Unkonferenz – das Literaturcamp Heidelberg

Das Literaturcamp Heidelcamp ist ein offenes Barcamp, eine Unkonferenz rund ums Buch, die Literatur, das Schreiben und Veröffentlichen. Es machte seinen Namen diesmal alle Ehre – noch unkonferenziger als das, was ich in den zwei Tagen erlebte, geht kaum. Das begann mit dem Anfang: extra eine halbe Stunde früher starten als letztes Jahr um dann eine halbe Stunde mit der Technik rumschraddeln, bis endlich alles läuft. Das hätte man durchaus auch vorher proben können. Auch ein kleines Skript, was es alles zu sagen gibt, könnte helfen. Über die Hälfte der Anwesenden war noch nie auf einem Barcamp – da muss man auch ein wenig erklären, dass alles in Selbstorganisation abläuft. Dann müsste man auch am zweiten morgen nicht so schimpfen, dass Müll wegräumen und leere Flaschen in die Kästen zurückstellen nicht geklappt hat. Egal, ich hab Euch trotzdem lieb. Unkonferenz – jede Session ist unerwartet und anders Meine erste Session war gleich Unkonferenz pur. „Mein…

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My Maifeld

Maifeld Derby Mannheim

Aus. Das Derby ist aus. Das siebte Maifeld Derby war mein drittes. Was war? Was bleibt? Wer will das wissen? Ich. Ich will das wissen. Die Erinnerungen an mein erstes Maifeld Derby überlagern sich mit dem zweiten. Wann habe ich Die Nerven gesehen? Metz? Freiburg? Human Abfall? Soft Moon? Und wie hieß diese andere Band mit S? Diesmal habe ich mir Notizen gemacht – auf Instagram, auf Facebook, auf dem Grooveblog. Solche Notizen sind vergänglich, rutschen nach unten, nach hinten, weg. Also muss eine Meta-Notiz her, hier, auf dem Blog. Ein Festival besteht aus Momenten. Das Grinsen von Gemma Ray. Staub, der auf einer Schicht von Sonnenmilch klebt. Technikausfälle am Keyboard, die vom Sänger überspielt werden. Eine Rückkopplung, ein Schwarm Krähen über dem Palastzelt, ein Marienkäfer in der Menschenmenge. Eine Textzeile, ein Beat. Ein Gefühl, ein wahrer Moment. Meine Sammlung an Band-Momenten beginnt mit Gemma Ray. Wie konnte ich sie so lange übersehen? Fast wäre…

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Die andere Seite – Ausstellung im Hack-Museum

Hack Museum Ludwigshafen - ausstellung die andere Seite

Stellt Euch vor, ihr kommt in ein Museum und merkt schon auf der Treppe, die zum Ausstellungsraum hinunter führt, dass diesmal etwas anders ist. Ist da nicht ein Geräusch? Plätscherndes Wasser? Ein Geruch? Frisches Holz, das nass geworden ist? Ihr werdet zielstrebig an den Highlights vorbei gehen, mit denen die Ausstellung eröffnet: Drucke von Alfred Kubin, die zu seinem Buch Die andere Seite gehören. Das macht nichts, ihr werdet eh mehrmals durch die Ausstellung kreisen und habt damit genug Gelegenheit, die Bilder von Kubin zu genießen. Doch euer Ziel auf diesen Runden durch das Museum wird jedesmal das Kunstwerk sein, das ihr schon beim reinkommen erahnt habt: Sans titre (Le Refuge) von Stéphane Thidet.   Ich behaupte, dass es so kommen wird, weil es eigentlich allen Teilnehmer beim zweiten Instawalk des Hack-Museums, dem #hackwalk_02, so erging. OK, ich war ein klein wenig stur und habe mich zuerst hingesetzt und ein wenig im Buch „Die andere Seite“ gelesen. Eine…

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Die Odenwälder sind ziemlich halsstarrig. Regionalgeschichte.

