Bienen. Flora 717 und der Bienenstaat.

Bienen von Laline Paull. Grenzgänger zwischen Roman und Sachbuch.

Jetzt weiß ich mehr über Bienen und Bienenvölker,  als ich je wissen wollte. Das habe ich der Autorin Laline Paull und Flora 717 zu verdanken. Flora ist eine Arbeiterbiene, die immer wieder aus ihrer Rolle herausfällt, und so zur Heldin des Romans „Die Bienen“ wird.

Doch weder aus der Rolle herausfallen noch Heldin sind passende Bezeichnungen. Laline Paull vermenschlicht die Bienen nie. Vielmehr beschreibt sie das Leben in einem Bienenvolk von innen heraus. Wie wird die Zusammenarbeit organisiert? Welche Rolle spielen Duftstoffe und die Tänze der Bienen? Wie wirkt sich schlechtes Wetter aus und wie wird ein Wespenangriff abgewehrt? Wie sieht der Alltag in einem Bienenstock aus und welche Aufgaben erfüllen die einzelnen Bienen?

Das Leben von Flora 717 verläuft anders als das der anderen Arbeiterinnen. Sie ist nützlicher als andere Bienen – so bezeichnen das ihre „Vorgesetzten“. So beteiligt sie sich an der Kinderaufzucht, kümmert sich um das Wohlergehen der Drohnen und wird sogar Sammlerin. Indem der Leser Floras Leben verfolgt lernt er alles über Aufbau eines Bienenstaats. Ein hochinteressanter Ansatz, Wissen über Bienen zu vermitteln!

Doch das, was die Stärke des Romans ist, der auch ein Sachbuch sein könnte, ist zugleich auch seine Schwäche. Dadurch, dass die Bienen nicht vermenschlicht werden, funktionieren die Techniken eines Romans nur bedingt. Das Leben bleibt immer gleich, die Figuren entwickeln sich nicht. Wie sollten sie auch, wenn sie einem biologischen Programm folgen? Symptomatisch ist für mich der Satz „Flora verschloss ihre Antennen“, den ich recht bald nicht mehr lesen wollte. Auch über die Wirkung von Duftstoffen wollte ich einfach irgendwann nicht noch mehr wissen. Aber da sie entscheidend dazu beitragen, das Leben im Bienenstaat zu organisieren, werden sie immer und immer wieder beschrieben.

So fand ich das Buch thematisch hochinteressant und stilistisch ermüdend.


Angaben zum Buch:

Laline Paull

Die Bienen

(Übersetzer wird auf der Webseite des Verlags leider nicht angegeben)

Droemer Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-30478-5

(Das Buch ist nicht mehr lieferbar)

Alexandra vom Bücherkaffee war hingegen begeistert und bei Read Pack hat das Buch für gute Laune gesorgt. Deutschlandradio Kultur berichtet hier. Ich empfehle stattdessen Tiere in der Stadt. Eine Naturgeschichte oder Alles fühlt – Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften.


 Viel über Bienen gelernt habe ich auch in diesem Buch: Der Heiler und die Bienen

Aufgeräumt denken. Gedanken und Erwartungen entrümpeln.

Aufgeräumt denken - Sachbuch von Constanze Köpp

Obwohl das Buch von Constanze Köpp „Aufgeräumt denken“ heißt, dreht sich eines der ersten Kapitel um Körper, Kleidung und Zuhause. Nun, da kommt die Autorin her und ihr erstes Buch „Aufgeräumt leben“ war ja auch eine Frischekur für die Wohnung, eine Anleitung zum Entrümpeln.

Nun soll also das Denken entrümpelt werden, was definitiv leichter vonstatten geht, wenn auch die Umgebung klar strukturiert ist. Wir beginnen also bei den Dingen und nehmen uns von dort aus alle Lebensbereiche vor.

Das macht Sinn, aber meine Erwartungshaltung, die der Titel „Aufgeräumt denken“ bei mir geweckt hat, erfüllt das Buch damit nicht. Aufgeräumt leben – Gefühle, Gedanken und Erwartungen entrümpeln würde es meiner Meinung nach besser treffen.

In den guten Passagen hat das Sachbuch Schwung und Leichtigkeit und motiviert auf eine lässige, angenehme Art. Das liest sich fein und tut gut. Für mich gab es jedoch zu viele Passagen, die lediglich ein „kenne ich schon“ bei mir auslösten. Auch wenn ich an einigen Kapiteln hängengeblieben bin, war „Aufgeräumt denken. Nur wer den Kopf frei hat, kann Neues entdecken.“ insgesamt doch nur ein Buch für mich, das ich quergelesen habe.


Infos zum Buch:

Constanze Köpp

Aufgeräumt denken
Nur wer den Kopf frei hat, kann Neues entdecken

Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-78838-7

Rezension zum ersten Buch „Aufgeräumt leben“ bei Lebe – Liebe – Lache.


