Voyage, Voyage. Eine Reise durch die französische Popmusik

Voyage, Voyage! Mein nicht repräsentativer Test im Freundeskreis hat ergeben, dass wirklich jede*r bei Erwähnung des Songs von Desireless sofort einen Ohrwurm hat. Kein Wunder: 1986 kam niemand an diesem Lied vorbei. Im Sommer 1987 lief es immer noch. Es gibt noch ein paar französische Sommerhits, die nach Deutschland schwappten. »Ella, elle l’a« von France Gall, »Etienne« von Guesch Patti oder »Joe le taxi« von Vanessa Paradis hatten jedoch alles eines gemeinsam: Sie hatten Charme, klangen erfrischend ungewohnt, trieben uns aber eher von der Tanzfläche.…

Den ganzen Beitrag lesen

Kunst ist weiblich! Die Kunstgeschichte von der ersten Bildhauerin über Artemisia Gentileschi bis Yoko Ono und darüber hinaus

Ein chronologischer Streifzug durch die Kunstgeschichte von der Renaissance bis heute – dieses Buch hätte sehr trocken sein können. Ist es aber nicht! Denn die Kunsthistorikerin Dr. Carla Heussler kann fesselnd erzählen. Obwohl sie die Lebensläufe und das Werk von Künstlerinnen quer durch alle Epochen nach einem immer gleich bleibenden Schema präsentiert, kommt keine Langeweile auf. War es der Künstlerin möglich, eine Ausbildung zu erhalten – und wenn ja: Wie gut war diese? Wie waren ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen? Gelang es ihr, auszustellen, Werke zu…

Den ganzen Beitrag lesen

Was wäre, wenn das Patriarchat in Therapie gehen würde?

Da liegt ein Buch auf meiner Couch und es ist gut: »Wenn das Patriarchat in Therapie geht« von Katharina Linnepe ist buchgewordene Schwesternschaft. Mit Humor, klugen Analysen und vielen Fakten stärkt sie allen Frauen und FLINTA-Personen den Rücken. »Es liegt nicht an dir, my dear – es ist das System«. Genau dieses System, das Patriarchat, hat Therapiestunden gebucht. Es macht sich Sorgen um sein Image, das durch all diese – in seinen Augen lächerlichen – Kampagnen zur Gleichberechtigung und zur Förderung der Diversität Schaden gelitten…

Den ganzen Beitrag lesen

Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt: Spinnen, Nutella und der Male Gaze

Ich mag absurde Geschichten und ich mag Spinnen. Also hätte mich der Science- Fiction-Roman »Spaceman of bohemia. Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt« begeistern müssen. Hat er aber nicht. An der Story lag das nicht. Ein Mann auf einer Mission im Weltall begegnet einem spinnenähnlichen Alien. Man nimmt Kontakt auf, kommt ins Gespräch. Das Alien, das alles über die Menschen und ihre Psyche wissen will, entdeckt die Nutella-Vorräte und leert sie. Derweil merkt die Ehefrau des Raumfahrers auf der Erde, dass sie sich schon längst…

Den ganzen Beitrag lesen

Wie ich Chemnitz besucht und die Kulturhauptstadt verpasst habe

Ich war in Chemnitz und es war schön, spannend und inspirierend. Aber die Kulturhauptstadt habe ich nicht gefunden. Vielleicht hatte ich mir etwas anderes vorgestellt – eine Bundesgartenschau für Kunst und Kultur. Vielleicht war auch Ende März einfach zu früh. Das Schmidt-Rottluff Haus war noch nicht fertig, das Fenster zur Erdgeschichte in Winterpause. Im Tietz bauten sie gerade erst die Info-Tafeln auf. Es wird wohl auch noch etwas dauern, bis man erkennt, dass die Öffnungszeiten des Besuchszentrums am Wochenende (Samstag bis 15 Uhr, Montag ab…

Den ganzen Beitrag lesen

Wie haben Sie das gemacht? 50 Fotografinnen, die Geschichte schrieben, und ihre Techniken

