War alles schon immer so? Maschine steht still

Alles schon da gewesen, dieses online ist nichts Neues. Früher die Nachbarin am Küchenfenster, heute Facebook. Von heute nach gestern geschaut klingt das alles plausibel. Die Möglichkeiten sind neu, das menschliche Verhalten nicht. Wer aber Die Maschine steht still von E. M. Forster liest schaut von gestern auf heute und wieder zurück – und erschrickt. Das, was uns heute in unserer Online-Welt als problematisch oder sogar gruselig erscheinen könnte, hat er voraus gesehen. Dabei kümmert sich E. M. Forster weniger um technische Funktionen. Er stellt den Menschen und sein Verhalten in den Mittelpunkt, seine Bereitschaft, für Sicherheit und Bequemlichkeit eigenes Erleben aufzugeben. Dieser Spiegel stammt von gestern. Die Erzählung erschien 1909 zum ersten Mal. Müsste ein so alter Spiegel nicht blind sein? Müsste es nicht irgendwo eine Stelle geben, an der der Leser von heute sich mit einem „Ja, aber …“ an das sichere Ufer retten könnte. Gibt es nicht. Selbst der Schluss, den man…

weiterlesen

Unkonferenz – das Literaturcamp Heidelberg

Das Literaturcamp Heidelcamp ist ein offenes Barcamp, eine Unkonferenz rund ums Buch, die Literatur, das Schreiben und Veröffentlichen. Es machte seinen Namen diesmal alle Ehre – noch unkonferenziger als das, was ich in den zwei Tagen erlebte, geht kaum. Das begann mit dem Anfang: extra eine halbe Stunde früher starten als letztes Jahr um dann eine halbe Stunde mit der Technik rumschraddeln, bis endlich alles läuft. Das hätte man durchaus auch vorher proben können. Auch ein kleines Skript, was es alles zu sagen gibt, könnte helfen. Über die Hälfte der Anwesenden war noch nie auf einem Barcamp – da muss man auch ein wenig erklären, dass alles in Selbstorganisation abläuft. Dann müsste man auch am zweiten morgen nicht so schimpfen, dass Müll wegräumen und leere Flaschen in die Kästen zurückstellen nicht geklappt hat. Egal, ich hab Euch trotzdem lieb. Unkonferenz – jede Session ist unerwartet und anders Meine erste Session war gleich Unkonferenz pur. „Mein…

weiterlesen

SEO für Menschen, die lieber schreiben als sich um Technik zu kümmern

SEO für Menschen, die lieber schreiben als sich um Technik zu kümmern. Wie kann ich nur mit Text Google beeindrucken? Das war das Thema der Session, die ich am zweiten Tag des Literaturcamp Heidelbergs #litcamp17 angeboten haben. Wie versprochen stelle ich mein Skript für die Session online. Die echte Session lief natürlich anders. Dazu findet Ihr am Ende einige Anmerkungen. Danke für Eure Fragen und Erfahrungen! Wenn Ihr über die Session schreibt, verlinke ich Euch gerne. Und wenn ihr Fragen oder Ergänzungen habt, dann freue ich mich über Eure Kommentare! SEO für Menschen, die lieber schreiben Wieviele eurer Blog- oder Webseitenbesucher kommen über Google? Bei mir sind es 60% Lohnt sich also, ein bisschen SEO zu betreiben, damit mehr davon kommen. Ich skizziere euch einen Weg, der bei SEO das in den Mittelpunkt stellt, was ihr wahrscheinlich am liebsten macht: schreiben. Schreibt zuerst einen großartigen Text. Fertig? Fasst die Kernaussage des Texts in zwei Sätzen…

