Think Content! – und schon ist die Beer geschält

Think Content! Fachbuch

Eigentlich könnte ich es mir mit der Rezension zu „Think Content!“ einfach machen: Pflichtlektüre. Punkt. Aus.

Eventuell könnte ich noch so, wie es Buch-Blogger gerne tun, schreiben, dass es sich um ein Must-Read handelt; also ein Buch, das jeder, der in dieses Internet hineinschreibt und dort auch gefunden werden will, gelesen haben muss.

Dann noch ein wenig den Klappentext des Buches umformulieren um auf eine Textlänge von mindestens 300 Wörtern zu kommen und schon „wär die Beer geschält“ wie der Pfälzer sagt.

Anschließend noch den Link zur Rezension automatisiert auf allen sozialen Kanälen posten, sowie einen Beleglink an den Verlag schicken und hoffen, dass dieser aus meiner Rezension zitiert und mir vielleicht sogar einen Backlink spendiert. Allerdings wird er das bei einer Buchbesprechung, die auf Basis des Klappentextes entstanden ist, sicherlich nicht tun.

Ja nun … Think Content! geht anders

So hätte ich dann zwar einiges mit meinem Content, meiner Rezension, veranstaltet – aber von einer Content-Strategie und vom Content-Marketing wäre ich, wie Miriam Löffler deutlich aufzeigt, immer noch sehr weit entfernt.

„Was sucht der Leser?“ und „Womit möchte ich gefunden werden?“ lauten zwei wichtige Fragen, die man sich zu Beginn eines jeden Online-Projekts stellen sollte. Bei meinem Beispiel mit der Rezension gilt eher das Prinzip Hoffnung: „Ich schreib halt was und irgendwer wird es schon finden und dann hoffentlich Fan meines Blogs werden“.

Auch wenn dieser Blog ein Hobby und eine Spielwiese ist, schadet es nichts, sich mit Fragen des Content-Marketings auseinanderzusetzen. Es macht mir Spaß, meine Begeisterung für ein Buch in das Internet zu schreiben – aber es macht mir noch mehr Spaß, wenn jemand diese Begeisterung auch findet und teilt. Wie ich das erreichen kann, erklärt Miriam Löffler in „Think Content!“ sehr umfassend.

Eine Strategie zu haben ist gut – aber solides Handwerkszeug ist auch nicht zu verachten. Das vermittelt die Autorin auf den letzten 150 Seiten „Webtexten“ schön knackig komprimiert. Dabei geht es nicht nur um stilistische Fragen, sondern auch um Produkttexte, die verkaufen, und um Grundkenntnisse für SEO-optimiertes Schreiben.

Gerade dieser Praxis-Teil sorgt dafür, dass dieses Buch einen Ehrenplatz in meiner Blog-Basis-Bibliothek erhalten wird – direkt neben „Blog Boosting“ von Michael Firnkes.


Infos zum Buch:

Miriam Löffler
Think Content!
Content-Strategie, Content-Marketing, Texten fürs Web

  • Website-Content verstehen und effizient einsetzen
  • Mehr Reichweite mit dem passenden Content-Mix
  • Essentielles Texter-Wissen: von SEO über Online-PR bis zur Produktbeschreibung

Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-2006-4

Neuauflage 2024 im Rheinwerk Verlag


Content braucht Text. Dieses Buch hilft dabei: Text sells. Wie Sie Texte schreiben, die wirken. Wie sie Unternehmen und Marken durch Sprache Profil geben

Neil Young – ein Hippie träumt von der perfekten Modell-Eisenbahn

Autobiografie Neil Young

Neil Young eröffnet seine autobiographischen Fragmente mit Überlegungen und Schwärmereien zu seiner Lionel Modelleisenbahn. Das ist, gelinde gesagt, ein unerwarteter Einstieg in das Buch eines Rockstars.

Überhaupt ist so einiges überraschend an seinen Erinnerungen, die munter zwischen den Jahrzehnten und Themen hin und her springen und doch völlig in der Gegenwart und seiner Person verwurzelt sind.

Ja, man erfährt einiges über seine Musik, seine Weggefährten. Und ja, es gibt Anekdoten am Rande der Legalität. „Ein Hippie-Traum“ ist definitiv das Buch eines Rockstars. Doch es ist noch viel mehr.

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Housewives Tarot – Karten legen im Stil der 50er Jahre

Karten-Set: Housewives Tarot

Man muss keinen Martini trinken, um Spaß mit dem Retro-Tarot-Set „Housewives Tarot“ zu haben. Ein schöner Aperol Sprizz tut es auch. Die Test mit einem Gin Tonic stehen noch aus.

