Rheinisches Landesmuseum Trier

Eingang zum Rheinischen Landesmuseum Trier

Ein großes, begehbares Geschichtsbuch: so kam mir das Rheinische Landesmuseum in Trier vor. Eines dieser Museen, bei denen man sich erinnern sollte, dass es keinerlei Verpflichtung gibt, sich jedes einzelne Schaustück anzuschauen. Geht auch gar nicht, denn dazu gibt es einfach zu viele Funde im Raum Trier. Ein wenig Frühzeit, sehr schöne Objekte aus der Zeit der Kelten, etwas über die Franken, das Mittelalter. Dazwischen vor allen Dingen Römer in allen Varianten: Leben und lieben, wohnen und arbeiten, Krieg und Spiele. Landesmuseum Trier – viele Scherben und gute Gründe, römischen Wein zu meiden Bei einer solchen Fülle ist es schwierig, einzelne Objekte im Gedächtnis zu behalten. Das hier blieb bei mir hängen (völlig unsortiert und subjektiv): Kurz: Besuch lohnt sich, Zeit mitbringen. Informationen zum Rheinischen Landesmuseum Trier findet Ihr hier auf der Webseite. Ohne Museen, ohne mich! Egal, wie das Wetter ist, ob zuhause oder im Urlaub: Ich bin eine leidenschaftliche Museumsbesucherin. Hier findet ihr meine…

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Musik 2016 – Spotify und tote Künstler

Musik 2016: nicht nur Spotify sondern auch Konzerte

2015 hatte ich schon keine Top Songs für meinen Kollegen vom Grooveblog – darüber hatte ich hier gebloggt. Dieses Jahr ist das auch nicht anders, aber trotzdem ist alles besser. Viel besser. Nicht nur, weil der Student über mir, der im letzten Jahresrückblick eine entscheidende Rolle spielte, ausgezogen ist. Ich habe so viel Musik gehört wie schon lange nicht mehr; darunter auch viel Neues, sehr viel Neues. Ich habe so viel Musik gehört, dass kein Song es geschafft hat, ein Jahreshit zu werden, denn es gab immer noch den nächsten Song zu entdecken. Und den darauf. Und den übernächsten. Hatte ich letztes Jahr noch Orientierungsschwierigkeiten, gab es dieses Jahr damit einen akustischen roten Faden für mich: weiterhören, immer weiterhören. Nächstes Genre, nächster Künstler, nächstes Thema. Mochte ich mich 2015 noch nicht so recht mit Spotify anfreunden, bin ich Ende 2016 eine Heavy Userin. Und das kam so: 2016, Spotify und ich Am Anfang stand ein…

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Nur schöner Schein? Barock Ausstellung in Mannheim

Barock Ausstellung im Engelhorn Museum Mannheim

Nicht überzeugen konnte mich die Ausstellung „Barock. Nur schöner Schein?“ im Reiss Engelhorn Museum in Mannheim. Das begann schon damit, dass ich mir eine Taschenlampe gewünscht hätte. Die Barock Ausstellung ist sehr schlecht ausgeleuchtet. Die Schilder auf den Vitrinen haben eine weiße Schrift auf grauen Grund was im Zusammenspiel mit dem Licht dazu führte, dass ich einiges nicht lesen konnte. Auch mit dem Aufbau der Ausstellung wurde ich nicht warm. „Ausgewählte Exponate präsentieren Vielschichtigkeit des barocken Zeitalters“ heißt es auf der Webseite zur Ausstellung und genau das beschreibt für mich eines der Probleme, dass ich mit der Schau hatte. Es war ein durchzappen durch ein Zeitalter. Mir fehlte der rote Faden. Gleichzeitig waren die Themenfelder – Raum, Körper, Wissen, Ordnung, Glauben und Zeit – so abstrakt gewählt und formuliert, dass es mir schwer fiel, mir einen eigenen roten Faden zu spinnen. Der dritte Grund, warum mich die Ausstellung enttäuscht hat, war der fehlende Regionalbezug. Es gab…