Was haben Anna Atkins, Anja Niedringhaus und Cindy Sherman gemeinsam? Sie gehören zu den „Frauen, die die Fotografie verändert haben“. So lautet der Titel des Bildbands von Gemma Padley, in dem sie 50 Fotografinnen auf je vier Seiten vorstellt. Sie zeigt immer ein Porträtfoto, dem sie einen Text gegenüberstellt, in dem sie auf den Werdegang der Fotografin und das Besondere ihres künstlerischen Schaffens eingeht. Die Informationsdichte ist hoch. Biografie, gesellschaftspolitische Aspekte, Entwicklung als Künstlerin, Bedeutung und Rezeption des Werks – das sind viele Fakten für…

Den ganzen Beitrag lesen

Weise, wild und weiblich: Female Empowerment von Hestia bis Kali

Göttinnen, Hexen, Kraftorte – das sind Themen, zu denen seit Jahrzehnten in Wellen immer wieder neue Bücher veröffentlicht werden. Interessant finde ich, dass jedes Mal eine leicht andere Herangehensweise gewählt wird, die stets zum Zeitgeist passt. 80er-Jahre-Feminismus, kulturhistorisch, literarisch, pseudo-wissenschaftlich – insbesondere über Göttinnen habe ich schon alles Mögliche gelesen. Das meiste davon mit Vergnügen und Gewinn: Weibliche Vorbilder und Heldinnen kann es für mich und mein feministisches Herz nie genug geben! „Weise, wild und weiblich. Erwecke die Göttin in dir“ von Tala Mohajeri passt…

Den ganzen Beitrag lesen

Parts Per Million. Keine Wohlfühllektüre und deswegen gut!

Am liebsten würde ich mich bei der Besprechung von „Parts per million“ von Theresa Hannig auf einen Nebenaspekt der Handlung konzentrieren. Die Protagonistin Johanna Strohmann ist Autorin. Ausgerechnet sie bringt die nötigen Skills mit, um die Klimaschutz-Bewegung auf das nächste Level zu heben. Ihr Werkzeug: das Buch, an dem sie gerade schreibt, sowie gute Geschichten, Storytelling und Wissen, wie die Aufmerksamkeitsökonomie funktioniert. Damit unterstützt sie Klima-Aktivist*innen und radikalisiert sich dabei zunehmend selbst. Geschichten aus und über die Buchbranche – damit würde ich mich wohl fühlen…

Den ganzen Beitrag lesen

Zwischen Ministeriumsdefinition und Alpenmythos: Was ist echtes Wandern? Meine Verteidigung der gemütlichen Tour

Ist das jetzt ein Spaziergang oder eine Wanderung? Diese Frage wollte ich schon immer einmal beantwortet haben. Nicht weil es für meinen sportlichen Ehrgeiz wichtig wäre. Der ist sowieso nicht sonderlich ausgeprägt. Für mich zählen nicht der Gipfel, nicht die Höhenmeter und auch nicht die Länge der Strecke. Ich will einfach nur durch einen Wald laufen, dabei zur Ruhe kommen und tief durchatmen. Wenn ich dann noch Natur beobachten und einkehren kann, ist das für mich ein perfekter (Wander)Tag. Der Unterschied zwischen Wandern und Spazierengehen…

Den ganzen Beitrag lesen

Luisa Francia über die verborgenen Schichten der Wirklichkeit

Ab und an packt mich die Neugier und ich lese ein aktuelles Buch einer Autorin, die mir vor Jahrzehnten wichtige Impulse gegeben hat. Luisa Francia ist eine von Ihnen. Vor rund 20 Jahren hat mich ihre eigensinnige Themenmischung begeistert: Selbstermächtigung, Selbstreflexion, Körperbewusstsein, Feminismus, Schamanismus, Psychologie und alte Mythen. Das war genau das, was ich damals als junge Frau brauchte – und heute, in der Menopause angekommen, wieder brauche. Ihr neues Buch „Die Macht des Verborgenen. Wie das Versunkene, Vergessene, Verheimlichte unser Leben steuert“ lässt mich…