Überhaupt sollte man bei diesem Orakel nicht alles so ernst nehmen, obwohl man das „Housewives Tarot“ durchaus auch als reguläres Tarot-Deck verwenden könnte.

Alle Karten der großen und kleinen Arkana wurden liebevoll und mit viel Sachverstand in eine fiktive Welt der 50er Jahre übertragen. Auch die Legungen wurden neu interpretiert. Aus der klassischen Dreier-Legung wurde ein Eiskrem-Sandwich und das keltische Kreuz wird – ein wenig anders platziert – zum Martini-Glas. Pro-Tipp zu dieser speziellen Legung aus dem Beiheft:

Anschließend kippen Sie den übrigen Martini hinunter und interpretieren die Karten nochmals mit neugewonnener Kreativität.

Die Kelche wurden zu Cocktail-Gläsern, die Stäbe zu allerlei Putz-Utensilien und die Schwerter zu Küchenmessern und Cocktail-Spießchen. Das ist so konsequent und in sich verdreht, dass es einfach großartig ist!

Housewives Tarot – der Eremit im Schaumbad

Der Eremit aus der großen Arkana mutiert zur Blondine, die sich von der Welt zurückgezogen hat und in Ruhe ein Schaumbad nimmt. Das Rad des Schicksals dreht sich beim Roulette. Der Gehängte hängt an einer Wäscheleine. Und – meine Lieblingskarte – der Teufel, auch als Versuchung bekannt, zeigt sich in nylon-bestrumpften Beinen auf roten High Heels, die in einer großen Schoko-Torte enden. Natürlich fehlt schon ein Stück Torte … Entzückend!

Liebe Freunde des gepflegten Unsinns: nutzt das Housewives Tarot als Silvester-Orakel und 2015 wird blitzblank und erfolgreich! Versprochen!


Infos zum Tarot-Set:

Housewives Tarot
Tarotdeck mit 78 Karten incl. schön gestalteter „Rezeptbox“, Anleitungsbüchlein mit Legungen und amüsanten Deutungen
durchgehend vierfarbig im Retro-Stil illustriert

Moses Verlag


Statt Martini trinken könnten die Housewives natürlich auch das Patriarchat in Therapie schicken

Eine gesunde Körperhaltung mit der Tai-Chi-Methode

Eine gesunde Körperhaltung mit der Ta-Chi-Methode von Marie Hock-Westhoff. Sachbuch aus dem Windpferd Verlag

Was macht eigentlich eine gesunde Körperhaltung aus? Ich brauche diesen Satz nur zu schreiben und beginne schon zu kontrollieren, wie ich jetzt in diesem Moment am Schreibtisch sitze.

Bisher dachte ich, dass meine übereinander geschlagene Beine ein großes Problem seien. Nach der Lektüre des Buches „Die Tai-Chi-Methode für Haltungsgesundheit und einen schmerzfreien Rücken“ sehe ich das anders.

Meine Aufmerksamkeit wandert zum Nacken und ich frage mich, warum ich schon wieder das Kinn nach vorne zum Bildschirm schiebe und so einen Knick in meiner Halswirbelsäule verursache. Genau diesen Knick werde ich später am Tag bereuen. Doch Selbstvorwürfe führen ganz bestimmt nicht zu einer gesunden Körperhaltung, sanftes Korrigieren schon eher.

Dabei hilft das Buch von Marie Hock-Westhoff weiter. Sanftes Korrigieren und die Aufmerksamkeit auf die gesunde Körperhaltung lenken, das kann die Autorin wirklich gut. Diese Lenkung der Körperwahrnehmung beginnt mit drei einfachen Fragen (S. 75):

Was macht mein Becken im Moment?

Wie liegen meine Schulterblätter im Moment?

Wie halte ich momentan den Kopf?

Einfach diese drei Fragen beantworten und schon ist man auf dem Weg zur gesunden Körperhaltung – eine Reise, die niemals endet.

Lassen Sie ihr Steißbein sinken

Allerdings stößt das Medium Buch bei diesem Thema einfach an seine Grenzen. Wer eine blockierte Wirbelsäule hat, hat meist auch Schwierigkeiten mit der Körperwahrnehmung. Dann nützt eine Anweisung wie „lassen Sie ihr Steißbein sinken“ wenig. Sinken? Wie geht das? Wo muss ich da hinfühlen?

