Zwischen Gebet und Gartenerde: Die Geschichte der Nonnen aus Fulda, die den Biogartenbau prägten

Bete und arbeite. Das ist die Ordensregel der Benediktinerinnen. Von gärtnern ist da nicht die Rede. Doch wer so wie die Nonnen von Fulda gärtnert, verbindet beides. Die Liebe zu Gottes Schöpfung, ein unbändiger Forschungsdrang, harte Arbeit und die Wertschätzung der Ernte zeichnen ihr Gärtnern aus. Letzteres ist kein Wunder. Nach dem Krieg war das Kloster in Fulda überbelegt und Lebensmittel knapp. Selbstversorgung war kein philosophisches Ideal, sondern schiere Notwendigkeit. Mit Gottvertrauen und Erfinderinnengeist begannen die Nonnen, ihre Gärten und Äcker zu bewirtschaften. Lernen und lachen, beten und arbeiten. Weder Landwirtschaft noch Unternehmertum waren ihnen in die Wiege gelegt worden. Doch das schreckt sie nicht ab. Sie sammeln Erfahrungen und Schritt für Schritt wird aus einer kleinen Idee ein erfolgreiches Wirtschaftsunternehmen. So entstand ein Leuchtturm des ökologischen Gartenbaus, auch wenn man den Begriff damals noch nicht kannte und von naturnahem Gärtnern sprach. Die Nonnen entwickeln die Mischkultur weiter, erfinden Humofix, ein Schnell-Kompostierpulver, geben die „Winke für den Biogärtner“ heraus, die älteste deutschsprachige Gartenzeitschrift für biologischen Gartenbau, und vertreiben einen Klosterlikör. Sie werden ein wichtiger Knotenpunkt…

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Mit Pflanzen die Welt retten. Grüne Lösungen gegen den Klimawandel

Jeder Baum hilft. Dann lasst uns doch einfach so viele Bäume pflanzen, dass wir damit den Klimawandel stoppen. Oder Moore renaturieren. Wenn wir schon mal dabei sind, dann können wir ja gleich mit Pflanzen die Welt retten. Irgendjemand muss es ja tun. Also los, Spaten schnappen, Loch buddeln, Baum rein. Doch ökologische Systeme sind komplizierter, als ich es in der Schule gelernt habe. Nicht nur, dass meist nur ein Bruchteil der Neupflanzungen nach drei Jahren immer noch leben: In nördlichen Ländern verdunkeln neu gepflanzte Wälder die Erdoberfläche. Dadurch werden weniger Sonnenstrahlen zurück ins All reflektiert, was zu Erwärmung führt. Nach gut 200 Seiten Lektüre ist klar: wichtiger als jede Renaturierung ist erst einmal, das, was an Natur noch da ist, zu erhalten. Diese Maßnahmen schützen uns jetzt. Sie helfen, Folgen des Klimawandels abzufedern, und verhindern, dass die Erderwärmung in diesem Tempo fortschreitet. An zweiter Stelle steht, das, was wir zerstört haben, wieder herzustellen – Moore, Auen, Wälder, Seegraswiesen. Hier ist, wenn wir wirklich wollen und Ressourcen bereitstellen, deutlich mehr möglich, als ich dachte. Doch bis…

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Sind Bananen schlimm? Über 100 konkrete Beispiele für unseren CO2-Abdruck

