration

Handbuch zur Inspiration Einfach genial

Wo ist die Muse, wenn man sie braucht? Kann man kreative Ideen erzwingen? Das wohl kaum, aber es gibt Mittel und Wege, Inspiration und Kreativität im eigenen Leben zu verankern. Regine Rompa erzählt in „Einfach genial – Kleines Handbuch der Inspiration“ von Genies, Forschern und Künstlern und ihren ganz persönlichen Tricks und Kniffen im kreativen Alltag. Da wäre zum Beispiel die Kunst des klugen Hinterfragens, die Sir Isaac Newton praktiziert hat: Warum hat Gott die Welt da erschaffen, wo sie ist und nicht einen Meter weiter links? Natürlich dürfen die faulen Äpfel, deren Duft bei Friedrich Schiller für kreative Höhenflüge sorgten, nicht fehlen. Mein persönlicher Liebling ist die Geschichte von Nick Cave, dem Rockstar, der jeden Morgen wie ein Bankangestellter in sein Kellerbüro geht, um Songs zu schreiben. Doch die Autorin erzählt nicht einfach Anekdoten. Die Geschichten aus dem Leben berühmter Persönlichkeiten dienen nur dazu, grundlegende Bedingungen der Kreativität zu erläutern.…

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Tiere in der Stadt – Von Füchsen und Parasiten

Tiere in der Stadt Sachbuch von Bernhard Kegel

Der Fuchs, der Euch auf dem Buchcover entgegen läuft, begegnet dem Leser erst gegen Ende des Buches. Bernhard Kegel weiß, wie man eine gute Geschichte aufbaut. Er weiß, dass auch ein Sachbuch über Tiere in der Stadt einen Spannungsbogen braucht und deswegen zögert er die Begegnung mit Fuchs, Waschbär & Co bis zum Schluss hinaus. Vorher berichtet er über kleinere und ungeliebtere Tiere, die sich den Lebensraum mit den Menschen teilen. Parasiten zum Beispiel. Noch früher erzählt er von Tierkolonien. Viele Individuen auf engem Raum, Stress, Lärm, schlechte hygienische Verhältnisse – Tierkolonien und menschliche Städte haben vieles gemeinsam. Parasiten zum Beispiel. Tiere in der Stadt – ein heilloses Durcheinander? Stadtnatur ist vielseitig. Sie besteht aus mehr Individuen als nur aus Spatzen und Amseln, aber auch aus mehr als nur Ratten und Bettwanzen. Zur Stadtnatur gehören die Brennesseln auf den Brachen, sich schnell verbreitende Götterbäume, Graureiher und Störche im Stadtpark und sehr…

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Vertraue dem Meister in Dir – Praxisbuch

Remo Rittiner Vertraue dem Meister in Dir

Remo Rittiner hatte mich schon mit seinem Yoga-Therapiebuch begeistert. Deswegen war es klar, dass ich sein neues Buch „Vertraue dem Meister in Dir“ unbedingt lesen wollte. Doch wie es manchmal so ist – das Buch und ich, wir fanden erst einmal nicht zusammen. Ich habe es sogar ungelesen aus dem Urlaub zurück gebracht. Es ist definitv eines dieser Bücher, für das man den genau passenden Zeitpunkt abpassen muss, sonst rauscht es einfach so an einem vorbei. Jetzt war der Zeitpunkt da. Achtsame Lebensführung, nachhaltige Ernährung, spirituelle Praktiken sind wichtige Bausteine in seinem Konzept. Doch vor allen Dingen führt der Weg zum inneren Meister durch Jetzt, Stille und Klarheit: Zunächst kommt es darauf an, überhaupt anwesend und wach zu sein für das, was um uns herum und in uns vor sich geht. Um sich der Fülle unseres Leben bewusst zu werden, gibt es drei wertvolle Schlüssel – das Jetzt, die Stille und…

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Baba Jaga – ganz besondere Urban Fantasy

