Wie erleben Eltern das Coming-out ihrer Kinder? 18 Interviews
Zweimal in meinem Leben war ich die Adressatin in einem Coming-out. Menschen, die mir schon lange nahe standen, erzählten mir etwas sehr Persönliches. Etwas, von dem sie dachten, dass ich es wissen sollte. Etwas, was für sie eine neue Lebensphase einleitete. Und in beiden Fällen war mein erster Gedanke: Ah, das erklärt einiges. Gefolgt von: Danke für dein Vertrauen. Und beendet wurde mein innerer Monolog mit: Warum ist das eigentlich immer noch nötig? Das Buch »Mich hat nicht gewundert, dass sie auf Mädchen steht« versammelt Interviews von Eltern und Bezugspersonen queerer Kinder. Darin werden genau solche innere Monologe wie meiner sichtbar. Diese reichen von »War mir doch schon immer klar. Magst Du ein Stück Kuchen?« über »Wie konnte das passieren?« bis zum Rauswurf der Kinder und der späteren Entschuldigung. Eine Vielzahl an Lebensentwürfen wird gezeigt. Eltern, die sich für Freigeister hielten und durch das Coming-out an ihre Grenzen kamen. Wertkonservative Menschen, die festgestellt haben, dass…
