Was ist besser für Umwelt und Klima: Apfel oder Banane? Papierhandtuch oder Händetrockner? E-Book oder gebrauchtes Taschenbuch? Wer sich jetzt denkt „Woher soll ich das wissen?“ dem empfehle ich das Sachbuch „Wie schlimm sind Bananen? Der CO2-Abdruck von fast allem.“ Allen anderen empfehle ich das Buch erst recht. Mike Berners-Lee, Autor von „Es gibt keinen Planet B.“, gibt uns mit seinem Buch Entscheidungshilfen für das alltägliche Leben an die Hand. Seine Herangehensweise stellt, da er sämtliche Berechnungen transparent macht, die Leser zufrieden, die alles selbst nachprüfen wollen. Gleichzeitig sind seine Erklärungen eine große Hilfe für Menschen wie mich, die einfach nur schnell zu vernünftigen Konsumentscheidungen kommen wollen. „Ich wollte helfen, dass wir einen CO2-Instinkt entwickeln“ schreibt Mike Berners-Lee in seinem Vorwort. In meinem Fall ist ihm das gelungen! Beim Lebensmitteleinkauf kann eine Checkliste für vernünftigere Kaufentscheidungen zum Beispiel so aussehen: Kam es mit dem Flugzeug? Ist es industriell verarbeitet? Wurde es lange im Kühlhaus gelagert? Einfache Fragen, die ich schnell vor Ort im Laden überprüfen kann. Schon wird klar, dass der Bodensee-Apfel weit außerhalb der…

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In 80 Jahren eine neue Welt: ein Weg zur digital-ökologischen Wende

Eine „Was wäre wenn Geschichte“, die, gerade weil sie mit dem unfertigen Charme einer Fingerübung daher kommt, aufzeigt, wie sich das Leben einer Beispielfamilie in den nächsten 80 Jahre verändern könnte, wenn wir Klimarettung ernst nehmen. Kein wissenschaftliches Sachbuch zum Klimawandel, sondern romanhaftes Erzählen rund um einen wissenschaftlichen Kern. So würde ich das Buch „In 80 Jahren eine neue Welt“ umschreiben. Die Handlung beginnt mit einer fünfköpfigen Familie, die in einem Haus mit der Energieeffizienz FFF (Baujahr 1970) lebt. Die Kinder und Enkel zerstreut es in die Welt, aber sie bleiben als Familie verbunden. Es geht nicht darum, was diese Menschen denken und fühlen. Es geht allein darum, wie sich ihr Leben klimafreundlich entwickeln könnte. Welche Berufe, welche Erfindungen, welche Lebensentwürfe braucht es für eine gute Zukunft? Wie entwickelt sich die Gesellschaft, wo gibt es Stolperfallen für die Demokratie? E-Mobilität, aus Zellen gezüchtetes Fleisch, Begrünung der Städte – welche Techniken gibt es schon, woran wird gerade geforscht? „In 80 Jahren eine neue Welt“ ist kein Familienroman – dafür wäre der Text auch viel zu kurz…

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Rettet die Berge (vor Menschen wie mir)

Es sind einfach zu viele Menschen, die in die Berge wollen. Wer einmal beim Wandern die Route erwischt hat, die im Zickzack unter dem Skilift auf den Berg führt, weiß, wovon Reinhold Messner in seinem Buch „Rettet die Berge!“ spricht. Im Sommer sind die Abfahrtshänge eine öde Mondlandschaft, im Winter überfüllt. Bergsehnsüchte stillen diese Brachen nicht. Wer Ruhe und Einsamkeit in den Bergen sucht, muss suchen. Wandern in Gruppen, Gipfelbesteigung im Gänsemarsch und Downhill-Fahrten in einem Tempo, dass der Mountainbiker die Landschaft nicht mehr wahrnehmen kann – das ist alpine Normalität. Es gibt also viel zu beklagen, was Messner eloquent und wohlklingend tut. Aber wie sieht es mit den Lösungen aus? Wer braucht Lösungen, wenn er Geschichten haben kann? Der Mensch möge sich bescheiden, der Massentourismus eingedämmt werden und ein Ehrenkodex für Bergsteiger soll es richten. Konkreter wird Messner nicht. Aber das Buch hat ja auch nur 140 Seiten. Die sind schnell gelesen und halten interessante Beobachtungen bereit. Zum Beispiel, dass wir so viele gut trainierte Hobby-Sportler wie noch nie haben, die dann natürlich ihre…

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So klappt’s mit dem Welt retten: enkeltauglich leben