Zwei Odenwald Regionaltitel

Regionaltitel gleichen ja einer Wundertüte. Der Leser ist sich nie so sicher, was er bekommt. Von Hobby-Schriftstellerei über Vereinsschriften, die wohl nie zum Lesen gedacht waren, bis hin zu feinen Werken zu Nischenthemen kann alles dabei sein. Diesmal hatte ich Glück. Mit „Die Einwohner sind ziemlich halsstarrig“ von Roland Vetter, erschienen im Wellhöfer Verlag, habe ich ein Buch aus der letzten Kategorie erwischt. Eberbach im Odenwald ist eine Kleinstadt, die immer ein Stück abseits lag. Heidelberg war zwar nah genug, so dass man auch in Eberbach im 15. bis 17. Jahrhundert über das Zeitgeschehen in der Welt informiert war. Doch der Weg das Neckartal entlang in den Odenwald war beschwerlich, lohnenswerte Ziele gab es nicht und wohlhabend war die Gegend schon gar nicht. Das kann man, vor allem während des Dreißigjährigen Kriegs, auch als Glücksfall betrachten. Über das Leben in solchen Städten weiß man wenig. Woher auch? In den Chroniken kommen sie nicht vor; berühmte Persönlichkeiten…

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Tomás Saraceno: Fotografieren im Museum erwünscht!

Museumsselfie. Tomás Saraceno Ausstellung im Wilhelm Hack Museum Ludwigshafen.

Na, das ist doch mal eine Ausstellung nach meinem Geschmack: Tomás Saraceno – Aerosolar Journeys. Fotografieren ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. So sehr erwünscht, dass am Eingang zur Ausstellung gleich ein Schild steht, dass die passenden Hashtags nennt. Die Ausstellung lässt den fliegenden Skulpturen von Tomás Saraceno viel Raum. Platz zum drumherum gehen, zum sich darunter legen, zum Ausprobieren, zum Blickwinkel wechseln. Alle Skulpturen bewegen sich allein durch die Thermik. Ein Lufthauch genügt und schon verändert sich etwas: ein Glitzern, eine neue Reflexion, ein Hauch einer Bewegung, ein Wehen, ein leises Rascheln. Tomás Saraceno verbindet Forschung und Kunst. An seinen Projekten sind auch Wissenschaftler und Architekten beteiligt. Ziel ist eine realisierbare Utopie; das Mittel dazu ist Kunst, die die Welt verändern kann, und die glitzernden, schwebenden und raschelnden Skulpturen sind die Einladung an den Museumsbesucher sich gemeinsam mit Künstlern und Forschern auf den Weg zu machen. Impressionen aus der Ausstellung, aufgenommen beim Instawalk #hackwalk_01 Und…

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Nur schöner Schein? Barock Ausstellung in Mannheim

Barock Ausstellung im Engelhorn Museum Mannheim

Nicht überzeugen konnte mich die Ausstellung „Barock. Nur schöner Schein?“ im Reiss Engelhorn Museum in Mannheim. Das begann schon damit, dass ich mir eine Taschenlampe gewünscht hätte. Die Barock Ausstellung ist sehr schlecht ausgeleuchtet. Die Schilder auf den Vitrinen haben eine weiße Schrift auf grauen Grund was im Zusammenspiel mit dem Licht dazu führte, dass ich einiges nicht lesen konnte. Auch mit dem Aufbau der Ausstellung wurde ich nicht warm. „Ausgewählte Exponate präsentieren Vielschichtigkeit des barocken Zeitalters“ heißt es auf der Webseite zur Ausstellung und genau das beschreibt für mich eines der Probleme, dass ich mit der Schau hatte. Es war ein durchzappen durch ein Zeitalter. Mir fehlte der rote Faden. Gleichzeitig waren die Themenfelder – Raum, Körper, Wissen, Ordnung, Glauben und Zeit – so abstrakt gewählt und formuliert, dass es mir schwer fiel, mir einen eigenen roten Faden zu spinnen. Der dritte Grund, warum mich die Ausstellung enttäuscht hat, war der fehlende Regionalbezug. Es gab…

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Schlossgarten Schwetzingen durch die Kamera von Horst Hamann