Toby Barlow, Baba Jaga, Roman, Urban Fantasy

Spione aus aller Herren Länder, alte russische Hexen, die immer schön bleiben, und häßliche alte Hexen, die seit Anbeginn der Zeit Männern Unglück bringen, Liebhaber und gehörnte Ehemänner, erfolglose Literaten und Jazzmusiker kurz vor dem Durchbruch – all diese Figuren treffen in „Baba Jaga“ im Paris der Nachkriegszeit aufeinander. Damit wir uns auf gar keinen Fall langweilen gibt es noch korrupte Polizisten, übereifrige Detektive, die in einen Floh verwandelt werden, verrückte Wissenschaftler, ein junges Mädchen mit einem Huhn und jede Menge Eulengewölle, die geraucht werden. Fehlt noch was? Ja klar – die große Liebe, für die es nie zu spät ist, spielt eine wichtige Rolle. Aber ob sie Glück bringt? Baba Jaga, der Jazz und der Rhythmus der Figuren So faszinierend die Geschichte ist, ein wenig mehr Feinschliff hätte ihr gut getan. Damit meine ich nicht nur die gelegentlichen Wortwiederholungen, die die Sätze holpern lassen. Toby Barlow verleiht jeder Figur…

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Warum Du (k)ein Buddhist bist – ich übrigens auch nicht

Weshalb sie (k)ein Buddhist sind - Buch-Tipp

Eine räucherstäbchen-freie Einführung in die Philosophie des Buddhismus – genau das bietet das Taschenbuch „Weshalb Sie (k)ein Buddhist sind“ des jungen Lamas Dzongsar Jamyang Khyentse. Keine Mantras, keine Meditationsübungen – der Autor klärt kurz, warum der Buddhismus keine Religion ist und dringt dann gleich zum Kern der buddhistischen Philosophie vor. Sein Thema sind die Vier Siegel; die vier Lehrsätze des historischen Buddhas, auf denen alles weitere aufbaut. Wer diese vier Sätze nicht verstanden und verinnerlicht hat, kann für den Autor kein Buddhist sein – auch dann nicht, wenn er meditiert und Achtsamkeit praktiziert und dadurch zum friedlicheren Menschen wird. In der Übersetzung von Staphan Schuhmacher lauten diese Kernthesen des Buddhismus wie folgt: Danach folgt noch die Empfehlung des Buddhas „Glaube nichts, hinterfrage alles“ und die philosophische Achterbahnfahrt kann beginnen. Spätestens beim Konzept der Leere wurde mir persönlich schwindelig. Zum Glück ist Dzongsar Jamyang Khyentse ein aufmerksamer Lehrer, der genau weiß, was er…

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Alle meine Wünsche

Alle meine Wünsche - Roman

Gerade mal 127 Seiten genügen Grégoire Delacourt, um das Leben seiner Protagonistin Jocelyne völlig umzukrempeln. Sehnlichst habe ich mir – ganz gegen meine sonstigen Lesegewohnheiten- ein Happy End gewünscht. Doch der Autor lässt mich zurück mit etwas, was eine Wendung zum Besseren sein könnte und mir doch das Gefühl gibt, das nun alles einfach nur anders, aber nicht besser ist. Alles bleibt anders, nachdem es auf den ersten Blick 25 Jahre lang gleich blieb. Doch die Geschichte schält sich wie eine Zwiebel. Alle meine Wünsche und der Sparschäler Machen Wünsche das Leben besser? Jocelynes Mann hat viele Wünsche, Konsumwünsche. Sie hingegen hatte Träume, mit denen sie in einem ganz normalen Leben gestrandet ist. In ihrem einfachen Leben fühlt sich zuhause; sie hat gelernt, zufrieden zu sein. Kuschelig wirkt dieses Leben zuerst auf den Leser. Doch dieser Anschein verfliegt, sobald der Autor die nächste Schicht der Geschichte freilegt. Mit jeder neu…

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Wie es einst war – Fundstücke von anno dunnemal