Bewusstes Leben – meine Buchtipps und Rezension auf dem Blog GeschichtenAgentin


How soon is now? Ohne Krise keine Veränderung.

Daniel Pinchbeck How soon is now Sachbuch

Auf dem Burning Man Festival wollte Daniel Pinchbeck eine Revolution anzetteln. Lasst uns die Figur nicht verbrennen, das Festival nicht beenden. Wir bleiben genau hier zusammen und erarbeiten Strategien, Techniken und Anleitungen zur Rettung der Welt, denn hier auf dem Festival sind alle Menschen zusammen, die wir dafür brauchen.

Die Revolution fand nicht statt, seine Idee war wohl selbst für das Burning Man Festival zu sperrig.

Zum Glück. Daniel Pinchbeck musste wieder hinaus in die Welt und dort weiter an seinen Visionen feilen.

Den aktuellen Stand seiner Überlegungen hat er jetzt in „How soon is now?“ zusammengefasst. Sein Buch hat Wucht. Es ist alles andere als depressiv, denn Pinchbeck ist fest davon überzeugt, dass die aktuellen politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Krisen uns, die Menschheit, zu guten Veränderungen zwingen werden.

Ohne Krise keine Veränderung und je größer die Krise, desto größer fällt der Entwicklungssprung aus. So betrachtet haben wir also gute Karten.

Buckminster Fuller, Tamera und immer wieder Hannah Arendt

Daniel Pinchbecks Gehirn ist definitiv anders verdrahtet und schneller getaktet als meines. Möglich, dass seine Experimente mit psychedelischen Drogen, von denen er immer wieder erzählt, dazu beigetragen haben. Er selbst schließt das nicht ganz aus. Natürlich geschah alles aus wissenschaftlicher und journalistischer Neugier heraus. Warum auch sonst?

Pinchbeck lesen, ihm beim Denken zuzusehen, ist ein wenig wie Vogelschwärme beobachten. Sie fliegen hierhin und dorthin, hoch in den Himmel und zurück zur Erde. Der Schwarm bildet ein Muster, löst es auf und setzt es wieder neu zusammen und man selbst denkt so bei sich: Ah, so kann das also auch aussehen.

Mit schneller Taktung springt er von Buckminster Fuller zu aktuellen Forschungen, von Camus zu Hannah Arendt, von den Gründervätern der USA in den Weltraum und wieder zurück zu Projekten wie Tamera, streift die Anarchisten, beruft sich auf Gesellschaftsmodelle indigener Völker, nimmt Milton Friedman auseinander, zitiert Jeremy Rifkin und schwärmt von Solarenergie. Er beginnt mit dem Blick des Wissenschaftlers und schreibt sich schnell in einen mitreißenden Rausch – Kapitel für Kapitel aufs Neue. Laut gelesen haben seine Absätze einen unglaublichen Vorwärts-Drang, der mich in Rhythmus und getrieben-sein an die Beat Generation erinnert.

Wir haben die Wahl

Schon nach wenigen Seiten war ich mir sicher, dass mir in dem Buch ein Herzens-Zitat begegnen wird. Es kam auf S. 219 und hatte, was in dem Buch selten ist, weder mit Wissenschaft noch mit Politik zu tun:

Unsere Gedanken, Absichten und Glaubensvorstellungen sind sehr mächtig. So wie die indigenen Völker auch, verarbeiten wir unsere Erfahrung mit der Welt zu Geschichten und Mythologien. Wir haben keine Wahl, wir müssen Geschichten erfinden; das ist ein untrennbarer Teil dessen, was wir sind. Wir tun es unablässig. Aber wir können wählen, was für Geschichten wir erfinden und welchen wir folgen.

Daniel Pinchbeck – How soon is now

Wenn wir schon Geschichten erfinden müssen, dann lasst uns dafür sorgen, dass es gute, wohltuende Geschichten sind. Das könnte mein Lebensmotto sein und das ist der Grund, warum ich blogge.

Ausgelesen und nun?

Und jetzt? Kann ein Buch die Welt retten? Nein, muss es aber auch nicht. Doch „How soon is Now?“ liefert uns Ideen, Ansatzpunkte, Strategien und – für mich das Wichtigste – jede Menge gut begründete Zuversicht. Eigentlich ist schon alles vorhanden, was wir zur Rettung der Erde und der Menschheit brauchen. Dann lasst es uns angehen!