Doch schon allein, wenn man darüber nachdenkt, wo das Steißbein eigentlich sitzt, hat man den ersten Schritt gemacht. Der zweite Schritt könnte dann sein, darüber nachzudenken, wo der eigene Körperschwerpunkt sitzt. Und so verbessert man Schritt für Schritt seine Körperwahrnehmung, was wiederum die Voraussetzung für eine gesunde Körperhaltung ist.

Es gibt viele Theorien, wie man seine Körperhaltung verbessern kann. Da die Autorin Tai-Chi-Lehrerin ist, fußt ihr System auf den Prinzipien des Tai-Chi. Für Menschen, die sich noch nie mit dieser Bewegungslehre auseinandergesetzt haben, ist das sicherlich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Doch alle Erklärungen sind nachvollziehbar und im westlichen Alltag verwurzelt. Daher: nur Mut – so fremd ist uns das alles gar nicht!

Infos zum Buch:

Marie Hock-Westhoff
Die Tai-Chi-Methode
für Haltungsgesundheit und einen schmerzfreien Rücken

Windpferd Verlag

Auf ihrem Youtube-Kanal „Art of Tai Chi Chuan“ hat Marie Hock-Westhoff ein sehr sympathisches Video veröffentlicht, in dem sie ihre besondere Herangehensweise erklärt.


Einen Schnelleinstieg in Tai Chi ermöglicht dieses Buch:

Praxistipps für Corporate Blogs

Praxistipps für Corporate Blogs

Jede Menge Praxistipps für Corporate Blogs liefert das Buch von Meike Leopold. Ich muss diesmal auch nur ein ganz klein wenig und auch nur ganz kurz nörgeln und erledige das gleich hier am Anfang:

Warum eigentlich geht auch dieses Buch wieder davon aus, dass Corporate Blogs nur in großen Konzernen entstehen? Dass dafür eine große Redaktion zur Verfügung steht und das unendlich viel Diplomatie für eine reibungslose Kommunikation zwischen Marketing-, Vertrieb- und sonstigen Abteilungen von Nöten sei?

Meine Welt ist das nicht, ABER (hier endet das Nörgeln und die Begeisterung beginnt) fast alles lässt sich problemlos auch auf andere Arbeitssituationen übertragen. Damit bietet das Buch üppig Praxistipps für jeden Nicht-Hobby-Blogger: was spricht für einen Blog und warum sollte ich meine existierende Webseite um einen Blog ergänzen? Wo finde ich Themen und warum brauche ich sowohl einen Themen-Plan als auch einen Redaktionsplan? Wie schreibe ich gute Blogbeiträge? Was mache ich, wenn keine Kommentare kommen und was, wenn die falschen Blog-Kommentare kommen? Wie vernetze ich mich mit anderen Bloggern?

Meike Leopold, selbst erfahrene Corporate Bloggerin, weiß Rat und erzählt freimütig nicht nur was sie gelernt hat, sondern auch wie sie es gelernt hat. Denn ein Blog ist niemals fertig; bloggen bedeutet, mutig immer wieder etwas Neues auszuprobieren, das Erreichte zu analysieren und mit jedem neuen Beitrag dazu zu lernen.

Randnotiz  Praxistipps für Corporate Blogs

Dieses Buch mit Praxistipps für Corporate Blogs ist ein Arbeitsbuch, dass bei mir den reichlichen Einsatz von Textmarker, Bleistift und Post-Its erforderte. Die großzügige und übersichtliche Buchgestaltung lädt geradezu zu Randnotizen ein – ich finde das großartig!

Lohnende Lektüre nicht nur für Blogger in Groß-Konzernen, sondern auch für Blogger in Agenturen, in Kleinbetrieben und für Selbstständige, die ihre Webseite um einen Blog erweitern möchten. Eben für alle Nicht-Hobby-Blogger.


Infos zum Buch:

Meike Leopold
Corporate Blogs
Praxistipps für Strategie, Inhalt und Ziele

O’Reilly Verlag

Interview mit der Autorin bei Haufe


Was beim Bloggen immer hilft: gutes Storytelling! Hier ein Schnelleinstieg:

Dan Roam – Wenn Du ein Wort sagst, zeichne ein Bild

978-3-86881-334-0-1

„Bla Bla Bla“ ist ein Buch, dass mich noch eine Weile beschäftigen wird. Dan Roam erklärt, wie allereinfachste Zeichnungen helfen können, komplexe Sachverhalte zu erklären.

