Yoga für die Verdauung

Yoga für die Verdauung

Das erste*, was mir zum Thema „Yoga für die Verdauung“ einfällt, ist Apanasana, eine ganz harmlos wirkende Yoga-Übung. Dabei liegt man gemütlich mit angewinkelten Beinen auf dem Rücken, die Hände ruhen auf den Knien, und man zieht die Beine im Atemrhythmus hin zum Bauch und wieder weg. Das ist fein und entspannend. Eine recht prosaische Übersetzung des Sanskrit-Namens Apanasana lautet „Gaslösende Stellung“ und ja, das passt. Diese kleine Übung ist durch und durch verdauungsfördernd (hier ein Anleitungsvideo). Kerstin Leppert hat ein kleines, feines Büchlein zum Thema „Yoga für die Verdauung“ geschrieben. Yoga-Grundkenntnisse sind meines Erachtens nötig, um die Übungen auszuführen; Erfahrungen mit Kundalini-Yoga sind sicherlich von Vorteil. Dann lässt sich alles prima alleine zu Hause auf der Matte umsetzen. Lediglich für Vatsar Dhouti Kriya ist meines Erachtens eine Anleitung durch einen Yogalehrer nötig. Sinneseindrücke verdauen „Eine gute Verdauung beinhaltet allerdings nicht nur, dass die aufgenommene Nahrung verarbeitet werden und ausgeschieden wird, sondern im übertragenen Sinn…

weiterlesen

Das Myoreflexkonzept – Schmerzfrei mit aktiven Muskeln

Myoreflexkonzept schmerzfrei mit aktiven Muskeln

Das „Myoreflexkonzept“ ist ein Buch für Menschen, die es ganz genau wissen wollen. Wie funktioniert ein Muskel, wie ist er aufgebaut? Wie ist das Zusammenspiel zwischen Muskeln und Nerven organisiert? Was stärkt einen Muskel und was schwächt ihn? Und was hat das Gehirn mit all dem zu tun? Muskeln, das war für mich bisher das, was ich gefühlt immer zu wenig habe und was nach dem Sport so häufig schmerzt. Das ein Muskel so viel mehr ist als ein „Werkzeug“, das meinen Körper bewegt, darüber hatte ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht. Das, was der Muskel tut, bildet sich im Gehirn ab. Der Körper passt sich seinem Gebrauch an. „Ein Mensch ohne körperliche Blockaden kann seinen ganzen Körper bewusst wahrnehmen, kontrollieren und beliebig verändern. Je mehr Beweglichkeit verloren geht, desto mehr schwindet auch die Eigenwahrnehmung und damit die Verfügbarkeit über den eigenen Körper. Je mehr die Kontrolle über die jeweiligen Körperareale sinkt, desto hilfloser…

weiterlesen

Patrick Wirbeleit – Was zur Hölle?! Comic-Roman

Was zur Hölle soll man tun, wenn man meint, seine Angebetete nur mit einer Vespa beeindrucken zu können, aber absolut kein Geld hat? Ein Job muss her und sei es Asche fegen in der Hölle. Das ist die Ausgangssituation für den Comic-Roman „Was zur Hölle?!“ von Patrick Wirbeleit. Ab da wird es turbulent. In den Hauptrollen zwei dumme Hilfsteufel, ein Marmeladenglas voll Asche und Gott als Huhn. Vielleicht ist der Himmel langweiliger als erwartet – vor allen Dingen, wenn man im Chor landet – und in der Hölle menschelt es. Wer einen Rat annimmt, sollte sich vielleicht erst einmal erkundigen, woraus die Erfahrung des Beraters besteht. Und wenn Mama ihre Lieblings-Fernseh-Serie verfolgt, muss der Sohn nicht allzu viel Aufwand mit der Notlüge betreiben. Für mich ist der Comic-Roman ein wunderbar schräges Geschenk, das sich ganz prima auf dem Gabentisch zur Konfirmation machen würde. Aber was zur Hölle brachte den Verlag dazu, auf dem Buchrücken zwei…

