Achtsam Ziele setzen: Gute Vorsätze, Versprechen und Gelübde

Buch Achtsam Ziele setzen

Was auch immer ich tue, ich sollte es achtsam tun. Aber was tue ich hier eigentlich? Also hier auf dieser Welt und hier in meinem Leben? Nehmen wir mal an, ich könnte das benennen, könnte ich dann sagen, warum ich es tue und wofür es gut sein soll? Nachdem wir uns in den letzten Jahren mit dem grundlegenden Konzept der Achtsamkeit so sehr vertraut gemacht haben, dass Spuren davon auf Wellness-Blogs und Business-Seminaren auftauchen, geht Jan Chozen Bays den nächsten Schritt. Ein kleiner Schritt ist das nicht. Wer Wellness-Lektüre sucht, möge bitte woanders schauen. Jan Chozen Bays geht es diesmal um den Sinn des Lebens. Doch genau wie in Achtsam durch den Tag gelingt es ihr auch diesmal, das große Ganze in handhabbare Einzelteile zu zerlegen. Sie beginnt bei achtsam Ziele setzen und endet bei großen Gelübden, die auch in 1000 Jahren nicht zu erfüllen sind. Also nur Mut, die Lektüre…

weiterlesen

Niemalsland – wiedergelesen, neugelesen, oder was?

Niemalsland ebbok

Ich beginne, an meinem Lesergedächtnis zu zweifeln*. Hatte ich Niemalsland von Neil Gaiman schon mal gelesen? Oder hatte ich nur so viel über das Buch gelesen, dass ich der Meinung war, es schon zu kennen? Oder hatte ich so viele Bücher von Neil Gaiman und anderen Autoren gelesen, die Ideen und Motive aus Niemalsland aufgreifen, zitieren, klauen oder verfremden, dass mir manche Personen und Schauplätze schon vertraut waren? Ich weiß es nicht, ich werde es auch nicht mehr klären können. Es dauerte ein paar Dutzend Seiten, dann war mir diese Frage auch unwichtig. Die Geschichte hatte mich in ihren Bann gezogen und dort blieb ich. Neil Gaiman ist einfach ein begnadeter Geschichtenerzähler, ein Fabulierer und Weltenerfinder, ein Verknüpfer von dem, was wir kennen, mit dem, was er sich ausdenkt. Das Abenteuer, das ganz Andere, das Große, Wahre und Edle – es ist genau neben uns, zum Greifen nahe. Das Scheitern…

weiterlesen

Mittelmeer. Ausgelesen.

Das Mittelmerr. Eine Biographie.

Uff. #ausgelesen. 960 Seiten Das Mittelmeer. Eine Biographie. OK, diese Seitenzahl beinhaltet das Register, das ich nicht gelesen habe. Trotzdem: 820 Seiten Text. Der Autor ist nicht daran schuld, dass ich fast 8 Monate an diesem Buch gelesen habe. Wirklich nicht. Es ist einfach verdammt viel Stoff, diese Geschichte des Mittelmeers von der Urzeit bis ins Jahr 2010. Je näher wir unserer Zeit kamen, desto langsamer habe ich gelesen. Am Autor liegt es wirklich nicht. Sein Erzählrhythmus ist toll. Manchmal macht er Strecke und fasst etliche Jahrzehnte mit vielen Königen und noch mehr Schlachten auf wenigen Seiten zusammen. Dann belohnt er den Leser, in dem er das Tempo raus nimmt und seitenlang ein Einzelschicksal erzählt, das mehr illustriert als jede Abfolge von Herrschern. Auf eine Seeschlacht, die es aus gutem Grund zu betrachten gilt, folgt eine einprägsame Anekdote, die den Lauf der Zeit zusammenfasst. Schuld ist der Autor an etwas…