Den ganzen Beitrag lesen

Jedem sein Ruhrgebiet: Geschichten von Fördertürmen und Schrankwänden

Anscheinend hat Heinrich Böll einmal etwas über das Ruhrgebiet geschrieben, das für viel Wirbel sorgte. Sein Einleitungstext zum Bildband „Im Ruhrgebiet“, den er zusammen mit dem Fotografen Chargesheimer 1958 veröffentlichte, beginnt mit den Worten: „Das Ruhrgebiet ist noch nicht entdeckt worden.“ Was dann folgt, klingt für mich wie der Intellektuelle aus der Großstadt, der die malochende Verwandtschaft besucht und froh ist, wenn er wieder zurück nach Köln darf. Für mich mit meinen Ruhrgebietswurzeln liest sich das amüsant, löst aber nicht mehr als ein Schulterzucken aus.…

Den ganzen Beitrag lesen

Liebe auf den dritten Blick: die Vampirkrimis von Tanya Huff. Oder warum Trends kleinen Verlagen das Genick brechen können

Blutzoll, Blutspur – das sind Titelformulierungen, die nicht gerade meinem Beuteschema bei Büchern entsprechen. Urban Fantasy, trockener Humor, eine Privatdetektivin und Vampire hingegen schon! Trotzdem musste die Buchserie von Tanya Huff durch drei Verlage wechseln, bis ich sie endlich entdeckte. Und ich frage mich: Warum? Wie konnte ich so lange blind sein? Was mich tröstet: Ich bin nicht alleine. Auch Eva Bergschneider vom mittlerweile leider eingestellten Buchblog Phantastisch lesen erging es so. Das schreibt sie über die Serienheldin Vicki Nelson: Vicki brachte allerdings bereits Anfang…

Den ganzen Beitrag lesen

Wenn die KI ein Fall für die Inquisition ist: Athos 2643

Alles in dieser Geschichte ist logisch und doch ist nichts so, wie es scheint. „Athos 2643“ von Nils Westerboer ist einmal das, was dem Genre Science-Fiction besonders liegt: ein philosophisches Gedankenexperiment. Es ist aber auch ein KI-Thriller und ein klassischer whodunit-Krimi. Zugleich überrascht der Roman mit witzig-skurrilen Details und Gags. Das kann nur funktionieren, weil der Autor seinen Plot unglaublich verdichtet und mit beeindruckender innerer Logik zusammenhält. Auf Athos, einem kleinen Neptunmond, stirbt ein Mönch. Rüd Kartheiser, Inquisitor und Spezialist für lebenserhaltende künstliche Intelligenzen, ermittelt.…

Den ganzen Beitrag lesen

Kondorkinder: Eine Reise durch Peru auf der Suche nach einem magischen Buch

Roman Kondorkinder Neuausgabe Calderan Verlag

Zum Glück fängt die Geschichte mit dem Handlungsstrang an, der in der Vergangenheit in Peru spielt. Ein kleiner Junge, eine Frau mit einem Geheimnis. Berge, Götter, alte Mythen und das reale Leben der armen Bevölkerung. Zu Beginn kommt Kondorkinder als historischer Roman mit phantastischem Einschlag daher. Cut, zweites Kapitel. Berlin in der Gegenwart. Eher New Adult als Phantastik. Ganz ehrlich: hätte das Buch so begonnen, wäre ich ausgestiegen. Wer wann mit wem welchen Streit hatte und wer wann warum etwas Verletztendes gesagt hat oder missverstanden…

Den ganzen Beitrag lesen

Mit der Hitze kam die Werwölfin: Silver Moon

Was wäre, wenn die Energie der Hitzewallungen in den Wechseljahren etwas Unerwartetes mit sich bringen würde? Wenn die Hitze das Wilde, Ungezähmte hervorbrechen lässt? Wenn die hormonellen Veränderungen tatsächlich einen neuen Lebensabschnitt einleiten? Becca Thornton, Heldin des Fantasy-Romans „Silver Moon“ von Catherine Lundoff, erlebt genau das. Weil ihr Mann sie wegen einer Jüngeren verlassen hat und jetzt das Haus verkaufen will, muss sie sich neu im Leben orientieren. Doch als sie in einer Vollmondnacht das von einer Hitzewallung gerötete Gesicht mit kaltem Wasser kühlen will,…