weiterlesen

Philipp Winterberg – Jakobsweg im Smoking – Rezension

Jakobsweg im Smoking - Weg zur perfekten Packliste - Buch - Ratgeber

Ich wander nicht gerne mit Rucksack. Egal ob in der Ebene oder in den Bergen, an heißen oder kalten Tagen – der Rucksack stört mich. Immer. Deswegen habe ich meine Ausrüstungsgegenstände minimiert. Das bisschen, was ich jetzt noch mitnehme, passt in die Jacke und die Trinkflasche wird am Gürtel befestigt. Ich mache keine Bergtouren und ich plane auch nicht, den Jakobsweg zu laufen. Ob es sich bei meinen Ausflügen in den Pfälzer Wald um ausgedehnte Spaziergänge oder Wanderungen handelt, sollen andere entscheiden. Doch selbst ein zweistündiges Schlendern ist mit wenig Gepäck angenehmer. Deswegen war ich neugierig auf „Jakobsweg im Smoking – Mein Weg zur perfekten Packliste.“ Auf dem Jakobsweg mit weniger als 3kg Gepäck Philipp Winterberg hat seinen Jakobsweg wirklich gründlich geplant, so dass seine Liste der Dinge, die zu Hause geblieben sind, deutlich länger wurde als die Liste der Ausrüstungsgegenstände, die er mitgenommen hat. Nur 3kg Gepäck incl. Rucksackgewicht blieben übrig! Vermisst hat er…

weiterlesen

Catharina Roland – Awake – Ein Reiseführer ins Erwachen – Rezension

2012, 2013, 2014 – Awake Bücher müssen sich ganz schön anstrengen. Sie müssen nicht nur gut sein, sie müssen auch noch zum richtigen Zeitpunkt im Leben des Lesers erscheinen. „Awake – Ein Reiseführer ins Erwachen“ stammt aus dem Jahr 2012. In dem Jahr habe ich das Buch schlicht und einfach ignoriert, weil ich mit anderen Dingen beschäftigt war. Probleme lösen, Gedanken machen, Wege suchen, Tunnelblick bekommen. Was man halt so tut, wenn man meint, unbedingt eine Lösung finden zu müssen. 2013 war ich dann mit den Ergebnissen dieser Herangehensweise vollauf beschäftigt. Jetzt schreiben wir das Jahr 2014. Auf sehr interessanten, verschlungen Pfaden erschien „Awake“ wieder in meinem Blickfeld. Genau zum richtigen Zeitpunkt – diesmal passt es perfekt. „Awake – Ein Reiseführer ins Erwachen“ ist ein charmanter Werkzeugkasten. Die Autorin Catharina Roland ist kein Guru, keine Lehrerin. Sie ist einfach nur ein Mensch, der sich Fragen stellt und Antworten sucht. Dafür hat sie viel gelesen, vieles…

weiterlesen

Lorenz Marti – "Eine Handvoll Sternenstaub" und "Übrigens, das Leben ist schön" – Rezension

Eine Reise zu den Sternen: Wissenschaft und Mystik durch Poesie vereint Mir den Sternenhimmel erklären zu wollen, ist keine gute Idee. Selbst dann nicht, wenn das Ziel nicht wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn, sondern Romantik sein soll. Das liegt nicht daran, das mich die Pracht der Sterne kalt lässt. Ich finde die Sterne schön, beeindruckend schön. Doch die Namen und die Entfernungen interessieren mich einfach nicht. Wozu auch? Ich werde nicht zu den Sternen reisen und noch schöner werden die Sterne durch die technischen Daten auch nicht. Wesentlich interessanter wird das Thema für mich dann, wenn man mir anbietet, mit Hilfe der Poesie und der Mythen zu den Sternen zu reisen. „Die Wissenschaft braucht die Mystik nicht und die Mystik nicht die Wissenschaft, aber der Mensch braucht beides.“ Fritjof Capra Lorenz Marti ist es mit seinem Buch „Eine Handvoll Sternenstaub – Was das Universum über das Glück des Daseins erzählt“ tatsächlich gelungen, mich für Quantentheorie, Physik und Astrologie…