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Statistiken, Pläne, Ideen-Überschuss – Blog-Rückblick 2016

Sichtbarkeit der GeschichtenAgentin - Statistiken Blog-Rückblick 2016

Dröge Überschrift für ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Wo stehe ich mit meinen Blogs, was macht mir Spaß, wo will ich hin? Was lief aus meiner Sicht gut, was aus Sicht der Statistiken? Was haben Autoren, Verlage und Museen von meinen Beiträgen? Rein statistisch gesehen war 2016 nicht das erfolgreichste Jahr für meine Blogs – aber nur, wenn man Erfolg mit Wachstum gleichsetzt. Die GeschichtenAgentin stagniert bei 1500 Besuchern im Monat, die Besucherzahlen beim Buchkind stiegen von 4000 auf 4500. Das wundert mich nicht. Ich habe in diesem Jahr auf beiden Blogs deutlich weniger als die von mir empfohlenen vier Beiträge pro Monat veröffentlicht und nutze einen chaotischen Veröffentlichungsrhythmus namens was-fertig-ist-kann-raus. Zudem habe ich kaum an Blog-Paraden und Challenges teilgenommen und viel zu wenig auf anderen Blogs kommentiert, dafür um so mehr auf Facebook. Überhaupt dieses Facebook. Für mich ist es die Hauptquelle für Kontakte und Anregungen, für neue Buch-Tipps und Infos…

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Das Buch der Ideen. 50 Wege, um Ideen effizient zu produzieren

Fliegen einem gute Ideen zu oder sind sie das Ergebnis harter Arbeit? Kevin Duncan meint letzteres. In seinem Büchlein „Das Buch der Ideen. 50 Wege, um Ideen effizient zu produzieren“ ist nicht umsonst von Produktion die Rede. Dafür gibt er uns 50 Techniken und Übungen an die Hand. So entsteht ein Trainingslager, ein Ideen-Bootcamp. Auch wenn die meisten Übungen für Teams und Gruppen gedacht sind, können sich auch Einzelkämpfer viel daraus ableiten. Mit nur wenig Textblöcken zwischen den Übungen schafft es Kevin Duncan, zu erklären, wie Ideen entstehen und wie man sie bewerten kann. Hier gibt es keine langen Ausflüge in die neuesten Forschungen der Psychologie. Kurz und prägnant das Wichtigste auf den Punkt gebracht – schließlich wollen wir ja effizient weiter Ideen entwickeln. Er ist übrigens ein großer Fan des Denkens IN Schubladen. Von wildem, unkontrollierten Brainstorming hält er nicht viel: Die meisten Unternehmen haben säckeweise exzentrische, irrelevante und manchmal geradezu blöde Ideen, die…

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Der Buchkönig und ich: eine Glücksgeschichte

Wenn es eine Göttin des Bloggens gibt (Saraswati, bist Du das?) dann meint sie es gut mit mir. Sie beschert mir Glücksfälle wie (in chronolgischer Reihenfolge) den Hugendubel-Buchblog, Blogger schenken Lesefreude, den Kinderbuchlotsen und den Buchkönig. Gerade der Buchkönig hat mich in diesem Jahr wieder zum Staunen gebracht. Nicht, weil alle Leser und die gesamte Buchbranche unserem ideellen Preis für Bilderbücher und Kinderbücher aus Kleinverlagen zujubelt (wir arbeiten daran) – mein ganz persönliches Buchkönig-Wunder kommt anders zustande. Als ich vor knapp 4 Jahren den Buchhandel den Rücken zukehrte dachte ich mir: endlich kann ich lesen, was ich will, ohne mir gleich überlegen zu müssen, ob es verkäuflich ist. Klingt banal, hat sich aber als gar nicht so leicht umsetzbar herausgestellt. Wenn ich nicht mehr lesen muss, was neu auf den Markt kommt und von mir verkauft werden will – wonach suche ich dann meine Lektüre aus? Ganz ehrlich: ich hatte keinen Plan. Meine ersten Versuche…

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Deutschland, deine Götter: Religionen gibt’s, die gibt’s ja gar nicht!