weiterlesen

Zuerst denken, dann klicken: die Fake-Jäger

Zuerst denken dann klicken. Mimikama Fake Jäger Buch. Rezension

Am Anfang ging es hauptsächlich um schlechte Scherze wie die angeblichen Tierfänger, wahlweise Organjäger, im weißen Bulli. Das war in einer Zeit, als auf Facebook noch hauptsächlich Privates gepostet wurde. Doch jemand kannte jemanden, dessen Freund eine Schwester hatte, der genau das passiert war … Die Fake-Jäger nahmen sich dieser Scherze an und klärten auf. Dann entdeckten die Firmen das Netzwerk, Facebook wurde kommerzieller und die schlechten Scherze änderten sich entsprechend. Gewinne das neue I-Phone oder einen 500€ Gutschein von wem auch immer, wenn – ja wenn Du Dich nur zum Narren machst und diesen Beitrag teilst: so lautete der klassische Hoax in dieser Phase. Die Fake-Jäger blieben dran, prüften und veröffentlichten sachlich und von Beweisen gestützt, was an diesen Geschichten und Verschwörungstheorien dran ist: nichts. Absolut gar nichts. Wofür ich sie immer bewundert habe ist, dass sie auch bei den abstrusesten Storys wie Essig gegen Chemtrails neutral blieben und die, die daran geglaubt hatten,…

weiterlesen

Barcamp Rhein-Neckar #bcrn16

dezernat 16 in Heidelberg. Toller Veranstaltungsort für das Barcamp Rhein-Neckar

Schule im digitalen Zeitalter, Müll von Pappbechern vermeiden, Minecraft, Drohnen und Zen: Obwohl das Barcamp Rhein-Neckar eine wilde, bunte Mischung an Themen bot, habe ich mir diesmal sehr viele Sessions mit technischem Hintergrund herausgesucht. Damit war für mich über weite Strecken das Barcamp eine Fortbildungsveranstaltung und eine Möglichkeit, in Themen hineinzuschnuppern, von denen ich selbst nicht viel verstehe. Genauso gut kann man ein Barcamp als Reality-Talkshow und Diskussionsrunde wahrnehmen. Oder als gemütliches Abhängen mit interessanten Menschen (und Hunden). Auf jeden Fall gibt es auf jenem Barcamp immer mindestens eine Session, die einem lange im Gedächtnis bleiben wird. Auf dem Barcamp Rhein-Neckar waren es gleich zwei, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Autistisch – Authentisch! Sicherlich die intensivste Session lieferte @querdenkender Aleksander Knauerhause, der sich ganz entspannt vorne hinsetzte und über Autismus erzählte – seinen Autismus. Damit lieferte er Aha-Momente im Sekundentakt. Vergesst alles, was ihr meint, bei Rain Man & Co gelernt zu haben, und hört einfach ihm zu!…

weiterlesen

Electric Book Fair: was kommt nach dem eBook?

eReader auf der Electric Book Fair Berlin

Eigentlich wollte ich die Electric Book Fair in Berlin als Leser besuchen, oder um genau zu sein: als bloggende Leserin. Schließlich hatte ich die Karte mit meinem Beitrag zur Blogparade „Mein erstes eBook – #1stebook“ gewonnen. Den Plan gab ich schnell auf, denn die Vielfalt der Themen und Sessions berührte so ziemlich alles, was ich mit Büchern mache. eBooks verschenken – wie kann man daraus ein haptisches, persönliches Erlebnis machen? Wie hält man eine Backlist von 1500 eBooks auf dem technisch aktuellen Stand? Wie sieht der Lebenszyklus eines eBooks aus, welche Themen sind überhaupt für eBooks geeignet und welche Rolle spielen dabei Rezensionen und Preisaktionen? Kann man einen eBook-Verlag mit Wunderlist organisieren? Ab wann ist ein Selfpublisher ein Ein-Mann-Verlag? Was gehört alles zu dem Themenbereich Data Driven Publishing? Bieten eBooks leseschwachen Kindern Vorteile oder haben in diesem Fall Apps die besseren Karten? Nicht alle dieser Fragen wurden in Sessions erörtert. Viele hochinteressante Diskussionen fanden zwischendurch…