Seine Kernaussage „Wenn Du ein Wort sagst, zeichne ein Bild“ meint er sehr ernst und die Ausrede „Ich kann aber nicht zeichnen“ lässt er nicht gelten. Zu Recht, denn notfalls hilft statt einer Skizze auch ein Kreis mit einem Wort darin weiter.

Was hilft gegen Bla-Bla-Bla? Dan Roam weiß Rat

Doch was soll dieses Rumgekritzel bringen? Unser Hirn hat nach seiner Aussage zwei Arten zu denken: verbal und visuell. Nur wenn beide Arten zu denken aktiviert werden, entsteht echtes Verständnis und Begeisterung. Doch das kommt nur selten vor.

„Bla Bla Bla“ steht für diese wortreichen, gut klingenden Texte, bei denen keiner am Ende die Kernaussage in drei Sätzen zusammenfassen kann. Politiker-Sprech und Marketing-Blubb sind zwei gute Beispiele für Texte, die nur die verbale Art zu denken ansprechen. Solche Texte braucht kein Mensch, doch wie kann man das besser machen?

In dem man die Texte zeichnet. Aber was mache ich mit Nebensätzen, zeitlichen Abläufen und all den anderen Feinheiten, die die menschliche Sprache bietet? Dan Roam weiß Rat und erschafft eine Grammatik der visuellen Sprache. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach zu handhaben – auch für Menschen, die weder zeichnen können noch Grammatik beherrschen.

Wenn ich über neue Konzepte nachdenke, habe ich grundsätzlich einen Bleistift in der Hand. Nicht um darauf rumzukauen, sondern um damit rumzukritzeln. Das kann dann zum Beispiel so aussehen wie diese Randnotiz im Buch „Corporate Blogs“: ein Blog, der ganz stabil auf zwei Beinen steht.

Randnotiz Corporate Blog

So weit nichts Besonderes, aber etwas, was mit den Tipps von Dan Roam noch sehr ausbaufähig ist. Bis ich einen ganzen Text in Bilder packen kann, wird noch einige Zeit vergehen, aber ich werde üben!

„Wenn Du ein Wort sagst, zeichne ein Bild“ – dieses Zitat gehört in mein Goldenes Notizbüchlein (wenn ich denn eines hätte). Und eine Zeichnung gehört gleich noch daneben – ich würde ein Alphabet und einen Bleistift wählen. Und ihr?


Infos zum Buch:

Dan Roam
Bla Bla Bla
Spannende Geschichten mit Illustrationen erzählt

Redline Verlag

Das Buch ist nicht mehr lieferbar. Aber diese beiden Bücher basieren auf der gleichen Visualisierungstechnik:

Dan Roam

Auf der Serviette erklärt
Mit ein paar Strichen schnell überzeugen statt lange präsentieren

Auf der Serviette erklärt – Arbeitsbuch
Komplexe Probleme mit einfachen Zeichnungen lösen

Beide sind im Redline Verlag erschienen


Ein Ratgeber, der gut dazu passt: Das Buch der Ideen


Buddhistische Geschichten – Die Kuh, die weinte

Buddhistische Geschichten - Die Kuh, die weinte

Nicht überzeugen konnte mich der Bestseller „Die Kuh, die weinte – Buddhistische Geschichten über den Weg zum Glück“ von Ajahn Brahm.

Das liegt nicht an den Geschichten selbst – die finde ich durchaus unterhaltsam und manche auch inspirierend. Es ist das Drumherum: die Interpretationen und die Show.

Ajahn Brahm schreibt in seinem Vorwort „Da jede Erzählung für sich spricht, habe ich mich bei den Kommentaren zurückgehalten.“ Da möchte ich gar nicht wissen, was passiert, wenn dieser Entertainer im Mönchsgewand so richtig in Fahrt kommt!

Für mich hätte es all diese Anekdoten aus dem Waldkloster und aus dem Leben des Autors nicht gebraucht. Leider sind sie so mit den buddhistischen Geschichten verwoben, dass ich sie kaum überlesen konnte.


Infos zum Buch:

Ajahn Brahm

Die Kuh, die weinte
Buddhistische Geschichten über den Weg zum Glück

Lotos Verlag
Als Buch und Hörbuch erhältlich


Update Juli 2015:

Mittlerweile ist das zweite Buch von Ajahn Brahm erschienen. Es heißt „Der Elefant, der das Glück vergaß. Buddhistische Geschichten um Freude in jedem Moment zu finden“. Ich werde es sicherlich nicht lesen, verweise aber gerne auf die Rezension, die in der WELT erschienen ist: Feelgood-Buddhismus.