Bildband Schwetzingen Schlossgarten hamann

Welchen Schwetzinger Schlossgarten hätten’s denn gerne? Den der Hochzeitpaare mit dem satten grünen Rasen, dem ewig blauen Himmel und den majestätischen alten Bäumen? Dieser Schlosspark war nie meiner. Oder den der Familienausflüge, die hier besonders harmonisch gelingen, weil die mäandernden Spazierwege es erlauben, dass jeder seinen eigenen Gedanken nachhängt? Der gefällt mir schon besser. Oder den Schlossgarten meiner Kindheit, prall voll mit magischen Orten wie dem Ende der Welt, dem majestätischen Hirsch und dem bemoosten Pan? Diesen Schwetzinger Schlossgarten besuche ich noch immer gerne. Oder lieber den Schlossgarten, der einen ausbremst und entschleunigt, der einen auf die Parkbank befördert und der einen zwingt, auf das sanft kräuselnde Wasser zu schauen und zu beobachten, wie sich die Spiegelungen verändern? Diesen Schwetzinger Schlossgarten lernte ich jenseits meines 35. Lebensjahres kennen. Oder den Schwetzinger Schlossgarten, der auch nach über 45 Jahren bei jedem neuen Besuch einen neuen Blickwinkel offenbart? Den mag ich besonders. Jetzt kenne ich noch einen…

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Pop up! Marilyn, Pop-Art und mein Amerika-Bild

Marilyn und ich bei Pop up im Hack Museum

Gar nicht so bunt wie erwartet, dafür viel politischer als erhofft: das war mein erster Eindruck von der neuen Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen. Am Wochenende wurde sie mit einem großen Fest eröffnet – Popcorn! Cola! Farben! Siebdruck! Musik! Pop up – Bildikonen der 60er und 70er Jahre ist eine vielschichtige Ausstellung, die fast durchgehend aus Werken der Sammlung Beck bestückt wurde, die seit 1988 dem Hack Museum gehört. Doch Andy Warhols Marilyn in sechs der zehn Farbvariationen hätte auch das in diesem Bereich gut bestückte Museum nicht stemmen können. Hier half Kuratorenglück und ein Sammler aus Ludwigshafen mit einer Leihgabe. Klar, dass Marilyn einen Ehrenplatz an einer zentralen Wand in der Pop up Ausstellung bekommt. Trotzdem ist es nicht sie, die mich die Ausstellung loben lässt. Pop up war für mich eine Zeitreise hin zu der Phase der Geschichte, die wohl heute immer noch unser Amerika-Bild prägt. Damit ist Pop up, genau jetzt nach der…

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Wie Freiherr von Drais fast an meiner Haustür vorbeifuhr

Eingang zur Drais Ausstellung technoseum mannheim

Mittlerweile habe ich sie ins Herz geschlossen, diese schwarze Box am Ende des Erdgeschoss im Technoseum in Mannheim, die mir anfangs wie ein störender Fremdkörper im Museum vorkam. Heute ist sie für mich ein Ort, der kompakte Ausstellungen mit einer hohen Informationsdichte und einem großen Schauwert verspricht. So auch diesmal: 2 Räder – 200 Jahre. Freiherr von Drais und die Geschichte des Fahrrades. Die erste Radtour der Welt fand in Mannheim statt und führte bis fast vor meine Haustür. Freiherr von Drais startete mit seinem Laufrad – pardon: Laufmaschine, wie ich in der Ausstellung lernte – in der Innenstadt in M1, 8 und fuhr Richtung Schwetzingen. Höhe Stengelhof – die Rheinau gab es damals noch nicht – drehte er um. Genutzt hat er für seine Jungfernfahrt die kurfürstliche Straße, die das Mannheimer Schloss mit dem Schloss in Schwetzingen verband. Sie war eben und perfekt ausgebaut. Sein Radausflug ging über eine Strecke von 14 km und dauerte gut…

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Abstract Loop – Ausstellung im Hack Museum Ludwigshafen