Mehr Infos zum Buch:

Daniel Pinchbeck

How soon is Now?
Wie lange wollen wir noch warten? Ein Manifest gegen die Apokalypse

Übersetzt von Wolf S. Schneider
Interview mit dem Übersetzer

Scorpio Verlag


Noch ein Autor, der über Krisen philosophiert: Harald Welzer. Meine Rezension zu seinem Buch „Selbst denken“:

Denksport Deutsch: die Logik hinter unserer Grammatik

Sachbuch. Denksport Deutsch von Daniel Scholten

Gutes Deutsch entsteht dadurch, dass man schlechtes Deutsch vermeidet. So weit begleite ich den Autor und Podcaster Daniel Scholten in „Denksport Deutsch“ noch gerne. Die Sympathie wird im Laufe der Lektüre schwinden. Doch bis dahin habe ich viel darüber gelernt, wie sich unsere Sprache entwickelt hat und wie Grammatik funktioniert.

Zum Beispiel habe ich gelernt, dass der Artikel „die“ nicht zwingend bedeutet, dass etwas weiblich ist. „Der“ ist nicht männlich und „das“ nicht sächlich. Die Kategorien, die hinter den Artikeln stecken, folgen einer anderen Logik. Das alles lässt sich sprachwissenschaftlich begründen, ableiten, belegen. Deswegen ist auch „der Astronaut“ kein Mann, sondern ein Sammelbegriff. Dazu später mehr.

Wir alle haben im Gehirn ein Sprachzentrum, das genau weiß, wie Sprache funktioniert. In diesem Sprachzentrum ist die exakte, klare, reine Logik gespeichert. In unserem Fall handelt es sich dabei um die Struktur des Indogermanischen. Sagt Daniel Scholten.

Tief in unserem Hirn wissen wir also, wie Sprache funktioniert. Bei gesprochener Sprache greifen wir, weil es schnell gehen muss, direkt auf dieses Wissen zu. Deswegen ist gesprochene Sprache korrekt. Sogar den Konjunktiv würden wir korrekt verwenden. Sagt Daniel Scholten.

Kompliziert wird es erst, wenn wir Deutsch schreiben. Schriftsprache ist seltene Sprache. Wir möchten, dass sie etwas Besonderes ist und geben uns so richtig Mühe. Mühe bedeutet, dass wir unseren Menschenverstand einschalten. Damit beginnen die Probleme. Der gesunde Menschenverstand sei ein Teufelsding. Sagt Daniel Scholten.

Denksport Deutsch: welches Geschlecht hat ein Bürger?

Ich habe weder Germanistik noch Sprachwissenschaft studiert und das, was mir der Duden an Erklärungen zur Grammatik anbietet, überfordert mich häufig. Gerade deswegen höre ich gerne einem Besserwisser – pardon, mein inneres Sprachzentrum korrigiert mich gerade – gerade deswegen höre ich gerne einem Fachmann zu, der es besser weiß.

Ich glaube dem Autor gerne, dass der Begriff „Bürger“ zum Beispiel die Gesamtheit der Bürger bezeichnet und damit ganz ausgewogen Männer und Frauen umfasst. Das lässt sich schließlich aus dem Ur-Indogermanischen herleiten. Diese Hochkultur war ja auch bekannt für eine gut funktionierende Demokratie und das frühe Einführen des Frauenwahlrechts, oder?

Da mit Bürger Männer und Frauen gleichermaßen bezeichnet werden, ist es natürlich Unsinn, von Bürgerinnen und Bürgern zu reden. Wenn es bei diesem Begriff Unsinn ist, gilt das selbstverständlich auch für alle Berufsbezeichnungen wie Astronaut und Informatiker. Unser inneres Sprachzentrum, in dem das Ur-Indogermanische sozusagen fest verdrahtet ist, weiß das.

Verwirrung entsteht nur, wenn der sogenannte gesunde Menschenverstand beginnt, die sprachliche Logik zu interpretieren.

So verwirrte Menschen haben zum Beispiel in meiner Buchhandlung für Computerbücher grundsätzlich den einzigen Mann angesprochen, den sie finden konnten. Kai war aber Theologiestudent. Unser Computerspezialist war Tina, eine gut aussehende, kurvige Blondine.

Unglaublich, was so ein verwirrter Menschenverstand, der die reine Sprachlogik falsch interpretiert, alles anrichten kann! Er glaubt sogar, dass nur ein Mann ein Computer-Spezialist sein kann, denn sonst würde es ja Spezialistin heißen.

Wie gut, dass wir Autoren wie Daniel Scholten haben, die uns erklären, dass es nicht nötig sei, Sexismus durch Sprache korrigieren zu wollen. Wir müssen uns nur an das absolut logische, fest verdrahtete Ur-Indogermanische halten, das unser Sprachzentrum prägt. Dann klappt alles!

Zitat Daniel Scholten. Folgen Sie niemals einer Stilregel, wenn Sie ihren Sinn nicht verstehen.