Den ganzen Beitrag lesen

Kleine Geschichten von großen Künstlern. Oder: wie ich lernte, Frida Kahlo zu mögen

Kunst für Kinder – diesem Thema widmen sich mehr Bücher, als ich Kinder im Museum sehe. Manche hoffen auf die Neugier von Kindern, doch diese muss beim Thema Kunst meist erst durch einen Impuls außerhalb des Buches geweckt werden. Andere Kunstbücher für Kinder setzen auf die kindliche Kreativität. Doch nicht jedes Kind traut sich, im Anblick großer Künstler selbst etwas zu gestalten. Dann gibt es noch Bücher, die versuchen, das Kunsterlebnis in eine Erzählung einzubinden. Die wirkt aber häufig so konstruiert, dass Kinder misstrauisch werden.…

Den ganzen Beitrag lesen

Die Abenteuer von Pina Parasol. Steampunk-Kurzgeschichten

Kurze Geschichten für den kleinen Steampunk-Hunger zwischendurch: Genau dafür sind die Abenteuer von Pina Parasol optimal geeignet! Tino Falke hat ein pralles Universum erschaffen, das locker für einen fetten Roman langen würde – oder mehrere. Doch er macht Steampunk-Kurzgeschichten daraus. Heldin aller Folgen: Pina Parasol, professionelle Verliererin, die sich um Dinge kümmert, die nie wieder gefunden werden sollen. Sie ist schlagfertig bis vorlaut, mutig bis übermütig und hat selbst in der größten Bredouille einen Plan, der vielleicht auch nur auf Improvisationstalent fußt. Sie kommt weiter…

Den ganzen Beitrag lesen

Mit Pflanzen die Welt retten. Grüne Lösungen gegen den Klimawandel

Jeder Baum hilft. Dann lasst uns doch einfach so viele Bäume pflanzen, dass wir damit den Klimawandel stoppen. Oder Moore renaturieren. Wenn wir schon mal dabei sind, dann können wir ja gleich mit Pflanzen die Welt retten. Irgendjemand muss es ja tun. Also los, Spaten schnappen, Loch buddeln, Baum rein. Doch ökologische Systeme sind komplizierter, als ich es in der Schule gelernt habe. Nicht nur, dass meist nur ein Bruchteil der Neupflanzungen nach drei Jahren immer noch leben: In nördlichen Ländern verdunkeln neu gepflanzte Wälder…

Den ganzen Beitrag lesen

Frau Müller, die Migrantin

Bei diesem Buch habe ich mir gewünscht, das Lachen der Autorin hören zu können. Ich stelle mir ihr Lachen als herzlich, warm, verbindend und lebhaft vor. Überhaupt würde ich mich gerne mit ihr einen Abend lang über Gott und die Welt unterhalten und mehr über ihren Blick auf Deutschland und das Leben erfahren. Evelyne Waithira Müller ist gebürtige Kenianerin. In ihrer Zeit als britische Soldatin verliebte sie sich in einen Deutschen. Sie heirateten und zogen aufs platte Land. Wie das in der ersten Verliebtheit so…

Den ganzen Beitrag lesen

Zoran Drvenkars „Licht und Schatten“: Ein Genre-Sprenger der Fantasy-Literatur

Was mich an den Büchern von Zoran Drvenkar fasziniert, ist klar: sein konsequentes Ignorieren aller ungeschriebenen Genre-Regeln. Genau das ist es auch, was es für mich so schwer macht, meine Leseeindrücke zu seinem Jugendroman „Licht und Schatten“ zu notieren. Wäre das Buch ein Getränk, dann ein Chai – schwer und würzig, süß und bitter zugleich und mit einem Duft, der mich aus dem Alltag holt. Für einen Fantasy-Schmöker ist „Licht und Schatten“ zu sperrig. Immer dann, wenn dieses Gefühl von eintauchen und wohlfühlen entsteht, wehrt…