Sachbuch Deutschland deine Götter

Ein großes Lesevergnügen war für mich das Sachbuch von Gideon Böss „Deutschland, deine Götter. Eine Reise zu Kirchen, Tempeln, Hexenhäusern“ Wicca, Zeugen Jehova, Osho, Mormonen, Muslime, Juden und die Kirche des fliegenden Spaghettimonster sind dabei nur einige seiner Stationen. Überall bemüht er sich, unvoreingenommen und neutral zu forschen. Das gelingt ihm mal besser, mal schlechter und mir hat das Buch genau dann am meisten Spaß gemacht, wenn der Autor beginnt aus seiner selbst gewählten Haltung des objektiven Journalisten und Forschers herauszufallen und sich an den Interviewpartnern und ihren Antworten zu reiben. Wiedergeburt, Himmel und Hölle und die Frage nach der gleichgeschlechtlichen Liebe dienen ihm bei seiner Reise zu Deutschlands Götter als Prüfstein. Wie antworten die Kirchenvertreter? Rechnen sie mit diesen Fragen? Bieten sie schlüssige Antworten? Sind sie überhaupt an einer Diskussion interessiert? Häufig fand er sowohl Offenheit als auch Humorlosigkeit genau dort, wo man sie eher nicht erwartet hätte. Es menschelt eben auch bei Gottes…

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Schlossgarten Schwetzingen durch die Kamera von Horst Hamann

Bildband Schwetzingen Schlossgarten hamann

Welchen Schwetzinger Schlossgarten hätten’s denn gerne? Den der Hochzeitpaare mit dem satten grünen Rasen, dem ewig blauen Himmel und den majestätischen alten Bäumen? Dieser Schlosspark war nie meiner. Oder den der Familienausflüge, die hier besonders harmonisch gelingen, weil die mäandernden Spazierwege es erlauben, dass jeder seinen eigenen Gedanken nachhängt? Der gefällt mir schon besser. Oder den Schlossgarten meiner Kindheit, prall voll mit magischen Orten wie dem Ende der Welt, dem majestätischen Hirsch und dem bemoosten Pan? Diesen Schwetzinger Schlossgarten besuche ich noch immer gerne. Oder lieber den Schlossgarten, der einen ausbremst und entschleunigt, der einen auf die Parkbank befördert und der einen zwingt, auf das sanft kräuselnde Wasser zu schauen und zu beobachten, wie sich die Spiegelungen verändern? Diesen Schwetzinger Schlossgarten lernte ich jenseits meines 35. Lebensjahres kennen. Oder den Schwetzinger Schlossgarten, der auch nach über 45 Jahren bei jedem neuen Besuch einen neuen Blickwinkel offenbart? Den mag ich besonders. Jetzt kenne ich noch einen…

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Franz Marc Museum – Kunst im 20. Jahrhundert

Franz Marc Museum

Das Franz Marc Museum in Kochel am See ist für mich so etwas wie ein Sonntagsspaziergang unter den Museen. Nett und vertraut ist es hier, die Bilder sind alte Bekannte, die höflich grüßen lassen. Das kann man einfach genießen. Wer möchte, kann versuchen, Franz Marc weiterzudenken. Eine Wand im Museum ist seinen Skizzen aus dem Krieg gewidmet. Wie hätte er wohl nach dieser einschneidenden Erfahrung gemalt? Das Museum öffnet sich immer wieder zur Landschaft hin und an sonnigeren Tagen ergeben sich sicherlich wunderbare Zwiegespräche zwischen Licht, Landschaft und Kunst. Ich hatte einen Novembertag im Dezember erwischt, der aber immerhin gezeigt hat, dass die Bilder von Franz Marc selbst an einem so suppig-grauen Tag noch leuchten. Das liegt nicht nur an den Farben, sondern auch an der Präsenz der Tiere auf den Bildern. Franz Marc hat sie nicht gemalt, er hat sie eingeladen, auf den Bildern Platz zu nehmen und einfach nur da zu sein. Meinen…

