Mein Recht auf Stadt: Platz nehmen gegen eine Architektur der Verachtung
Dass mich dieses Buch überfordern wird, hatte ich eingeplant. Architektur, Stadtplanung und Soziologie sind Fachrichtungen. Ich bin nicht vom Fach. Aber ich lebe in einer Stadt und ich frage mich schon länger, warum ich manche Viertel als lebendig und lebenswert erfahre – und andere nicht. Das ich mir damit schon Gedanken über „Mein Recht auf Stadt“ mache, wusste ich nicht. Beim Lesen galt es, zwischen all der Fachsprache und den flammenden Plädoyers gegen Konzepte, die ich nicht kannte, Anknüpfungspunkte an meine Erfahrungen zu finden. Warum empfinde ich die Reißbrettsiedlung Mannheim-Vogelstang als eher lebenswerten Vorort, den nach ähnlichen Prinzipien gestalteten Emmertsgrund bei Heidelberg (siehe Foto) nicht? Weshalb erscheint mir die Bebauung mit hochpreisigen Wohnungen direkt am Wasser in den Stadtteilen Jungbusch und Luzenberg wie ein Faustschlag gegen die ursprünglichen Bewohner? Wie ein „Die schönsten Plätze gehören uns, ihr kommt hier nicht rein?“ Nach der Lektüre von Mickaël Labbés „Platz nehmen. Gegen…
