weiterlesen

Zoë Beck – Brixton Hill – Rezension

Eigentlich lese ich ja keine Krimis. Auch keine Thriller. Eigentlich wollte ich in Brixton Hill auch nur kurz reinlesen, weil ich neugierig auf Zoë Becks Schreibstil war. Bereits nach wenigen Sätzen war klar, dass es diesmal anders laufen wird. Die Geschichte entwickelt bereits auf der ersten Seite einen Sog, der das ganze Buch lang andauert. Dieser Sog wird durch den Rhythmus der Erzählung noch verstärkt. Jeder Satz und jedes Kapitel hat die genau richtige Länge und wie bei einem Musikstück fügt sich eines in das andere ein. Was mich an den meisten Krimis stört, ist, dass der Autor Mord und Totschlag einsetzt, um Spannung zu erzeugen. Muss das sein, Menschen zur Unterhaltung anderer umzubringen – wenn auch nur literarisch? Für mich sollte ein guter Autor Spannung auch ohne Gewalt erzeugen können. Wenn ihm das gelungen ist, kann er sich in Ruhe überlegen, wieviel Brutalität seine Geschichte braucht und was er damit ausdrücken möchte. So wie…

weiterlesen

Rudi Beiser – Kraft und Magie der Heilpflanzen – Rezension

Der Dezember hielt einige Leseüberraschungen für mich bereit. So begegnete mir in diesen Tagen das für mich schönste Buch 2013: „Kraft und Magie der Heilpflanzen“ Das beginnt schon beim Textil-Einband, der wunderbar in der Hand liegt und eine Buch-Kuschlerin wie mich sofort begeistert. Auch das Layout und die Illustrationen sind ein Genuss! Ganz mutig wurde weitesgehend auf Bestimmungsfotos verzichtet und den Tusch-Aquarellen von Stephanie Böhm viel Platz eingeräumt. So wirkt das Buch wie ein altes, magisches Hausbuch. Anhand von 9 Pflanzen erklärt Rudi Beiser die traditionelle Sicht auf Heilpflanzen: Holunder, Wegerich, Dost, Wegwarte, Eisenkraut, Gundermann, Johanniskraut, Beifuß und Brennnessel. Dabei geht er ausführlich auf Brauchtum und Symbolik ein. Neuere Erkenntnisse der Pharmazie erwähnt er eher nur nebenbei und Rezepte für Tees, Räucherungen und Tinkturen bietet er nur sparsam an. Vor allen Dingen ist sein Buch „Kraft und Magie der Heilpflanzen“ eine Einladung zu einer genussvollen Reise durch die Welt und die Mythologie der Heilpflanzen; zu…

weiterlesen

Maike Grunwald – Vom Glück mit Katzen zu wohnen – Rezension

Von Kratzbäumen und Sofas Den Begriff „Coffeetable-Book“ mochte ich noch nie. Seelenschmeichler-Bücher fände ich angemessener. Coffeetable-Book klingt nach einer wohl aufgeräumten Wohnung, die exquisit dekoriert wurde. Mittendrin auf einem kleinen Tisch, der sonst zu nichts nütze ist, liegt ein schön anzusehendes, aufgeschlagenes Buch. Möglicherweise gibt es solche Wohnungen. „Vom Glück mit Katzen zu wohnen“ gibt sich wirklich große Mühe, mich an deren Existenz glauben zu lassen. So tauche ich ein in diese wunderschönen Wohnwelten, in denen die Menschen nicht mehr Bücher haben, als in ihre Regale passen und in denen die Bügelwäsche an einem Ort liegt, den niemand sieht. Auch ohne Katzen wären diese Wohnungen schön und es gibt in dem Buch einige Altbau-Wohnungen, in die ich sofort einziehen würde. Die Präsenz der Katzen macht alles noch schöner. Schon überlege ich wieder, wo in meiner Wohnung ein Katzenklo hinpassen würde und wer sich um die Katzen kümmern könnte, wenn ich nicht da bin. So ein…