Abstract Loop - Museumsselfie im Hack Museum Ludwigshafen

Die Ausstellung Abstract Loop muss man sich erlaufen: vor den Bildern auf und ab gehen, in die Hocke gehen, schräg gucken, einen anderen Blickwinkel einnehmen – immer wieder. Abstract Loop beschränkt sich weitestgehend auf die Werke von vier Künstlern: Marc Adrian (1930-2008), Helga Philipp (1939-2002), Richard Kriesche (*1940) und Gerwald Rockenschaub (*1952). Deren Arbeiten werden durch wenige Werke aus dem Bestand des Hack-Museum ergänzt. Das klang für mich zuerst sehr trocken, weswegen der Besuch der Ausstellung heute eher ein Schlechtwetter- und Nach-Urlaubs-Faulheitsprogramm war. Was für eine Fehleinschätzung! Gerade die Beschränkung auf diese Künstler ermöglicht es, die Prinzipien und Techniken von konkreter Kunst und Op-Art aufzuzeigen. Das verschaffte mir heute einen neuen Zugang zu Kunstrichtungen, die mir eigentlich immer noch sperrig und ungewohnt vorkommen. Ein großes Lob auch für den Handzettel, der an der Kasse ausliegt, und kurz die Künstler vorstellt. Das gibt dem Besucher das gute Gefühl, dass es völlig ok ist, diese Namen nicht parat zu…

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Einfach Räuchern – hilft auch gegen Schnaken

Buch Einfach Räuchern von Susanne Berk

Derzeit betreibe ich das Räuchern sehr pragmatisch: mehr Rauch bedeutet weniger Schnaken um mich. Das ist in diesem Jahr in einem Garten, der in der Rheinebene liegt, sehr wichtig. Die vielen Hochwasser boten den Schnaken perfekte Bedingungen und erschwerten der Schnakenbekämpfung KABS die Arbeit. Das ist wahrscheinlich der einzige Räucheranlass, der in dem Buch von Susanne Berk nicht vorkommt. Räuchern für das eigene Wohlbefinden, für Seelenfrieden, Harmonie und Konzentration und Räuchern, um mit feinstofflichen Kräften in Kontakt zu treten – das sind ihre Themen. Diese Möglichkeiten erklärt sie auf 112 Seiten sehr schlüssig und informativ, aber doch immer sehr persönlich. Trotz des enormen Detailwissens, das Susanne Berk in ihr Buch gepackt hat, wirkt dieses Büchlein für mich wie eine gute Freundin, die mich im lockeren Gespräch an ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz teilhaben lässt. Ein Räucherstäbchen anzuzünden ist die einfachste Art zu Räuchern und für viele der Einstieg in das Thema. Auch das berücksichtigt Susanne Berk. Ein ganzes…

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Barcamp Rhein-Neckar #bcrn16

dezernat 16 in Heidelberg. Toller Veranstaltungsort für das Barcamp Rhein-Neckar

Schule im digitalen Zeitalter, Müll von Pappbechern vermeiden, Minecraft, Drohnen und Zen: Obwohl das Barcamp Rhein-Neckar eine wilde, bunte Mischung an Themen bot, habe ich mir diesmal sehr viele Sessions mit technischem Hintergrund herausgesucht. Damit war für mich über weite Strecken das Barcamp eine Fortbildungsveranstaltung und eine Möglichkeit, in Themen hineinzuschnuppern, von denen ich selbst nicht viel verstehe. Genauso gut kann man ein Barcamp als Reality-Talkshow und Diskussionsrunde wahrnehmen. Oder als gemütliches Abhängen mit interessanten Menschen (und Hunden). Auf jeden Fall gibt es auf jenem Barcamp immer mindestens eine Session, die einem lange im Gedächtnis bleiben wird. Auf dem Barcamp Rhein-Neckar waren es gleich zwei, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Autistisch – Authentisch! Sicherlich die intensivste Session lieferte @querdenkender Aleksander Knauerhause, der sich ganz entspannt vorne hinsetzte und über Autismus erzählte – seinen Autismus. Damit lieferte er Aha-Momente im Sekundentakt. Vergesst alles, was ihr meint, bei Rain Man & Co gelernt zu haben, und hört einfach ihm zu!…

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