Sachbuch Wie es einst war

Milchgeschwister. Knickerbocker. Contenance. Bahnsteigkarte. Pleureuse. Ausdruckstanz. Solche Begriffe erwartet man in einem Buch mit dem Titel „Wie es einst war – Schönes und Wissenswertes aus Großmutters Zeiten“ Homosexualitit. Lehrerinnenzölibat. Cafè Achteck. Flapper. Isadora Duncan. Solche Begriffe, Anekdoten und Namen machen „Wie es einst war“ erst so richtig spannend. Kurioses und Vergessenes Thomas Blubacher erinnert in 350 Artikeln an die Zeit von vor 100 Jahren. Alltagsgegenstände beschreibt er genauso wie Kurioses und stilbildende Persönlichkeiten. Vieles davon ist in Vergessenheit geraten, manches davon zu Recht. Bei einigen Begriffen und Gegenstände hatte ich nur eine vage Vorstellung, was sich dahinter verbirgt; andere waren wohlbekannt. Mich hat das Buch gleich am Anfang bei A wie Ameisler gepackt. Ein Ameisler sammelte Ameiseneier in den Wäldern, eine schmerzhafte und mühselige Tätigkeit. Diese verkaufte er dann für gutes Geld als Vogelfutter für die Ziervögel der Städter! Und ich dachte, das Verwöhnen von Haustieren sei eine recht neue Erfindung … Eine…

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Die Ameise als Tramp

Die Ameise als Tramp - Sachbuch

Der Fall schien eindeutig. Hunderte von toten Hummeln unter der Silberlinde konnten nur eines bedeuten: der Baum war schuld! Als Beweis genügte, dass der Baum nicht einheimisch war. Er kam vom Balkan. Die Silberlinde ist ein Neophyt, eine ursprünglich nicht einheimische Art, und damit ein Mitglied der gleichen üblen Gang wie der Riesen-Bärenklau. Offensichtlich war die Silberlinde ein großer Feind der einheimischen Hummeln – so, wie der Riesenbärenklau ein großer Feind der Allergiker ist. 1993 meldete die Stadt Bielefeld, dass alle Silberlinden gefällt wurden. Die Ameise als Tramp – der Bärenklau als Wegelagerer Neophyten und Neozoen bereichern unsere direkte Umwelt. So ziemlich jeder, der aus seiner Stadtwohnung ins Grüne schaut, wird mindestens eine ursprünglich nicht einheimische Art sehen: Rosskastanie, Robinie, Forsythie und vielleicht auch einen Halsbandsittich. Hübsch und bereichernd, oder? Schwierig wird die Lage dann, wenn die Arten invasiv werden und einheimische Arten verdrängen. Vielleicht verjagt der Halsbandsittich andere Höhlenbrüter, die…

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Wald ganzheitlich betrachtet: Der Geist der Bäume

Geist der Bäume - Sachbuch

Als ich das Buch zum ersten Mal in die Hand nahm, blätterte ich gleich zu dem Kapitel vor, in dem die Eiche vorgestellt wird. Damit habe ich dem Standardwerk „Der Geist der Bäume“ unrecht getan, denn gerade das Einführungskapitel hat es in sich. „Wildnis Wald – Aufbau und Zusammenarbeit“ lautet eine der Kapitelüberschriften. Solche Themen hatte ich erwartet. Aber „Bäume, Elektrizität und Magnetismus“? Das klang nach einer spannenden, aufschlussreichen Lektüre. Was passiert, wenn ein Mensch einen Baum umarmt? Interessant fand ich die Forschungen zum Thema elektrische Ströme bei Pflanzen. Jeder Baum hat ein ganz eigenes, charakteristisches Strömungsmuster, das sich wiederkehrend mit den Mondphasen und Jahreszeiten verändert. Die Elektrizität ist auch auf der Rinde nachweisbar. Mir gefällt die Vorstellung, dass wir, wenn wir einen Baum berühren, tatsächlich Kontakt zu seiner Energie aufnehmen! Neu war mir auch die Theorie, dass Wälder das Magnetfeld der Erde stabilisieren helfen. So liegt der Punkt mit der höchsten Intensität…

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