weiterlesen

Geschichten von Shiva, Parvati und Storl

Storl - Geschichten von Shiva und Parvati

Gerade verbreitet sich auf Facebook das Spiel „Greif Dir ein Buch in Deiner Nähe und schlage Seite 117 auf. Der zweite Satz dort ist Dein Leben 2017“. Neben mir lag – bereit zum darüber bloggen – das Taschenbuch Wanderung zur Quelle – Geschichten von Shiva und Parvati von Wolf-Dieter Storl. Der zweite Satz auf S. 117 ist eine Bildunterschrift und lautet „Männer bei der Wäscherei-Arbeit im Ganges.“ Ich glaube, dem Autor Wolf-Dieter Storl würde dieses Spiel mit Kommunikation und Geschichten gefallen. Wahrscheinlich hätte er auch sofort einen Vergleich parat, in welcher Weltkultur etwas ähnliches gepflegt wurde. Wanderung zur Quelle – Geschichten von Shiva und Parvati ist ein frühes Buch von Wolf-Dieter Storl. Zu diesem Zeitpunkt sucht er noch seine Erzählstimme. Den Quellen räumt er mehr Raum ein und beendet jedes Kapitel mit einer Auswahl an nepalesischen Märchen, die mir alle noch unbekannt waren. Er traut sich anscheinend noch nicht so recht,…

weiterlesen

Eigentlich für Kinder, aber: Frankfurter Museumsarchitektur – anschaulich erklärt

Museen in Frankfurt und ihre Architekur. Museumsarchitektur erklärt für Kinder

OK, es dürfte nur wenige Kinder geben, die ihre Eltern mit Fragen wie „Warum hat das Museum so ein spitzes Dach? Wieso hat dieses Museum Säulen und das hier keine?“ löchern. Dafür gibt es um so mehr Erwachsene wie mich, die sich freuen, wenn komplexe Zusammenhänge einfach erläutert werden. So wie in dem Buch „Anschaulich. Frankfurter Museumsarchitektur für Kinder.„ Museen müssen praktisch sein, sie sind Landmarken, Orte, an die man sich erinnert und Erinnerungsorte, sie sollen zeigen, dass der Stifter ein toller Hecht war. Vor allen Dingen soll Museumsarchitektur schon von außen auf das aufmerksam machen, was im Museum steckt. So kommt es, dass Museen und ihre Architektur fast immer im Gedächtnis bleiben. Die Staatsgalerie in Stuttgart ist die mit dem grünen Boden und den rosa Röhren, dass Rheinische Landesmuseum in Trier hat zwei seltsam dreinblickende Figuren über dem Eingang und die Bundeskunsthalle in Bonn seltsame Türmchen auf dem Dach.…

weiterlesen

Unsagbare Dinge. Eine unschreibbare Rezension.

Am 2. Januar 2016 bezeichnete ich mich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder als Feministin. Auslöser waren weniger die Ereignisse in der Silvesternacht am Kölner Bahnhof als viel mehr das, was darauf folgte. Viele Männer (und einige wenige Frauen) fühlten sich auf einmal für den Schutz von Frauen zuständig. Sie erklärten mir, dass ich gefährdet sei und legten auch gleich fest, was ich für meine Sicherheit zu tun hätte: wo ich hingehen darf und wo nicht, was ich anzuziehen habe und was nicht und wie viel Abstand ich von meinen Mitmenschen zu halten habe. Ganz ehrlich, liebe selbst ernannten Retter: bringt erst mal Euer Leben in Ordnung und dann unterhalte ich mich gerne mit Euch darüber, wer Schutz braucht und vor allem Dingen vor wem und wie. Wer jungen Frauen erklärt, sie dürfen nicht dieselben Fehler begehen, nicht genauso viel Spaß haben und nicht dieselben Risiken eingehen wie junge…

