SEO für Menschen, die lieber schreiben als sich um Technik zu kümmern

SEO für Menschen, die lieber schreiben als sich um Technik zu kümmern. Wie kann ich nur mit Text Google beeindrucken? Meine Session auf dem #litcamp16

SEO-Session am Qualitätssonntag des Literaturcamps.

SEO für Menschen, die lieber schreiben als sich um Technik zu kümmern. Wie kann ich nur mit Text Google beeindrucken?

Das war das Thema der Session, die ich am zweiten Tag des Literaturcamp Heidelbergs #litcamp17 angeboten haben.

Wie versprochen stelle ich mein Skript für die Session online. Die echte Session lief natürlich anders. Dazu findet Ihr am Ende einige Anmerkungen.

Danke für Eure Fragen und Erfahrungen! Wenn Ihr über die Session schreibt, verlinke ich Euch gerne. Und wenn ihr Fragen oder Ergänzungen habt, dann freue ich mich über Eure Kommentare!

SEO für Menschen, die lieber schreiben

Wieviele eurer Blog- oder Webseitenbesucher kommen über Google?

Bei mir sind es 60%

Lohnt sich also, ein bisschen SEO zu betreiben, damit mehr davon kommen.

Ich skizziere euch einen Weg, der bei SEO das in den Mittelpunkt stellt, was ihr wahrscheinlich am liebsten macht: schreiben.

Schreibt zuerst einen großartigen Text. Fertig?

Fasst die Kernaussage des Texts in zwei Sätzen zusammen. Diese beiden Sätze gut aufheben, die brauchen wir am Schluss noch einmal.

Klappt nicht? Dann solltet ihr euren Text eh noch einmal überdenken, ob er schon klar, griffig & richtig gut ist!

Gut. Perspektivenwechsel. Nehmt diese beiden Sätze mit der Kernaussage. Stellt euch einen Menschen vor, der diesen Text unbedingt lesen will und der Google dafür nutzt, um ihn zu finden.

Mit welchen Begriffen sucht er?

Kommen diese Begriffe schon in eurem Text vor?
Ja? Prima!
Nein? Dann bessern wir jetzt nach.

Setzt diese Begriffe an folgenden Stellen ein:
Überschrift, erster und letzter Absatz, in mindestens einer Zwischenüberschrift.

Es gibt Buchblogs, auf denen Begriffe wie Buch, Bücher, lesen, Rezension, Buchempfehlung so gut wie gar nicht vorkommen.

Oder Feinkostläden, die lieber von Teigwaren als von Nudeln reden.

Ehrlich!

Vergesst abwechslungsreiche Umschreibungen. Verwendet die Begriffe, die jeder verwendet, in ausreichender Menge. Gute Autoren können auch so großartige Texte schreiben!

Eigentlich war es das schon.

Es gibt aber noch SEO-Ausbaustufen, die ebenfalls auf Text basieren.

Zwischen Euch und dem Leser liegt bei dieser Herangehensweise die Google Suche. Das Ergebnis dort wird in einer bestimmten Form gezeigt, dem sogenannten Snippet.

Eine Überschrift – dem sogenannten HTML Title

Circa zwei Zeilen Text – der sogenannten Meta description.

Dieser Text muss griffig und überzeugend sein, sonst klickt niemand. Bei WordPress könnt ihr diese mit Hilfe eines Plugins wie Yoast selbst schreiben.

Der Title beginnt mit dem wichtigsten Begriff, dem Keyword. Für die description, die zwei Zeilen darunter, nehmen wir die Kernaussage vom Anfang. Der Platz ist knapp: 55 bzw. 155 bis 170 Zeichen.

Haben wir noch Zeit? Dann gehen wir noch kurz auf die Alt Tags ein: Text, der sich hinter den Bildern versteckt und eigentlich der Barrierefreiheit dient. Er liefert eine Bildbeschreibung für Sehbehinderte. Sollte man also auf jeden Fall ausfüllen. Dabei kann man gleich – ihr ahnt es – Keywords verwenden.

Und was sind eure SEO-Tipps?

Was sonst noch geschah: Ergänzungen zur SEO-Session

So weit mein Skript, einiges lief natürlich anders. So habe ich zum Beispiel wesentlich mehr über Nudeln erzählt. Dahinter verbirgt sich die Geschichte eines Feinkostladens, den ich zu SEO und Online-Fragen beraten habe. Sie waren sehr stolz auf ihre hausgemachten Nudeln. Doch auf der Webseite war nur einmal von Nudeln die Rede; Begriffe wie Nudelsauce oder Pasta fehlten ganz. Dafür gab es Umschreibungen wie Frischeinudeln und Teigwaren. Woher soll Google dann wissen, um was es geht?

Ergänzt haben wir auch noch, dass man nicht nur die Alt-Tags, den Text hinter den Bildern ausfüllen sollte, sondern auch Bildunterschriften und sprechende Dateinamen verwenden kann und soll. Letzteres habe ich übrigens bei diesem Beitrag aus Zeitgründen wieder weggelassen. Aber Zwischenüberschriften habe ich diesmal genutzt!

Wir sind auch noch auf Blogspot eingegangen. Dort ist wie immer einiges anders. So weit ich weiß, gibt es dort keine zuverlässige, unaufwendige Möglichkeit, Titles & Descriptions selbst zu texten. Google verwendet hier meist den ersten Abschnitt des Textes. Über die Lage bei WordPress.com kann ich nichts sagen und würde mich über Kommentare dazu freuen.