Auch dieses Zitat weckt meinen Widerspruch. Nicht nur meinen, wie ich erfuhr, als ich es auf Instagram postete. Getoppt wird dieses Zitat aber noch durch folgendes:

„Die Literatur der historischen Sprachwissenschaft ist ohne Fachstudium nicht zugänglich. Darum begnüge ich mich mit dem Hinweis, dass ich die übliche Fülle an Fachliteratur ausgeschöpft habe.“
(Daniel Scholten, Denksport Deutsch, S. 325)

Lohnt es sich nun, dieses Buch zu lesen?

Meiner Meinung nach Ja, wenn man lernen möchte, wie unsere Sprache entstanden ist und welche Logik hinter unserer Grammatik steckt. Nein, wenn man einfach nur wissen möchte, was gutes Deutsch ausmacht und wie man sein eigenes Deutsch verbessern kann. Zweifaches Nein, wenn man Autoren bevorzugt, die auf Augenhöhe mit dem Leser kommunizieren.

Angaben zum Buch:

Daniel Scholten

Denksport Deutsch
Wer hat bloß die Gabel zur Frau und den Löffel zum Mann gemacht?

DTV

ISBN 978-3-423-26134-0

Ein Architekt sagte einmal, dass Städte, in denen das Leben tobt, niemals schön sind. Das gilt auch für Sprache im Alltag: Sie kann keine Dichtkunst sein. Das würde ihr das Leben nehmen und zugleich der Dichtung ihren Wert.
(Daniel Scholten, Denksport Deutsch. S. 283.)

Was Ihr stattdessen lesen könntet – drei Vorschläge:

 

 

Gala Darling – Falsche Wimpern, Vollmondrituale und radikale Selbstliebe

Gala Darling Radikale Selbstliebe Sachbuch

Ich gestehe, dass ich ziemlich lange gezögert habe, Radikale Selbstliebe von Gala Darling zu lesen.

Amerikanische Selbsthilfe-Autor*innen und ich, wir harmonieren meist nicht so sehr. Zu viel Yeah, zu viel we can Do it, zu viel Erfolgsgeschichten, zu viel Jubel. Ich bin Europäerin, Deutsche zudem. Ich mag es stiller, gerne etwas kompliziert und mit Tiefgang.

Genauso mag ich aber auch das Gegenteil – im passenden Moment. Komplizierte Texte und Erlebnisse hatte ich in letzter Zeit genug. Jetzt war so ein Moment für Leichtigkeit und Jubel, für Popcorn und Glitter.

Der wunderbare, knallbunte Instagram-Kanal der Autorin gab mir den letzten Anstoß, das Buch zu lesen.

Gala Darling ist vor allem eines: authentisch. Eine Revoluzzer-Lady mit Stil. Falsche Wimpern, Selbstliebe, Vollmondrituale und Fetisch-Klamotten – was daran könnte verkehrt sein?

Radikale Selbstliebe zu lesen macht Spaß. Dass ich für die meisten Botschaften und Tipps mal locker 20 Jahre zu alt bin, ignoriere ich an diesem Wochenende einfach.


Angaben zum Buch:

Gala Darling

Radikale Selbstliebe
Feier dich selbst!

 L.E.O Verlag


Ihr lest gerne Ratgeberbücher und interessiert euch für ein bewussteres Leben? Meine Buch-Tipps und Rezensionen dazu findet ihr hier auf meinem Buch-Blog GeschichtenAgentin.


Auf Radikale Selbstliebe folgt ein Tipp für noch radikalere, feministische Selbstfürsorge. Hier meine Rezension zum Buch von Svenja Gräfen:

Reizdarm – gründlich erklärt

Sachbuch Reizdarm

OK, hier hatte ich noch geschrieben, dass ich jetzt kein Darm Buch mehr lesen müsste. Aber dieses hier hat mich gereizt*Der reizende Darm. Ihr individueller 5-Schritte-Plan zur gesunden Verdauung.

Dieser Ratgeber zum Thema Reizdarm ist sozusagen das ausführliche Arztgespräch in Buch-Form – so gründlich, umfassend und kompetent, wie man sich das bei einem Arztbesuch nur wünschen kann. Und viel zu selten bekommt.

Benjamin Brown hat das große Talent, auch die eher seltenen Ursachen für ein Reizdarm-Syndrom zu erwähnen und zu erklären und dabei trotzdem immer das Gespräch auf die wahrscheinlicheren Gründe zurückzuführen. Damit liefert er genau den verlässlichen roten Faden und die Einschätzungen, die Dr. Google nie liefern kann.

Mit dem Begriff Reizdarm-Syndrom werden sehr unterschiedliche Symptome zusammengefasst: Durchfall, Blähungen, Verstopfungen bis hin zu Depressionen und chronischer Müdigkeit. Das klingt erst mal nach einem Sammelbecken für alles, was seltsam ist. Wenn man sich aber zusammen mit Benjamin Brown näher anschaut, wie der Darm funktioniert und an wie vielen Stellen er aus dem Gleichgewicht geraten kann, beginnt man, das Reizdarm-Syndrom zu verstehen.