Den ganzen Beitrag lesen

Hausaufgaben fressen Hund in Norwegen: The Stranger Times

Für dieses Buch habe ich zwei Anläufe gebraucht. Beim allerersten reinlesen in den schaurigen, skurrilen Fantasy-Krimi war mir das alles zu laut, zu schrill. Erst beim zweiten Mal passten meine Lesestimmung und der erste Band der „The Stranger Times“-Reihe besser zusammen. Damit erging es mir so, wie jedem einzelnen Mitglied der Redaktion der namensgebenden Zeitschrift „The Stranger Times“, der wir so großartige Headlines wie „Hausaufgaben fressen Hund in Norwegen“ und „Hellseher-Tagung wegen vorhergesehener Umstände abgesagt“ verdanken. Vom jähzornigen Chefredakteur mit Alkoholproblem bis zur grummeligen Teenie-Praktikantin…

Den ganzen Beitrag lesen

Künstlerinnen in New York

Eine Autorin begleiten, wie sie Kunst von Frauen in New York entdeckt. Skulpturen, Ausstellungen, Bilder die eines gemeinsam haben: Ich kann sie nicht dort erleben, wo Stephanie Hanel sie erlebt hat. Was sie sah, werde ich so nie zu sehen bekommen. Warum fand ich dann die Lektüre so faszinierend, wohltuend und bereichernd? Wer mir auf Instagram folgt weiß, dass Museen mein zweites Wohnzimmer sind. Das begann in meinen Teenie-Jahren und zieht sich bis heute durch. Warum das so ist, habe ich immer noch nicht wirklich…

Den ganzen Beitrag lesen

Workbook gegen Kopfchaos: Blick in den Maschinenraum eines neurodivergenten Gehirns

Den Ratgeber „Dein Workbook gegen Kopfchaos. Strategien und Methoden für neurodivergente Menschen“ wollte ich aus zwei Gründen lesen. Einmal, weil ich mir sicher war, dass auch ich darin gute Tipps und Tricks finden werde, wie ich mit den Herausforderungen des Alltags besser klar komme. Spoiler: Das war so. Der zweite Grund war, dass ich in den letzten Jahrzehnten ein paar Mal mit Menschen zusammen gearbeitet habe, von denen ich im Nachhinein vermute, dass sie im neurodivergenten Spektrum unterwegs waren. Damals kannte ich weder den Begriff…

Den ganzen Beitrag lesen

Meine innere WG und Ich: IFS – Internal Family Systems

Jedes Mal, wenn ich bloggen möchte, bekomme ich Gesellschaft. „Sport wäre besser“ höre ich dann. Oder „So irrelevant wie Briefmarken sammeln“. Ganz selten auch ein giftiges Zischen „Bilde dir bloß nix auf das Geschreibsel ein.“ Doch je länger ich dann schreibe, umso leiser werden diese Stimmen. Bis ich den Punkt erreiche, an dem es in mir ganz ruhig wird und ich eine wohltuende Weite bei gleichzeitigem Fokus empfinde. Vielleicht ist das Flow. Auf jeden Fall ist das der Grund, warum ich sage: andere stricken, ich…

Den ganzen Beitrag lesen

Mein Recht auf Stadt: Platz nehmen gegen eine Architektur der Verachtung

Dass mich dieses Buch überfordern wird, hatte ich eingeplant. Architektur, Stadtplanung und Soziologie sind Fachrichtungen. Ich bin nicht vom Fach. Aber ich lebe in einer Stadt und ich frage mich schon länger, warum ich manche Viertel als lebendig und lebenswert erfahre – und andere nicht. Das ich mir damit schon Gedanken über „Mein Recht auf Stadt“ mache, wusste ich nicht. Beim Lesen galt es, zwischen all der Fachsprache und den flammenden Plädoyers gegen Konzepte, die ich nicht kannte, Anknüpfungspunkte an meine Erfahrungen zu finden. Warum…