Garantiert haben wir uns noch über viel mehr ausgetauscht. Es ist immer wieder erstaunlich, wieviel in eine 45-minütige Session auf einem Barcamp passt!

Ich hoffe, dass ich damit Menschen wie Euch, die gerne schreiben und  die ihre Kreativität nicht in ein Raster pressen wollen, einen pragmatischen und umsetzbaren Ansatz gezeigt habe. Das, was ich hier erklärt habe, ist ein guter Anfang, wenn man nicht all zuviel Zeit und Energie in Keywordrecherche und SEO-Strategien stecken will. Eine komplette SEO-Strategie umfasst natürlich noch viel mehr.

Ob pragmatischer Ansatz oder komplette Strategie: SEO ist ein Mittelstreckenlauf, kein Sprint. SEO ist nie fertig. Beginnt mit dem, was Euch leicht fällt – der Rest findet sich!

Update – Tipps & Ideen von den Lesern:

Nützlicher Hinweis: hier könnt ihr die Meta Description bei einem Blogspot Blog anlegenVon Regina alias Chimikos Welt kam der Hinweis, dass Ihr bei Blogspot auch eine Meta Description anlegen könnt. Die Funktion befindet sich unter den Post-Einstellungen und heißt „Beschreibungen für Suchmaschinen“.

Juna im Netz hat mir in einem Facebook-Kommentar, den ich hier zitieren darf, geschrieben, wie sie mit den Alt-Tags der Bilder umgeht:

„Für die Barrierefreiheit ist es wichtig, nicht zu viele Sonderzeichen zu verwenden, weil die sonst mitgelesen werden. Das macht die alt-Tags schwer nachvolllziehbar. Bei den meist kurzen Sätzen benutze ich Platzhalter wie „Hier ist ein Bild von …“ plus die Erklärung, was auf dem Bild etwa zu sehen ist. Das trennt den Bereich vom Fließtext auch hörbar gut ab. Und manchmal verstecke ich auch etwas in den Tags, das nur für die Menschen mit Screenreadern ist, weil ich hoffe, jemandem einen Mehrwert dadurch zu bieten. Das kann so aussehen: „Du kannst es vielleicht nicht sehen, aber auf diesem Bild gucke ich sehr komisch, weil vorher … passiert ist und …“. Etwas, das ich im Fließtext eben nicht sagen würde. Wie ein kleines Geheimnis. :)“

Außerdem hat sie auch dieses Jahr wieder ganz wunderbare Fotos der Teilnehmer gemacht. Auch von mir und den Teilnehmern meiner Session. Danke schön!

Wer einen Einblick bekommen möchte, wie man Keywords gründlich recherchiert, kann sich diesen Blogartikel durchlesen: In 4 Schritten das perfekte Keyword finden

Mein Fazit zum #litcamp17 findet Ihr hier.

5 Kommentare

  1. Danke, liebe Dagmar, für diesen informativen und hilfreichen Beitrag!

    Manches hatte ich mir mit der Zeit schon zusammengesucht, aber du hast noch einiges genannt, das ich bisher nicht berücksichtigt habe. So nutze ich zwar fleißig das ALT-Tag für meine Bilder und versuche auch stets sprechende Dateinamen zu verwenden. Auch habe ich neben der Überschrift immer h3-Absatzüberschriften (h2 finde ich zu groß, weiß aber nicht, ob das die falsche Entscheidung ist) und auch die SEO-Untertitel nutze ich seit ein paar Wochen.

    Allerdings bin ich ansonsten eher so wie der Feinkostladen unterwegs. Ich werde mich auf den Hosenboden setzen und darüber nachdenken, welche Wörter denn in meinen Beiträgen vorkommen sollten, wenn sie per google-Suche gefunden werden sollen. Ich habe an anderer Stelle gelesen, dass Schlagworte für die google-Suche nicht mehr relevant sind und trotzdem habe ich diese besser gepflegt als die Texte an sich. Pfff – man lernt nie aus 🙂

    Ganz lieben Dank für die Anstöße und herzliche Grüße,
    Sandra

    • Ach, das finde ich ja beruhigend, dass noch jemand anderes die h3-Überschriften benutzt, weil die h2 viel zu groß ist! Ich habe aber auch keine Ahnung, ob das in Bezug auf SEO eine schlechte Entscheidung ist.

      • Die Antwort darauf ist ein klares Jein – besser wäre die richtige Reihenfolge, aber der Effekt ist nicht mehr so gravierend wie früher. Was man aber auf gar keinen Fall tun sollte: innerhalb der Nummerierung auf und ab springen. Also H1 – h3 – h2 – h4.

  2. Bei Blogspot kann man Description etc. nicht einbringen. Hier funktioniert es über eine sinnvolle Einordnung in den Labels (und deren Pflege natürlich) bzw. über Beschreibung für Suchmaschinen, die als Anreißertext beim Teilen des Linkes auftauchen. Generell soll man jeden Blogbeitrag in die „richtige“ Kategorie einordnen und mehrere Tags vergeben. Bei Blogspot heißen sie eben Labels bzw. Beschreibung für Suchmaschinen, bei wordpress.com Kategorie und Tags. Auch Links nach außen sollten ordentlich benannt werden und wenn es in der Linkbeschreibung ist.

    • Hallo Wenke, ich habe den Artikel ergänzt, da ich von einer Bloggerin den Hinweis erhalten habe, dass man mittlerweile zumindest die Description pflegen kann.
      Liebe Grüße
      Dagmar

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