Auf die Analyse des Reizdarms folgt ein klar strukturierter 5-Schritte-Plan, der von Pfefferminzöl über das Austesten von Nahrungsmittelunverträglichkeiten bis hin zu mehr Bewegung und Yoga sehr viele Heilungsmöglichkeiten aufzeigt. Dabei wird stets berücksichtigt, dass ein Reizdarm-Syndrom eine sehr individuelle Angelegenheit ist. Bei manchen Patienten hilft der Verzehr von Äpfeln, die Darmflora zu stabilisieren. Bei anderen löst die Fructose des Apfels Blähungen aus. Somatische Intelligenz hilft bei der Entwicklung des eigenen 5-Schritte-Plans zur gesunden Verdauung weiter.

Die Fülle an wissenschaftlichen Informationen und an praktischen Tipps machen das Buch Der reizende Darm zu einem hilfreichen, fundierten Ratgeber.

*(Beitrag in die Schlechte-Wortspiele-Kasse wurde bereits entrichtet)


Angaben zum Buch:

Benjamin I. Brown

Der reizende Darm
Ihr individueller 5-Schritte-Plan zur gesunden Verdauung

Aus dem Englischen übersetzt von Ulla Rahn-Huber

ISBN 978-3-95803-091-6
Scorpio Verlag

Nicht mehr lieferbar


Meine Buch-Empfehlungen:


Tai Chi für zwischendurch, nicht nebenbei

Tai Chi für zwischendurch. Buch mit Übungen.

Tai Chi für zwischendurch, aber nicht nebenbei. Zwischendurch, dass ist das Jetzt zwischen zwei Momenten. Die bewusste Pause, die Mini-Auszeit, das Durchatmen. Genau da passt eine Tai Chi Einheit hinein.

Der kleine Kompakt-Ratgeber von Barbara Reik ist genau das richtige Büchlein für Menschen wie mich.

Seit gut 5 Jahren habe ich keinen Tai Chi Kurs mehr besucht. Zuvor hatte ich regelmäßig praktiziert. Dann passierte dies und das, die Pause wurde länger und meinen alten Kurs gab es nicht mehr. Eine ganze Form könnte ich heute nicht mehr laufen.

An die wohltuende, energetisierende Wirkung der Tai Chi Übungen kann ich mich noch gut erinnern – aber wie gingen sie noch mal?

Beim Lesen kam die Erinnerung wieder. Barbara Reik hat das hochkomplexe System wirklich auf die einfachen Übungen heruntergebrochen und legt ihren Schwerpunkt auf das, was ich als Aufwärmübungen bezeichnen würde.

Nur, dass diese Aufwärmübungen genauso intensiv wirken wie die komplexeren Formen.

Vergleichen lässt sich das vielleicht mit dem Sonnengruß aus dem Yoga. Auch in dieser Grundform, die gerne als Aufwärm-Übung missverstanden wird, ist in einfacher Form schon alles enthalten, was in den komplexeren Yoga-Asanas dann vertieft wird.

Jetzt übe ich also wieder. Morgens, am offenen Fenster. Mit jeder Bewegung erinnert sich mein Körper daran, wie ich mich schon mal bewegen konnte. Das klappt gut mit diesem Buch – aber nur, wenn man Vorkenntnisse hat. Tai Chi kann man sich noch weniger als Yoga selbst beibringen. Einen Grundkurs sollte man sich schon mal gönnen – dann kann man auch mit dem Kompakt-Ratgeber weiter lernen.


Infos zum Buch:

Barbara Reik

Tai Chi für zwischendurch. Kompakt-Ratgeber
Neue Energie durch einfache Übungen

Kompakt-Ratgeber

Mankau Verlag


Mehr zum Thema auf meinem Buch-Blog GeschichtenAgentin: Eine gesunde Körperhaltung mit der Tai-Chi-Methode. Hier meine Rezension:

Achtsam Ziele setzen: Gute Vorsätze, Versprechen und Gelübde

Buch Achtsam Ziele setzen
Achtsam Ziele setzen. Im Zug gelesen.

Was auch immer ich tue, ich sollte es achtsam tun. Aber was tue ich hier eigentlich? Also hier auf dieser Welt und hier in meinem Leben? Nehmen wir mal an, ich könnte das benennen, könnte ich dann sagen, warum ich es tue und wofür es gut sein soll?

Nachdem wir uns in den letzten Jahren mit dem grundlegenden Konzept der Achtsamkeit so sehr vertraut gemacht haben, dass Spuren davon auf Wellness-Blogs und Business-Seminaren auftauchen, geht Jan Chozen Bays den nächsten Schritt.