weiterlesen

Terry Pratchett – Dunkle Halunken – Rezension

Dickens, Königin Victoria und die Kanalisation Terry Pratchett hat mit „Dunkle Halunken“ seine literarischen Schulden beglichen. Im Laufe der Jahrzehnte hat er für seine fast 40 Scheibenwelt-Romane sehr vieles aus der Londoner Stadtgeschichte entliehen, entlehnt und stibitzt. Der Fluss Ankh und die Themse, der Stadtteil Schatten und Seven Dial, die Wache und die Metropolitan Polizei von Robert Peel haben viel miteinander gemeinsam. Ankh Morpork und London sind mindestens seelenverwandt. Mir kommt es so vor, als hätte Sir Terry Pratchett nun als Dank für diese unerschöpfliche Inspirationsquelle London ein Denkmal in Buchform gesetzt. „Dunkle Halunken“ ist vor allen Dingen ein London-Roman, der ein wenig an Charles Dickens erinnern soll. Konzipiert wurde er als All-Ager, ein Nicht-Genre, mit dem ich nicht so wirklich warm werde. Es macht die Bücher meist nicht besser, wenn sie ein für ein sowohl-als-auch Publikum geschrieben werden. Genau das ist für mich der Wermutstropfen an „Dunkle Halunken“. Für ein Jugendbuch bietet der Roman…

weiterlesen

Katja Behrens – Adam und das Volk der Bäume – Rezension

Das Volk der Bäume: Was ist der Mensch ohne Wurzeln? Manche Menschen entspannen sich am Meer, andere in den Bergen. Berge oder Meer? Das ist mir egal, Hauptsache es gibt dort einen Wald. Wenn ich Wald sage, meine ich einen richtigen Wald, keine in praktische Planquadrate aufgeteilte Forstplantage mit lauter altersgleichen Bäumen und schnurgeraden Wegen, auf denen man morgens schon sieht, wen man nachmittags zum Kaffee treffen wird. Ich meine auch keine pädagogische Erziehungs- und Ertüchtigungsanstalt mit grundschulgerechten Schautafeln und einer für Jogger optimierten Wegeführung. Ich meine einen richtigen Wald; einen, in dem man vor lauter Wald die Bäume nicht sieht. In solch einem Wald würde ich mich gerne unter einem Baum setzen und warten, dass sich ein Rotkehlchen auf meine Schulter setzt. Mir ist das noch nie passiert. Für Adam, den Helden aus Katja Behrens „Adam und das Volk der Bäume“, ist das jedoch die Normalität. Rotkehlchen sind zwar sehr neugierige Vögel, aber wahrscheinlich…

weiterlesen

Susanne Diehm – Hannahs fabelhafte Welt des Kreativen Schreibens – Rezension

Genre-Grenzgänger: Ein Roman ist ein Roman ist ein Sachbuch über das Schreiben „Hannahs fabelhafte Welt des Kreativen Schreibens“ ist ein Fachbuch, das vorgibt, ein Roman zu sein und in dem die Heldin lernt, einen Roman zu schreiben, woraus dann doch ein Fachbuch wird. Was daran liegen könnte, dass ihr Leben romanhaft genug ist. So hat Hannah am Ende des Buches genug Stoff für einen Roman zusammen und stellt in der Geschichte eine Fortsetzung der Geschichte in Aussicht. Damit ist „Hannahs fabelhafte Welt des Kreativen Schreibens“ von Susanne Diehm ein Genre-Grenzgänger der besonderen Art. Um das zu verstehen, sollte man erst mal einen Blick auf den Verlag werfen. Der Schibri-Verlag ist nach eigener Aussage der „führende Fachverlag für Theaterpädagogik, Kreatives Schreiben und praktischer Philosophie im deutschsprachigen Raum“ – also lauter Themen, bei denen man mit Geradeaus-Denken nicht sehr weit kommt. „Hannahs fabelhafte Welt des Kreativen Schreibens“ dürfte sich im Schibri-Verlag sehr zuhause fühlen. Die Protagonistin nutzt,…

weiterlesen