Ratgeber enkeltauglich leben

Enkeltauglich leben – das war die Formulierung in der Klima-Debatte, bei der ich Hoffnung schöpfte. Mit diesem emotionalen und nach vorne gewandten Begriff muss doch jeder verstehen, worum es geht! Ganz so kam es dann doch nicht. Aber „enkeltauglich Leben“ ist immer noch ein Begriff, der Menschen in ihren Bemühungen vereint. Gleichzeitig ist „Enkeltauglich Leben“ eine Initiative, die im Graswurzel-Stil versucht, die Welt zu retten. Jede kleine Aktion hilft – und dieses Handbuch zur Initiative ist voll von kleinen Aktionen, die sich leicht umsetzen lassen! Das ist die Stärke des Büchlein „So klappt’s mit dem Welt-Retten“ von Antje Haider-Waller und ihrer Tochter Mona Haider: Es ist eine kompakte Zusammenfassung von Lebensstil-Veränderungen, die dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dabei geht es eben nicht nur um die Natur und das Klima, sondern eben auch um den Menschen und seine Enkel, die ein Teil von allem sind. Das zeigt sich in den Themen, die in dem Kompaktratgeber behandelt werden. Natürlich gibt es viele konkrete Tipps zu mehr ökologischer Nachhaltigkeit in den Bereichen Kochen…

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Welt retten für Einsteiger

Und jetzt retten wir die Welt - Sachbuch

Einfach irgendwo anfangen und dann nicht mit dem weitermachen aufhören: Welt retten beginnt mit dem ersten Schritt, egal wie klein dieser einem erscheinen mag. Die Auswahl an kleinen Schritten ist groß in diesem Buch und die Autoren vermitteln einem das gute Gefühl, dass kleine Schritte völlig ok sind. Jedes Kapitel widmet sich einem Lebensbereich: innere Haltung, Körper, Essen, Klamotten, Nachbarn, Mobilität, Arbeit, Konsum, Politik, Geld, Kultur – da findet jeder etwas, wo er selbst für sich ansetzen kann. Zwischendurch werden immer wieder Menschen vorgestellt, die Vorbild sein können. Darunter mehr Alltagshelden als große Helden. Jeder von Ihnen hat irgendwann mal einfach irgendwo angefangen. Dann kam eines zum anderen und die Projekte wurden größer. So geht Veränderung. Veränderung kann Angst machen. Veränderung kann als zu groß, als nicht machbar erscheinen. Deswegen gibt es zu jedem Thema Vorschläge, wie man mit allerkleinsten, einfach umsetzbaren Schritten beginnen kann. Damit die Veränderung weitergeht, wird auch gleich aufgezeigt, wie man von diesem Schritt aus weitermachen kann. Stillstand ist nicht. Sympathisches Konzept, gelungenes Buch. Aber alles in allem erweckt das Buch…

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Permakultur für alle – Das Gartenbuch, das dazu führte, dass ich keine Gartenbücher mehr kaufe

Das Buch „Permakultur für alle“von Sepp und Margit Brunner kam 2007 zu mir.2007 hatte ich den Garten, den ich nie gesucht habe und der mich gefunden hat, seit 5 Jahren. So vieles war dort schon geschehen – Bäume gefällt, Beete verändert, Terrasse gebaut. Vieles hatte ich schon gelernt, vor allen Dingen Gärtner-Demut und Gärtner-Fachwissen.Meine Bibliothek an Gartenbücher war schon recht umfangreich, aber noch ein Buch mehr kann nicht schaden, oder?Als Naturgarten-Fan wollte ich mehr über Permakultur wissen, auch wenn die Hauptzielrichtung der Permakultur der Nutzgarten ist. An einem Nutzgarten war und bin ich nicht interessiert, denn dazu muss der Gärtner mit viel größerer Regelmäßigkeit, als ich sie aufbringen kann, sich um seinen Garten kümmern. Wenn wir etwas ernten können, freuen wir uns und wenn nicht – nun, Mangold ist auch eine wunderschöne Zierpflanze. Und die Vögel brauchen die Kirschen dringender als wir. Aber was für den Gemüseanbau gilt, gilt auch für Stauden. Permakultur bedeutet, mit der Natur zu gärtnern. Um das zu können, muss man seinen Garten, sein Mikro-Klima und die Bodenbeschaffenheit sehr, sehr genau…

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