weiterlesen

Das Buch der Ideen. 50 Wege, um Ideen effizient zu produzieren

Fliegen einem gute Ideen zu oder sind sie das Ergebnis harter Arbeit? Kevin Duncan meint letzteres. In seinem Büchlein „Das Buch der Ideen. 50 Wege, um Ideen effizient zu produzieren“ ist nicht umsonst von Produktion die Rede. Dafür gibt er uns 50 Techniken und Übungen an die Hand. So entsteht ein Trainingslager, ein Ideen-Bootcamp. Auch wenn die meisten Übungen für Teams und Gruppen gedacht sind, können sich auch Einzelkämpfer viel daraus ableiten. Mit nur wenig Textblöcken zwischen den Übungen schafft es Kevin Duncan, zu erklären, wie Ideen entstehen und wie man sie bewerten kann. Hier gibt es keine langen Ausflüge in die neuesten Forschungen der Psychologie. Kurz und prägnant das Wichtigste auf den Punkt gebracht – schließlich wollen wir ja effizient weiter Ideen entwickeln. Er ist übrigens ein großer Fan des Denkens IN Schubladen. Von wildem, unkontrollierten Brainstorming hält er nicht viel: Die meisten Unternehmen haben säckeweise exzentrische, irrelevante und…

weiterlesen

Deutschland, deine Götter: Religionen gibt’s, die gibt’s ja gar nicht!

Sachbuch Deutschland deine Götter

Ein großes Lesevergnügen war für mich das Sachbuch von Gideon Böss „Deutschland, deine Götter. Eine Reise zu Kirchen, Tempeln, Hexenhäusern“ Wicca, Zeugen Jehova, Osho, Mormonen, Muslime, Juden und die Kirche des fliegenden Spaghettimonster sind dabei nur einige seiner Stationen. Überall bemüht er sich, unvoreingenommen und neutral zu forschen. Das gelingt ihm mal besser, mal schlechter und mir hat das Buch genau dann am meisten Spaß gemacht, wenn der Autor beginnt aus seiner selbst gewählten Haltung des objektiven Journalisten und Forschers herauszufallen und sich an den Interviewpartnern und ihren Antworten zu reiben. Wiedergeburt, Himmel und Hölle und die Frage nach der gleichgeschlechtlichen Liebe dienen ihm bei seiner Reise zu Deutschlands Götter als Prüfstein. Wie antworten die Kirchenvertreter? Rechnen sie mit diesen Fragen? Bieten sie schlüssige Antworten? Sind sie überhaupt an einer Diskussion interessiert? Häufig fand er sowohl Offenheit als auch Humorlosigkeit genau dort, wo man sie eher nicht erwartet hätte. Es…

weiterlesen

Welt retten für Einsteiger

Und jetzt retten wir die Welt - Sachbuch

Einfach irgendwo anfangen und dann nicht mit dem weitermachen aufhören: Welt retten beginnt mit dem ersten Schritt, egal wie klein dieser einem erscheinen mag. Die Auswahl an kleinen Schritten ist groß in diesem Buch und die Autoren vermitteln einem das gute Gefühl, dass kleine Schritte völlig ok sind. Jedes Kapitel widmet sich einem Lebensbereich: innere Haltung, Körper, Essen, Klamotten, Nachbarn, Mobilität, Arbeit, Konsum, Politik, Geld, Kultur – da findet jeder etwas, wo er selbst für sich ansetzen kann. Zwischendurch werden immer wieder Menschen vorgestellt, die Vorbild sein können. Darunter mehr Alltagshelden als große Helden. Jeder von Ihnen hat irgendwann mal einfach irgendwo angefangen. Dann kam eines zum anderen und die Projekte wurden größer. So geht Veränderung. Veränderung kann Angst machen. Veränderung kann als zu groß, als nicht machbar erscheinen. Deswegen gibt es zu jedem Thema Vorschläge, wie man mit allerkleinsten, einfach umsetzbaren Schritten beginnen kann. Damit die Veränderung weitergeht, wird…