Den ganzen Beitrag lesen

Jäger und Sammler: 12 Monate fernab vom Supermarkt

Wer „Mein Jahr als Jäger und Sammler“ von John Lewis-Stempel lesen möchte, sollte das Wort Jäger im Buchtitel ernst nehmen. Sehr ernst. John Lewis-Stempel beschließt, zwölf Monate lang von dem zu leben, was seine eigenen 16 Hektar hergeben. Farmland mit Hecken, Weiden, Wäldern und einem Fluss. Mit Enten, Eichhörnchen, Fasanen. Mit Löwenzahn, Gänsefuß, Bärenklau. Wildäpfeln, Brombeeren, Schlehen. Für diese Lebensweise braucht es Wissen, Geduld und die Bereitschaft, Hunger auszuhalten. Er bringt all das mit und packt noch Hartnäckigkeit obendrauf. Über allen Seiten schwebt ein Banner…

Den ganzen Beitrag lesen

Lesen ist Teilhabe: Anne Frank in einfacher Sprache und super lesbare Bücher

Lesen ist Teilhabe an der Welt. Romane und Biografien ermöglichen es uns, uns in andere Menschen hineinzudenken und zu fühlen. Sachbücher und Ratgeber vermitteln Wissen und helfen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Doch was ist, wenn Menschen nicht gut lesen können? Für die Leseförderung von Kindern wurden schon viele gute Ideen entwickelt. Eine der schönsten ist für mich das Konzept der Buchreihe „Super lesbar“ aus dem Beltz Verlag. Stellt euch einfach ein 10-jähriges Kind vor, das, aus welchen Gründen auch immer, mit dem Lesen hadert. Das…

Den ganzen Beitrag lesen

Ein Buch ohne Fehler gibt es nicht? 55 Buchmakel

Mein Exemplar von „Buchmakel“ ist makellos. Dabei gibt es, wie ich jetzt nach der Lektüre weiß, unendliche viele Möglichkeiten für Herstellungsfehler in der Buchproduktion. Sei es beim Satz (Löchriger Satz, Bleiwüste, Augenpulver), bei der Druckvorstufe (Moiré, Punktzuwachs), beim Umgang mit Papier (Wolkigkeit, Tellerbildung), beim Druck (Durchscheinen, Passerungenauigkeit, Abliegen) oder beim letzten Arbeitsschritt, der Bindung (Rückenbruch, Schnabeln). All diese Begriffe werden in „Buchmakel. 55 typische Fehler in der Buchproduktion und wie man sie vermeidet“ von Monika Wintjes wunderbar leichtfüßig und doch auf den Punkt erklärt. Geballtes…

Den ganzen Beitrag lesen

Versuchen Sie’s mal mit Schreiben! Oder mit bloggen

Es hat seine eigene Ironie, dass ich dieses Buch exakt dann ausgelesen hatte, als meine Blog-Flaute begann. In „Versuchen Sie’s mal mit Schreiben!“ geht es um genau das, was ich in der Phase gebraucht hätte: Schreiben als Weg, als Tool, um Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten, als nahezu therapeutisches Werkzeug – ohne dabei die Kreativität und den Spaß am Tun aus den Augen zu verlieren. Aber ich kam nicht mehr zum Schreiben. Selbst wenn ich ein Zeitfenster gefunden hätte, ich hätte es nicht gekonnt. Doch weil ich…

Den ganzen Beitrag lesen

Geteilte Nächte: Erotiken des Surrealismus

Es hat immer seinen ganz eigenen Reiz, Männer zu beobachten, die um ihre Schwanzspitze kreisen. Damit könnte ich meinen Blog-Beitrag zu „Geteilte Nächte – Erotiken des Surrealismus“, diesem eigenwilligen Lesevergnügen, bereits beenden. Auch wenn Quickies reizvoll sein können wäre das selbst für mich zu kurz. Da geht es also schon los. Obwohl Frauen in den erotischen Fantasien der surrealistischen Männer erstaunlich wenig präsent sind – häufig nur als einzelne Körperteile, Erfüllungsgehilfinnen oder ferne Sehnsucht – wecken die Miniaturen auch bei einer Leserin Assoziationen. Manche davon…

Den ganzen Beitrag lesen