weiterlesen

Buchblogs und Leser offline vernetzen

Literaturcamp Heidelberg Blogger Aktionen offline

„Buchblogs und Leser offline vernetzen“ war das Thema einer Veranstaltung auf dem Literaturcamp in Heidelberg #litcamp16. Alexandra hat die Session sehr spontan ausgerufen. Gedacht war sie als offene Diskussionsrunde, als Ideen-Sammlung. Der Raum war voll, trotz vieler anderer spannender Sessions, die zur gleichen Zeit statt fanden. Für mich war es ein AHA-Effekt auf dem #litcamp16: Viele Buchblogger denken zur Zeit auf den gleichen Themen herum. Die letzte Frage wollten wir in der Session diskutieren. Alexandra vom Blog Bücherkaffee bringt selbst sehr viel Erfahrung beim Thema Offline-Aktionen von Blogs mit: monatlicher Bücherstammtisch „Meet & Read“ und Wohnzimmer-Lesungen sind nur zwei Beispiele ihrer Aktivitäten. Vorneweg: der ultimative Lösungsansatz wurde nicht gefunden. Aber es wurden viele kleine unaufwendige Ideen zusammengetragen und auch ein paar größere Konzepte skizziert. Hier mein – sicherlich lückenhaftes – Gedächtnisprotokoll: So können Buch-Blogs offline sichtbar werden Bemerkenswert fand ich, wieviel Hoffnung auf dem Buchhandel ruht: Blogger-Schaufenster, Buchvorstellungen mit Bloggern, Lesezeichen und Flyer im Laden…

weiterlesen

#litcamp16: das erste Barcamp für Literatur in Heidelberg und meine erste Session

Die Vorbereitung meiner Session für das #litcamp16 knapp zusammengefasst

Freitag Abend dachte ich mir, dass ich auf meinem zweiten Barcamp meine erste Session halten könnte. Samstag fühlte sich die Idee immer noch gut an. Also schnappte ich mir die Postkarte von „Fairer Buchmarkt“ Every time you steal an e-book, a unicorn dies und einen Kuli von Jokers, einem der Sponsoren des #litcamp16, und schrieb mein Session-Konzept auf. Die Buchblogger, die unbekannten Wesen war von mir angedacht als Informationssession für Autoren, Verlage und Pressemenschen mit anschließender Diskussion mit Bloggern. Spontan unterstützt hat mich Alexandra vom Blog Bücherkaffee – Danke! Ich hoffe natürlich, dass jemand diese Session protokolliert und drücke demjenigen fest die Daumen, dass er damit auch den Tolino Reader gewinnt – womit ich einen weiteren Sponsor im Text unterbekommen habe 🙂 Das war mein Einstieg in die Session: Jetzt live beim #litcamp16: Der Buchblogger – Das unbekannte Wesen mit @DagmarEckhardt und @buecherkaffee pic.twitter.com/7FiRqymLM9 — Janine (@Kapri_zioes) 12. Juni 2016 Vorneweg: Blogger sind ein freies und wildes…

weiterlesen

Herrn Knigge gefällt das! Handbuch für gute Manieren im Netz

Knigge Regeln für das Online Leben - Buch Cover

Social Media ist noch so neu, dass es ganz verständlich ist, dass wir erst lernen müssen, wie wir in diesem virtuellen Raum miteinander kommunizieren und umgehen. Das habe ich selbst schon immer mal wieder gedacht und gesagt. Habe ich es geglaubt? Getröstet hat es mich auf jeden Fall. Plausibel klang es auch. Herr Knigge würde das anders sehen. Er glaubt, dass man mit Anstand, Contenance und Respekt jede Situation meistern kann. Dabei ist es egal, ob man sich im Kindergarten, auf einem Gala-Dinner oder im Internet befindet. Es gibt Grundregeln, die immer und überall funktionieren. Aus diesem Blickwinkel heraus behandelt das Buch Fragen des Online-Lebens: Was tue ich, wenn alle Online-Freunde um einen Promi trauern, der mir nichts bedeutet hat? Mich dezent zurückhalten natürlich und das Foto meiner Füße am Strand ein andermal posten. Ist es ok, wenn ich im Restaurant mein Essen poste? Frage die Anwesenden, beeil Dich und schau danach auf gar keinen…

weiterlesen

Von Reichweite, Zahlenmagie und Buch-Blogs – was ist eine Rezension wert?

