
Ich war im Museum. Ja, schon wieder. Bevor ihr jetzt denkt, ich hätte ein ernsthaftes Problem (oder sei einfach nur hoffnungslos langweilig), lasst mich euch versichern: Ich weiß genau, was ich tue!
Museumsbesuche sind mein kleines Laster – nur eben deutlich günstiger als Shopping und weniger schweißtreibend als Marathon laufen. Hier sind meine zehn persönlichen Gründe, warum ich regelmäßig ins Museum gehe.
- Das Wetter ist im Museum immer perfekt
Es regnet in Strömen? Ab ins Museum, dort bleibt man trocken! Draußen herrscht schwüle Hitze? Die Klimaanlage im Ausstellungsraum macht den Besuch angenehm. Du leidest unter Heuschnupfen? Keine Pollen zwischen den Kunstwerken! Egal, wie das Wetter ist – im Museum herrschen immer ideale Bedingungen. - Museen führen dich an unbekannte Orte
Kennst du Ingolstadt und Xanten? Ich kannte beide Städte nicht und wäre vermutlich nie dorthin gefahren. Doch das Museum für konkrete Kunst und der Archäologische Park haben mich neugierig gemacht – und so habe ich nicht nur coole Museen kennengelernt, sondern auch zwei neue Städte entdeckt. Museumsbesuche sind perfekte Anlässe, um das eigene Land zu erkunden! - Museen halten dich fit
10.000 Schritte am Tag schaffen? Im Freilichtmuseum Hagen mit seinem 42 Hektar großen Gelände erreichst du dieses Ziel spielend. Richtig außer Atem kommen? Das Museum der bildenden Künste in Leipzig mit seinen vielen Treppenhäusern, in denen Kunst hängt, fordert deine Kondition heraus. Kniebeugen, um Details am Sockel einer Skulptur zu entdecken. Den Hals recken, um auch die obere Ecke eines Gemäldes zu betrachten. Museen sind unterschätzte Fitness-Studios! - Aha-Effekte: Originale wirken
Bilder von Mark Rothko kannte ich lange nur aus dem Wandkalender – und verstand den Hype nicht. Erst als ich vor einem Originalbild stand, meinen Blick in diesen Farbenrausch versenkte und gar nicht mehr auftauchen wollte, begriff ich, was ich verpasst hatte. Reproduktionen können die Wirkung nicht einfangen. Auch die Funktionsweise einer Linotype-Setzmaschine habe ich nicht im Berufsschulunterricht begriffen, sondern bei einer Vorführung im Technoseum Mannheim. Dort wurde Wissen plötzlich greifbar, erfahrbar, begreifbar. Das ist die Stärke von Museen: Sie lassen uns erleben statt nur lesen.
- Kunst ist keine Einbahnstraße
Ich kann mich stundenlang vor ein Bild setzen und einfach nur schauen. Aber irgendwann kribbelt es in den Fingern und ein Dialog zwischen mir, meiner Fantasie und dem Kunstwerk beginnt. Könnte ich zeichnen, hätte ich einen Skizzenblock dabei. Stattdessen fotografiere ich und teile die Bilder auf Instagram. Seitdem nehme ich Kunst noch bewusster wahr. Der Dialog mit den Ausstellungsobjekten weckt die Kreativität. Jeder findet seinen eigenen Weg, sich mit Ausstellungen kreativ auseinanderzusetzen – ob durch Zeichnen, Bloggen, Fotografieren oder einfach durch intensive Betrachtung.

- Städtereisen werden durch Museumsbesuche entspannter
Manch eine Städtetour wäre für mich deutlich stressiger verlaufen ohne die hervorragende Infrastruktur von Museen. Füße ausruhen im Museums-Café, E-Mails im kostenlosen WLAN checken, saubere Toiletten nutzen – das hat mich schon mehr als einmal gerettet. Und in manchen Häusern sind bereits die Waschräume kleine Kunstwerke für sich! - Menschen machen Museen lebendig
Menschen im Museum beobachten macht Spaß. Kleine Kinder, die quer durch den Saal Rad schlagen. Paare, die diskutieren, wo sie ein bestimmtes Werk schon einmal gesehen haben. Eltern, die ihrem Nachwuchs Kunst erklären. Teenager, die kichernd Aktgemälde kommentieren. Was wäre ein Museum ohne andere Besucherinnen und Besucher? Viel zu still! Wer hingegen genau diese Ruhe sucht, dem verrate ich einen Pro-Tipp einer Museumsmitarbeiterin: Komm am Freitagmittag, wenn Schulklassen bereits weg sind – aber nur bei richtig gutem Wetter! Dann hast du mit etwas Glück sogar die Computerspiele im ZKM Karlsruhe fast für dich allein.

- Museen erweitern deinen Horizont
Ausstellungen zu anderen Kulturen, fremden Epochen oder gesellschaftlichen Themen laden dazu ein, die Welt aus neuen Blickwinkeln zu betrachten. Sie fördern Empathie und helfen, Zusammenhänge zu verstehen. Ein Gang durch eine Ausstellung kann genau der Augenöffner sein, den wir im Alltag manchmal brauchen. Dieser Effekt wird noch verstärkt, wenn man mit guten Freund*innen in ein Museum geht, denn sie bringen neue Beobachtungen mit ein! - Du nimmst immer etwas mit nach Hause
Neues Wissen, frische Gedanken, Kunstpostkarten, ein Buch aus dem Museumsshop – niemand verlässt ein Ausstellungshaus mit leeren Händen. Im Jüdischen Museum Frankfurt gibt es sogar ein Angebot namens „Museum to go“: Vor Ort kannst du dir vertiefende Informationen, Audiodateien oder ein Apfelkuchenrezept aus der Familie von Anne Frank für zuhause speichern. - Der Museumspass: Ich habe eine Flatrate und ich werde sie nutzen!
Kennt ihr den Museums-PASS-Musées? Für 129 € bekommt ihr damit Zugang zu mehr als 350 Museen, Schlössern und Gärten im Elsass und Lothringen, Süddeutschland und der Schweiz (Stand 2026). Die aktuellen Ausstellungen sind darin mit enthalten. Seit ich den Pass habe, bin ich noch häufiger in Museen anzutreffen. Vor allem schaue ich mir jetzt auch mehr kleinere Museen wie das Purrmann-Haus in Speyer oder das Stadtmuseum in Baden-Baden an. Nun träume ich von einer deutschlandweiten Museums-Flatrate!

So betrachtet sind Museen Fitnessstudios für Körper und Geist, Inspirationsquellen, soziale Treffpunkte und Türöffner zu neuen Welten. Hier findet ihr meine Museumstipps. Habt ihr ein Lieblingsmuseum, das ich mir unbedingt anschauen sollte?
Eine kleine Auswahl an Museen, die ich euch ans Herz lege:



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