weiterlesen

Über Lieblingsautoren zu bloggen ist nicht einfach: Wolf-Dieter Storl

Bücher von Storl die ich gelesen habe

Eigentlich erstaunlich, dass ich seit 2012 – so lange blogge ich hier schon – nur einen einzigen Beitrag zu Wolf-Dieter Storl und seinen Büchern veröffentlicht habe. Er zählt zu meinen Lieblingsautoren, einfach weil er ein begnadeter Erzähler und ein lustvoller Kreuz-und-Querdenker ist. Das macht Spaß zu lesen, erweitert meinen Horizont und sorgt für Aha- Momente. Andererseits erstaunt mich das auch wiederum nicht, denn ich kenne das von mir: je besser mir ein Buch gefällt desto schwerer fällt es mir, darüber zu reden. Das ging mir schon als Buchhändlerin so. Es erschien mir als fast unmöglich, die Fülle an Gedanken zu einem Lieblingsbuch in zwei, drei knackige Sätze für das Verkaufsgespräch zu packen. Damals habe ich begonnen, mir vor dem Weihnachtsgeschäft Knacksätze zu Büchern zu notieren, so dass ich sie bei Beratungen besser im Hirn verankert hatte. Es hat funktioniert und vielleicht war das ja die Keimzelle für mein heutiges Bloggen?…

weiterlesen

Manchmal ist mein Mudra ein Mittelfinger: Handbuch der urbanen Spiritualität

Handbuch urbane Spiritualität

Urbane Spiritualität zählt nicht gerade zu meinen Lieblingsbegriffen. Ich frage mich dann gleich: ist Mannheim urban genug dafür? Und wenn ja – wo? Nur in der Innenstadt in den Quadraten oder auch bei mir hier draußen im Vorort? Trotzdem ist urbane Spiritualität ein Begriff, mit dem ich gut arbeiten kann: eine Spiritualität für Menschen von heute, die im Leben von heute praktiziert werden kann. Urbane Spiritualität kann also vieles umfassen: die Kurz-Meditation in der U-Bahn, die Spende für den Bettler, das Räuchern in der Wohnung in Anlehnung an alte Bräuche, das Beachten der Mondphasen und der Jahreszeiten, die Yoga- und Achtsamkeits-Praxis, gemeinsames Singen, die Götterfiguren mit Kerze davor, das Segenssymbol an der Haustür bis hin zum rituellen Verbrennen erledigter To-do-Listen. So viele Möglichkeiten. Wo anfangen? Genau hier setzt das Handbuch urbane Spiritualität von Emma Mildon an, das dem Leser einen Überblick verschaffen will. Ich war und blieb erstaunt über die…

weiterlesen

Now: Achtsamkeit, Yoga und Vertrauen ins Leben

Auf einmal klingt alles so leicht, so  einladend und so machbar. Wenn Heike Mayer über Achtsamkeitspraxis redet, entfällt auf Leser-Seite auf einmal jegliches schlechtes Gewissen, jegliches „Ja, ich weiß, dass ich mich mehr darum kümmern müsste“. Sie nimmt die Schläge aus den Ratschlägen. Sie lädt ein, motiviert, verführt und verwurzelt dabei das große Thema Achtsamkeit im Alltag der Leser. Schon die Lektüre ist wohltuend und auf einmal höre ich eine innere Stimme, die sagt „Also wenn die Lektüre des Buches Dir schon so gut tut, dann solltes Du auch die Übungen ausprobieren.“ Genau das mache ich jetzt regelmäßig: HALLO Halt – Atmen – Lassen – Lächeln – Offen werden. Insbesondere der Teil mit dem Lächeln gefällt mir. Im zweiten Teil des Buches dreht sich alles um Yoga. Stopp – wenn Ihr jetzt denkt „Yoga? Ich mag nicht turnen.“ oder „Yoga? Weiß ich schon alles darüber“ solltet Ihr trotzdem weiterlesen. Karin…

weiterlesen