Wert einer Rezension auf einem Buch-Blog

Ein Ruck soll durch die Buch-Bloggosphäre gehen, das Selbstbewusstsein soll erstarken. Im Brennpunkt der Diskussion steht die Frage: was sind unsere Rezensionen und Artikel wert? Spitzer formuliert: warum ist es (derzeit) mehr wert, über einen Lippenstift zu bloggen als über ein Buch? Warum werden reichweitenstarke Beauty-Blogger bezahlt, Buch-Blogger aber nicht? Nun, man merkt es meiner Einleitung an, dass ich skeptisch bin. Ich sehe die Buch-Bloglandschaft in ihrer bunten Vielfalt, wie sie heute ist, und ich sehe die Blogs aus anderen Branchen, die mit Sponsored Posts, Anzeigen und durch Auftritte der Blogger als Speaker Geld verdienen. Der Abstand in der Professionalisierung ist gewaltig. Zwei Beispiele für den Stand der Professionalisierung der Buch-Blogs habe ich rausgesucht. Ich lese und rezensiere, da bleibt mir keine Zeit für Technik? Knapp die Hälfte meiner Besucher kommen über die Suche, also Google & Co, auf meinem Blog. Wenn ich möchte, dass meine Beiträge lange gelesen werden und auffindbar bleiben, muss ich…

weiterlesen

So läuft das mit dem Bloggen bei mir

Hier entsteht die GeschichtenAgentin - Blog Arbeitsplatz

Wie entscheidest du, ob du über ein Buch bloggst oder nicht? Mein Blog ist auch ein Lesetagebuch. Ich blogge über alles, was ich zu Ende gelesen habe und am liebsten über das, was mich begeistert hat. Ich blogge aber auch über alles, was so schlecht war, dass ich die Lektüre abgebrochen habe und mich darüber aufgeregt habe. Nur über das, was keine Reaktion bei mir hervorgerufen hat, blogge ich nicht. Woher nimmst du deine Inspiration für neue Beiträge? An Ideen hat es mir noch nie gemangelt. Ich finde immer Themen, über die ich gerne schreiben würde. Bücher, Museen, Reisen, Erlebnisse, Blogparaden – es gibt immer etwas, das mich zum Bloggen inspiriert. Was willst du mit deinem Blog erreichen? Eine GeschichtenAgentin hat eine Mission: Geschichten und Menschen zusammenbringen. Mehr dazu auf meiner Über-mich-Seite. Wie viel Zeit nimmst du dir für das Verfassen eines neuen Beitrags? Klare Ansage an mich: ein Beitrag sollte innerhalb von 45 Minuten fertig…

weiterlesen

2100 Watt und seidig glänzendes Haar: Text sells

Text sells - Txte die wirken. Fachbuch

2100 Watt  versus geschmeidiges, seidiges, glänzendes, gesundes Haar: mit welcher Kernaussage kann man einen Föhn besser an Frauen verkaufen? Nicht nur mit solchen Fragen beschäftigt sich das Buch „Text sells – wie Sie Texte schreiben, die wirken“. Auch die Besonderheiten der Sprache Udo Lindenbergs werden gewürdigt und Praxisbeispiele in Form von Originaltext – Textkritik – überarbeiteter Text kommen auch nicht zu kurz. Die Ausgangsfrage musste sich Philips stellen. Was möchten Frauen mit einem Föhn erreichen? Etwas für ihre Schönheit tun? In angemessener Zeit Haare trocknen und stylen ist die treffendere Antwort. Wer seine Kunden und ihre Lebenswelt kennt weiß das und kann die besseren, da erfolgreicheren Texten schreiben. 2100 Watt ist eine handfeste Tatsache, die prägnant die Leistungsstärke des Haartrockners berschreibt. Mit diesem Slogan wurde der Föhn deutlich besser verkauft. Natürlich braucht man, um solches herauszufinden, mindestens ein multinationales Team und eine Datenbank, die alle Elemente der Corporate Language erfasst – Textbausteine, Slogans, Bilder, Farben,…

weiterlesen