Ein kleiner Schritt ist das nicht.

Wer Wellness-Lektüre sucht, möge bitte woanders schauen.

Jan Chozen Bays geht es diesmal um den Sinn des Lebens. Doch genau wie in Achtsam durch den Tag gelingt es ihr auch diesmal, das große Ganze in handhabbare Einzelteile zu zerlegen. Sie beginnt bei achtsam Ziele setzen und endet bei großen Gelübden, die auch in 1000 Jahren nicht zu erfüllen sind. Also nur Mut, die Lektüre ist zu schaffen und sie ist motivierend.

Achtsam Ziele setzen heißt, sich kleine, in nächster Zeit umzusetzende Handlungen vorzunehmen. Jeden Tag einen Menschen anzulächeln könnte so ein achtsames Ziel sein. Das führt dann vielleicht zu dem nächst größeren Ziel, namens die Welt besser zu hinterlassen, als man sie vorgefunden hat.

Dahinter steht ein Gelübde, eine große, gute Absicht. Ein solches Gelübde kann uns, wenn wir uns bewusst und achtsam darauf einlassen, mit ungeahnter Energie erfüllen und uns ein ganzes Leben lang tragen.

Manchmal geben wir solche Gelübde auch an die nächste Generation weiter. Guter Grund, sich zu fragen, ob das Ziel, das ich gerade verfolge, auch wirklich meines ist.

Jan Chozen Bays ist gründlich in ihrer Analyse von Motivationen, Zielen und Dingen, von denen man nur glaubt, dass man sie vollbringen müsste. Solche Analysen können weh tun. Doch sie sind befreiend und damit motivierend.

Wie so häufig bei Büchern aus dem Windpferd Verlag ist auch Achtsam Ziele setzen eines, was den Leser lange beschäftigen wird. Dieses Buch bleibt nicht nur im Regal, es bleibt im Gedächtnis, im Handeln und im Herzen.


Angaben zum Buch:

Jan Chozen Bays

Achtsam Ziele setzen
Gute Vorsätze, Versprechen und Gelübde bewusst wählen

Übersetzt von Maike & Stephan Schuhmacher

Windpferd Verlag
ISBN: 978-3-86410-129-8

Weitere Rezensionen zu Büchern von Jan Chozen Bays hier auf meinem Buch-Blog GeschichtenAgentin


Niemalsland – wiedergelesen, neugelesen, oder was?

Niemalsland ebbok

Ich beginne, an meinem Lesergedächtnis zu zweifeln*. Hatte ich Niemalsland von Neil Gaiman schon mal gelesen? Oder hatte ich nur so viel über das Buch gelesen, dass ich der Meinung war, es schon zu kennen? Oder hatte ich so viele Bücher von Neil Gaiman und anderen Autoren gelesen, die Ideen und Motive aus Niemalsland aufgreifen, zitieren, klauen oder verfremden, dass mir manche Personen und Schauplätze schon vertraut waren?

Ich weiß es nicht, ich werde es auch nicht mehr klären können.

Es dauerte ein paar Dutzend Seiten, dann war mir diese Frage auch unwichtig. Die Geschichte hatte mich in ihren Bann gezogen und dort blieb ich.

Neil Gaiman ist einfach ein begnadeter Geschichtenerzähler, ein Fabulierer und Weltenerfinder, ein Verknüpfer von dem, was wir kennen, mit dem, was er sich ausdenkt. Das Abenteuer, das ganz Andere, das Große, Wahre und Edle – es ist genau neben uns, zum Greifen nahe.

Das Scheitern allerdings auch. Abenteuer zu erleben, ohne sich mindestens nasse Füße zu holen, ist nicht möglich.

Niemalsland – Unter-London

In Niemalsland ist es der Schlamm der Londoner Kanalisation, der für nasse Füße sorgt, und er ist noch ekliger, als ihr es euch jetzt vorstellt. Dort, in Unter-London, versammeln sich Menschen, Wesen, Mythen und Artefakte, die aus der Zeit, aus unserer Realität gefallen sind.

Sie können uns sehen. Wir können sie höchstens erahnen. Das ist auch gut so, denn ihr Leben würde uns überfordern. Oder zum über-uns-hinaus-wachsen zwingen. Richard, der Held aus Niemalsland, der nie zum Held geboren wurde, kann es euch berichten.

Ich mag die Sorgfalt, mit der Neil Gaiman seinen Helden unter die Erde führt und auch wieder nach oben. Andere Autoren würden mit dem Showdown die Geschichte als erledigt betrachten. Doch auch wenn der Held über sich hinausgewachsen ist geht das Leben weiter. In Niemalsland wird auch das erzählt.

