Urlaub verändert die Gesellschaft: eine Geschichte des Tourismus
War der erste Pauschaltourist ein Pilger auf der Reise nach Jerusalem? Das ist nicht so abwegig, wie es zunächst klingt. Viele Pilger hatten schon im Mittelalter einen Reiseleiter, einen Schiffskapitän. Er beschaffte ihnen die nötigen, meist teuren Geleitpapiere, kümmerte sich um sichere Herbergen und sorgte dafür, dass seine Reisegruppe ihr Ziel auch fand. Somit sind die mittelalterlichen Pilgerfahrten eine der Wurzeln dessen, was wir heute als Pauschalurlaub bezeichnen. In »TraumZeitReise. Eine Geschichte des Tourismus« benennt Hasso Spode noch weitere solcher Wurzeln. So führte die Naturverherrlichung der Romantiker dazu, dass aus dem lebensfeindlichen Hochgebirge ein Sehnsuchtsort wurde. Und die »Grand Tour« junger Adliger, aus der vielleicht das Wort Tourist entstand, ist die Blaupause für die Reisen des Bildungsbürgertums. All das führte zu Phänomenen wie die Erfindung des Reiseführers oder der Gründung von Fremdenverkehrs- und Wandervereinen. Aus der Entdeckung der Sommerfrische wurde ein Aufschwung der Seebäder, was wiederum das Leben der bürgerlichen…
