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Welt retten für Einsteiger

Und jetzt retten wir die Welt - Sachbuch

Einfach irgendwo anfangen und dann nicht mit dem weitermachen aufhören: Welt retten beginnt mit dem ersten Schritt, egal wie klein dieser einem erscheinen mag. Die Auswahl an kleinen Schritten ist groß in diesem Buch und die Autoren vermitteln einem das gute Gefühl, dass kleine Schritte völlig ok sind. Jedes Kapitel widmet sich einem Lebensbereich: innere Haltung, Körper, Essen, Klamotten, Nachbarn, Mobilität, Arbeit, Konsum, Politik, Geld, Kultur – da findet jeder etwas, wo er selbst für sich ansetzen kann. Zwischendurch werden immer wieder Menschen vorgestellt, die Vorbild sein können. Darunter mehr Alltagshelden als große Helden. Jeder von Ihnen hat irgendwann mal einfach irgendwo angefangen. Dann kam eines zum anderen und die Projekte wurden größer. So geht Veränderung. Veränderung kann Angst machen. Veränderung kann als zu groß, als nicht machbar erscheinen. Deswegen gibt es zu jedem Thema Vorschläge, wie man mit allerkleinsten, einfach umsetzbaren Schritten beginnen kann. Damit die Veränderung weitergeht, wird auch gleich aufgezeigt, wie man…

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Über Lieblingsautoren zu bloggen ist nicht einfach: Wolf-Dieter Storl

Bücher von Storl die ich gelesen habe

Eigentlich erstaunlich, dass ich seit 2012 – so lange blogge ich hier schon – nur einen einzigen Beitrag zu Wolf-Dieter Storl und seinen Büchern veröffentlicht habe. Er zählt zu meinen Lieblingsautoren, einfach weil er ein begnadeter Erzähler und ein lustvoller Kreuz-und-Querdenker ist. Das macht Spaß zu lesen, erweitert meinen Horizont und sorgt für Aha- Momente. Andererseits erstaunt mich das auch wiederum nicht, denn ich kenne das von mir: je besser mir ein Buch gefällt desto schwerer fällt es mir, darüber zu reden. Das ging mir schon als Buchhändlerin so. Es erschien mir als fast unmöglich, die Fülle an Gedanken zu einem Lieblingsbuch in zwei, drei knackige Sätze für das Verkaufsgespräch zu packen. Damals habe ich begonnen, mir vor dem Weihnachtsgeschäft Knacksätze zu Büchern zu notieren, so dass ich sie bei Beratungen besser im Hirn verankert hatte. Es hat funktioniert und vielleicht war das ja die Keimzelle für mein heutiges Bloggen? Zurück zu Storl, von dem…

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Pop up! Marilyn, Pop-Art und mein Amerika-Bild

Marilyn und ich bei Pop up im Hack Museum

Gar nicht so bunt wie erwartet, dafür viel politischer als erhofft: das war mein erster Eindruck von der neuen Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen. Am Wochenende wurde sie mit einem großen Fest eröffnet – Popcorn! Cola! Farben! Siebdruck! Musik! Pop up – Bildikonen der 60er und 70er Jahre ist eine vielschichtige Ausstellung, die fast durchgehend aus Werken der Sammlung Beck bestückt wurde, die seit 1988 dem Hack Museum gehört. Doch Andy Warhols Marilyn in sechs der zehn Farbvariationen hätte auch das in diesem Bereich gut bestückte Museum nicht stemmen können. Hier half Kuratorenglück und ein Sammler aus Ludwigshafen mit einer Leihgabe. Klar, dass Marilyn einen Ehrenplatz an einer zentralen Wand in der Pop up Ausstellung bekommt. Trotzdem ist es nicht sie, die mich die Ausstellung loben lässt. Pop up war für mich eine Zeitreise hin zu der Phase der Geschichte, die wohl heute immer noch unser Amerika-Bild prägt. Damit ist Pop up, genau jetzt nach der…

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