Ich habe Niemalsland in der alten Ausgabe als Heyne Taschenbuch gelesen. Es gibt auch eine Neu-Übersetzung bei Eichborn / Bastei Lübbe – erstmals ungekürzt. Ob diese sich lohnt weiß ich nicht. Nach meinen Erfahrungen mit den Marketing-Sprüchen des Verlags zu „Der Ozean am Ende der Straße“ hege ich meine Zweifel.


Niemalsland von Neil Gaiman Heyne

Angaben zum Buch:

Neil Gaiman

Niemalsland

Verschiedene Ausgaben bei Heyne Taschenbuch, als Comic und Fernseh-Serie und bei Eichborn.

*Zum Glück habe ich jetzt einen Buch-Blog. Alles, was ich seit Oktober 2012 gelesen habe, wird hier verlässlich mit-protokolliert. Oder hatte ich da letztens nicht schon was vergessen?


Ihr lest gerne Fantasy-Romane? Dann stöbert doch mal hier in meinen Rezensionen!


Mittelmeer. Ausgelesen.

Das Mittelmerr. Eine Biographie.
Das Mittelmeer. Eine Biographie.

Uff. #ausgelesen. 960 Seiten Das Mittelmeer. Eine Biographie. OK, diese Seitenzahl beinhaltet das Register, das ich nicht gelesen habe. Trotzdem: 820 Seiten Text.

Der Autor ist nicht daran schuld, dass ich fast 8 Monate an diesem Buch gelesen habe. Wirklich nicht. Es ist einfach verdammt viel Stoff, diese Geschichte des Mittelmeers von der Urzeit bis ins Jahr 2010.

Je näher wir unserer Zeit kamen, desto langsamer habe ich gelesen.

Am Autor liegt es wirklich nicht. Sein Erzählrhythmus ist toll. Manchmal macht er Strecke und fasst etliche Jahrzehnte mit vielen Königen und noch mehr Schlachten auf wenigen Seiten zusammen. Dann belohnt er den Leser, in dem er das Tempo raus nimmt und seitenlang ein Einzelschicksal erzählt, das mehr illustriert als jede Abfolge von Herrschern. Auf eine Seeschlacht, die es aus gutem Grund zu betrachten gilt, folgt eine einprägsame Anekdote, die den Lauf der Zeit zusammenfasst.

Schuld ist der Autor an etwas anderem: dass dieses Buch so häufig bei mir auf Instagram erschien wie kein anderes zuvor. Es hat mich fasziniert. Die Silvesterparty 2017 hätte ich beinahe gesprengt, weil mir immer noch ein Detail oder eine Geschichte aus Das Mittelmeer. Eine Biographie. einfiel und ich dies unbedingt erzählen musste.

Die Bilder auf Instagram hatten aber auch einen Zweck: wenn ich der Welt da draußen mitteile, dass ich jetzt an diesem dicken Wälzer weiterlese, dann tue ich es auch wirklich. Selbstverpflichtung in Form eines öffentlichesn Lese-Gelübdes.

Das Mittelmeer. Eine Biographie. war für mich kein Nach-Feierabend-Buch. Ich musste wach und konzentriert sein. Mehr als ein Kapitel habe ich selten gelesen. Dann musste ich die vielen Infos sacken lassen.

Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, mich an meiner Lektüre überhoben zu haben. Ich wusste, ich pack das. Doch Lesedisziplin war nötig. Zum Schluss half nur noch, Belohnungsbücher in Aussicht zu stellen.

Es war die Ankunft des Nationalismus, die mir zu schaffen machte; diese mir unbegreifliche Ideologie, die den Mittelmeerraum so veränderte; die aus Hafenstädten mit Nationalitäten-Gemisch Kriegsschauplätze machte.

Wirklich, der Autor ist nicht schuld, dass ich fast 8 Monate an seinem Buch gelesen habe. Es ist der Lauf der Zeit, der mich beim Lesen ausgebremst hat und den ich jetzt erst einmal verdauen muss.

Und dann? Dann werde ich mir Bücher suchen, die einzelne Aspekte und Details vertiefen. Dieses hier zum Beispiel : Beck Wissen – Nationalismus. Geschichte, Formen, Folgen.


Angaben zum Buch:

David Abulafia

Das Mittelmeer
Eine Biographie

Fischer Taschenbuch

 


In diesem Buch geht es um das Mittelmeer, das ein Urlaubs-Sehnsuchtsort ist: die Côte d’Azur. Hier meine Rezenion zu Hôtel Provençal


Geschichten von Shiva, Parvati und Storl

Storl - Geschichten von Shiva und Parvati

Gerade verbreitet sich auf Facebook das Spiel „Greif Dir ein Buch in Deiner Nähe und schlage Seite 117 auf. Der zweite Satz dort ist Dein Leben 2017“.