Und nun? Vielleicht wäre ja dieses Buch für Euch eine Alternative: Weshalb Sie (k)ein Buddhist sind

Und wenn ihr es lieber besinnlich-erbaulich mögt, dann dieses hier:

 

Deftig vegetarisch oder: Rezepte, die nicht so grün schmecken

deftig vegetarisch - Rezepte

Eines vorneweg, bevor ich Euch über meine Erfahrungen mit „Deftig vegetarisch“ berichte: aus mir wird wahrscheinlich keine Vegetarierin mehr. Das meiste schmeckt mir einfach … nun … zu grün, zu gedünstet, zu salatig. So, jetzt ist es raus. Karma-Bonuspunkte verspielt.

A propos Karma: eine Ausnahme gibt es. Für ein geschmacksexplosiv gewürztes indisches vegetarisches Menü lasse ich jedes deutsche Schnitzel stehen. Beim echten Wiener Schnitzel hingegen läuft es nur auf ein Unentschieden hinaus.

Doch zurück zum grünen Geschmack, der mir zu rohköstlerisch-salatig ist. „Deftig vegetarisch“ zeigt, dass es auch anders geht. Zum Beispiel mit Röstaromen. DAS klingt doch gleich viel besser für mich! Herzhaft-bodenständige Gerichte. Ja – gerne doch!

Das Kochbuch ist nach den Zubereitungsarten unterteilt: Braten, schmoren, rösten (lecker), panieren, gratinieren, frittieren (oh ja!), grillen, marinieren und karamellisieren (happy!). Kein dünsten, keine Rohkost – dieses Buch ist mein Freund. Ein Pommes-Rezept ist auch drin. Und Spinatnocken. Gebackener Camembert mit Tomaten-Ingwer-Konfitüre.

Den Ritterschlag bekam „Deftig vegetarisch“ jedoch von den richtigen Vegetariern in meinem Freundeskreis. Als wir uns das letzte Mal trafen lag das Buch „zufällig“ offen im Esszimmer. Und wurde gleich mit Beschlag belegt! (So hinterhältig können Buch-Blogger sein: stellen Buch-Stolperfallen auf ihren eigenen Festen auf …)

Das Fazit lautete: das sind genau die Rezepte, die wir manchmal vermissen. Nämlich dann, wenn wir ein Essen wollen, was ein bisschen so schmeckt wie früher bei Muttern – nur eben ohne Fleisch.


Infos zum Kochbuch:

Anne-Katrin Weber
Fotos von Wolfgang Schardt

Deftig vegetarisch
schmoren – backen – braten – rösten – panieren – grillen

Becker Joest Volk Verlag

Update 2026: Das Kochbuch ist in der Form nicht mehr lieferbar. Aber die Idee lebt weiter in den neuen Kochbüchern Deftig vegetarisch – Heimatküche und Deftig vegetarisch – Alpenküche.


Sinnsuchende Vegetarier – das gab es auch schon anno 1900: Monte Verità


 

Wenn heilige Kühe ins Gras beißen

Wenn heilige Kühe ins Gras beißen - Sachbuch

Zwei Dinge haben mich auf das Buch „Wenn heilige Kühe ins Gras beißen“ neugierig gemacht: Das Cover mit dem Sternbild der heiligen Kühe und die Vorgeschichte der Autorin.

Betsy Chasse war die Produzentin des Films „What the Bleep do we know“, der in meinem esoterisch-spirituell interessierten Umfeld durchaus den Status einer Heiligen Kuh hat.

Ich selbst habe den Film zwar nicht gesehen, wurde aber doch ständig von Buchhandelskunden darauf angesprochen und kenne daher viele Zusammenfassung des Inhalts. Vor allen Dingen konnte ich beobachten, wie der Film beim Zuschauer Interesse für ganz neue, andere Themen weckte.

Wie geht das Leben nach so einem spirituellen Erfolg weiter?

Betsy Chasse genehmigt dem Leser einen Panoramablick durch das Schlüsselloch auf ihr Leben nach „What the Bleep do we know“. Manchmal dachte ich mir, dass ich es so genau gar nicht wissen möchte.

Nach dem Film ging also ihre Ehe in die Brüche, sie ist jetzt alleinerziehende Mutter und finanziell ging auch recht viel schief. Das ist nicht schön, aber auch wiederum nicht so tragisch, als das man es nicht lösen könnte. Anhand dieser Schicksalsschläge stellt sie alles in Frage, was sie im Zusammenhang mit „What the Bleep do we know“ gelernt hat und das macht sie sehr, sehr gründlich.

Ihr Einleitungskapitel – ja, ich gehöre zu den Lesern, die Vorworte und Einleitungen lesen – ist mehr Rotz und Rock’n’Roll als Spiritualität. Das wirkt durchaus erfrischend, geht aber leider zu Lasten der inneren Erzählzusammenhänge. Darauf folgt ein Kapitel über Selbstwertgefühl und über „wie lerne ich, mich schön zu finden, wenn ich eigentlich kurz und moppelig bin“. Dieses Kapitel war für mich eine Enttäuschung. Ich empfand es als flach und banal und hätte das Buch danach am liebsten schon weggelegt.

Heilige Kühe, Quantenphysik und Engelkarten

Doch Betsy Chasse hat noch mehr heilige Kühe auf ihrer Weide stehen. Das Kapitel namens „Die verrückte Geschichte über Quantenphysik und Engelkarten und wie all das absolut alles und nichts bedeutet“, in dem sie ihren eigenen Film auseinandernimmt, hat mich mit dem Buch versöhnt. Der nächste Abschnitt über Das Gesetz der Anziehung und warum das alles doch nicht so einfach ist, wie es ihr eigener Film und „The Secret“ darstellen, ist absolut großartig!

Diese beiden Filme waren gut in dem Sinne, dass sie sich mit Ideen und Konzepten auseinadersetzen, die, wenn sie wirklich verstanden und richtig eingesetzt werden, Menschen tatsächlich helfen, sich das Leben zu erschaffen, nach dem sie sich so sehnen. Aber in mancherlei Hinsicht haben sie mehr Schaden angerichtet, als dass sie von Nutzen waren, vor allen Dingen in unserer „Gib mir die Lösung in 30 Sekunden“-Generation. S. 109

Wenn ich die Gelegenheit hätte, Betsy Chasse ein Buch zu empfehlen dann wäre es sicherlich Jack Kornfields „Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen“. Spirituelle Erfahrungen sind nichts, worauf man sich ausruhen könnte, denn das Leben geht weiter. So lautet auch eine Erkenntnis der Autorin, dass die Frage, wie man ein spirituelles Leben führen kann, in die Irre führt, denn das Leben ist an sich spirituell. Ich bin sehr gespannt, was diese Frau in zehn Jahren macht!


Infos zum Buch:

Betsy Chasse
Wenn heilige Kühe ins Gras beißen
Spiritualität für Realisten

LEO Verlag
Neuauflage 2019 mit neuem Cover


 Auch in diesem spirituellen Buch steckt Rock’n’Roll: Handbuch urbane Spiritualität

Räuchern mit Kräutern und Harzen – Buch-Tipps

Der Sommer ist nass, die Schnaken sind wieder da – das ist meine aktuelle Ausrede, um wieder nach Herzenslust zu räuchern. Der Rauch von Kräutern und Harzen hilft in der Tat gegen die Stechmücken und so lange sich die Nachbarn nicht beschweren (was nicht mehr lange dauern kann) räucher ich kräftig weiter.

Derzeit habe ich, je nach Stimmung, ein Faible für Kampher und für Lavendelblüten. Überhaupt experimentiere ich gerne mit allem, was der Garten hergibt: Mädesüß, Salbei, Rosmarin, Beifuß oder auch Gänseblümchen haben sich schon bewährt. Wobei ich betonen möchte, dass ich am liebsten im Freien räucher – in der Wohnung sind mir viele Düfte dann doch zu intensiv. Dort bevorzuge ich Räucherstäbchen, Räucherkegel und Duftöle.

Natürlich habe ich auch in diesem Fall zu Büchern gegriffen. Diese beiden kann ich zum Einstieg empfehlen:

Räuchern mit heimischen Pflanzen – meine Buch-Tipps

Mein Räucherkistchen Räuchern mit heimischen Pflanzen. Set mit Buch und Räucherwerk

Wer nicht so gerne experimentiert, keine geeigneten Räucherpflanzen im Garten hat und lieber etwas strukturierter an das Thema herangehen möchte, dem kann ich „Mein Räucherkistchen – Räuchern mit heimischen Pflanzen“ aus dem Kosmos Verlag empfehlen. Ein hübsches Einsteiger-Set, bestehend aus einem Büchlein mit allen nötigen Infos und einer Holzkiste mit einer feinen Auswahl an Räucherwerk: Angelika-Wurzel, Alant-Wurzel, Lavendelblüten, Weißer Salbei, Rosenblüten, Wermut, Dammar, Myrrhe und Weihrauch. Das macht Lust, gleich ein Feuer zu machen und loszulegen.

Heilende Rituale mit Räucherwerk - Buch-Tipp zum Räuchern mit Pflanzen

Wer selbst geeignete Pflanzen sammeln möchte oder vielleicht sogar Räucherwerk selbst herstellen möchte, dem kann ich das umfassende Buch „Heilende Rituale mit Räucherwerk“ ans Herz legen. Ein großartiges, sehr informatives Grundlagenwerk, das alle Aspekte des Räucherns behandelt. Zudem kann man damit auch sehr gut seine eigenen Räucher-Rituale entwickeln. Aber man muss nicht!

Das wären meine beiden Buch-Tipps für Einsteiger*innen. Doch es gibt noch weitere Titel, die ich euch empfehlen kann. Hier meine Buch-Liste (frisch aktualisiert im Januar 2026):

Räuchern mit Kräutern, Harzen und Hölzern – Weiterführende Literatur

Perfekt für Einsteiger, die bisher weder Räucherwerk noch Literatur besitzen, ist das eingangs vorgestellte Set:

Christine Fuchs
Mein Räucherkistchen
Räuchern mit heimischen Pflanzen
Set aus Buch und Räucherwerk
Nymphenburger im Kosmos Verlag
Noch bei verschiedenen Online-Shops erhältlich

Wer nur ein Buch als Nachschlagewerk sucht und sich das Räucherwerk lieber selbst zusammenstellt könnte zu diesen Titeln greifen:

Eine schöne, kompakte Einführung in das Thema Räuchern mit Kräutern und Harzen kommt von Susanne Berk.

Susanne Berk
Einfach räuchern
Anwendung, Wirkung und Rituale
Koha Verlag
Gibt es natürlich auch direkt beim Berk Versand, bei dem ihr auch gutes Räucherwerk bekommt

Deutlich ausführlicher ist das Buch aus dem Hans Nietsch Verlag:

Gerhard Merz
Heilende Rituale mit Räucherwerk
Reinigen und energetisieren mit Wurzeln, Kräutern, Hölzern und Harzen

Hans Nietsch Verlag

In eine ähnliche Richtung geht dieses Handbuch aus dem Freya Verlag:

Daniela Dettling
Handbuch des Räucherns
Kräuter – Wurzeln – Rinde – Harze

Freya Verlag

Für tiefer gehende Information, für einen Ausflug in die Kulturgeschichte und für Erläuterungen zum spirituellen Räuchern empfehle ich Bücher von Thomas Kinkele und Christian Rätsch.
Diese Autoren gehen auch auf Ethnobotanik, Schamanentum und andere kulturelle Hintergründe ein.

Thomas Kinkele
Psychologie des Räucherns
Die starke Wirkung subtiler Düfte
Windpferd Verlag
Derzeit nur gebraucht erhältlich – aber auch die anderen Bücher von ihm sind zu empfehlen!

Christian Rätsch
Räucherstoffe
Der Atem des Drachen. 72 Pflanzenporträts. Ethnobotanik, Rituale und praktische Anwendungen
AT Verlag


So weit die Empfehlungsliste – hier meine Rezension zu dem Taschenbuch von Susanne Berk

 Und hier die Besprechung zu dem Handbuch von Daniela Dettling:

 

 

 

Eine Reise entlang des Ganges

Eine Reise entlang des Ganges - Reisebericht von Ilija Trojanow

Ilija Trojanow tut sich schwer als Indien-Versteher. Auf seiner Reise entlang des Ganges überfordert ihn das Land mit seiner unlogischen Vielfalt. Das gibt er offen zu und versucht trotzdem tapfer, Erklärungen zu finden.

Mir ging es auf meiner Indien-Reise nicht anders.

Gerade das macht mir sein Buch so sympathisch, obwohl es für meinen Geschmack auf weiten Strecken sehr spröde daherkommt.

Es sind insbesondere die Umweltverschmutzung und der achtlose Umgang mit der Natur, die den Autor fassungslos machen. Wie kann man die heilige Mutter Ganges in so eine Kloake verwandeln? Wieso stören sich nur so wenige Menschen daran?

Eine seiner Erklärungen beruht gerade auf der Göttlichkeit des Flusses. Ein Mensch kann eine Göttin nicht verschmutzen und er kann ihr auch nicht dabei helfen, sauber zu werden. Dafür müsste die heilige Ganga schon selbst sorgen.

Für den allgegenwärtigen Lärm versucht er erst gar nicht, eine Erklärung zu finden – der gehört einfach zu Indien dazu.

Das wichtigste Instrument der zeitgenössischen Spiritualität ist der Lautsprecher, die Gesänge werden so laut gestellt, als sei die Welt schwerhörig. … Wir hatten schon die Flucht ergriffen, als wir mit einem Schlag in den himmlischen Frieden des Stromausfalls einkehrten. S. 35

Ilija Trojanow bemüht sich um Objektivität. Doch gerade das moderne Indien macht es ihm schwer: Hilfspriester, die Geld für einen achtlos ausgeführten Segen wollen. Zusammenbrechende Infrastruktur. Bürokratie, Bestechung und nicht funktionierende, da zu groß gedachte Pläne der Verwaltung.

Als er den bürokratischen Weg des Antrags beschrieb, ahnte ich, dass wir eher das Ende des Kali Yuga erleben als eine offizielle Genehmigung erhalten würden. S. 48

Am Ende erreicht er die Mündung des Ganges und der Leser ist sich sicher, dass dies nicht die letzte Reise des Autors nach Indien sein wird.

Jetzt bin ich gespannt auf seine „Gebrauchsanweisung für Indien“. Ob er weitere Erklärungsmodelle für das Land gefunden hat?


Infos zum Buch:

Ilija Trojanow

An den inneren Ufern Indiens
Eine Reise entlang des Ganges

Ein National Geographic Buch
Piper Malik Verlag


Mit Ilija Trojanows Büchern würde ich einfach überall hin reisen: Gebrauchsanweisung fürs Reisen

Einfach genial – Handbuch der Inspiration

Handbuch der Inspiration Einfach genial

Wo ist die Muse, wenn man sie braucht? Kann man kreative Ideen erzwingen? Das wohl kaum, aber es gibt Mittel und Wege, Inspiration und Kreativität im eigenen Leben zu verankern.

Regine Rompa erzählt in „Einfach genial – Kleines Handbuch der Inspiration“ von Genies, Forschern und Künstlern und ihren ganz persönlichen Tricks und Kniffen im kreativen Alltag.

Da wäre zum Beispiel die Kunst des klugen Hinterfragens, die Sir Isaac Newton praktiziert hat:

Warum hat Gott die Welt da erschaffen, wo sie ist und nicht einen Meter weiter links?

Natürlich dürfen die faulen Äpfel, deren Duft bei Friedrich Schiller für kreative Höhenflüge sorgten, nicht fehlen. Mein persönlicher Liebling ist die Geschichte von Nick Cave, dem Rockstar, der jeden Morgen wie ein Bankangestellter in sein Kellerbüro geht, um Songs zu schreiben.

Doch die Autorin erzählt nicht einfach Anekdoten. Die Geschichten aus dem Leben berühmter Persönlichkeiten dienen nur dazu, grundlegende Bedingungen der Kreativität zu erläutern. Neugier, Innenschau, Ausprobieren sowie Außenseitertum sind nur einige davon.

„Einfach genial – Kleines Handbuch der Inspiration“ ist sowohl ein Ratgeber als auch ein Wohlfühl-Büchlein. Diese Kombination ist selten. Die meisten Autoren können nur eines schreiben: entweder ein wohltuendes Geschenk-Büchlein oder einen praktischen Ratgeber. Regine Rompa kann nicht nur beides, sie macht daraus auch noch ein rundum gelungenes, inspirierendes Buch.

Regine Rompa überzeugt mich auch diesmal wieder mit ihrem frischen Stil, ihrem Ideenreichtum und ihrer klar strukturierten Herangehensweise. Ihr Ratgeber für Mädchen „Alles geht! Wie Du Deine Träume verwirklichst“ hat mich im letzten Jahr schon begeistert – die Rezension dazu findet ihr auf meinem Kinderbuch-Blog.


Infos zum Buch:

Regine Rompa
Einfach genial
Kleines Handbuch der Inspiration

Verlag Herder
ISBN: 978-3-451-06698-6


Wer Inspiration und kreative Arbeit wertschätzt, sollte die Techniken des Unkreativseins genauso verstehen wie das Handwerkszeug der Kreativen. Hier der passende Buch-Tipp!