Neben mir lag – bereit zum darüber bloggen – das Taschenbuch Wanderung zur Quelle – Geschichten von Shiva und Parvati von Wolf-Dieter Storl. Der zweite Satz auf S. 117 ist eine Bildunterschrift und lautet „Männer bei der Wäscherei-Arbeit im Ganges.“

Ich glaube, dem Autor Wolf-Dieter Storl würde dieses Spiel mit Kommunikation und Geschichten gefallen. Wahrscheinlich hätte er auch sofort einen Vergleich parat, in welcher Weltkultur etwas ähnliches gepflegt wurde.

Wanderung zur Quelle – Geschichten von Shiva und Parvati ist ein frühes Buch von Wolf-Dieter Storl. Zu diesem Zeitpunkt sucht er noch seine Erzählstimme.

Den Quellen räumt er mehr Raum ein und beendet jedes Kapitel mit einer Auswahl an nepalesischen Märchen, die mir alle noch unbekannt waren. Er traut sich anscheinend noch nicht so recht, Sätze mit Ich zu beginnen und erzählt lieber über und aus der Perspektive eines amerikanischen Wissenschaftler-Paars, die zu einem Forschungsjahr nach Indien gereist sind. Shivas Land wird sie erst überfordern und dann tiefgreifend verändern. Wer sich schon immer über die Haarpracht Storls gewundert hat, findet hier eine Erklärung.

Storl beschreibt ein sehr kraftvolles Indien und eine Götterwelt, die so ganz anders ist als die Präsenz der indischen Götter, die wir in europäischen Yoga-Studios antreffen. Hier geht es rauer, wilder und auch durchaus gemeiner zu.

Wie immer habe ich auch dieses Buch von Wolf-Dieter-Storl mit großem Vergnügen und Erkenntnisgewinn gelesen. Das nächste, Streifzüge am Rande Midgards, liegt schon bereit.

Doch was mag das Orakel von Seite 117 nun bedeuten? Vielleicht, dass ich in diesem Jahr Männern beim Arbeiten zusehen kann. Vielleicht aber auch, dass 2017 ein reinigendes Jahr wird. Wie immer bei Orakeln weiß man es nicht so genau.


Infos zum Buch:

Wolf-Dieter Storl

Wanderung zur Quelle
Geschichten von Shiva und Parvati

Koha Verlag


Mehr über meinen Lieblingsautor Storl könnt Ihr hier auf meinem Blog erfahren.

 

Eigentlich für Kinder, aber: Frankfurter Museumsarchitektur – anschaulich erklärt

Museen in Frankfurt und ihre Architekur. Museumsarchitektur erklärt für Kinder

OK, es dürfte nur wenige Kinder geben, die ihre Eltern mit Fragen wie „Warum hat das Museum so ein spitzes Dach? Wieso hat dieses Museum Säulen und das hier keine?“ löchern. Dafür gibt es um so mehr Erwachsene wie mich, die sich freuen, wenn komplexe Zusammenhänge einfach erläutert werden. So wie in dem Buch „Anschaulich. Frankfurter Museumsarchitektur für Kinder.

Museen müssen praktisch sein, sie sind Landmarken, Orte, an die man sich erinnert und Erinnerungsorte, sie sollen zeigen, dass der Stifter ein toller Hecht war. Vor allen Dingen soll Museumsarchitektur schon von außen auf das aufmerksam machen, was im Museum steckt.

So kommt es, dass Museen und ihre Architektur fast immer im Gedächtnis bleiben. Die Staatsgalerie in Stuttgart ist die mit dem grünen Boden und den rosa Röhren, dass Rheinische Landesmuseum in Trier hat zwei seltsam dreinblickende Figuren über dem Eingang und die Bundeskunsthalle in Bonn seltsame Türmchen auf dem Dach.

Gute Ideen, mal am Beispiel der Frankfurter Museen einen Blick auf die Geschichten und Ideen hinter der Architektur zu werfen!

Mir, einem großen Kind, lieferte das Buch „Anschaulich. Frankfurter Museumsarchitektur für Kinder“ Appetithäppchen und Anekdoten zu Häusern und Räumen, die ich immer wieder gerne aufsuche.


Angaben zum Buch:

Arne Winkelmann
Bettina Gebhardt

Anschaulich. Frankfurter Museumsarchitektur für Kinder.

Antaeus Verlag
ISBN 978-3-9810809-7-1

Das Buch gehört zur Reihe Typen Deiner Stadt. Die ersten beiden Bücher Frankfurter Hochhäuser und Frankfurter Brücken hatte ich auf meinem Kinderbuch-Blog besprochen.


 Ab ins Museum! Hier findet ihr meine Museumstipps auf dem Buch-Blog GeschichtenAgentin


Auch Comics sind nicht immer für Kinder: eine Graphic Novel über die besondere Architektur der Therme von Vals, entworfen von Peter Zumthor. Hier meine Rezension: